Diskussion mit Brichta
Liebe Geldinteressierte,
hier haben Sie die Möglichkeit mit mir über alle Finanzthemen zu diskutieren, die Sie interessieren. Alle Fragen und Beiträge sind willkommen. Ich werde mich bemühen, möglichst zeitnah darauf einzugehen.
Herzlicher Gruß
Raimund Brichta
Donnerstag, 26. August 2010 1:46
“… Wenn es mit dem “umlaufgesicherten” Geld nicht mehr möglich ist, werden sie auf andere Geldformen ausweichen, die ihnen das Horten ermöglichen. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
diese “Formen” gibt es nicht wirklich!
“… Trotzdem lässt es sich von Dividenden- oder Mieteinkünften ebenfalls gut leben, ohne dass man einen Finger krumm machen muss. Man muss nur genügend Aktien und/oder Immobilien haben. …”
In der Natürlichen Wirtschaftsordnung wird sich das Kapitalmarktzinsniveau um Null einpendeln (Ausgleich von Angebot und Nachfrage) und auch wer dann “genügend Aktien und/oder Immobilien” hat wird diese Werte dann nur noch aufzehren können!
“… Im Gegensatz zu Ihnen habe ich erkannt, dass das “Gegen-die-Wand-Fahren” überhaupt nicht mehr zu verhindern ist. Der “point of no return” ist längst überschritten. …”
Sind Sie eigentlich neben der Beratung für leistungslose Einkommen auch für die Astrologie auf n-tv zuständig?
“… Nur der Zeitpunkt des Zusammenbruchs steht noch nicht fest. …”
Ach so.
“… Laien lassen sich viel leichter von einer Idee begeistern, weil sie aufgrund ihres fehlenden Grundwissens die Tragweite gar nicht abschätzen können. …”
Sie meinen wohl das “Grundwissen”, das konstruktiv umlaufgesichertes Geld “den Weltuntergang” hervorruft?
“… Stimmt doch gar nicht: Auf Tagesdgeld beim Bund kriegen Sie momentan 0,1 Prozent Zins. Wenn Sie da alle anderen Zinsbestandteile rausrechnen, liegt der Urzinsanteil selbstverständlich bei null oder sogar darunter. …”
Es geht hierbei nur um den Kapitalmarktzinssatz (erhält Anleger für langfristige Geldanlagen), aber Sie “miss”verstehen so etwas offenbar ganz gerne.
“… Aber vielleicht zeigt das Beispiel auch, dass man in so einen Begriff viel hineininterpretieren kann und sich der Autor dies immer wieder bewusst machen sollte. Im Zweifel also am besten erläutern, was man damit meint. …”
Was soll das Gelaber? Es geht bei der ganzen Zinsdebatte immer und ausschließlich und nur um Anlagezinsen bei langfristigen Verträgen. – Das wissen Sie!
“… Ich kann Ihnen eine ganze Liste von Leuten nennen, die denselben Eindruck haben. Schauen Sie sich nur mal die E-Mail-Verteilerliste an, deren Adressaten Sie …”
Bei diesen Adressaten handelt es sich in den allermeisten Fällen in der Tat um Leute, die an der Erhaltung des heutigen Zinsgeldsystems (= kapitalismusinduzierendes Geldsystem mittels struktureller allgemeiner Investitionsgüterknapphaltung) ein persönliches Interesse haben!
“… Selbst in der “heutigen krisenhaften Dauersituation” ist es noch der Normallfall, dass ein Unternehmen als Ganzes nicht aufgezehrt wird. …”
Soweit man sich die hohen Insolvenzzahlen und entsprechenden Schicksale einfach wegdenkt.
“… Womit ich bezahlt werden will, spielt überhaupt keine Rolle. …”
Sehr gut. – Jetzt könnte ich versucht sein zu glauben, Sie hätten etwas gelernt.
“… Entscheidend wird sein, welches Geld sich letztendlich durchsetzen wird. …”
Der Euro hat sich also bisher “letztendlich” durchgesetzt und wurde keineswegs politisch aufgezwungen (zumindest in der BRD)?
“… Das entscheidet die Masse, sofern man sie entscheiden lässt. ..”
Wo hat denn schon einmal die Masse die Geldordnung bestimmt?
“… Und wie bucht sie das, wenn nicht in einer Bilanz? …”
In der Natürlichen Wirtschaftsordnung wird die Geldmenge vom Währunsamt direkt “an der kurzen Leine” (= Geldmengenänderungen wirken unmittelbar auf den Preisstand!) gesteuert und zwar so, das der durchschnittliche Konsumgüterpreisindex immer wieder auf seinen Ausgangswert zurückgeführt wird (Prinzip der negativen Rückkopplung). Für was brauchen Sie da eine Bilanz, außer um ein paar Buchhalter zu “beschäftigen”?
“… 99 Prozent aller Steuerzahlungen werden schon jetzt nicht in “gesetzlichen” Zahlungsmitteln geleistet, sondern einfach als Giralgeld überwiesen. …”
Das ist auch gut so. – Denn dieses “Giralgeld” verdankt ja seine Entstehung einer vorherigen Einzahlung bei einer Geschäftsbank (GB) mit gesetzlichem Zahlungsmittel (das gilt selbstverständlich auch ebenfalls für die “Giralgeld”-Buchung bei Kreditvergaben von GB!); was wollen Sie mehr?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Montag, 23. August 2010 18:40
“… und da ist es wichtig zu verstehen, dass die Umlaufsicherung auch nur auf den Urzins zielt. …”
Sehr geehrter Herr Brichta und sehr geehrter “Schnittstellenimpukls”,
ich stimme der obigen Aussage zu bis auf das Wort “nur”. Ich beschäftige mich seit längerem mit den Details konstruktiv umlaufgesicherten Geldes und insofern möchte ich die obige Aussage gerne ergänzen:
Aus mehreren praktischen Gründen (…deren Erläuterung an dieser Stelle hier zu weit führen würde) ist es notwendig, eine konstruktive Geldumlaufsicherung in technischer Hinsicht für möglichst lange Zeit “fest einzustellen”, auch um Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit für alle am Wirtschaften Beteiligten zu gewährleisten. So sollte die Umlaufsicherungmaßnahme u.a. auch langfristig ein wie ich es nenne “Übersparen” vermeiden helfen, nämlich durch ein kurz- bis mittelfristig mögliches “negatives” Kapitalmarktzinsniveau, bei dem der Besitz langfrsitig nutzbarer Güter ebenso attraktiv wie der Geldvermögensbesitz erscheinen soll und wird. Deshalb erscheint eine gleichmäßig Umlaufgebührenerhebung auf Zentralbankgeld in Höhe von 2%/Jahresquartal zweckdienlich, obwohl der reine Urzins je nach Konjunkturlage etwa zwischen nur 2% und 5% schwankt.
“… und in der Summe Krisen hervortreibt, die geldpolitisch mit den falschen Instrumenten symptomatisch behandelt (kaschiert)werden, was langfristig nur krisenverschärfend wirkt und letztlich zu der Situation geführt haben, die wir heute erleben. …”
Diese Aussage, der ich voll zustimme, ergänze ich wie folgt:
Anstatt das Geldsystem konstruktiv umlaufzusichern und eine dementsprechende direkte Geldmengensteuerung (…deren Erläuterung an dieser Stelle hier ebenfalls zu weit führen würde) zu praktizieren räumt die Zentralbank den Geldspekulanten völlig sinn- und zweckwiedrige “Freiheiten” ein und versucht quasi im Nachhinein mittels fragwürdiger, letzlich aber sachlich unzureichender Geldpolitik den Geldwert zu retten, was aber zumindest langfristig nicht gelingen kann.
Die Geld”politik” vergrößert lediglich die Liquidität in völlig überzogene Größenordnungen bis das “Kartenhaus” irgendwann in sich bzw. inflationär zusammenbricht.
Dann kann die Zentralbank gar nichts mehr machen, auch nicht mittels “bewährter Leit”zinserhöhungen.
Mit freundlichem Guß
Bernd van Straelen
Sonntag, 22. August 2010 23:26
Brichta:
Sie haben offenbar einiges noch nicht verstanden:
Zum Beipsiel, dass auch ein Zinseinkommen alles andere als risikolos ist. Im Gegenteil: Der Zins ist zum Teil gerade ein Ausgleich für das Risiko.
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Beachten Sie bitte Ihre ( zutreffende ) Einschränkung “zum Teil”
Dieses “zum Teil”, das Sie ins Spiel bringen (”Risikoanteil” oder “Risikoprämie”), ist, wenn man den Zins allgemein definiert, als einer von insgesamt vier Anteilen, aus denen sich der Zins zusammensetzt, natürlich nicht wegzudenken, in Bezug auf meine Aussage jedoch irrelevant. Es ist logisch, dass mit “risikolosem Zinseinkommen” genau der “Teil” gemeint ist, den Sie unter den Tisch fallen lassen, der immer OHNE Risiko erzielt wird: nämlich die “Liquiditätsprämie” (Keynes) oder “Urzins” (Gesell) im Zins. Es macht aber keinen Sinn von einem risikolosen “Urzínseinkommen” zu sprechen, weil der Urzins im Zins dessen Kernstück bildet und untrennbar mit dem Zinsbegriff verbunden ist, sprich: Zinsen sind immer Urzins, während die übrigen Anteile variieren.
Brichta:
Die Aufteilung des Zinses in allen Ehren, aber niemand bekommt nur diesen Urzins. Genau deshalb sind Zinseinkommen in der Regel eben mit Risiken verbunden. Und nur darum ging es mir, als Sie vom “risikolosen Zinseinkommen” sprachen.
Wir reden im erweiterten Kontext ja über den Sinn und Zweck einer Umlaufsicherung, und da ist es wichtig zu verstehen, dass die Umlaufsicherung auch nur auf den Urzins zielt. Mit dessen Verschwinden werden, in Folge, auch die anderen Anteile im Zins gegen Null gehen, aber darüber an anderer Stelle …
Brichta:
Ich habe in meiner Antwort an Herrn van Straelen weiter unten schon darauf hingewiesen, dass der Urzins selbst jetzt schon bei null – oder sogar darunter – liegen kann.
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Brichta:
Man kann von Dividenden genauso leben wie von Zinsen, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Mit Risiken sind beide Einkunftsarten verbunden, wenn auch die Dividende ein höheres Risiko trägt. Was also wollen Sie uns sagen?
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Zunächst möchte ich Ihnen sagen, dass Sie sich schon im zweiten Satz widersprechen und mir folglich Recht geben, wenn Sie Ihr “genauso leben wie von Zinsen” einschränken und einräumen, dass “die Dividende ein höheres Risiko trägt” als das Zinseinkommen. Das ist ja der springende Punkt, warum Investitionen in die Wirtschaft ohne Umlaufsicherung an Attraktivität verlieren, weil immer mit Arbeit und Risiko verbunden, während es sich bequemer und ohne Risiko – pardon: mit “weniger” Risiko – von den Zinsen leben lässt.
Brichta:
Der Risiko-Unterschied zwischen Zins und Dividende liegt doch nur im Juristischen: Der Zins ist Ihnen in der Höhe vertraglich garantiert, die Dividende nicht. Außerdem werden die Zins- und Tilgungsforderungen der Gläubiger vor den Ansprüchen der Anteisleigner bedient. Hauptsächlich daraus speist sich der Risikounteschied.
und abschliessend …
dass jeder Kapitaleigner und potentielle Investor bestrebt ist, sein Verlustrisiko so gering wie möglich zu halten und deshalb im Zweifelsfall dem Anreiz unterliegt, das Risiko kaufmännischer Fehlentscheidungen mit immer drohenden Kapitalverlusten zu umgehen und sich mit einem sicheren Zinseinkommen zu versorgen und/oder sich liquide zu halten (Geldhortung), um eine Gelegenheit mit höheren Renditeaussichten abzuwarten. Mit der Hortung wird dem Wirtschaftskreislauf Geld in spekulativer Absicht entzogen, was gesamtwirtschaftlich zu einer Unterbrechung im Geldkreislauf führt und in der Summe Krisen hervortreibt, die geldpolitisch mit den falschen Instrumenten symptomatisch behandelt (kaschiert)werden, was langfristig nur krisenverschärfend wirkt und letztlich zu der Situation geführt haben, die wir heute erleben. Die Privatinteressen grosser Kapitaleigner bestimmen damit in unzulässiger Weise über die Volkswirtschaft und über das Wohl und Schicksal der Bevölkerung – national wie global -, letztlich über Krieg und Frieden und die Zukunft der Menschheit. Für eine demokratische Zivilisation ist ein solch wahnwitziges Geldsystem nicht verkraftbar, weil es seinem Wesen nach feudalistisch ist, die Demokratie aushöhlt und einen Grossteil der Bevölkerung zu Bittstellern der Reichen werden laesst. Nur über eine allgemeine Umlaufsicherung kann ein nachhaltiges Geldsystem und eine krisensichere, soziale, wie demokratische Wirtschaftsordnung erreicht werden, die den Interessen ALLER, statt nur denen einer Oberschicht von 1 – 10% der Bevölkerung dient. Mittlerweile besitzen in den USA 1% der Reichen bereits 37% des gesamten Volksvermögens, wie ich heute im Spiegel las. Bei uns sieht es ähnlich aus. Die Vermögen explodieren, die Zahl der Armen und die soziale Verelendung ebenso. Tendenz steigend.
Das ist unser Geldsystem, so wie es heute ist und nicht funktioniert.
Brichta:
Im Wesentlichen beschreiben sie Gründe, warum es für Wirtschaftssubjekte sinnvoll sein kann, Geld zu horten. Und genau das ist der springende Punkt: Wenn es mit dem “umlaufgesicherten” Geld nicht mehr möglich ist, werden sie auf andere Geldformen ausweichen, die ihnen das Horten ermöglichen.
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Brichta:
Nochmal: Auch Zinseinnahmen sind mit Risiken behaftet, weshalb ich Ihre Unterscheidung Zinsen=risikolos und Sachwerteinkünfte=risikobehaftet nach wie vor nicht akzeptiere.
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Dann werden Sie Ihren Standpunkt eben revidieren
Kommen die gigantischen Vermögenszuwächse der letzten Jahre in den westlichen Industriestaaten etwa aus dem jährlichen Wirtschaftswachstum? Ich kenne jedenfalls niemanden, der (von Währungsreformen abgesehen) Geld auf einem Sparbuch oder in einer konservativen Anlage bei seiner Bank verloren hat. Sie? Im Gegenteil ! Die Reichen gingen sogar noch reicher aus der Finanzkrise hervor. Wenn das Risiko eintritt, werden mit “Bankenrettungspaketen” selbst hochspekulative Anlagen vom Steuerzahler in letzter Minute vor dem Verlust gerettet. Wo ist da noch ein Risiko? Wieviele Unternehmen sind in der selben Zeit, mangels frischen Kapitals oder wegen einer einzigen falschen unternehmerischen Entscheidung in den Bankrott gegangen … Um wieviel Prozent sind die Häuserpreise in den USA oder jetzt in Spanien wegen Überhitzung des Immobilienmarktes gefallen, weil die Zinsen stiegen … und da wollen Sie nach wie vor behaupten, von einer Geldanlage in Sachwerten liesse sich genauso bequem und sicher leben wie von Zins- und Zinseszinseinkommen? Ach, ich vergass, Sie widersprechen sich in diesem Punkt ja selbst …
Brichta:
Noch einmal zum Mitschreiben: Der Risiko-Unterschied zwischen Zins- und Sachwerteinkünften ist vorhanden. Trotzdem lässt es sich von Dividenden- oder Mieteinkünften ebenfalls gut leben, ohne dass man einen Finger krumm machen muss. Man muss nur genügend Aktien und/oder Immobilien haben. Nichts anderes hatte ich geschrieben.
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Brichta:
Und zur Frage des Standpunktes: Ich halte es für einen großen Fehler zu meinen, man müsse zu allem und jedem einen Standpunkt einnehmen. Das führt dann (wie offenbar in ihrem Fall) dazu, dass man sich auch auf Dinge festlegt, die man noch gar nicht vollständig durchschaut. Ich gehe einen anderen Weg: Ich habe Standpunkte nur dort, wo ich mir sehr sicher bin, und ansonsten auch den Mut zu sagen, dass ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet habe. This is my way!
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Nö, muss man nicht. Wer kann schon immer alles vollständig durchschauen? Aber es geht hier nicht um alles “alles und jedes”, sondern um ” Alles oder Nichts”. Bei dieser Zäsur, vor der wir stehen, ist ihr derzeitiger Standpunkt von erschreckender Harmlosigkeit: Das Finanzsystem wird mit Volldampf gegen die Wand fahren, doch ich habe mir noch keine abschliessende Meinung (über die einzig sinnvolle Notbremse) gebildet ? … Ich sträube mich ja nicht gegen eine solche Idee … Wollen Sie sich eine Meinung vor oder nach dem Crash bilden?
Brichta:
Viel zu kurz gesprungen. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich erkannt, dass das “Gegen-die-Wand-Fahren” überhaupt nicht mehr zu verhindern ist. Der “point of no return” ist längst überschritten. Nur der Zeitpunkt des Zusammenbruchs steht noch nicht fest. Es geht also lediglich darum, sich Gedanken über das System danach zu machen.
Ich finde es befremdend, wenn gerade Fachleute, studierte VWLer und “Finanzexperten” grundlegende Verständnisdefizite aufweisen, was die Ursachenanalyse zu den Fehlern in unserem Geldsystem angeht. Ich beschäftige mich als Laie nebenbei mit diesem Thema und habe mir lediglich ein Basiswissen angeeignet, das mir aber bereits eine tiefere Einsicht und ein durchdringenderes Verständnis von unabdingbaren Grundvoraussetzungen für ein nachhaltiges Geldsystem ermöglicht, als Sie – ein Kritiker des heutigen Systems – es bisher zu erkennen geben… und das bereitet mir errnsthaft Sorge.
Brichta:
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Laien lassen sich viel leichter von einer Idee begeistern, weil sie aufgrund ihres fehlenden Grundwissens die Tragweite gar nicht abschätzen können. Sie sind schneller überzeugt, weil sie weniger gut in der Lage sind, die Idee kritisch zu hinterfragen. Genau dies tue ich aber.
Donnerstag, 19. August 2010 18:43
“… Brichta:
Das macht in dem Zusammenhang, in dem der Schnittstellenimpuls den Zins verwendet hat (und darauf bezog sich das Zitat), aber keinen Sinn. Dann müssten Sie nämlich vom “risikolosen Urzinseinkommen” reden. Niemand hat aber ein solches, sondern beim jedwedem Zinseinkommen ist auch die Risikoprämie dabei. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
es geht darum, dass beim heutigen Zinsgeldsystem der Urzinsanteil nicht auf Null und ggf. beim Übersparen auch darunter konkurriert werden kann, nicht mehr und nicht weniger!
Brichta:
Stimmt doch gar nicht: Auf Tagesdgeld beim Bund kriegen Sie momentan 0,1 Prozent Zins. Wenn Sie da alle anderen Zinsbestandteile rausrechnen, liegt der Urzinsanteil selbstverständlich bei null oder sogar darunter. Im Übrigen mag es vielleicht Ihnen nur darum gehen. Dem Schnittstellenimpuls ging es darum, dem “risikolosen Zinseinkommen” einen Riegel vorzuschieben. Aber vielleicht zeigt das Beispiel auch, dass man in so einen Begriff viel hineininterpretieren kann und sich der Autor dies immer wieder bewusst machen sollte. Im Zweifel also am besten erläutern, was man damit meint.
“… Brichta:
Beim Zins gibt es aber noch andere Risiken, zum Beispiel das Bonitätsrisiko …”
Nicht relevant; siehe oben.
Brichta:
Das ist sehr wohl relevant für jemanden, der sich mit dem Zins beschäftigt. Es mag sein, dass man dies für eine ganz spezielle Betrachtungsweise ausklammert. Aber dann sollte man es auch kenntlich machen und erwähnen, dass man nur auf einen ganz speziellen Zinsbestandteil Bezug nimmt. Siehe oben.
“… Brichta:
Auch nochmal: Niemand hat lediglich ein Urzinseinkommen …”
Nicht relevant; siehe oben.
Brichta:
Sehr wohl relevant, siehe oben.
“… Brichta:
Ein noch besserer way wäre, nicht alles besser wissen zu wollen. …”
Es geht nicht um wollen und das wissen Sie auch.
Brichta:
Der Eindruck des Besserwissers drängt sich nicht nur mir auf, wenn ich Zeilen von Ihnen lese. Ich kann Ihnen eine ganze Liste von Leuten nennen, die denselben Eindruck haben. Schauen Sie sich nur mal die E-Mail-Verteilerliste an, deren Adressaten Sie in den vergangenen Monaten regelrecht penetriert haben mit Ihrem Besserwissertum.
“… Brichta:
Selbstverständlich war es das. Denn Sie haben Ihre Bemerkung genau auf diese Antwort bezogen. Aber wenn man wie Sie Zitate immer aus dem Zusammenhang reißt, kann man schon mal den Überblick verlieren. …”
Sie müssen Ihre Leser schon für ziemlich dumm halten!
Brichta:
Nein, denn glücklicherweise gibt es da nicht nur Sie.
“… Brichta:
So ist das eben: Obwohl im Unternehmen einzelne Teile verschlissen werden können, wird das Unternehmen als Ganzes im Normalfall nicht aufgezehrt. …”
Was soll das denn sein, “eben” der “Normalfall”? Die heutige krisenhafte Dauer-Situation oder die Natürliche Wirtschaftsordnung?
Brichta:
Selbst in der “heutigen krisenhaften Dauersituation” ist es noch der Normallfall, dass ein Unternehmen als Ganzes nicht aufgezehrt wird.
“… Brichta:
Haben Sie eigentlich einmal daran gedacht, das sich die Wirtschaftssubjekte in Ihrem System nach Geldformen umsehen könnten, die keiner Entwertung – pardon: Gebühr – unterliegen? Geldformen, die es ihnen ermöglichen, Geld zu horten? …”
Dann sehen Sie sich doch einmal (erfolgreich!) nach einer anderen Geldform um; wollen Sie lieber mit Lego-Steinen bezahlen (und noch besser: bezahlt werden?)?
Viel Spaß dabei.
Brichta:
Womit ich bezahlt werden will, spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend wird sein, welches Geld sich letztendlich durchsetzen wird. Das entscheidet die Masse, sofern man sie entscheiden lässt.
“… Brichta:
Ich will erreichen, dass sich die Leser und Leserinnen selbst ihr Urteil über Sie bilden, indem sie Ihre Kommentare hier bewerten. …”
Ich wage es kaum Ihnen so viel Zutrauen zu Ihren Lesern zuzutrauen.
Brichta:
Dies hätte ich sicherlich nicht, wenn Sie der einzige Leser wären.
“… Brichta:
Jetzt kommen wir ans Eingemachte: Erläutern Sie bitte einmal, wie das Zentralbankgeld in Ihrem System in der Zentralbank-Bilanz entsteht und wie es wieder verschwinden kann. …”
Eine Bilanz wie heute ist dann überflüssig. Die Zentralbank (besser: Währungsamt) muss lediglich wissen, wie viel Geld (Banknoten, Scheidemünzemn und Zentralbankguthaben) sie an Private (GB + NB) gegeben hat.
Brichta:
Und wie bucht sie das, wenn nicht in einer Bilanz?
“… Brichta:
Sie sind keineswegs belanglos. Denn je unwichtiger Zentralbankgeld im Verhältnis zur gesamten umlaufenden Geldmenge wird, desto fraglicher werden auch die von Ihnen angestrebten Effekte. Mit anderen Worten: Was kümmert mich eine Umlaufsicherungsgebühr auf Zentralbankgeld, wenn dieses Zentralbankgeld im täglichen Wirtschaftskreislauf kaum noch eine Rolle spielt? …”
Im Gegensatz zu heute ist dieses Verhältnis absolut belanglos, da “nur” Banknoten und Münzen gesetzliches Zahlunsmittel bleiben. – Also keine Steuerzahlungen in Lego!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
99 Prozent aller Steuerzahlungen werden schon jetzt nicht in “gesetzlichen” Zahlungsmitteln geleistet, sondern einfach als Giralgeld überwiesen.
Mittwoch, 18. August 2010 22:53
“… Brichta:
Sie haben offenbar einiges noch nicht verstanden: Zum Beipsiel, dass auch ein Zinseinkommen alles andere als risikolos ist. Im Gegenteil: Der Zins ist zum Teil gerade ein Ausgleich für das Risiko. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
bitte unterscheiden Sie strikt zwischen dem sogenannten Urzins (entsprechend Silvio Gesell + Helmut Creutz) – Anteil im Zinsfuß und den übrigen Anteilen, die Risikoprämie, Inflationsausgleich sowie Bankmarge betreffen.
Brichta:
Das macht in dem Zusammenhang, in dem der Schnittstellenimpuls den Zins verwendet hat (und darauf bezog sich das Zitat), aber keinen Sinn. Dann müssten Sie nämlich vom “risikolosen Urzinseinkommen” reden. Niemand hat aber ein solches, sondern beim jedwedem Zinseinkommen ist auch die Risikoprämie dabei.
“… Brichta:
Man kann von Dividenden genauso leben wie von Zinsen, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Mit Risiken sind beide Einkunftsarten verbunden, wenn auch die Dividende ein höheres Risiko trägt. …”
Das Verlustrisiko bei Währungsschnitten (…welches bei konstruktiv umlaufgesichertem Geld sowieso komplett wegfällt!) ist praktisch vernachlässigbar gegenüber der Einkommensunkalkulierbarkeit von Dividenden.
Brichta:
Beim Zins gibt es aber noch andere Risiken, zum Beispiel das Bonitätsrisiko
“… Brichta:
Nochmal: Auch Zinseinnahmen sind mit Risiken behaftet, weshalb ich Ihre Unterscheidung Zinsen=risikolos und Sachwerteinkünfte=risikobehaftet nach wie vor nicht akzeptiere. …”
Nochmal: Der Urzins ist risikofrei!
Brichta:
Auch nochmal: Niemand hat lediglich ein Urzinseinkommen
“… Und zur Frage des Standpunktes: Ich halte es für einen großen Fehler zu meinen, man müsse zu allem und jedem einen Standpunkt einnehmen. Das führt dann (wie offenbar in ihrem Fall) dazu, dass man sich auch auf Dinge festlegt, die man noch gar nicht vollständig durchschaut. Ich gehe einen anderen Weg: Ich habe Standpunkte nur dort, wo ich mir sehr sicher bin, und ansonsten auch den Mut zu sagen, dass ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet habe. This is my way! …”
Ein besserer “Way” wäre bestimmte Dinge einfach zu wissen statt die ständige Vertretung unverbindlicher “Standpunkte”, “Meinungen” etc.
Brichta:
Ein noch besserer way wäre, nicht alles besser wissen zu wollen.
“… Brichta:
Lieber Herr van Straelen, wie immer man Ihre Formulierung “Krieg” auslegen mag, meine obige Antwort darauf passt in jedem Fall. Überlegen Sie mal… Na, kommen Sie drauf? …”
Nach Ihrer “obigen “Antwort”" war nie gefragt!
Brichta:
Selbstverständlich war es das. Denn Sie haben Ihre Bemerkung genau auf diese Antwort bezogen. Aber wenn man wie Sie Zitate immer aus dem Zusammenhang reißt, kann man schon mal den Überblick verlieren.
“… Brichta:
Machen Sie’s doch nicht so kompliziert: Wer ein Unternehmen besitzt, dessen Eigentum wird nicht aufgezehrt, es sei denn die Firma wirtschaftet schlecht und geht pleite. …”
Das Realkapital (Beispiele: Drehbank, Spritzgussmachine usw.) wird selbstverständlich aufgezehrt und wären diese Sach-Kapitalgegenstände unter kapitalistischen Rahmenbedingungen nicht künstlich knapp gehalten, so könnten sie auch unternehmerisch eingesetzt dauerhaft keine Renditen (= Sachkapitalverzinsung) einfahren.
Brichta:
So ist das eben: Obwohl im Unternehmen einzelne Teile verschlissen werden können, wird das Unternehmen als Ganzes im Normalfall nicht aufgezehrt. Im Gegenteil: Es kann sogar wachsen. Und nur darum geht es jemandem, der Firmenanteile besitzt. Und auch nur darauf bezog sich mein Zitat, das Sie wieder einmal aus dem Zusammenhang gerissen haben.
“… Brichta:
Den Quatsch verzapfen allenfalls Sie. Oder wollen Sie etwa auch das Entnehmen von Unternehmensgewinnen verbieten? …”
Unternehmensgewinne (abzüglich Sachkapialzinsen) sind naturgemäß Knappheitsgewinne, die ebenso naturgemäß mit der entsprechenden Marktsättigung gegen Null tendieren. – Aber solche trivialen Selbstverständlichkeiten lernt man offensichtlich nicht in einem VWL-Studium.
Brichta:
Sie sollten endlich einmal lernen, Ihren Aussagen sinnvollen Gehalt zu geben. Unser Wirtschaftssystem basiert darauf, dass Unternehmen Gewinne machen. Wenn Sie dies ändern möchten, dann wollen Sie mehr als nur eine Umlaufsicherung fürs Geld.
“… Brichta:
Sehr witzig. Selbstverständlic sollte jede Gebühr mit einem Vorteil verbunden sein, den man dafür “eintauscht”. Aber darum ging es in dem von Ihnen oben aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat nicht. …”
Genau “darum” geht es! – Jetzt verlieren Sie auch noch vollends die Übersicht.
Brichta:
Haben Sie eigentlich einmal daran gedacht, das sich die Wirtschaftssubjekte in Ihrem System nach Geldformen umsehen könnten, die keiner Entwertung – pardon: Gebühr – unterliegen? Geldformen, die es ihnen ermöglichen, Geld zu horten?
“… Brichta:
Wo das hinführt, wenn Sie versuchen zu denken, kann man hier ja sehr schön verfolgen. …”
Was wollen Sie mit dieser unsachgemäßen Anspielung erreichen?
Brichta:
Ich will erreichen, dass sich die Leser und Leserinnen selbst ihr Urteil über Sie bilden, indem sie Ihre Kommentare hier bewerten.
“… Brichta:
Sie und Ihre Marktkräfte! …”
Schon wieder!
“… Die Banken werden selbstverständlich ihre durch die Bargeldeinzahlungen erworbenen Zentralbankguthaben (ZBG) wieder reduzieren. …”
Bei konstruktiv umlaufgesicherten Geld (welches nur mit direkter Geldmengensteuerung funktionieren kann!) haben die Banken zur Reduzierung ihrer ZBG nur die Chance, diese an Private weiterzuverleihen!
Bei der Zentralbank könne die Banken dann nur noch ZBG gegen Bargeld und umgekehrt tauschen und sonst gar nichts!
Brichta:
Jetzt kommen wir ans Eingemachte: Erläutern Sie bitte einmal, wie das Zentralbankgeld in Ihrem System in der Zentralbank-Bilanz entsteht und wie es wieder verschwinden kann.
“… Es bleibt dabei, dass der ohnehin schon schwindende Anteil des Zentralbankgeldes am gesamten Geldbestand weiter abnehmen würde. …”
Wer anderes als “der Markt” sollte diese Anteils-Verhältnisse regeln?
Für wen oder was sollen diese Anteils-Verhältnisse relevant sein?
(Ich halte sie für völlig belanglos.)
Brichta:
Sie sind keineswegs belanglos. Denn je unwichtiger Zentralbankgeld im Verhältnis zur gesamten umlaufenden Geldmenge wird, desto fraglicher werden auch die von Ihnen angestrebten Effekte. Mit anderen Worten: Was kümmert mich eine Umlaufsicherungsgebühr auf Zentralbankgeld, wenn dieses Zentralbankgeld im täglichen Wirtschaftskreislauf kaum noch eine Rolle spielt?
Es wäre schön, sehr geehrter Herr Brichta, wenn Sie bei Ihren zukünftigen Kommentaren einfach darauf verzichten würden, meine Beiträge einfach nur zu zerreden und wie ich inzwischen mehrfach den Eindruck gewinnen musste, manche von mir hervorgebrachten Aspekte “absichtlich” misszuverstehen.
Denn hier soll es doch um ein nachhaltiges Geldsystem (siehe Startseite: Liebeangelamerkel!) gehen und nicht um die Frage, wie ich als Volkswirt am besten um ein nachhaltiges Geldsystem “herumkomme”.
Herzlichen Dank!
und
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Andersherum wird ein Schuh draus: Sie versuchen hier eine Idee als die allein heilsbringende zu verkaufen, dulden überhaupt keine Einwände dagegen und bezeichnen kritische Anmerkungen als “zerreden”. Sie sollten sich lieber in aller Ruhe mit den Argumenten auseinandersetzen. Dann hätten die Leser mehr davon – und vielleicht sogar Sie!
Dienstag, 17. August 2010 22:07
Hallo Hr.Brichta.
Schade dass sich die Leute nicht für so ein wichtiges Thema interessieren.
Liegt wahrscheinlich auch an dessen Komplexität.
Ich sage auf jeden Fall mal danke, habe einiges hier gelernt, menschlich wie technisch.
Liebe Grüsse
Brichta:
Ich bin da viel optimistischer als Sie: Die Leute interessieren sich zunehmend dafür, das erfahre ich in zahlreichen Gesprächen. Noch sind es relativ wenige, ich weiß, aber es werden mehr. Im Übrigen stelle ich mich auf einen Prozess ein, der noch sehr lange dauern wird. Das erfordert viel Geduld.
Montag, 2. August 2010 23:42
Brichta:
Lassen Sie uns doch bitte nicht über solche Kinkerlitzchen streiten.
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Na da nehme ich Sie gleich beim Wort …
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Brichta:
Ein “normaler Durchschnittsbürger”, wie Sie schreiben, wird sich mit diesem Geldsystem gar nicht beschäftigen, weil er es nicht versteht. Außerdem lassen sich für ein und dieselbe Sache eben oft verschiedene Begrifflichkeiten finden – je nachdem, von welcher Seite man sie betrachtet. Im übrigen sprechen Sie, sehr verehrter Schnittstellenimpuls, unten ja selbst von “aufzehren”. Sie denken ja sogar, dass auch Sachwerte “aufgezehrt” würden!!!!”
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…. und bitte Sie daher, sich auch mal gedanklich auf Beiträge einzulassen und inhaltlich darauf zu antworten.
Ich gehe immer noch davon aus, dass Sie Ihr Anliegen, einen öffentlichen Gedankenaustausch über ein nachhaltiges Geldsystem zu führen, ernst meinen. Da macht es m. E. wenig Sinn, widerholt erläutern zu müssen, dass Sachwerte von ihrem Besitzer nicht im wörtlichen Sinn “aufgezehrt”, sondern in Geld eingetauscht, das wiederum in unverzichtbare Dinge des täglichen Bedarfs eintauscht wird, also z. B. für Lebensmittel. Das verkaufte Haus wird natürlich NICHT “aufgegessen”, sondern existiert weiter – mit einem liquideren Besitzer. Wer bisher – risikolos – von Zinsen lebte und in jeder Weise ein unternehmerisches Risiko scheut (also auch Aktien), wird – im umlaufgesicherten Geldsystem – seine einmal erworbenen Sachwerte nach und nach “aufzehren”, sprich: verkaufen müssen. So viel zum “sanften Tod des Rentiers”. Ist das so weit verstanden?
Brichta:
Sie haben offenbar einiges noch nicht verstanden: Zum Beipsiel, dass auch ein Zinseinkommen alles andere als risikolos ist. Im Gegenteil: Der Zins ist zum Teil gerade ein Ausgleich für das Risiko.
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Brichta:
Sie scheinen einige Zusammenhänge nicht zu verstehen. Deshalb hier noch mal im Einzelnen: Ein Unternehmen kann auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem Gewinne abwerfen, von denen man leben kann. Folglich kann es auf Aktien auch Dividendeneinkünfte geben. Und bei Immobilienbesitz z.B. Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung. Und selbst WENN man Aktien oder Immobilien verkauft, so sind diese Vermögenswerte nicht “aufgezehrt”, sondern sie haben nur ihren Besitzer gewechselt. Können Sie mir insoweit folgen?
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Ein Unternehmen MUSS immer – auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem – Gewinne abwerfen, sonst kann es nicht existieren. Ihnen fällt immer noch nicht auf, dass ich mich “ausschliesslich” auf Kapitaleinkommen durch Zinsen bezogen habe. Sobald dem Kapitaleigner diese für ihn risikolose Einnahmequelle wegen der Umlaufsicherung zu versiegen droht, muss er folglich von der Substanz leben (sein Vermögen aufzehren) oder ein unternehmerisches Risiko eingehen, z. B. durch Firmenbeteiligung, Vermietung etc. Genau das ist auch durch die Umlaufsicherung beabsichtigt. Ich wies schon darauf hin, dass es nicht Zweck einer ULS ist, irgend welche Reichen zu enteignen, sondern sie dazu bewegen, ihr Geld in die reale Wirtschaft zu investieren oder zu verkonsumieren.
Brichta:
Man kann von Dividenden genauso leben wie von Zinsen, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Mit Risiken sind beide Einkunftsarten verbunden, wenn auch die Dividende ein höheres Risiko trägt. Was also wollen Sie uns sagen?
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Brichta:
Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: Sachwerte werden auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem nicht aufgezehrt. Wer von Dividenden, Mieteinnahmen oder ähnlichem lebt, kann dies auch weiterhin tun.
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Ein Kapitaleigner verfügt über verschiedene Möglichkeiten sein Geld in die Wirtschaft zu investieren (immer gut), was aber auch mit einem gewissen Risiko von Verlusten für ihn verbunden ist: z. B. der Betriebs- und Instandhaltungskosten, der Mieter zahlt seine Miete nicht, die Börsenkurse fallen, das Unternehmen geht pleite etc. Das kapitalistische Geldsystem bietet dem Geldbesitzer darüber hinaus den komfortablen Anreiz, sein Geld überhaupt nicht zu investieren, sondern es – gerade in Krisenzeiten – zinsbringend und ohne Risiko anzulegen oder eben zu horten (der Wirtschaft ganz entziehen). Herr van Straelen hat dies eine “sinn- und zweckwidrige Verwendung von Geld” bezeichnet, als einen “Missbrauch” des Zwischentauschmittels Geld … und ich denke, dass man es nicht besser formulieren kann. Die Frage, um die es hier geht, die den Kern dieser Diskussion ausmacht, ist die .Frage, ob wir uns ein Geldsystem weiterhin leisten können/wollen, in dem Geld sinn- und zweckwidrig missbraucht werden darf oder ob wir bereit sind anzuerkennen, (Zitat Straelen) “dass Geld als ein reines Zwischentauschmittel ohne sinn- und zweckwiedrige Missbrauchsmöglichkeiten notwendig ist.”
Vor allem würde mich interessieren, wie Sie sich ganz persönlich zu dieser allerwichtigsten Forderung zur Rettung unserer Zivilisation -denn diese steht und fällt mit einem funktionierenden Finanzsystem – verhalten. Sie “sträuben” sich also “überhaupt nicht gegen den Sinn und Zweck einer solchen Idee”, aber haben noch keine Meinung dazu ? Ich halte einen solchen Standpunkt, ehrlich gesagt, für gar keinen …
Brichta:
Nochmal: Auch Zinseinnahmen sind mit Risiken behaftet, weshalb ich Ihre Unterscheidung Zinsen=risikolos und Sachwerteinkünfte=risikobehaftet nach wie vor nicht akzeptiere. Und zur Frage des Standpunktes: Ich halte es für einen großen Fehler zu meinen, man müsse zu allem und jedem einen Standpunkt einnehmen. Das führt dann (wie offenbar in ihrem Fall) dazu, dass man sich auch auf Dinge festlegt, die man noch gar nicht vollständig durchschaut. Ich gehe einen anderen Weg: Ich habe Standpunkte nur dort, wo ich mir sehr sicher bin, und ansonsten auch den Mut zu sagen, dass ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet habe. This is my way!
——————
Brichta:
“Da die Verhältnisse vor 800 Jahren außerdem nicht mit den heutigen vergleichbar sind, kann man daraus allenfalls einen Hinweis ableiten, in welche Richtung man die Forschung lenken sollte. Und genau DAS ist ja mein Hauptanliegen: Forscht, forscht, forscht endlich einmal ohne Denkblockaden! Nur dann kann etwas Vernünftiges dabei herauskommen. Bisher wurde dieses freie Denken nur wenigen Leuten überlassen, die man darüber hinaus anschließend nicht ernst nahm und als “Spinner” abtat.”
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Darauf habe ich Ihnen geantwortet, dass ich Ihren Aufruf an die Forschung für wenig zweckdienlich halte.
Abgesehen davon, dass makroökonomische Gesetzmaessigkeiten immer den selben Mechanismen folgen, ob heute, vor 800 Jahren, vor 2000 Jahren oder vor 4000 Jahren, steht die sogenannte Forschung und Wissenschaft im Dienst des Kapitals und des Establishments. Die von Ihnen geforderte “Forschung ohne Denkblockaden” bleibt deshalb auch zukünftig den Spinnern und Aussenseitern vorbehalten, deren Resultate man konsequent ignoriert. Macht es Sie persönlich nicht nachdenklich, dass wir nur durch gezielte Recherche – nämlich nur von sogenannten Aussenseitern – etwas über die goldenen Zeiten des Mittelalters erfahren können, während jeder Durchschnittsbürger in der Schule gelernt hat, dass das Mittelalter vor allem eines war: “Finster …”
Möglicherweise leben wir heute in finstersten Zeiten der Unwissenheit – möglicherweise ist das der Grund, warum der “Durchschnittsbürger” gar nicht versteht, weshalb unser Finanzsystem zusammenbricht und er trotz lebenslangen Sparens mittellos sein wird ?
Was war aber ursächlich für den Niedergang des blühenden Mittelalters? Es war die Wiedereinführung des Edelmetalls als Tauschmittel, die Wiederauferstehung des Zinsgeldes nach 300 Jahren Blütezeit ohne Geld aus Edelmetall. Dass man sich in der Gelehrtenwelt eines solchen aufschlussreichen Themas offenbar nicht annehmen mag oder gar als Lehrstoff in den Geschichtsunterricht einführt, hat vermutlich Gründe, die wir beide nicht verstehen, oder?
Brichta:
Gut, wenn Sie sich damit zufrieden geben, als “Spinner” zu gelten, mögen Sie so fortfahren, wie Sie es tun. My way is different.
Samstag, 31. Juli 2010 14:36
“… Und im übrigen habe ich mich überhaupt nicht dazu geäußert, ob vor dem Crash des Geldes noch ein Krieg stattfinden wird. Mag sein, muss aber nicht. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
bitte lesen Sie meine Beiträge zukünftig sorgfältiger, denn ich schrieb:
“.und zum anderen (makroökonomisch entscheidend!) fehlt der “inner”europäische Krieg, der einzig in der Lage wäre, vor einer sogenannten “Währungsreform” eine ausreichende Zinsniveauhöhe zu garantieren!”
Brichta:
Lieber Herr van Straelen, wie immer man Ihre Formulierung “Krieg” auslegen mag, meine obige Antwort darauf passt in jedem Fall. Überlegen Sie mal… Na, kommen Sie drauf?
“… Brichta:
Sie scheinen einige Zusammenhänge nicht zu verstehen. Deshalb hier noch mal im Einzelnen: Ein Unternehmen kann auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem Gewinne abwerfen, von denen man leben kann. Folglich kann es auf Aktien auch Dividendeneinkünfte geben. Und bei Immobilienbesitz z.B. Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung. Und selbst WENN man Aktien oder Immobilien verkauft, so sind diese Vermögenswerte nicht “aufgezehrt”, sondern sie haben nur ihren Besitzer gewechselt. Können Sie mir insoweit folgen? ..”
Der “Schnittstellenimpuls” scheint nur im Gegensatz zu Ihnen etwas Grundlegendes nicht zu verstehen. Sie müssen schon systemisch präzise zwischen Unternehmereinkommen (auf Leistung resp. Risiko) und Kapitaleinkommen (auf Besitz: Geldbesitz, Realkapitalbesitz und Bodenrente) unterscheiden. Die Kapitaleinkommen werden sich bei weltweit eingeführter konstruktiver Geldumlaufsicherung sowie allgemeinen Bodennutzungsrechtes (Erbpachtrecht statt Bodeneigentum) mal wenig positiv und mal wenig negativ, also durchschnittlich um Null befinden!
Selbstverständlich wird Realkapital im Laufe seiner Nutzung “aufgezehrt”, vom Boden hier abgesehen.
Brichta:
Machen Sie’s doch nicht so kompliziert: Wer ein Unternehmen besitzt, dessen Eigentum wird nicht aufgezehrt, es sei denn die Firma wirtschaftet schlecht und geht pleite.
“… Brichta:
Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: Sachwerte werden auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem nicht aufgezehrt. Wer von Dividenden, Mieteinnahmen oder ähnlichem lebt, kann dies auch weiterhin tun. …”
Wie schon oben gesagt und aufgezeigt ist diese Behautung nichts anderes als “Quatsch mit Soße”.
Brichta:
Den Quatsch verzapfen allenfalls Sie. Oder wollen Sie etwa auch das Entnehmen von Unternehmensgewinnen verbieten?
“… Im übrigen sprechen Sie, sehr verehrter Schnittstellenimpuls, unten ja selbst von “aufzehren”. Sie denken ja sogar, dass auch Sachwerte “aufgezehrt” würden!!!! …”
Noch mehr “Soße”.
Brichta:
Von Ihnen
“… Brichta:
Nein, letzteres ist ein Tausch Geld gegen Ware. …”
Die Liquiditätsgebühr bei konstruktiv umlaufgesicherten Geld ist im Prinzip ebenfalls mit einem Tausch verbunden! Der Geld(be)nutzer (…also der Genießer des geldlichen Liquiditätsvorteils nämlich) tauscht diesen Vorteil (der abhängig von der Zeit ist: Geldbesitzdauer) ein gegen die von der Zentralbank (bzw. dem Statt bzw. der Allgemeinheit) erhobenen Liquiditätgebühren.
- So einfach ist das. Können Sie mir folgen?
Brichta:
Sehr witzig. Selbstverständlic sollte jede Gebühr mit einem Vorteil verbunden sein, den man dafür “eintauscht”. Aber darum ging es in dem von Ihnen oben aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat nicht.
“… Ich habe nur deutlich gemacht, dass es noch andere “Geldlieferungsversprechen” gibt als jene, an die Sie in Ihrem weiter unten stehenden Beitrag vermutlich gedacht haben. …”
“Mein Denken” dürfen Sie getrost mir überlassen.
Natürlich gibt es unzählige Arten und Formen sowie Fristen bei / von Geldlieferungsversprechen.
Brichta:
Wo das hinführt, wenn Sie versuchen zu denken, kann man hier ja sehr schön verfolgen.
“… Brichta:
Dann wird Ihr System dazu führen, dass Zentralbankgeld noch weiter aus dem täglichen Geldkreislauf verdrängt wird als bisher schon. Wenn die Gebühr nämlich nur auf Bargeld (und eventuelle Zentralbankguthaben) erhoben wird, werden die Leute ihr Geld einfach noch mehr auf Bankkonten deponieren. Dort schwindet es nicht, und “bezahlen” kann man damit per Überweisung auch. …”
Hier beweisen Sie leider nur wieder Ihre Grundlagen-Unkenntnis der hier obwaltenden Marktkräfte!
Also: Welche Folgen hätte die ausschließliche Liquiditätsgebührenerhebung nur auf Zentralbankgeld?
Die NB (Nichtbanken) würden zum Zeitpunkt der Gebührenerhebung alles Bargeld bei den GB (Geschäftsbanken) eingezahlt haben und die GB würden dieses Bargeld (mit dem sie jetzt nichts anfangen können) 1:1 bei der Zentralbank eingezahlt haben und hätten entsprechend ihre Zentralbankguthaben erhöht.
Bei diesem Vorgang fand eine entsprechende Erhöhung der Sichtguthabenbestände der NB statt und es ist einsichtig, dass (zumindest) diese erhöhten Bestände (= Erhöhung der Zentralbankguthaben) voll von der Umlaufgebühr erfasst werden.
Die übrigen (sehr viel größeren!) schon vorher dagewesenen Sichtguthabenbestände der NB haben ihren Pedant auf der Aktivseite der GB (kurzfristige Kredite an NB, Geschäfte auf eigene Rechnung, Kontoüberziehungen der NB usw. Das sind alles Geschäfte, die indirekt auch durch die Liquiditätsgebühren beeinflusst werden, z.B. die Zinsfußhöhe beim Überziehungskredit).
Bei diesen schon vorher dagewesenen Sichtguthabenbeständen der NB sind letztlich wiederum die Marktkräfte bestimmend.
Das heißt, dass die GB in dem Moment, wo die Zentralbank beginnt das Zentralbankgeld (wie oben gesagt) zu belasten, sämtliche bestehenden Depositenverträge kündigt und entsprechende neue Verträge anbieten wird (die aufgrund der „neuen“ Marktsituation von den NB akzeptiert werden müssen, es sei denn, sie erledigen zukünftig alle Bezahlungen in bar und bezahlen die Liquiditätsgebühren eben auf diesem Wege!), in denen sich die NB mit der Zahlung (bzw. dem Abzug) der jeweils vollen Höhe
(im Einzelfall auch ein klein wenig darunter
[= Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs der den GB hilft, eigene Kosten zu minimieren!],
ob und ggf. wieviel bestimmt aber die einzelne GB selbst!)
der Liquiditätsgebühren entsprechend ihrer Sichtguthabenbestände einverstanden erklären.
Ansonsten verweigert die GB die Einrichtung des neuen Girokontos!
Fazit:
Wenn die GB „freiwillig“ die Sichtguthabenbestände der NB nicht belasten würden, verhielten sie sich wie ein unfreiwilliger Bargeldstaubsauger und hätten im „Suhrschen Sinne“ den „Schwarzen Peter“ und müssten die gesamten Liquiditätsgebühren alleine tragen.
Die NB können sich wie oben gesagt aufgrund der „neuen“ Marktsituation nicht gegen diese „Buchgeldbelastung“ wehren, was in der Praxis hinreichend ist.
Folglich ist die Liquiditätsbelastung des Zentralbankgeldes damit völlig ausreichend.
Alles weitere erledigt dann der Markt; insbesondere eben die Funktionen sämtlicher intertemporärer Liquiditätsaspekte.
Noch Fragen?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Sie und Ihre Marktkräfte! Die Banken werden selbstverständlich ihre durch die Bargeldeinzahlungen erworbenen Zentralbankguthaben wieder reduzieren. Es bleibt dabei, dass der ohnehin schon schwindende Anteil des Zentralbankgeldes am gesamten Geldbestand weiter abnehmen würde.
Samstag, 26. Juni 2010 14:43
“… Wenn aus 100 nach einer gewissen Zeit 95 werden, ist das eine Geldentwertung, wie immer Sie das umschreiben oder rechtfertigen mögen. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
Sie sträuben sich vehement dagegen den Sinn und Zweck anzuerkennen das Geld als ein reines Zwischentauschmittel ohne sinn- und zweckwiedrige Missbrauchsmöglichkeiten notwendig ist.
Es sei denn Sie “erkennen” eine Geldentwertung z.B. auch dann, wenn Ihnen der Verkäufer im Laden nach der Bezahlung mit einem Hunderter “nur” noch 95 zurückgibt, da Sie gerade eine Ware für 5 gekauft haben!
Brichta:
Nein, letzteres ist ein Tausch Geld gegen Ware. Im übrigen sträube ich mich überhaupt nicht gegen den Sinn und Zweck einer solchen Idee. Ich nenne einfach nur die Dinge beim Namen. Der Sinn ist schließlich, die Leute daran zu hindern, Geld als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen. Und wer es doch tut, der muss eben in Kauf nehmen, dass es “schwindet”. Aus 100 werden 95. So einfach ist das. Können Sie mir folgen?
“… Ein Geldlieferungsversprechen ist es schließlich auch, wenn mir meine Lebensversicherung verspricht, mir zum 65. Geburtstag eine Summe X auszuzahlen. …”
Korrekt.
“… Wenn aber trotzdem eine Gebühr darauf erhoben würde, könnte dies dann nicht mehr eine Gebühr für Geldbesitz sein. …”
Eine Liquiditätsgebührenerhebung seitens der Zentralbank auf private Geldansprüche würde ähnlich wie die heute üblichen “Leitzinsen” über die Kreditnehmer abgewälzt letztlich auf die Konsumenten. – Also völlig destruktiv!
Brichta:
Ich habe doch gar nicht gesagt, dass man dies tun sollte. Ich habe nur deutlich gemacht, dass es noch andere “Geldlieferungsversprechen” gibt als jene, an die Sie in Ihrem weiter unten stehenden Beitrag vermutlich gedacht haben.
“… Sondern nur noch eine Gebühr auf den Besitz von Geldlieferungsversprechen oder wie? …”
Gerade nicht!
Die Liquiditätsgebühr staatlicherseits darf nur auf Zentralbankgeld erhoben werden.
Die Bedingungen für die privaten Geldanspruchs- und Schuldenverhältnisse regelt dann der Markt (Geld und Kapitalmarkt) völlig selbsttätig; einschließlich der täglich fälligen Guthaben, die im Volksmund auch gerne als “Giralgeld” bezeichnet werden; man hat sozusagen noch Geld auf dem Konto “liegen” “bei” der Bank!
Brichta:
Dann wird Ihr System dazu führen, dass Zentralbankgeld noch weiter aus dem täglichen Geldkreislauf verdrängt wird als bisher schon. Wenn die Gebühr nämlich nur auf Bargeld (und eventuelle Zentralbankguthaben) erhoben wird, werden die Leute ihr Geld einfach noch mehr auf Bankkonten deponieren. Dort schwindet es nicht, und “bezahlen” kann man damit per Überweisung auch.
“… Und wie weit wollen Sie mit Ihrer Gebühr dann gehen? …”
Siehe vorige Antwort.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Samstag, 26. Juni 2010 1:41
van Straelen
Donnerstag, 24. Juni 2010 19:23
Sehr geehrter Herr Brichta,
Sie operieren hier mit (absichtlich?) falschen Begrifflichkeiten.
Denn bei einer konstruktivenn Geldumlaufsicherung schwindet selbstverständlich nichts, da in Höhe der aktuell fälligen Liquiditätsgebührenzahlungen gleichzeitig genau diese Geldmenge mittels direkter öffentlicher Ausgaben ersetzt wird.
- Oder meinten Sie den Schwund in Ihrem Portemonnaie, nachdem Sie für eine Ware (Leistung) bezahlt haben?
Brichta:
Erbsenzähler und Besserwisser. Wenn aus 100 nach einer gewissen Zeit 95 werden, ist das eine Geldentwertung, wie immer Sie das umschreiben oder rechtfertigen mögen. Sie können es auch Negativzins oder Geldbesitzergebühr nennen, entscheidend ist jedoch, was am Ende bei rauskommt. Und das ist eine Geldentwertung selbst dann, wenn die Preise – wie Sie schreiben – stabil bleiben. Denn dann kostet z.B. eine Hotelübernachtung für 100 nach – sagen wir – einem Jahr zwar immer noch 100, wenn aus meinem Hunderter bis dahin aber 95 geworden sind, kann ich mir sie für meinen Geldschein trotzdem nicht mehr leisten.
—–
Lieber Herr Brichta,
als Erbsenzählerei würde ich den Einwand Herrn van Straelens nun nicht bezeichnen, auch wenn ich Ihnen deshalb nicht die Absicht unterschwelliger Desinformation unterstelle – aber:
“Geldentwertung” oder “Schwundgeld” assoziiert jeder normale Durchschittsbürger mit Inflation und Schwachwährung. Fragen Sie mal irgend einen Bundesbürger, was er von einem System der permanenten “Geldentwertung”, als Alternative zum heutigen Zinssystem, auf Anhieb halten würde. Mit einem solchen Begriff – als hervorgehobenes Merkmal einer Umlaufsicherungs – werden Vorurteile geweckt und schnell zementiert.
Tatsächlich handelt es sich um eine zu entrichtende Gebühr aus dem – jedermann einsichtigen – Verursacherprinzip, womit gewährleistet wird, dass die gesamte Geldmenge im Kreislauf verbleibt, mit nicht zu hoch zu bewertenden Vorteilen für ALLE Marktteilnehmer.
Der einfache Konsument wird daher nicht über weniger, sondern über MEHR Kaufkraft verfügen, wenn die Kapitalkosten (Zinsen) in den Warenpreisen nach und nach entfallen, die ihm heute, von ihm jedoch unbemerkt, seine Kaufkraft schwinden lassen.
“Schwundgeld” wäre folglich der treffendere Begriff für unser heutiges (inflationäres) Geldsystem.
Brichta:
Lassen Sie uns doch bitte nicht über solche Kinkerlitzchen streiten. Ein “normaler Durchschnittsbürger”, wie Sie schreiben, wird sich mit diesem Geldsystem gar nicht beschäftigen, weil er es nicht versteht. Außerdem lassen sich für ein und dieselbe Sache eben oft verschiedene Begrifflichkeiten finden – je nachdem, von welcher Seite man sie betrachtet. Im übrigen sprechen Sie, sehr verehrter Schnittstellenimpuls, unten ja selbst von “aufzehren”. Sie denken ja sogar, dass auch Sachwerte “aufgezehrt” würden!!!!
Samstag, 26. Juni 2010 0:19
Nachtrag:
Ich hatte geschrieben:
“Aktien, Immobilien, Metalle usw. werden in einem umlaufgesicherten Geldsystem NATÜRLICH aufgezehrt, weil der Mensch leben muss und er – soweit er von Zinseinkommen lebte – seine Aktien nicht essen kann. Also wird er sie verkaufen, eine nach der anderen. Von Enteignung habe ich an keiner Stelle gesprochen. Ich wundere mich in der Tat.”
Um womöglichen MIssverständnissen vorzubeugen, da ich etwas ungenau formuliert habe:
Obiges bezieht sich allein auf das unterstellte Beispiel eines Geldbesitzers, der bisher – und zwar ausschliesslich – aus Zinseinkommen in Saus und Braus leben durfte und sich die Frage nach der eigenen Existenzsicherung nie in seinem Leben stellen brauchte. Natürlich ist es NICHT Sinn einer Umlaufsicherung, versnobte, golfspielende Milliardäre zurück in die Produktion zu holen, sondern ein Nebeneffekt, auf den ich hinwies, weil sie die Frage nach den zu erwartenden “Nachteilen” von umlaufgesichertem Geld so betonen. Einen dieser Nachteile wollte ich – ironisch wohlgemerkt – mit einem Beispiel aufzeigen. Ich hätte auch die aus der Umlaufgebühr entstehende Problematik für Spekulanten und Fonds, die sich auf das Aussaugen ganzer Volkswirtschften verstehen, beschreiben können. Nur Beispiele für mögliche “Nachteile” !!! Es “sollen” natürlich keine Vermögenswerte durch fliessendes Geld vernichtet werden, sondern werden, dank seiner speziellen Eigenschft, in ungleich höherem Umfang erst geschaffen. Wenn Geld sich nicht mehr zum aufbewahren eignet, weil es einer Umlaufgebühr unterliegt, werden die Menschen dieses Geld folglich und nachvollziehbar in “Sachwerten” anlegen, also vermehrt reale Vermögenswerte nachfragen. Das ist genau der Impuls, den die derzeitige Wirtschft so dringend braucht (Binnennachfrage) und der, auch ein Nebeneffekt, unsere derzeitige Abhängigkeit von einseitiger und destruktiver Exportpolitik beendete.
Brichta:
Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen: Sachwerte werden auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem nicht aufgezehrt. Wer von Dividenden, Mieteinnahmen oder ähnlichem lebt, kann dies auch weiterhin tun.
Freitag, 25. Juni 2010 20:41
Brichta:
Wie kommen Sie denn darauf, die Vermögenswerte sollten beim “Schwundgeld” aufgezehrt werden? Da haben Sie wohl etwas nicht richtig verstanden. Aktien, Immobilien, Metalle usw. werden natürlich nicht aufgezehrt. Da müssen Sie schon ENTEIGNEN. Wenn es Ihnen nur darauf ankommt, was mir bei Ihnen der Fall zu sein scheint -dann brauchen Sie kein Schwundgeld. Das könnten Sie auch anders erreichen. Allerdings hätte dieses Gesellschaftssystem dann nichts mehr mit unserem heutigen zu tun.
———
Aber Herr Brichta … Ich muss mich schon etwas wundern über Ihre unreflektierte Antwort …
Aktien, Immobilien, Metalle usw. werden in einem umlaufgesicherten Geldsystem NATÜRLICH aufgezehrt, weil der Mensch leben muss und er – soweit er von Zinseinkommen lebte – seine Aktien nicht essen kann. Also wird er sie verkaufen, eine nach der anderen. Von Enteignung habe ich an keiner Stelle gesprochen. Ich wundere mich in der Tat.
Brichta:
Sie scheinen einige Zusammenhänge nicht zu verstehen. Deshalb hier noch mal im Einzelnen: Ein Unternehmen kann auch in einem umlaufgesicherten Geldsystem Gewinne abwerfen, von denen man leben kann. Folglich kann es auf Aktien auch Dividendeneinkünfte geben. Und bei Immobilienbesitz z.B. Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung. Und selbst WENN man Aktien oder Immobilien verkauft, so sind diese Vermögenswerte nicht “aufgezehrt”, sondern sie haben nur ihren Besitzer gewechselt. Können Sie mir insoweit folgen?
Schnittstellenimpuls weiter (zitiert Brichta):
“Brichta:
Von dieser Blütezeit habe ich natürlich auch schon gehört, sie soll zum Anfang des vergangenen Jahrtausends geherrscht haben. Allzuviel kann man darüber aber tatsächlich nicht erfahren, wie Sie richtig schreiben.
Da die Verhältnisse vor 800 Jahren außerdem nicht mit den heutigen vergleichbar sind, kann man daraus allenfalls einen Hinweis ableiten, in welche Richtung man die Forschung lenken sollte. Und genau DAS ist ja mein Hauptanliegen: Forscht, forscht, forscht endlich einmal ohne Denkblockaden! Nur dann kann etwas Vernünftiges dabei herauskommen. Bisher wurde dieses freie Denken nur wenigen Leuten überlassen, die man darüber hinaus anschließend nicht ernst nahm und als “Spinner” abtat.”
Warum das so ist, habe ich bereits ausgeführt. Es git diese Welt der freien Forschung, ohne ideologische Denkblockaden, in der Sie glauben zu leben, nicht. Solch brotlose Kunst ist Spinnern und Aussenseitern vorbehalten, wie Sie ganz richtig sagen. Eine freie Forschung würde sämtliche Herrschaftsverhältnisse in Frage stellen und möglicherweise ganz umkehren. Eine freie Forschung hätte einen Mann wie Gesell, dem Keynes seine tiefsten Einsichten verdankte, nicht hundert Jahre ignoriert. Das Medizinsystem, das Geldsystem wäre komplett ein anders. Unsere Welt wäre eine andere. Aber wie gesagt: Geld regiert die Welt – und nicht etwa die Vernunft oder die Freiheit des menschlichen Geistes.
Brichta:
Und was wollen Sie mir damit in Erwiderung auf mein oben stehendes Zitat sagen????
Freitag, 25. Juni 2010 19:53
“… Der Crash ist nicht mehr zu verhindern, nur für die Zeit danach sollte man sich jetzt schon Gedanken machen, ob es wieder genauso von vorne losgehen soll oder ob es eine bessere Alternative gibt. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
mit solchen Sätzen zeigen sie leider nur dass Sie Wesentliches nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.
Denn es gibt überhaupt keine “Zeit danach”!
Wenn heute z.B. in Europa die Währung zusammenbricht wird es kein “weiter” so wie in der Vergangenheit mehr geben; zum einen weil die Abhängigkeit von der arbeitsteilungen Wirtschaft noch nie so groß war und zum anderen (makroökonomisch entscheidend!) fehlt der “inner”europäische Krieg, der einzig in der Lage wäre, vor einer sogenannten “Währungsreform” eine ausreichende Zinsniveauhöhe zu garantieren!
Die “Währungsreformen” haben auch in der Vergangenheit immer “nach” den Kriegen (= Sachkapitalvernichtung, die den Zins erhöht und dadurch den Geldkreislauf geschlossen hält) stattgefunden und nicht vorher!
“Schon Gedanken machen” reicht da keineswegs aus!
Der “Crash” (= Zusammenbruch der arbeitsteiligen Organisation = “Mad Max” = Chaos = “Mord und Totschlag” usw. usf.) muss ganz einfach verhindert werden!
Und der Crash ist auch zu verhindern im Gegensatz zu Ihrem Glauben; aber selbstverständlich nur mittels der konstruktiven Umlaufsicherung des Euros (= Fehlerkorrektur bzw. Währungssicherung) und keinesfalls durch irgendwie “schon Gedanken machen”.
Solche “Gedanken” können Sie sich jedenfalls sparen!
Es ist nicht meine Schuld dass Sie nichts wissen; dass Sie vermutlich lieber fruchtlos grübeln (”schon Gedanken machen”) anstatt sich das entsprechende Wissen anzueignen.
Zumindest hätten Sie dann eine solide Basis um sich “schon Gedanken zu machen”.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Ihre Argumetation ist so inhaltslos wie die leere Wasserflasche neben mir. Denn wenn es kein “Danach” gäbe, müsste schon die Welt untergehen. Selbstverständlich wird es ein Danach geben, so wie immer bisher. Selbst nach Kriegen gab es ein Danach. Ihre “konstruktive Umlaufsicherung” ist allenfalls eine Alternative für danach. Vorher wird auch niemand bereit sein, sie einzuführen. Wozu auch? Es gibt ja in den Augen der meisten Menschen überhaupt keinen Grund dafür, am bestehenden System etwas zu verändern, wenn alles läuft.
Und im übrigen habe ich mich überhaupt nicht dazu geäußert, ob vor dem Crash des Geldes noch ein Krieg stattfinden wird. Mag sein, muss aber nicht.
Freitag, 25. Juni 2010 18:30
“… Durch eine regelmäßige Entwertung des Geldes beim Indivíduum soll sichergestellt werden, dass das Geld im Umlauf bleibt. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
es geht keinesfalls um eine irgendwie geartete Geldentwertung die Sie leider nicht müde werden zu suggerieren!
Es geht vielmehr darum das die Inanspruchnahme von Liquidität genau so wie jede andere Leistung zu bezahlen ist, und zwar (eigentlich selbstverständlich!) nach dem Verursacherprinzip.
Denn erst das Geldsystem mit konstruktiver Umlaufsicherung wird erstmalig absolute Preisstabilität auf Dauer bieten; im Gegensatz zu dem heutigen zunehmend risikoreichen Improvisieren.
Brichta:
Erbsenzähler und Besserwisser. Wenn aus 100 nach einer gewissen Zeit 95 werden, ist das eine Geldentwertung, wie immer Sie das umschreiben oder rechtfertigen mögen. Sie können es auch Negativzins oder Geldbesitzergebühr nennen, entscheidend ist jedoch, was am Ende bei rauskommt. Und das ist eine Geldentwertung selbst dann, wenn die Preise – wie Sie schreiben – stabil bleiben. Denn dann kostet z.B. eine Hotelübernachtung für 100 nach – sagen wir – einem Jahr zwar immer noch 100, wenn aus meinem Hunderter bis dahin aber 95 geworden sind, kann ich mir sie für meinen Geldschein trotzdem nicht mehr leisten.
“… Brichta:
ts ts… Sichteinlagen, Spareinlagen, Termineinlagen und Tagesgeldkonten sind doch in Ihren Augen gar kein Geld. …”
Nur Zentralbankgeld ist in der Tat richtiges Geld, der von Ihnen aufgezählte Rest sind demgegenüber sogenannte Geldlieferungsversprechen, also lediglich Guthaben (= private Rechtsverhältnisse!).
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Wenn aber trotzdem eine Gebühr darauf erhoben würde, könnte dies dann nicht mehr eine Gebühr für Geldbesitz sein. Sondern nur noch eine Gebühr auf den Besitz von Geldlieferungsversprechen oder wie? Und wie weit wollen Sie mit Ihrer Gebühr dann gehen? Ein Geldlieferungsversprechen ist es schließlich auch, wenn mir meine Lebensversicherung verspricht, mir zum 65. Geburtstag eine Summe X auszuzahlen.
Freitag, 25. Juni 2010 11:39
Lieber Herr Brichta,
zum Abschluß:
Geld, das eine von Menschen für Menschen gemachte “ÖFFENTLICHE EINRICHTUNG” (Tausch-Zahlungs- und Meßmittel) und gleichzeitig ein “PRIVATES BESITZMITTEL” (Schatz/Wertspeicher)sein soll, führt UNWEIGERLICH – früher oder später – zu nicht überwindbaren Schwierigkeiten, da letztlich die Schulden nicht mehr bezahlt werden können. Sie, Herr Brichta, werden es noch erleben.
Brichta:
Ich bezweifle doch gar nicht, dass unser Geld früher oder später crashen wird. Genau deshalb engagiere ich mich doch auf dieser Seite. Der Crash ist nicht mehr zu verhindern, nur für die Zeit danach sollte man sich jetzt schon Gedanken machen, ob es wieder genauso von vorne losgehen soll oder ob es eine bessere Alternative gibt.
Unsere Geldordnung hat sich in punkto “Verschatzung” in in den letzten 500 Jahren leider NICHT verändert. Nach dem Motto der Altvorderen “wenn ich nicht mehr weiter kann, dann fang’ ich wieder von vorne an” hat man sich bisher im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder “verfahren”.
Wer hindert uns daran, endlich etwas “klüger” zu werden/handeln, Herr Brichta?
Brichta:
1. Klüger ist man schon, wenn man die Knackpunkte des gegenwärtigen Systems erkannt hat, die Konsequenzen abschätzt und sich ganz persönlich darauf einstellt. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der mir in den Beiträgen von Ihnen und von anderen hier zu kurz kommt. Deswegen ist die AUFKLÄRUNG für mich das oberste Gebot. Ich will erreichen, dass möglichst viele Leute nicht von dem überrascht werden, was auf uns zukommt!
2. Danach oder daneben kann man dann auch noch versuchen, die Welt besser zu machen. Das sind für mich aber zwei voneinander zu trennende Elemente. Ich weiß, dass dies für manche Leute nicht leicht zu verstehen ist. Die wollen immer gleich die Welt verbessern und halten sich gar nicht mit Element 1 auf. Aber dabei verrennen sie sich leicht in irgendwelchen Theorien, die sie selbst noch gar nicht richtig durchdacht haben, geschweige denn dem normalen Durchschnittsbürger verständlich machen können. Denn das ist unbestritten: Über 90 Prozent unser Mitbürgerinnen und Mitbürger verstehen doch gar nicht, worüber hier diskutiert wird. Und so lange das so ist, konzentriere ich mich auf Element 1.
Tilman Patt:
Selbst Ihre berechtigte Fragestellung, den Zins per Gesetz abzuschaffen, wird das o.e. Problem NICHT lösen wie die Auswirkungen von Koran- und Kirchenverboten zeigen.
EZB und Deutsche Bundesbank geben mit ihrem Credo “Zwei Prozent Inflation ist die angestrebte Stabilität” sogar ein gewisses “Schwund”-Geld vor, was allerdings in der global leider noch immer herrschenden Ordnung – Geld soll Tausch-/Zahlungs-/Meß- und GLEICHZEITIG Wertaufbewahrungsmittel sein -
in der Tat
“DIEBSTAHL AM KLEINEN MANN”
ist.
Mit herzlichen Grüßen möchte ich mich von allen LAM-Teinehmern verabschieden.
Tilman Patt
PS
Sind wir nicht alle irgendwo der “kleine Mann”?
Brichta:
Genau weil ich Ihre PS-Frage mit “ja” beantworte, handele ich so wie oben beschrieben. Denn erst wenn die Mehrheit der kleinen Leute weiß, was läuft, ist überhaupt die Chance vorhanden, etwas zu ändern.
Donnerstag, 24. Juni 2010 22:59
Brichta:
Die Nachteile des Nebeneinanders von Tauschmittel- und Wertaufbewahrungsfunktion liegen auf der Hand. Tatsache ist aber, dass beide Funktionen noch niemals in der Menscheitsgeschichte getrennt wurden. Wir wissen also nicht, wie ein solches, getrenntes System in der Praxis auf Dauer funktioniert. Dies zu testen, wird die große Herausforderung sein.
Lieber Herr Brichta,
sicher, vorerst müssen wir uns bei diesen Fragen auf die Theorie beschränken, – wobei es nicht viel Vorstellungskraft braucht sich auszurechnen, wo diese Nachteile sichtbar werden würden: natürlich bei den Profiteuren des derzeitigen Geldsystems. Heutige Superreiche würden – nach der Einführung eines umlaufgesicherten Geldes – ihr Vermögen nicht mehr weiter steigern aus leistungslosen Einkommen, sondern in etwa der 2. – 3. Generation, nach physischer Aufzehrung und Schwund ihrer Vermögenswerte, in eine leichte Verlegenheit geraten, wie sie sich ein neues Einkommen sichern, also z. B. durch eine richtige Arbeit. Natürlich böte sich auch noch Sozialhilfe an … Das sind allerdings Nachteile, der diese kleine elitäre Gruppe niemals zustimmen wird. Da diese Gruppe, wie ich in meinem ersten Beitrag schon erwähnte, die Politik “macht” und über die – ihnen gleichfalls gehörenden – Medien auch weitgehend die öffentliche Meinungsbildung betreibt, kann man sich ebenso ausrechnen, wieviele Chancen für ein umlaufgesichertes Geld, das den von allen erarbeiteten Wohlstand in die Breite der Pyramide, statt in ihre Spitze verteilt, wohl übrig bleiben … Das ist m. E. auch der Grund, warum die Freiwirtschft bis heute versagt hat. Im Kapitalismus fragt niemand nach dem Geldsystem und seinem raffinierten Verteilungsmechanismus, so lange nur alle das Gefühl haben, relativ genügend abzubekommen. Das ändert sich erst, wenn auch der letzte merkt, dass dieses System nur auf einem Kredit auf die Zukunft basierte und dieser Kredit nun aufgebraucht ist. Dann allerdings fliesst Blut …
Brichta:
Wie kommen Sie denn darauf, die Vermögenswerte sollten beim “Schwundgeld” aufgezehrt werden? Da haben Sie wohl etwas nicht richtig verstanden. Aktien, Immobilien, Metalle usw. werden natürlich nicht aufgezehrt. Da müssen Sie schon ENTEIGNEN. Wenn es Ihnen nur darauf ankommt, was mir bei Ihnen der Fall zu sein scheint -dann brauchen Sie kein Schwundgeld. Das könnten Sie auch anders erreichen. Allerdings hätte dieses Gesellschaftssystem dann nichts mehr mit unserem heutigen zu tun.
Schnittstellenimpuls:
Es ist übrigens nicht richtig, dass keinerlei Erfahrungen mit einem umlaufgesicherten Geld existieren. Es gab sie z. B. in Europa und Deutschland 300 Jahre lang. Nur werden diese Kenntnisse wenig publiziert. Auch aus dem Geschichtsunterricht erfuhr man ja in der Schule nur vom rückständigen und “finsteren Mittelalter” und kaum jemand weiss, dass es davor ein “goldenes” Mittelalter gab, in dem Kathedralen gebaut wurden und Vollbeschäftigung herrschte:
“Was die mittelalterliche Hochkultur mit fließendem Geld geschaffen hat, ist erstaunlich:
* Die vielen wunderschönen mittelalterlichen Städte werden gegründet und ausgebaut – im deutschen Sprachraum, in Italien, in Frankreich und Holland.
* Fast alle großen Dome und Kathedralen Europas werden in dieser Zeit erbaut.
* Die Hanse verwandelt ärmliche Fischerhäfen rund um die Ostsee in Oasen blühenden Reichtums – die Hansestädte.
* Die Fünftagewoche wird fast überall eingeführt – ganz ohne Gewerkschaften: außer dem Sonntag ist der „blaue Montag“ arbeitsfrei. Teilweise gibt es sogar eine 4-Tage-Woche.
* Der Historiker Egon Friedell beschreibt die üppigen Festgelage des einfachen Volkes mit Gauklern und Geschichtenerzählern, Musikanten und Troubadouren”
http://www.subhash.at/freigeld/geldregiert.html#taus
Brichta:
Von dieser Blütezeit habe ich natürlich auch schon gehört, sie soll zum Anfang des vergangenen Jahrtausends geherrscht haben. Allzuviel kann man darüber aber tatsächlich nicht erfahren, wie Sie richtig schreiben.
Da die Verhältnisse vor 800 Jahren außerdem nicht mit den heutigen vergleichbar sind, kann man daraus allenfalls einen Hinweis ableiten, in welche Richtung man die Forschung lenken sollte. Und genau DAS ist ja mein Hauptanliegen: Forscht, forscht, forscht endlich einmal ohne Denkblockaden! Nur dann kann etwas Vernünftiges dabei herauskommen. Bisher wurde dieses freie Denken nur wenigen Leuten überlassen, die man darüber hinaus anschließend nicht ernst nahm und als “Spinner” abtat.
Donnerstag, 24. Juni 2010 22:02
Viehweger:
Könnte man die Alternativen nicht mit Computerprogrammen testen? Das wäre zwar
nicht ganz real aber mehr als Gedankenspiele. Statistiken und Analysen zum Wirtschaftsgeschehen gibt es genug. Wer Atombomben im Labor hochgehen lassen kann, wird doch wohl auch so etwas schaffen. Allein am Willen mangels Bewusstsein um der Notwendigkeit fehlt es wohl (noch).
Brichta:
Vermutlich kann man das nur in der Realität testen. Es gibt ja noch nicht einmal ein Computerprogramm, mit dem unser derzeitiges Geldsystem dargestellt werden könnte.
——————————————-
Doch, gibt es …
http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftskrise-zinsen-lassen-menschen-verarmen-277426.html
Brichta:
Gibt es nicht, auch nicht von Herrn Kremer. Mit ihm habe ich vor einem Jahr schon über sein Projekt gesprochen. Er ist weit davon entfernt, das gesamte Geldsystem zu erfassen. Er konzentriert sich hauptsächlich auf den Zins.
Donnerstag, 24. Juni 2010 19:23
“… Sie sind von sich und Ihrem Schwundgeld so überzeugt …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
Sie operieren hier mit (absichtlich?) falschen Begrifflichkeiten.
Denn bei einer konstruktivenn Geldumlaufsicherung schwindet selbstverständlich nichts, da in Höhe der aktuell fälligen Liquiditätsgebührenzahlungen gleichzeitig genau diese Geldmenge mittels direkter öffentlicher Ausgaben ersetzt wird.
- Oder meinten Sie den Schwund in Ihrem Portemonnaie, nachdem Sie für eine Ware (Leistung) bezahlt haben?
Brichta:
Lassen Sie uns bitte nicht über Begrifflichkeiten streiten. Schwundgeld hat sich als eine mögliche Bezeichnung dafür eingebürgert, weil das Geld in bestimmten Abständen beim jeweiligen Besitzer teilentwertet, also schwinden soll. Das ist ja gerade der Clou, der dafür sorgen soll, dass es immer wieder schnell ausgegeben wird. Die Bezeichnung bezieht sich also auf die Betrachtung beim einzelnen Individuum und nicht in der Gesamtheit. Ansonsten können Sie es gerne auch “umlaufgesichertes” Geld nennen. Da mache ich – im Gegensatz zu Ihnen – niemandem Vorschriften.
“… dass Sie glauben, es brächte nur Vorteile und keine Nachteile….”
Es sei denn man möchte den Kapitaleinkommensverzicht unserer Millionäre und Milliardäre als “Nachteil” ansehen.
Ein zumindest in der Größenordnung höchst “gravierender” Nachteil.
Brichta:
Verehrtester, ich habe unten bereits einige Nachteile genannt, die nichts mit Milliardären zu tun haben.
“… Bei solchen Leuten werde ich immer ganz vorsichtig …”
Keine schlechte Idee!
Brichta:
was soll der kommentar?
“… denn sie ähneln Heilsverkündern, die das Paradies auf Erden versprechen …”
Man sollte dabei aber schon zwischen echten und falschen Verkündigungen unterscheiden können.
Brichta:
Dies ist zur Abwechslung mal ein guter Witz von Ihnen. Denn selbstverständlich verkünden Heilsverkünder immer nur das echte Heil.
“… Jedes System hat seine Vor- und seine Nachteile, und es gilt immer zwischen beiden abzuwägen. …”
Das ist der typische Standardsatz von Leuten, die nichts wissen aber trotzdem mitreden wollen! – Immer schön drumrumlabern.
- Und sich auf gar keinen Fall fest legen. – Wie denn auch? – “Man” weiß ja nichts!
Brichta:
Das ist der typische Standardsatz von Leuten, die vorgeben zu wissen, was das echte Heil ist. Ich betone ausdrücklich, dass ich nicht weiß, ob das Schwundgeld, würde man es tatsächlich einführen, mehr Vor- als Nachteile brächte. Wieso sollte ich mich dalso darauf festlegen? Das wäre doch absurd!
“… Ein Nachteil des Schwundgeldes ist z.B. – wie im Übrigen von mir schon mehrfach erwähnt -, dass es bisher keinerlei ernsthaften Praxistest hatte. …”
Niveaumäßig wie: “Ein Nachteil von Vollkornbrötchen ist z.B. “… – wie im Übrigen von mir schon mehrfach erwähnt – …”, dass ich noch nie welche gegessen habe”(!)
Brichta:
Mit Logik scheinen Sie es nicht zu haben. Richtig wäre folgender Vergleich: “Ein Nachteil von Vollkornbrötchen ist – wie im Übrigen von mir schon mehrfach erwähnt – …, dass bisher noch niemand sie gegessen hat”. (Auf mich alleine kommt es nämlich überhaupt nicht an. Und für Sie müsste es noch zur Erklärung heißen: “Folglich konnte auch noch nicht getestet werden, ob Vollkornbrötchen eventuell Übelkeit verursachen.”)
“… Die diversen Regiogeld-Experimente sind zwar ein guter Anfang, …”
Regiogeld-Experimente sind ein paar sinnlose Sandkastenspielereien und sonst gar nichts.
Brichta:
Da sind wir uns doch ausnahmsweise mal FAST einig: Sinnlos sind sie zwar nicht ganz, weil sie zumindest erste Sandkastenversuche darstellen. Sie haben aber keine Aussagekraft darüber, ob so ein Schwundgeld, pardon: so ein umlaufgesichertes Geld auch “im richtigen Leben” funktionieren würde. Genau dies hatte aber der Herr Patt behauptet.
“Sie reichen aber wegen ihrer lokalen Begrenztheit und der nach wie vor bestehenden Parallelwährungen bei weitem nicht aus. …”
Natürlich nicht. – Regiogeld-Experimente haben mit einer konstruktiven Geldumlaufsicherung auch nicht das Geringste zu tun!
Brichta:
Diese Behauptung stimmt allerdings nicht. Die Regiogeld-Experimente gehen in die gleiche Richtung: Durch eine regelmäßige Entwertung des Geldes beim Indivíduum soll sichergestellt werden, dass das Geld im Umlauf bleibt. Dieses Grundprinzip also ist dasselbe.
“… Wollten Sie sich etwa in einen Jumbo-Jet setzen, der zuvor allenfalls in Form kleiner Privatmaschinen getestet wurde? …”
Das jetzige Geld-System ist der Jumbo-Jet.
Sie sitzen voll darin und wissen es nur nicht!
Die konstruktive Geldumlaufsicherung entspricht gewissermaßen den vor der Landung noch anzubringenden Fahrwerken.
Brichta:
Wie kommen Sie auf die Idee, ich wüsste nicht, worin ich sitze? Ich bin mir bewusst, dass das derzeitige Geldsystem früher oder später zusammenbricht. Genau deshalb engagiere ich mich ja auf dieser Seite hier. Der Unterschied zum Jumbo ist allerdings: Seinen Absturz würde ich vermutlich nicht überleben, den Absturz des Geldes jedoch sehr wahrscheinlich schon.
“… denn Institutionen wie die Bundesbank oder die EZB sperren sich ja dagegen. …”
Dann sitzen da wohl die ganz falschen Leute drin.
Brichta:
Auch da sind wir ausnahmsweise gar nicht so weit auseinander. Ich wünsche mir dort zumindest Leute, die keine Denkblockaden in bestimmte Richtungen haben.
“… Und – wenn ich das hier einmal einfügen darf, lieber Herr van Straelen – durch Rechthaber wie Sie wird diese Bereitschaft eher noch verringert als gefördert. …”
Ja und?
Brichta:
Wenn Sie gar nicht daran interessiert sind, dass Ihre Idee zumindest einmal ernsthaft in der Praxis geprüft wird, dann macht Ihnen das natürlich nichts aus. Dann scheint es Ihnen aber auch nur aufs Theoretisieren und Besserwissen anzukommen.
“… Außerdem wird es Abgrenzungsprobleme geben, welches Geld schwinden soll und welches nicht (Bargeld, Sichteinlagen, Spareinlagen, Termineinlagen, Tagesgeldkonten etc.). …”
“Alles außer Muschelgeld” (!)
Brichta:
ts ts… Sichteinlagen, Spareinlagen, Termineinlagen und Tagesgeldkonten sind doch in Ihren Augen gar kein Geld.
“… und nicht zu vergessen die Akzeptanz in der Bevölkerung …”
Seit wann spielt denn “die” eine Rolle?
Vollkommen unwichtig!
Brichta:
Sie fühlen sich im stillen Kämmerlein bestimmt schon als kleiner Diktator, das würde zu Ihnen passen.
Lesen Sie bitte hierzu von Gustavé Le Bon “Psychologie der Massen”.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Auch für Sie gilt: Wenn Sie hier eine bestimmte Aussage treffen oder untermauern wollen, dann verweisen Sie bitte nicht auf irgendwelche Schriften oder Links. Das ist zu bequem. Stellen sie die Quintessenz des Gelesenen lieber kurz in eigenen Worten dar. Dann merkt man im Übrigen auch, ob Sie es wirklich verstanden haben.
Donnerstag, 24. Juni 2010 14:44
Lieber Herr Brichta,
etwas zu wissen und nicht danach zu handeln, heißt: ES NICHT ZU WISSEN!
mfG
Patt
Brichta:
Was wollen Sie denn mit dieser Weisheit ausdrücken? Erstens: In dieser Angelegenheit von WISSEN zu reden, weil Sie vielleicht ein, zwei Bücher darüber gelesen haben, halte ich für eine Übertreibung. Zweitens: Trotz Ihres vermeindlichen Wissens haben auch Sie das Schwundgeld noch nicht einführen können. Warum handeln Sie also nicht? Und drittens: Der von mir unten angesprochene wunde Punkt ist und bleibt ein solcher (wofür ich wirklich nix kann).
Mittwoch, 23. Juni 2010 9:25
Lieber Herr Brichta,
ist Ihnen bekannt, dass das vom Bürgermeister Michael Guggenberger höchst erfolgreich durchgeführte “Freigeld-Wunder” in Wörgl/Tirol auf Veranlassung der Österreichischen Nationalbank unter Androhung mit Militäreinsatz, also von der Staatsmacht 1933 verboten wurde?
War das kein Test für Sie, Herr Brichta???
Gruß Patt
PS
“Geld-Eiertänzer”
Brichta:
Wie können Sie annehmen, dass mir dies nicht bekannt sein könnte? Es war ein Test, genauso wie die zahlreichen Regiogeld-Tests danach. Aber genauso wie diese war auch er regional eng begrenzt, und eine Parallelwährung existierte ebenfalls noch. Das Schwundgeld hat also NOCH NIE seine reibungslose Funktionsfähigkeit im großen Rahmen, d.h. mindestens in einem Land, unter Beweis stellen können.
Das wäre – ehrlich gesagt – auch schwierig, denn welches Land würde sich für einen solchen Test schon zur Verfügung stellen? Aber ohne Test lassen sich in einer Demokratie wiederum kaum Mehrheiten für ein solches landesweites Experiment finden. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz, und die Situation ist für die Freigeldanhänger durchaus vertrackt. Ihre gereizten Reaktionen zeigen mir, dass ich damit wohl einen wunden Punkt anspreche. Aber dafür kann ich nun auch nix. Es ist, wie es ist.
Dienstag, 22. Juni 2010 14:30
Lieber Herr Brichta,
Einspruch zu Ihrem b)Kommentar zu meinem Schreiben vom 21.06.2010, Euer Ehren!
Eine “Quasi-Umlaufsicherung” des Geldes hat es bereits vor über 3000 Tausend Jahren im Zweistromland gegeben. Was war damals die Währung? Es bestand aus Getreide (!!!) und unterlag damit dem Angebotszwang. Und diesem muss auch unser künftiges Geld unterliegen!
Eine “ähnliche Zirkulationssicherung” gab es auch zur Brakteaten-/Hansezeit in Europa, als das Metallgeld noch “verrufen” wurde.
Haben diese geschichtlichen Beweise nicht genügend Aussagekraft, Sie zu überzeugen?
Brichta:
Nein, diese Beispiele aus grauer Vorzeit überzeugen wirklich nicht. Irgendwann hat es auch mal Muschelgeld gegeben, und das war den damaligen Gegebenheiten sicherlich angemessen. Aber sie werden doch nicht behaupten, dass man dies auf unsere moderne Geldwirtschaft anwenden sollte.
Was wollen Sie “real noch testen”? Ein frisch gezapftes Bier erzielt den besten Preis, danach kann dieser nur noch fallen! Warum sollte dies beim Geld, wenn es NUR noch Tausch-Zahlungs- und Messmittel ist, anders sein?
herzlicher Gruß
Tilman Patt
Brichta:
Ein radikaler Systemwechsel beim Geld MUSS vorher getestet werden. Das ist doch selbstverständlich
Dienstag, 22. Juni 2010 2:04
Hallo Herr Brichta!
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Kommentare.
Ich habe soeben einen Beitrag verfasst, der auf Ihre aufgeworfenen Fragen zu meinem Beitrag vom 12.6.10 eingeht. Als ich fertig war, musste ich feststellen, dass Ihr eingangs erwähnter Satz [...] Denn je intensiver man eine Idee durchdenkt und auf mögliche
Schwächen abklopft, desto sicherer kann man sich seiner Sache sein. [...]
voll zutraf. Ich bin mir nämlich nunmehr überhaupt nicht mehr sicher bzw. nehme wieder Abstand von dieser Idee, die die Monetative formuliert. Dafür finde ich die neuen Beiträge von Schnittstellenimpuls und Herrn Patt sehr anregend. Der Stellenwert der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes bei der ganzen Problematik, welche Sie ja auch schon einige Male ansprachen, wird sehr gut verdeutlicht.
Mit der Antwort zum Beitrag von Herrn Patt haben Sie ja ein gutes vorläufiges Fazit zur Gesamtdiskussion bisher gezogen. Schreiben Sie doch noch etwas zur Alternative den Zins abzuschaffen und die Wertaufbewahrungsfunktion zu erhalten. Das klingt sehr interessant! Stellen Sie den Kapitalismus in Frage?
Ich hätte nicht nichts dagegen!
Brichta:
Da muss ich Sie leider enttäuschen, lieber Herr Viehweger. Ich konzentriere mich momentan darauf, die Schwächen unseres gegenwärtigen Geldsystems offenzulegen und für jedermann verständlich zu machen. Mit der Frage, wie ein alternatives System aussehen könnte, beschäftige ich mich dabei (noch) nicht intensiver. Alles der Reihe nach.
Viehweger:
Könnte man die Alternativen nicht mit Computerprogrammen testen? Das wäre zwar
nicht ganz real aber mehr als Gedankenspiele. Statistiken und Analysen zum Wirtschaftsgeschehen gibt es genug. Wer Atombomben im Labor hochgehen lassen kann, wird doch wohl auch so etwas schaffen. Allein am Willen mangels Bewusstsein um der Notwendigkeit fehlt es wohl (noch).
Brichta:
Vermutlich kann man das nur in der Realität testen. Es gibt ja noch nicht einmal ein Computerprogramm, mit dem unser derzeitiges Geldsystem dargestellt werden könnte.
Viehweger:
Zur Vollständigkeit stelle ich meine Überlegungen von eben dennoch hier ein auch
wenn ich sie nicht weiter verteidigen will.
Beste Grüße!
Frank Viehweger
———————-
1.
Die Kontogebühren würden vermutlich steigen. Ich würde das aber nicht überbewerten und auf den Wettbewerb unter den Banken setzen. Zur Not kann es auch Gesetze geben, die ein Ausarten verhindern, wenn sich ein
Solches abzeichnen sollte. Die Dienstleistung muss angeboten werden – ähnlich wie die Kfz-Haftpflichtversicherung von den Versicherern nicht abgelehnt werden darf (Kontrahierungszwang). Soweit ich weiß gibt es
ja auch heutzutage eine Selbstverpflichtung der Banken, dass Jedermann ein Konto eröffnen können muss, falls er keines hat, um am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können. Das die Praxis leider oft das Gegenteil beweist ist allerdings ein Armutszeugnis für die Branche.
2. Ja, die Banken müssen auf jeden Fall Einlagen gegen Zins annehmen dürfen. Das ist ja quasi das Ur-Bankprinzip. Anderenfalls müsste man sich wohl Gedanken machen, ob die Bezeichnung Bank noch eine Berechtigung hat. Sie haben recht, den Zinsfaktor schaltet man nicht aus. Ich denke aber, das sollte man auch gar nicht, denn er verkörpert das kapitalistische Prinzip. Wir müssten
uns sonst über eine andere esellschaftsordnung und nicht nur über ein neues Geldsystem unterhalten. Wieviel Anteil der Geldvermehrung macht denn der Zins aus im Vergleich zu den Summen, die heutzutage von den Banken
geschöpft werden? Ich habe da keine Ahnung, ging jedoch davon aus, dass das Gros die Schöpfung ist, so dass man das Problem der enormen Vermehrung einigermaßen in den Griff bekommen könnte, wenn man diese unterbindet.
Brichta:
Der Zinsfaktor ist auf keinen Fall zu vernachlässigen. Die Faustregel dazu liefern Ihnen die Grundregeln der Arithmetik: Bei einem Zinsniveau von 5% verdoppelt sich das Geldvolumen alle 14 Jahre. Aber selbstverständlich muss auch dieses Geld von Banken geschöpft werden.
Viehweger:
3. Die Wertaufbewahrungsfunktion würde ich genauso wie den Zins nicht in Frage stellen wollen.
4. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Institution ein völlig unabhängiges Organ des Staatsgebildes ist so wie die Judikative und
die Regierung keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen hat. Das es immer Möglichkeiten gibt das ein oder andere zu des einen oder anderen Gunsten zu bewegen, ist der Tatsache geschuldet, dass überall nur Menschen sitzen und ein idealer Staat eine Illusion ist. Im Großen und Ganzen aber muss man aber davon ausgehen können, dass es funkioniert sowie auch
unser Rechtssystem im Allgemeinen gut arbeitet und auch die Bundesbank es seinerzeit als Zentralbank tat.
Alle Zinsforderungen der Gläubiger des Staates müssen zu ihrer Fälligkeit bedient werden. Auch wird es künftige Gläubiger geben, denn es ist ihm grundsätzlich nicht verboten sich weiter verschulden. Es wird wohl allerdings
schwerer, da das Geld durch die Banken nicht mehr so ohne Weiteres herbeigeschöpft
werden kann. Vermutlich ist der Druck auf den Staat zur Ausgabendisziplin auf diese Weise sogar effektiver als mit solch Konstrukten wie der Schuldenbremse. Wenn kein Geld zum
Leihen zu annehmbaren Zinsen da ist, ist es keins da, da lässt sich auch nichts schöpfen. Sie könnten natürlich argumentieren: Wenn die Zinsen so hoch sind, dann muss die Institution eben Geld schöpfen, da die Volkswirtschaft ja offenbar Bedarf danach hat und langfristig hohe Zinsen die Wirtschaft lähmen. Das Geld
bekommt der Finanzminster dann sogar kostenlos. Hmm…ich muss zugeben hier
beißt sich die Katze selbst in Schwanz. Da der Staat Wirtschaftssubjekt ist, treibt er durch seine Geldnachfrage die Zinsen hoch. Er hat ja immer hohe Nachfrage. Die Institution schöpft daher Geld um die Nachfrage in der
volkswirtschaft, zu der der Staat eben auch gehört, zu bedienen, so dass diese weiter
Geschäfte machen kann. Ob es nun die Institution oder die Geschäftsbanken wären,
welche das Geld kreieren, ist am Ende doch egal, oder? Vertrakt das Ganze…
Brichta:
Das sehe ioch auch so.
Viehweger:
5. Es gibt keine Abgrenzung. Jegliches Geld wird zu Institutionsgeld so als ob es vom ersten Tag an von dieser ausgegeben worden wäre.
6. Dazu kann ich wirklich keine qualifizierte Auskunft geben. Dafür bin ich zu sehr Laie und lediglich hobbyinteressiert. Sorry!
7. Tja, es scheint sie überzeugen mich. Teilweise habe ich es mir selbst in 4.
schon eingestehen müssen und zu meiner Frage in 2., was das Gros der Geldvermehrung
ausmacht, entnehme ich Ihren Zeilen, dass es der Zins- und Zinseszins, den ich ja
gar nicht abgeschafft sehen will, sein wird und nicht die Geldschöpfung.
Brichta:
Siehe oben.
Montag, 21. Juni 2010 22:26
“… Die theoretischen Vorteile einer Trennung kann ich selbstverständlich erkennen, mir ist nur noch nicht klar, welche Nachteile diesen Vorteilen in der Praxis gegenüberstünden. Es wäre also am besten, wenn man das einmal über einen längeren Zeitraum in großem Umfang in der Praxis testen könnte. Das Problem ist nur: wann und wo? …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
das meinen Sie doch wohl nicht im Ernst?
So bzw. bei solchen “Problemen” schafft man sich eine Lösung bequem “vom Hals”!
Welche “Nachteile” soll denn eine konstruktive Geldumlaufsicherung (= Wegnehmen der Wertaufbewahrungsfunktion) haben?
Nennen Sie mir bitte nur einen einzigen denkbaren Nachteil (…aber bitte keine Vorurteile!)?
Genau so gut könnte man natürlich vor dem Ende eines Krieges warnen, da man den Frieden fürchtet!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Das ist wieder mal typisch für Sie: Sie sind von sich und Ihrem Schwundgeld so überzeugt, dass Sie glauben, es brächte nur Vorteile und keine Nachteile. Bei solchen Leuten werde ich immer ganz vorsichtig, denn sie ähneln Heilsverkündern, die das Paradies auf Erden versprechen. Jedes System hat seine Vor- und seine Nachteile, und es gilt immer zwischen beiden abzuwägen.
Ein Nachteil des Schwundgeldes ist z.B. – wie im Übrigen von mir schon mehrfach erwähnt -, dass es bisher keinerlei ernsthaften Praxistest hatte. Die diversen Regiogeld-Experimente sind zwar ein guter Anfang, sie reichen aber wegen ihrer lokalen Begrenztheit und der nach wie vor bestehenden Parallelwährungen bei weitem nicht aus. Wollten Sie sich etwa in einen Jumbo-Jet setzen, der zuvor allenfalls in Form kleiner Privatmaschinen getestet wurde?
Dies ist im übrigen kein Totschlag-Argument, um mir ein Problem vom Halse zu schaffen, sondern eher als Aufruf zu verstehen, die Erprobung Schritt für Schritt zu intensivieren. Dafür müsste allerdings erst einmal die politische Bereitschaft geschaffen werden, denn Institutionen wie die Bundesbank oder die EZB sperren sich ja dagegen. Und – wenn ich das hier einmal einfügen darf, lieber Herr van Straelen – durch Rechthaber wie Sie wird diese Bereitschaft eher noch verringert als gefördert.
Außerdem wird es Abgrenzungsprobleme geben, welches Geld schwinden soll und welches nicht (Bargeld, Sichteinlagen, Spareinlagen, Termineinlagen, Tagesgeldkonten etc.). Denn eines ist auch klar: Wenn man Geld so eng definiert wie Sie und sich nur aufs Bargeld kapriziert, wird ein Großteil der erhofften Wirkung verpuffen.
Ein weiteres Problemfeld könnte die Zinsproblematik sein, und nicht zu vergessen die Akzeptanz in der Bevölkerung usw. Es gibt also noch genügend Ansatzpunkte, um weiter zu forschen.
Montag, 21. Juni 2010 19:15
Lieber Herr Brichta,
unser allgegenwärtiges Schuldenproblem liegt darin, dass je länger von politischer Seite gewartet und taktiert wird – dies gilt übrigens weltweit – wir durch den Zinseszinsmechanismus unseres Schuldgeldes irgendwann einfach ERSCHLAGEN werden. Wer nicht weiß, was exponentielles Wachstum (Beispiele: Krebs oder Atombombe) ist, möge sich den englischsprachigen 8-teiligen Link von Professor Albert Allen Bartlett (University of Colorado/USA) ansehen.
http://www.youtube.com/watch?v=F-QA2rkpBSY&feature=channel
Auch ein Nachschlag (exponentielles Wachstum) bei Wikipedia gibt Auskunft.
Kapitalismus ist bekanntlich ZINSWIRTSCHAFT, was nichts anderes besagt, dass das Kapital zuerst “bedient” werden will, also auch dann, wenn kein wirtschaftlicher Ertrag erzielt wurde. Das Geldkapital kommt immer – solange noch etwas vorhanden ist – als erster daran. Das hat mit Markt- oder Planwirtschaft NICHTS zu tun, da in beiden Systemen das Geld-Kapital“regiert”.
Es ist angebracht, das Wunderwerk Z I N S einmal näher zu betrachten und ihn in seine fünf Bestandteile zu zerlegen. Diese sind:
1) Entgelt für Liquiditätsverzicht
2) Ausgleich für Inflation/Geldentwertung
3) Risikozuschlag
4) Wachstumsanteil (Beteiligung des Kreditgebers am Wirtschaftswachstum)
5) Entgelt für Kreditvermittlung
Punkte 1) und 2) sind monetär und nicht realwirtschaftlich bedingt.
Punkte 3) bis 5) führen auf Vorgänge in der realen Wirtschaft zurück.
Punkte 2) bis 5) können daher ethisch begründet/rechtfertigt werden.
NICHT ethisch und NICHT begründet ist dagegen Punkt 1) Entgelt für Aufgabe der Liquidität.
Warum? Weil kein anderes Gut, seien es Waren, Dienstleistungen oder nur die menschliche Arbeitskraft, vom Markt z u r ü c k g e h a l t e n werden kann
Alle unterliegen dem ANGEBOTSZWANG.
Jedoch der Geldbesitzer ist in der Regel (Hyperinflation ausgenommen) diesem Angebotszwang NICHT ausgesetzt. Er ist den anderen Marktteilnehmern “systemisch überlegen”, wofür er folglich “Entgelt/Abgabe/Zins/Gebühr” verlangt und in der Regel auch erhält.
Im Laufe von Jahrtausenden hat sich durch die “Überlegenheit des Geldbesitzenden” ein Zinssatz von ca. 3 Prozent herauskristallisiert. Dieser Mehrwert/Ur- oder Realzins bzw. Liquiditätsprämie des “Geldkapitals” wird von allen Religionen als NICHT GERECHTFERTIGT angesehen. Das hierfür zuständige Referat im Vatikan ist zur Zeit “leider nicht besetzt”.
Dieser “Verdienst” ist ein LEISTUNGSLOSES EINKOMMEN und findet weltweit statt.
Ein kontinuierliches Entgelt für den Verzicht auf Liquidität führt zu einer Geldvermögensvermehrung auf Geldverleiherseite und zu einer Verarmung bei den Kreditnehmern andererseits. Letztere sind schliesslich auf die Almosen der Allgemeinheit angewiesen. Das “Spiel” hat auch einenNamen: Monopoly (the winner takes it all and the rest/looser is standing small).
Der 1) Zinsanteil (leistungsloses Einkommen) kann so lange nicht beseitigt werden, wie das Geld wegen seiner umfassenden wirtschaftlichen Verwendbarkeit BEGEHRENSWERTER als die angebotenen Waren und Dienstleistungen sein wird. Was muss im monetären Bereich geschehen, dass dem Geld dieser systemische Vorteil genommen wird? Ganz einfach: Das Geld muss auf die gleiche Stufe gestellt werden, wo sich Güter und Dienstleistungen befinden. Es muss ebenfalls unter Angebotszwang stehen wie die Waren, Dienstleistungen und die menschliche Arbeitskraft. Der ethisch nicht gerechtfertigte Vorteil des Geldes ist daher zu Gunsten aller Wirtschaftsteilnehmer
(Allgemeinheit) a b z u s c h ö p f e n. Wie ist das zu verstehen? Wenn beispielsweise ein Taxi bestellt worden ist, das dann vor der Haustür wartet, muss man hierfür zahlen. Diese Alltagspraxis ist auf unser herkömmliches Geld zu übertragen. Wenn sich das Geld verkriecht (also zum Wertaufbewahrungs- oder Schatzmittel “mutiert”) und sich als Tausch -und Zahlungsmittel NICHT dem Markt zur Verfügung stellen will – bei allen Wirtschaftskrisen ist das der Fall – dann wird/muss unser künftigiges Geld ausgestattet sein mit einer
Z I R K U L A T I O N S S I C H E R U N G S G E B Ü H R.
Was wird die Folge sein? Dann muss das Geld – ob es will oder nicht – umlaufen wie die Erde um die Sonne, also im Markt zirkulieren (Taler, Taler du musst wandern, der Rubel rollt oder money makes the world go round). Keiner wird es dann mehr aufhalten, einen Stau verursachen und für seine Auflösung ein Entgelt verlangen oder eine “Belohnung” fordern. Falls er dennoch so handelt, dann schadet er sich letztlich selbst, da er die Geldzirkulationssicherungsgebühr zu entrichten hat, die für jedermann verbindlich ist und letztlich der Allgemeinheit zugute kommt. Diese Gebühr muss ebenso für die Sichtguthaben im Giralverkehr.angewendet werden.
Mein Vorschlag: Die Geldmenge M1 (Bargeld und Sichtguthaben = Kaufkraft) soll anfangs mit einer Umlaufsicherungsgebühr von lediglich “0,5 PROMILLE PRO WOCHE” belangt werden. Wer also über Euro 1000,– Bargeld oder Euro 1000,– Guthaben auf dem Girokonto verfügt und diese nicht “investiert/konsumiert” also nicht ausgibt, verliert 50 Cent in der Woche. Nach zwei Wochen “Nichtgeldausgebens” hat er dann einen “Verlust” von sage und schreibe einem Euro. Die darauf folgende Woche wird er dann wahrscheinlich klüger sein und am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen. Wenn die Konjunktur mit dieser Maßnahme noch zu zufriedenstellend sein sollte, kann die Zirkulationssicherungsgebühr angehoben werden. Eine Abgabe von einer Promille pro Woche entspricht einem Jahreszinssatz von 5,2 Prozent.
Die Folge wird sein, dass mit Anwendung der Zirkulationssicherungsgebühr eine Konjunktur endlich verlässlich steuerbar sein wird.
Fazit:
Unser Geld ist zu “entkapitalisieren”, was nur möglich ist, wenn ihm die bisherige Funktion der Wertaufbewahrungsfunktion entzogen wird. Kein Ding kann GLEICHZEITIG ein privates Besitzmittel und eine öffentliche Einrichtung sein – das führt global zu Schwierigkeiten, die nicht in Griff zu bekommen sind! Unser künftiges Geld darf folglich nur noch ein öffentliches Mess-/Tausch-/Zahlungsmittel für alle Wirtschaftsteilnehmer sein. Dies ist nur mit Hilfe der Zirkulationssicherungsgebühr erreichbar. Wer nach Einführung derselben dann unser umlaufgesichertes Geld als privates Besitzmittel einsetzen will, kann dies getrost tun. Je länger er es festhält/besitzt, desto mehr schadet er sich damit selbst. Daher die Aufforderung an alle und ganz besonders an das LAM-Diskussionsforum:
GELD soll DIENEN und NICHT herrschen! Wer das befürwortet, “streitet” – wo immer ihm das möglich ist – für die Anwendung einer Geldzirkulationssicherungsgebühr in unserer global zu verbessernden Geldordnung.
Die angeblich “alternativlose” Angelika Merkel hat Ihnen, Herr Brichta, offensichtlich noch nicht geantwortet. Das sie umgebende Experten/Berater-Team (handelt es sich hier um ein ausgewähltes Angsthasenzentrum deutscher Interessen?) “beschützt” sie offensichtlich vor unliebsamen Auseinandersetzungen, denn ein Parteivorstand in Deutschland wird von sich aus nicht “querfeldein” gehen wollen. Es sei denn, man ist ein “Feigling” wie Horst. K. und meint, “gehorchend” unterschreiben zu müssen und dann “die Mück macht”.
Ich glaube, Herr Brichta, Sie werden es noch erleben, was als “BIG BANG”, der nun erneut ein paar Jahre weiter nach hinten gerückt zu sein scheint, noch auf die Menschheit zukommt. Ob es dann noch Ihr Forum LAM gibt?
Mit freundlichem Gruß
Tilman Patt
Brichta:
Lieber Tilman Patt, man braucht es doch gar nicht so kompliziert zu machen und den Zins in 5 Bestandteile zerlegen. Denn Tatsache ist, dass der Zinseszins für das von Ihnen angesprochenen exponentielle Wachstum sorgt. Punkt. Das reicht, und das tut er auch mit nur einem Bestandteil. Sie merken also, dass ich dafür plädiere, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren und alles Unwesentliche beiseite zu lassen.
Mit dieser Erkenntnis ausgestattet wissen wir also, dass unser Geldwesen endlich ist und zumindest von Zeit zu Zeit auf null zurückgesetzt werden musss.
Dies können wir
a) akzeptieren und uns darauf einstellen
oder wir können b) nach Alternativen suchen.
zu b)
Als eine mögliche Alternative böte sich das von Ihnen (und anderen in diesem Forum) favorisierte “umlaufgesicherte” Geld an. Da es so ein Geld noch nie gegeben hat, wissen wir auch nicht, welche “Nebenwirkungen” es evtl. haben würde. Wie und mit welchen Instrumenten funktioniert hier z.B. die Wertaufbewahrung? Wíe wirkt sich der auch in diesem System vorhandene Zins aus? Das sind nur zwei der Fragen, die es in einem langfristigen Test zu klären gälte.
Eine andere Alternative könnte aber zum Beispiel auch sein, nur den Zins abzuschaffen und dem Geld ansonsten seine Wertaufbewahrungsfunktion zu erhalten.
Es gibt aber sicherlich auch noch andere Möglichkeiten. Alle müssten mit den Vor- und Nachteilen unseres gegenwärtigen Geldsystems verglichen werden, und erst, wenn alle relevanten Informationen auf dem Tisch lägen, könnte man eine fundierte Entscheidung treffen. Vielleicht käme man ja auch zu dem Schluss, dass unser gegenwärtiges System zwar die bekannten Nachteile hat, dass es aber trotzdem den möglichen Alternativen vorzuziehen wäre? Wie gesagt, vielleicht…
Kurzum: Ich wage noch lange nicht, auf der Basis der vorliegenden Informationen eine Entscheidung zu treffen. Ich plädiere aber dafür, die möglichen Alternativen einmal REAL ZU TESTEN. Allerdings fehlt mir im Moment noch eine Vorstellung dafür, wie dies geschehen könnte.
Sie sehen, man muss nicht immer alles schon “wissen”. Manchmal kann man auch noch fragen und diskutieren. Und genau diesem Zweck soll diese Seite hier dienen.
Sonntag, 20. Juni 2010 19:39
Nachtrag,
die Deutsche Mark begeht am Montag, den 21. 6.
ihren 62. Geburtstag
Brichta:
Ob sie wohl wiederaufersteht?
Sonntag, 20. Juni 2010 19:34
Sehr geehrter Herr Brichta,
Eine sehr schöne Seite!
Höchste Eisenbahn dass die Sache in die Öffentlichkeit kommt.
Meiner Meinung nach bleibt nicht mehr viel Zeit bis die Finanzsysteme kollabieren. Die Zeitspannen zwischen den verschiedenen Ausfallerscheinungen werden immmer kürzer, dazu die Abwälzung der Krisenlasten auf die schwächsten der Gesellschaft,
das geht nicht mehr lange gut.
Für noch viel gefährlicher halte ich die schl-
eichende Militarisierung der Gesellschaft, aber auch dort gilt das was immer im Kapitalismus gilt: was keinen Profit abwirft
wird auch nicht finanziert, Geld was Hortung und Profit nicht zulässt könnte doch tatsächlich zur Friedenssicherung beitrahen.
Ich befasse mich schon längere Zeit mit der Geldproblematik, komme letztendlich zu dem Schluss, daß es nicht genügt den Zins abzuschneiden, sondern dass das Kreditgeld als ganzes durch freies, gesundes, wirklich umlaufendes Geld ersetzt werden muss.
Einen Vorschlag für frau Merkel hätte ich auch:
Da ja hunderte Milliarden (Dr.Dieter Petschow-
ich kenne die Arbeit, alle Achtung!) Jahr für Jahr der Wirtschaft, vor allem den KMU entzogen
werden, und in immer größerem Umfang nicht ersetzt werden durch Kredite, so sollte die EZB
allen Bürgern im Euro Raum Monat für Monat einen Hunderter einfach gutschreiben, zins- und tilgungsfrei, dann würde das die Binnenmärkte stabilisieren und ausserdem würden in fast der gleichen Höhe eine allgemeine Entschuldung einsetzen – es werden letztendlich Kredite abgelöst, von irgendwem bei irgendeinem Gläubiger. Mit einer Inflation ist nicht dadurch zu rechnen, es wird nur fehlendes Geld ersetzt. Auf drei Jahre gerechnet wären das etwa 270 Milliarden Euro in Deutschland für die sich niemand neu verschulden müsste.
Das ganze begleitet von klugen politischen
Entscheidungen, Frau Merkel könnte zur Frau des 21. Jahrhunderts aufsteigen – sie muss nur wollen.
Herzliche Grüße
Michael Mühlmann
Brichta:
Wie sollte die EZB denn Ihrer Meinung nach das neue Geld verbuchen? Was würde auf der Aktiv- und was auf der Passivseite der EZB-Bilanz geschehen?
Hallo Herr Mühlmann, das ist ja wirklich ein interessanter Vorschlag
Sonntag, 20. Juni 2010 17:07
Brichta:
Erkennen Sie denn nicht, dass genau diese Formulierung falsch ist? Sie suggeriert nämlich, dass der “ursprüngliche Zweck” des Geldes nur das Tauschmittel gewesen wäre. Ist es aber nicht, sondern das Wertaufbewahrungsmittel war von Anfang an dabei, und es ist auch über die Jahrhunderte dabei geblieben. Mir geht es hier also um eine saubere Darstellung der Tatsachen, weil Sie mir, sehr verehrter Herr van Straelen, zu sehr Wunsch und Wirklichkeit vermengen.
Wenn das einmal klargestellt ist, können wir gerne darüber diskutieren, welche Vor- und Nachteile es brächte, wenn man dem Geld die Wertaufbewahrungsfunktion wegnehmen würde. Dies hat es ja noch nie in größerem Umfang gegeben, wenn man einmal von den diversen Regiogeld-Experimenten absieht. Aber auch dort gibt es ja die Wertaufbewahrungsfunktion parallel immer noch, weil die Leute nach wie vor mit der Parallelwährung (z.B. dem Euro) Werte aufbewahren konnten.
Die theoretischen Vorteile einer Trennung kann ich selbstverständlich erkennen, mir ist nur noch nicht klar, welche Nachteile diesen Vorteilen in der Praxis gegenüberstünden. Es wäre also am besten, wenn man das einmal über einen längeren Zeitraum in großem Umfang in der Praxis testen könnte. Das Problem ist nur: wann und wo?
Ich verfolge diese Diskussion schon länger und habe mich hier mal eingeklinkt. Ich finde, dass Sie, Herr Brichta und auch Sie, Herr van Straelen, über weite Strecken aneinander vorbei reden und dabei gar nicht weit voneinander entfernt sind.
Geld war immer mehr als nur Tauschmittel, nämlich gerade auch bequemes – und renditebringendes ! – Wertaufbewahrungsmittel. Logisch, dass sich ein so hervorragendes Tauschmittel zur Wertaufbewahrung ganz besonders eignet. Die Frage ist, ob das sinnvoll ist? Geld kann am besten getauscht werden gegen Sachwerte, und darin liegt sein unverzichtbarer Nutzen für alle Marktteilnehmer. Wenn es dagegen aufbewahrt wird, kann es nicht tauschen, und die Waren bleiben liegen -> dann findet eine “Tauschverhinderung” statt. Als Wertaufbewahrungsmittel ist das Geld sich selbst ein Gegenspieler zum Tauschmittel. Die Geldeigenschaften sind somit ein Widerspruch in sich selbst. Sie ermöglichen den Austausch von Waren ebenso, wie sie ihn verhindern können. Das ist der Schlüssel zur Verhinderung und Manipulation freier Märkte. In der Hand des Geldbesitzers, dessen Grundbedürfnisse bereits gedeckt sind, wird Geld zum selbstherrlichen Manipulations- und Spekulationsinstrument. Weil es für die Wirtschaftsabläufe unverzichtbar ist, kann der Geldhalter einen Preis für die Liquiditätsaufgabe erzielen (oder erpressen). Ist das nun sinnvoll oder schädlich für das Allgemeinwohl, dem das Geld zu dienen hat?
Nun ist es einem eifrigen Sparer schwer zu vermitteln, dass ihm seine Sparlust früher oder später auch seinen eigenen Arbeitsplatz, nebst Alterssicherung “erspart”, wenn durch sparbedingte Verknappung umlaufenden Geldes unvermeidlich eine Nachfragelücke im monetären Kreislaufs entsteht, der nur durch Kredite in gleichem Umfang – allerdings zuzüglicher KreditZINSEN – wieder geschlossen werden kann. Aus dieser – ich behaupte durchaus beabsichtigten -, strukturellen Instabilität im Geldsystem, zieht traditionell ein parasitäres System von Bankbesitzern, Spekulanten und Kapitalvermögenden, wie die berühmten Maden im Speck, auf bequeme Weise ihre obszönen Gewinne – mit der Folge, dass öffentliche und private Haushalte sich im gleichen Masse VERSCHULDEN MÜSSEN, um die sparbedingte Nachfragelücke zu schliessen. Damit wird – nach Keynes – verhindert, dass der monetäre Kreislauf vorzeitig zum Erliegen kommt, wobei dieser – spätestens bei kompletter Überschuldung des Staates – unvermeidlich zusammenbrechen MUSS. Da stellt sich die berechtigte und vernünftige Frage, ob das Geld, nicht besser “nur” dienliches Tauschmittel sein sollte, das den Gütermarkt befördert, statt ihn fortschreitend zu ZERSTÖREN.
Mit seiner Wertaufbewahrungsfunktion wird Geld zum Selbstzweck, zum Spekulationsinstrument und -objekt. Wenn man die destruktive Kehrseite (Wertaufbewahrung) des Geldes erkannt hat, dann gilt es zu überlegen, ob und um welchen Preis sie auszuschalten ist – z. B. durch eine Umlaufsicherung, die das Geld auf seine, dem allgemeinen Wohlstand dienende Funktion beschränkt. Die Doppelfunktion macht es ja, wie ich oben herausgearbeitet habe, zum sozialen Spaltpilz und Sprengsatz einer entwickelten Gesellschaft, und – zwangsläufig – zu einem Erpressungsinstrument und Hebel in der Hand der Finanzmärkte und Spekulanten, die ganze Staaten in die Knie zwingen. Was das für eine Demokratie bedeutet, liegt auf der Hand: Das Geld – nicht die Politik – regiert die Welt! Geld sollte aber nicht REGIEREN, sondern den Bedürfnissen und der Entwicklung ALLER Menschen DIENEN. Die grossen Geldbesitzer sind die Feudalaristokratie von heute. Die Politik ist von den Interessen dieser eltären Minderheit ebenso abhängig, wie erpressbar geworden. Die Lehren Gesells wurden in den letzten hundert Jahren nur aus einem Grund nicht zur Kenntnis genommen und diskutiert: Man hatte schlicht andere Pläne, als ein nachhaltiges Geldsystem, das zu einer krisensicheren Entwicklung der Menschheit in Freiheit und Wohlstand führen würde. Das “fortschrittliche” kapitalistische Geldsystem führt uns dagegen geradewegs in die Barbarei …
Brichta:
Das “Aneinandervorbeischreiben” sehe ich unter einem anderen Blickwinkel: Im Ergebnis ist es nämlich der Herr van Straelen, der an mir vorbei schreibt. Dass Gesell interessante Ansatzpunkte bietet, ist ja unbestritten, es kommt aber darauf an, wie man sie vermittelt. An Ihnen, sehr verehrter Schnittstellenimpuls, sieht man ja, dass es auch anders geht als auf die dümmliche Art und Weise des Herrn van Straelen.
Was die Inhalte anbelangt, so bleibt es dabei: Die Nachteile des Nebeneinanders von Tauschmittel- und Wertaufbewahrungsfunktion liegen auf der Hand. Tatsache ist aber, dass beide Funktionen noch niemals in der Menscheitsgeschichte getrennt wurden. Wir wissen also nicht, wie ein solches, getrenntes System in der Praxis auf Dauer funktioniert. Dies zu testen, wird die große Herausforderung sein.
Donnerstag, 17. Juni 2010 19:46
“… Erkennen Sie daran nicht, dass Geld auch früher schon (und sogar im Ursprung) beide Funktionen hatte? …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
erkennen Sie nicht, dass diese Doppelfunktion das eigentliche sowie ausschließliche Problem des damaligen sowie des heutigen Geld(un)wesens weltweit darstellt?
Oder wie wollen Sie sonst anderweitig erreichen, dass Geld “wieder seinen ursprünglichen Zweck als Tauschmittel” erfüllt?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Erkennen Sie denn nicht, dass genau diese Formulierung falsch ist? Sie suggeriert nämlich, dass der “ursprüngliche Zweck” des Geldes nur das Tauschmittel gewesen wäre. Ist es aber nicht, sondern das Wertaufbewahrungsmittel war von Anfang an dabei, und es ist auch über die Jahrhunderte dabei geblieben. Mir geht es hier also um eine saubere Darstellung der Tatsachen, weil Sie mir, sehr verehrter Herr van Straelen, zu sehr Wunsch und Wirklichkeit vermengen.
Wenn das einmal klargestellt ist, können wir gerne darüber diskutieren, welche Vor- und Nachteile es brächte, wenn man dem Geld die Wertaufbewahrungsfunktion wegnehmen würde. Dies hat es ja noch nie in größerem Umfang gegeben, wenn man einmal von den diversen Regiogeld-Experimenten absieht. Aber auch dort gibt es ja die Wertaufbewahrungsfunktion parallel immer noch, weil die Leute nach wie vor mit der Parallelwährung (z.B. dem Euro) Werte aufbewahren konnten.
Die theoretischen Vorteile einer Trennung kann ich selbstverständlich erkennen, mir ist nur noch nicht klar, welche Nachteile diesen Vorteilen in der Praxis gegenüberstünden. Es wäre also am besten, wenn man das einmal über einen längeren Zeitraum in großem Umfang in der Praxis testen könnte. Das Problem ist nur: wann und wo?
Mittwoch, 16. Juni 2010 22:19
“… 3. „Geld erfüllt wieder seinen ursprünglichen Zweck als Tauschmittel.“ …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
es gibt nur einen einzigen Grund, warum das Geld (hier richtiges Geld, gemeint nur Banknoten und Scheidemünzen!) seinem ursprünglichen Zweck in steigendem Maße entzogen wird:
Die nichtvorhandene direkte Kostenerhebung beim Liquiditätsgenuss bzw. direkt beim aktuellen Geldbenutzer, also nach dem Verursacherprinzip!
Die heutige Zentralbanken-Praxis
(indirekte Geldmengensteuerung mittels sogenannten Transmissionsmechanismus) induziert eine Fehlallokation (Abwälzung) der Liquiditätskostenbelastung letztlich auf die Konsumenten, die selber gar keine Kredite aufnahmen.
Die privaten Geldbesitzer lassen sich den Liquiditätsnutzen von den Konsumenten bezahlen; oder sie entziehen “ihr” Geld einfach dem Umlauf (= Nachfragewirksamkeit) mittels Anlageverweigerung (= Liquiditätsfalle nach Keynes)!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Bríchta:
Mal eine andere Frage, da Sie doch so sehr aufs Geld aus alten Zeiten schauen: Eine Goldmünze konnte früher sowohl als Tauschmittel als auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden. Erkennen Sie daran nicht, dass Geld auch früher schon (und sogar im Ursprung) beide Funktionen hatte? Ein damaliger Münz-Eigentümer hätte Ihnen was gehustet, wenn Sie ihm mit einer “direkte Kostenerhebung beim Liquiditätsgenuss” gekommen wären.
Dienstag, 15. Juni 2010 19:32
“… Brichta:
Das sehen Sie zum Beispiel daran, dass Giralgeld inzwischen das Bargeld in weiten Teilen verdrängt hat, obwohl es kein gesetzliches Zahlungsmittel ist.
Die Wirtschaftssubjekte halten sich also gar nicht mit dieser Frage auf, sondern bezahlen einfach mit dem Geld, das ihnen geeignet erscheint. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
korrekt gewesen wäre wenn Sie geschrieben hätten, dass im Vorfeld die Wirtschaftssubjekte den Banken insoweit trauen, ihren Anspruch auf die Auszahlung von richtigem Geld jederzeit nachkommen zu können.
Sonst würde Ihre Beobachtung nämlich nicht zutreffen!
Die Wirtschaftssubjekte brauchen nicht mehr zu tun als den Gläubiger zufrieden zu stellen, denn:
“Nur selten nimmt der Handelsmann statt baren Geldes Stuhlgang an!”
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Die Qualität dieses Kommentares reiht sich nahtlos in die Substanz Ihrer anderen Ausführungen ein. Logischerweise müssen die Wirtschaftssubjekte den Banken und ihrem Geld trauen. Schließlich besteht Geld heutzutage nur aus Vertrauen, egal ob es sich um Geld der Geschäftsbanken oder um Geld der Notenbanken handelt.
Samstag, 12. Juni 2010 3:28
Hallo Herr Brichta!
Nachdem ich von Ihnen über die Funktion unseres Geldsystems und die damit verbundenen Probleme aufmerksam wurde, bin ich nun natürlich auch interessiert zu wissen, wie es besser gehen könnte. Ich habe mich deshalb mit der hier schon erwähnten Monetative beschäftigt, da die User WEIK und Frankura hierzu sehr sachlich und sympathisch geschrieben haben. Ich muss sagen, dass ich den Grundansatz bemerkenswert gut finde. Vorallem wird auch darüber nachgedacht, wie ein Systemwechsel vom gegenwärtigen Zustand aus vollzogen werden kann. Das immer wieder beschworene Erdbeben könnte so verhindert werden.
Vereinfacht zusammengefasst stellt sich die Grundidee (bei völligem Neuanfang) für mich so da: Geschäftsbanken dürfen keine Geldschöpfung mehr durch Kreditvergabe zum Zwecke der Gewinnmaximierung vornehmen. Allein eine bestens kontrollierte wirklich unabhängige Institution vom Rang eines Verfassungsorgans hat dazu die Befugnis und kommt dem entsprechend der Nachfrage in der Wirtschaft nach Tauschmittel nach. Die Geschäftsbanken sind Dienstleister und verwalten das Tauschmittel auf Konten gegen Gebühr. Sie dürfen gegen Zins auch Kredite vergeben. Das dafür nötige Geld müssen sie sich aber zuvor auf dem Kapitalmarkt 1:1 selbst beschafft und nicht wie bisher sich selbst geschaffen haben. Geld erfüllt also wieder seinen ursprünglichen Zweck als Tauschmittel und wird je nach Bedarf der Volkswirtschaft durch die Institution geschöpft und einfach dem Finanzminster zur Verfügung gestellt. Er hat jedoch kein Recht danach zu verlangen. Allein die Einschätzung der Institution, orientiert an den Erfordernissen um ausreichend Tauschmittel in der Wirtschaft, bestimmt die Summe. Das gesetzgebende Verfassungsorgan entscheidet über die Verwendung (Einspeisungsvorgang). Z.B. könnte es pro Kopf auf die Bevölkerung verteilt oder durch staatliche Maßnahmen investiert werden. Die Institution jedenfalls achtet darauf, dass die umlaufende Menge einen nachvollziehbaren Zusammenhang mit der Wirtschaftsleistung der Volkswirtschaft hat. Anderenfalls kann es durch eine Sondersteuer abgezogen werden, die dann der Institution zugeleitet wird, welche das Tauschmittel wieder vernichtet so wie sie es geschaffen hat.
Eine Systemumstellung erfolgt so: Die bisher geschaffene Geldmenge bzw. Schulden stellen einen Status Quo dar. Mit Inkrafttreten der Reform wird jegliches Geld, egal ob bar oder unbar zu Institutionsgeld deklariert. Das Aufblähen der Geldmenge / Schulden wird eingefrohren, da die Geschäftsbanken ab nun kein Geld mehr schaffen dürfen. Die Sichtguthaben werden aus der Bankenbilanz ausgegliedert und als eigenständige Geldkonten der Kunden mit nunmehr Institutionsgeld verwaltet (wie ein Wertpapierdepot). Die bisherigen Verbindlichkeiten der Bank gegenüber den Kunden werden zu Verbindlichkeiten der Bank gegenüber der Institution. Diese werden in dem Umfang getilgt wie die Altkredite an die Kunden zurückfließen.
Es handelt sich bei der Umstellung nicht um eine Währungsreform oder einen Kapitalschnitt denn alle Guthaben und Schulden, alle Forderungen und Verbindlichkeiten bleiben unverändert erhalten. Kein Geld- und Kapitalbesitz wird enteignet. Der Zahlungsverkehr funktioniert weiter. Allein der unkontrollierten Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken wird Einhalt geboten. Das viele zum Zeitpunkt der Umstellung gerade noch so überschaubare Geld kann sich fortan nicht noch mehr weiter ungehemmt vermehren, sondern nur noch in dem Maße wie es für die Volkswirtschaft gesund ist, was allein der Einschätzung der Institution obliegt. Notfalls kann es endgültig abgezogen werden.
So, Herr Brichta: Das waren keine Links sondern Wiedergabe mit eigenen Worten, was ich als interessanten Lösungsvorschlag durchgearbeitet habe. Ihre Kommentare bitte!
)
Freundliche Grüße
Frank Viehweger
Brichta:
Herzlichen Dank, lieber Herr Viehweger! Sie sind ein Beispiel dafür, dass man nur das mit eigenen Worten ausdrücken kann, was man auch wirklich verstanden hat. Bravo! Ihre Erläuterungen klingen auch durchaus plausibel. Ich möchte die Vorschläge nun nicht zerreden, sondern nur auf ein paar Knackpunkte eingehen, die mir aufgefallen sind. Denn je intensiver man eine Idee durchdenkt und auf mögliche Schwächen abklopft, desto sicherer kann man sich seiner Sache sein. Ich würde mit Ihnen (und allen anderen) also gerne über folgende Punkte diskutieren:
1. Banken „verwalten das Tauschmittel auf Konten gegen Gebühr“.
Heißt das, wir hätten uns auf kräftig steigende Kontogebühren einzustellen? Wie hoch würden diese dann sein? Wenn Banken eine Ertragsquelle genommen wird, ist zu erwarten, dass sie sich woanders schadlos halten, um trotzdem auf ihren Schnitt zu kommen. Oder sollten die Kontogebühren staatlich festgesetzt werden? Könnten sich Banken sogar weigern, diese Dienstleistung anzubieten, sofern sie ihnen nicht mehr attraktiv genug erscheint?
2. Banken „dürfen gegen Zins auch Kredite vergeben“.
Dann müssen sie aber auch gegen Zins Einlagen annehmen dürfen. Denn wenn sie nur das Geld weiter verleihen können, was sie haben (und es nicht mehr selbst schöpfen können), dann muss es ihnen jemand zur Verfügung stellen. Der Zins ist aber ein wesentlicher Faktor, der dafür verantwortlich ist, dass Geldmengen langfristig exponentiell wachsen müssen. Das heißt: Diesen Faktor schalten Sie damit nicht aus.
3. „Geld erfüllt wieder seinen ursprünglichen Zweck als Tauschmittel.“
Wertaufbewahrungsmittel bleibt es aber auch, vor allem wenn ich Zinsen dafür kriege.
4. Geld wird „einfach dem Finanzminister zur Verfügung gestellt.“
Also bestimmt der Finanzminister künftig selbst, wie viel er ausgeben kann? Okay, er hat „kein Recht, danach zu verlangen“, aber wer wollte es ihm schon abstreiten, wenn er deutlich macht, wie wichtig eine Ausgabe hier und eine Ausgabe dort ist. Auch in diesem System wird der Finanzminister also mehr ausgeben als er per Steuereinnahmen einnimmt. Dem Vorteil, dass keine Zinsen für die Mehrausgaben anfallen, steht der Nachteil gegenüber, dass auch deren mäßigende Wirkung auf das Ausgabengebaren des Staates entfällt.
Ach ja, was passiert eigentlich mit den bestehenden Zinsforderungen der Gläubiger an den Bund von z.Zt. jährlich mehr als 40 Mrd €? Die sind ja bis zur Fälligkeit vertraglich garantiert und können nicht einfach gestrichen werden.
5. „Mit Inkrafttreten der Reform wird jegliches Geld, egal ob bar oder unbar zu Institutionsgeld deklariert.“
Wie grenzen Sie das Geld ab? Bargeld und Sichteinlagen? Und was passiert mit Tagesgeld, Spar- und Termineinlagen?
6. „Die bisherigen Verbindlichkeiten der Bank gegenüber den Kunden werden zu Verbindlichkeiten der Bank gegenüber der Institution. Diese werden in dem Umfang getilgt wie die Altkredite an die Kunden zurückfließen.“
Wie die Umstellung in den Bankbilanzen konkret vonstatten gehen soll, ist eine der spannendsten Fragen in diesem Zusammenhang. Vermutlich können Sie mir dazu aber keine Auskunft geben, oder?
7. „Das viele zum Zeitpunkt der Umstellung gerade noch so überschaubare Geld kann sich fortan nicht noch mehr weiter ungehemmt vermehren, sondern nur noch in dem Maße wie es für die Volkswirtschaft gesund ist, was allein der Einschätzung der Institution obliegt.“
Genau dies wäre nicht der Fall, denn beide Hauptfaktoren für exponentielles Geldmengenwachstum blieben unverändert bestehen: Erstens der Zins und Zinseszins. Und zweitens die „unendliche Leichtigkeit der Geldherstellung“ (Fiat-Geld). Faktor zwei würde zwar künftig nur noch der Staat bestimmen können, aber auch der hat ja genügend Anlass, die Geldschleusen zu öffnen, wie die Vergangenheit zeigt.
Sonntag, 6. Juni 2010 11:14
Lieber Herr Brichta,
ihr Angebot mich herauszufordern, muss ich leider ablehnen.
Die Initiatoren von LAM möchten eine offene Diskussion über das gegenwärtige Geldsystem führen und nicht explizit für eine angebotene Lösung eintreten.
Brichta:
Moment mal, nicht ich habe hier die Monetative eingeführt, sondern SIE. Des weiteren haben Sie einige Behauptungen dazu aufgestellt, die ich hinterfragt habe. Auf diese Fragen sind Sie aber nicht eingegangen, sondern Sie haben gekniffen. Und zur Entschuldigung behaupten Sie jetzt, dass Sie als (Mit-?)Initiator von LAM nicht explizit für eine angebotene Lösung eintreten.
Pardon, lesen Sie einfach noch einmal Ihre unten stehenden Kommentare durch: Darin SIND Sie explizit für die Monetative eingetreten.
Weik:
Dennoch erlauben wir uns, Hinweise zu geben, wenn wir das für angebracht halten. In diesem Falle haben wir Herrn Frankura, der an eine “staatliche Zentralbank” denkt, auf die Monetative hingewiesen.
Weiterhin besteht auch für Sie die Möglichkeit in unserem Forum Angebote zu verschiedenen Lösungsmöglichkeiten mit Fachleuten zu diskutieren.
Als da wären:
Monetative (Klaus Karwat)
Freigeld nach Gesell (Prof. Löhr)
Regio – bzw. Komplementärwahrungen (Helmut Reinhardt)
Taxos (Ernst Dorfner)
Marktgeld nach von Mises (unbesetzt)
Brichta:
Ich habe genug damit zu tun, dieses Diskussionsforum hier zu betreuen und kann mich nicht noch um andere kümmern. Und genau in dieser Eigenschaft habe ich SIE gefragt, weil SIE hier die Monetative so vertreten haben, als ob Sie etwas davon verstünden. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.
Weik:
Ich verfolge das Streitgespräch über Geld (Zentralbankgeld in Form von Münzen und Banknoten) versus Anspruch auf Geld (Giralgeld)zwischen ihnen und Herrn van Straelen.
Die Monetative spricht hier vom “gesetzlichen Zahlungsmittel”, wenn sie den entsprechenden Paragraphen 14 im Gesetz zur Deutschen Bundesbank bzw. Paragraph 16 in der Satzung der EZB verändern möchte.
“Artikel 16 der ESZ- und EZB-Satzung trägt die Überschrift Banknoten und lautet derzeit:
‘… Der EZB-Rat hat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von Banknoten innerhalb
der Gemeinschaft zu genehmigen. Die EZB und die nationalen Zentralbanken sind
zur Ausgabe von Banknoten berechtigt. Die von der EZB und den nationalen Zentralbanken
ausgegebenen Banknoten sind die einzigen Banknoten, die in der Gemeinschaft
als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.’
Die novellierte Version könnte die Überschrift GESETZLICHE ZAHLUNGSMITTEL tragen und
folgendermaßen lauten:
‘Der EZB-Rat hat das ausschließliche Recht, die Ausgabe von gesetzlichen Zahlungsmitteln innerhalb der Gemeinschaft zu genehmigen. Gesetzliche Zahlungsmittel umfassen Münzen, Banknoten sowie unbare Geldguthaben auf festen Geldkonten und mobilen Geldspeichern.”
Giralgeld wird zu VOLLGELD (100% Money).
Brichta:
Die Frage, was “gesetzliches” Zahlungsmittel ist und was nicht, spielt für die Analyse des Geldsystems erst einmal keine Rolle. Das sehen Sie zum Beispiel daran, dass Giralgeld inzwischen das Bargeld in weiten Teilen verdrängt hat, obwohl es kein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Die Wirtschaftssubjekte halten sich also gar nicht mit dieser Frage auf, sondern bezahlen einfach mit dem Geld, das ihnen geeignet erscheint.
Freitag, 4. Juni 2010 20:46
“… Allerdings kann Geld auch mehr sein, was Gesell hier vernachlässigt, nämlich auch Wertaufbewahrungsmittel und Bewertungsmittel. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
und weil Geld heute “mehr sein kann”, funktioniert es ja auch so hervorragend, nicht wahr?
Brichta:
Nein, aber da es mehr sein kann, entstehen Probleme. Und genau diese gilt es zu benennen. Wer die anderen Funktionen ignoriert, so wie Sie es offenbar tun, kann auch nicht in der Lage sein, die Probleme zu benennen. Denn was nicht ist, kann ja auch kein Problem verursachen.
“… Mag sein, dass er sich ein Geld wünscht, dass nur Tauschmittel ist, aber das tut hier nichts zur Sache. …”
Das bestimmen Sie?
Brichta:
Wenn man sich nur um die Wunschvorstellungen des Herrn Gesell kümmern würde und so täte, als wäre das Geld, das er sich wünscht, Realität, lebte man in einer Traumwelt. Die realen Probleme könnte man nicht erklären. Aus diesem Grunde tuen seine Wunschvorstellungen FÜR DIE BESCHREIBUNG DER REALITÄT nichts zur Sache! Aber ich fürchte, diese Argumentation ist zu hoch für Sie…
“… Wir reden hier ja nicht darüber, was sich ein Herr Gesell vor fast hundert Jahren gewünscht hat, sondern welches Geld HEUTZUTAGE DIE REALITÄT DARSTELLT. …”
Sie vergessen immer wieder dass dieses Forum den Anspruch an ein “Nachhaltiges Geldsystem” erhebt, ein Anspruch, dem “ein Herr Gesell” bereits “vor fast hundert Jahren” voll gerecht wurde! – Sich diesbezüglich irgend etwas zu wünschen hatte Gesell keinesfalls nötig. – Sie sollten sich besser vorher einmal informieren anstatt hier falsche Behauptungen in die Welt zu setzen.
Das “Geld, welches heutzutage die Realität darstellt” dürften darüberhinaus auch selbst Sie doch wohl kaum als “nachhaltig” ansehen?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Ach mein Gutster, Sie sind wirklich nicht in der Lage zu erfassen, worum es geht, wenn man die Realität beschreiben will. Da muss man zunächst einmal des Ist-Zustand analysieren, und genau das tue ich. Was man aber auf keinen Fall machen darf, ist, einen Geldbegriff zu unterstellen, den man sich zwar wünscht, der aber nicht existiert. Und genau dies tuen Sie, wenn Sie andauernd behaupten, unser existierendes Geld sei so konstruiert, wie es sich Herr Gesell gewünscht hat. Das ist es eben nicht!
Freitag, 4. Juni 2010 0:01
“… Gesell hat den Begriff ” Geld” nie so eng verfasst wie es der Herr Straelen Ihnen zu verklickern versucht. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
dazu schrieb Silvio Gesell tatsächlich folgendes:
“… Fragt man heute: Was ist Nachfrage nach Geld, wer hält Nachfrage nach Geld, wo herrscht Nachfrage nach Geld, so erhält man die widerspruchsvollsten Antworten. In der Regel wohl wird es heißen:
Nachfrage nach Geld herrscht an den Banken, wo Unternehmer und Kaufleute Wechsel verkaufen.
Wächst die Nachfrage nach Geld, so steigt der Zinsfuß, und mit dem Zinsfuß kann man also die
Größe der Nachfrage nach Geld messen. Auch der Staat, der mit Fehlbetrag abschließt und Anleihen aufnimmt, hält Nachfrage nach Geld; wie auch die Bettler Nachfrage nach Geld halten.
Dies alles ist aber keine Nachfrage, die mit dem Begriff eines Tauschmittels übereinstimmt. Und das Geld ist doch vor allem Tauschmittel. Als Tauschmittel sollen und wollen wir das Geld betrachten und behandeln. Stellen wir nun in unserer Frage an die Stelle des Wortes ”Geld” den Ausdrück ”Tauschmittel”, so tritt der Unsinn sofort zu Tage, den obige Antworten bergen.
Der Kaufmann, der von der Bank Geld verlangt, tauscht nichts ein; er gibt nichts als sein Versprechen, das Geld zurückzuerstatten. Er borgt, aber er tauscht nicht. Er gibt Geld für Geld. Es findet kein Handel, kein Tausch statt; von Preisen ist hier keine Rede. Man spricht vom Zins. Auch der Staat hält mit seiner Anleihe keine Nachfrage nach Tauschmitteln, denn auch er bietet nichts in
Tausch an. Er wechselt gegenwärtiges gegen künftiges Geld.
Es handelt sich also hier nicht um eine ”Nachfrage” nach Tauschmitteln, nicht um eine mit dem Zwecke des Geldes übereinstimmende Nachfrage nach Geld. Um Nachfrage nach Geld, nach Tauschmitteln zu halten, muß etwas vom Geld Verschiedenes in Tausch angeboten werden. Das ist im Worte schon ausgedrückt.
Wo herrscht nun Nachfrage nach Geld?
Antwort: dort, wo man Tauschmittel braucht, wo die Arbeitsteilung Ware auf den Markt wirft, die zu ihrem gegenseitigen Austausch auf das Tauschmittel, auf Geld angewiesen ist.
Und wer hält Nachfrage nach Geld? Wer anders als der Bauer, der Ware auf den Markt bringt,
als der Kaufmann, der am Ladentisch seine Waren feilhält, als der Arbeiter, der sich zu irgendeiner Arbeit anbietet und für sein Arbeitserzeugnis Geld verlangt. Wo das Warenangebot groß ist – dort herrscht große Nachfrage nach Tauschmitteln; wo das Warenangebot wächst, dort wächst die Nachfrage nach Geld, nach Tauschmitteln. Nimmt man die Waren fort, so verschwindet auch die Nachfrage nach Geld. Dort, wo Urwirtschaft und Tauschhandel betrieben werden, gibt es auch
keine Nachfrage nach Geld.
Es ist also klar: wir unterscheiden scharf zwischen dem Kaufmann, der am Ladentisch dem Bauer Kattun anbietet, und demselben Kaufmann, der eine Stunde später bei seiner Bank vorspricht, um dort einen Wechsel zu verkaufen. Mit dem Kattun in der Hand hielt der Kaufmann ”Nachfrage” nach dem Tauschmittel, nach Geld. Mit dem Wechsel in der Hand hält dagegen der Kaufmann bei seiner
Bank keine Nachfrage nach Geld, denn der Wechsel ist keine Ware. Hier ist vom Zinsfuß die Rede. Hier herrscht gemeiner Geldbedarf, keine Nachfrage.
Die Nachfrage nach Geld hat mit diesem Bedarf an Geld nichts gemein. Bedarf an Geld hat der
Bettler, der Staat, der umwucherte Bauer, auch der Kaufmann, der Unternehmer, der einen Wechsel zu Gelde machen will; Nachfrage nach Geld dagegen hält nur der, der Ware feilhält. Bedarf an Geld ist eine vieldeutige, Nachfrage nach Geld eine eindeutige Sache. Bedarf an Geld geht von einer Person, Nachfrage nach Geld von einer Sache, von der Ware aus. Der Bettler will ein Almosen, der Kaufmann will sein Geschäft vergrößern, der Spekulant will seinen Mitbewerbern das Geld der Banken entziehen, um allein auf dem Markte als Käufer auftreten zu können, der Bauer ist in die
Falle gegangen, die der Wucherer ihm stellte. Sie haben alle schrecklichen Bedarf an Geld, ohne Nachfrage nach Geld halten zu können, denn diese kommt nicht von den Sorgen der Menschen, sondern von dem Vorrat und Angebot von Waren. In diesem Sinne ist es darum auch falsch, wenn man sagt: Bedarf und Angebot bestimmen die Preise. Es herrscht zwischen dem mit dem Zinsfuß gemessenen Geldbedarf und der mit den Preisen gemessenen Geldnachfrage der denkbar größte Wesensunterschied. Beide Dinge haben durchaus nichts Gemeinsames. …”
(Quelle: http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/nwo.pdf )
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Na und? Das trägt doch überhaupt nicht zur Klärung bei! Gesell unterscheidet hier zwischen einer “Nachfrage” nach Geld und einem “Bedarf” an Geld. Was immer man davon halten mag, er definiert damit nicht den Begriff Geld.
Nur in einem Satz gibt er zu erkennen, in welche Richtung er Geld interpretiert, indem er nämlich “Geld” durch “Tauschmittel” ersetzt. Na und? Dass Geld auch Tauschmittel ist, ist nun nichts Neues. Allerdings kann Geld auch mehr sein, was Gesell hier vernachlässigt, nämlich auch Wertaufbewahrungsmittel und Bewertungsmittel. Mag sein, dass er sich ein Geld wünscht, dass nur Tauschmittel ist, aber das tut hier nichts zur Sache. Wir reden hier ja nicht darüber, was sich ein Herr Gesell vor fast hundert Jahren gewünscht hat, sondern welches Geld HEUTZUTAGE DIE REALITÄT DARSTELLT.
Donnerstag, 3. Juni 2010 8:11
Lieber Herr Brichta,
selbstverständlich muß der größte Teil der Bevölkerung erst einmal einsehen, dass das Geldsystem geändert werden muss.
Zu diesem Zweck wurde die Initiative Liebe Angela Merkel gegründet. Die Initiatoren würden sich über eine aktive Mitarbeit weiterer “Geldsysteminteressierten” auch sehr freuen.
Wir stellen uns aber auch die Frage: Ist es sinnvoll die Menschen aufzuklären, ohne Alternativen benennen zu können?
Brichta:
Dann geben Sie doch auch die Antwort auf diese Frage: Ja!!! Denn die Aufklärung über das IST hat nichts damit zu tun, was SEIN KÖNNTE. Jeder Bürger sollte wissen, was er vom gegenwärtigen Geldsystem zu erwarten hat. Dieses System hat schließlich Konsequenzen für den eigenen Geldbeutel oder für den der Nachfahren. Deshalb sollte sich jede Generation stets der Gefahren bewusst sein, die mit diesem System verbunden sind. Schließlich könnte es sie selbst treffen.
Etwas ganz anderes ist die Frage, ob es bessere Alternativen gibt und wenn ja, welche. Selbst wenn es keine gäbe, wäre es aus den oben genannten Gründen “sinnvoll die Menschen aufzuklären, ohne Alternativen benennen zu können.”
WEIK:
Liebe Angela Merkel verweist auf alternative Lösungsansätze.
Mit diesen Lösungsangeboten kann sich dann jedermann selbst auseinandersetzen.
Bezüglich der von ihnen gestellten Fragen zur Monetative verweise ich auf die Seite
http://www.monetative.de/?page_id=118
Dort wird das Konzept umfassend erläutert.
Für Einsteiger gibt es dort auch eine FAQ Seite
http://www.monetative.de/?page_id=106
oder die sehr aussagekräftigen Stichwortartikel
http://www.monetative.de/?page_id=13
Brichta:
Pardon, lieber Herr Weik, so einfach kommen Sie mir nicht davon. Erst werfen Sie mit unverständlichem Fachchinesisch wie “genuine Seignorage” um sich, auf meine konkreten Nachfragen und Kommentare posten Sie aber nur lapidar ein paar Links zu Texten, die von anderen geschrieben wurden. Da machen Sie es sich – wie leider viele andere auch – viel zu einfach. Meine Erfahrung zeigt, dass nur derjenige, der auf konkrete Fragen auch konkrete Antworten geben kann, wirklich verstanden hat, worüber er schreibt/redet.
Genau deshalb bemühe ich mich auch in diesem Diskussionsforum hier, auf jede an mich gerichtete konkrete Frage auch zu antworten – selbst wenn es noch so anstrengend ist, wie die Diskussion mit Meister van Straelen zeigt. Solange Sie meine unten stehenden Fragen also unbeantwortet lassen, muss ich leider davon ausgehen, dass Sie gar nicht richtig verstehen, worüber Sie schreiben.
In der Hoffnung, Sie damit herauszufordern, verbleibe ich
mit herzlichem Gruß
Raimund Brichta
Mittwoch, 2. Juni 2010 20:03
Hallo Herr Brichta!
Ich habe Ihren Artikel über die Funktion des Geldsystems aufmerksam gelesen und er war wirklich eine Erleuchtung und sehr anschaulich geschrieben für Normalbürger, die noch ein bisschen ihre Gehirnzellen anstrengen können. Ja, die optimale Lösung für die Zukunft ist nur ein Neuanfang unter anderen (verbesserten) Bedingungen. Das ist aber von den meisten politisch Verantwortlichen derzeit entweder nicht verstanden oder nicht gewollt wie Sie auch damals schon feststellten.
Warum aber muss es Ihrer Meinung nach zwangsläufig dennoch zum Zusammenbruch kommen? Der Drogenabhängige kann doch auf unbestimmte Zeit weiter gespritzt werden. Zwar werden die Zahlen immer größer, aber was ist daran grundsätzlich schlimm? So ist nun einmal das System. Seit Bestehen der Wirtschaftsordnung war es so. Was waren 1 Million Dollar vor 100 Jahren und was sind sie heute? Der Vergleich hinkt zwar, aber wie enorm haben sich die Aktienindizes verändert oder die Bevölkerungszahlen? Was ich damit etwas polemisch sagen will, ist: Alles nimmt zu, das Universum dehnt sich aus und auch die Schulden. Ich denke schon, dass man die Volumina weiter überschauen kann und sich daran gewöhnt / anpasst solange wir nicht massive Inflation über einen langen Zeitraum bekommen und das sind m.E. erst Werte im zweistelligen Prozentbereich. Erst dann (und natürlich bei Staatspleiten) würde doch das Vertrauen der Kreditgeber verloren gehen. Das weiß aber sogar die Politik und deshalb wird es verhindert werden. Niemand in der globalisierten Welt will ein Szenario wie in den 30iger Jahren in einer großen Wirtschaftsregion, denn alle werden davon mitgezogen. So kaufen die Chinesen weiter US-Bonds. Natürlich sind Staatsschulden ein riesiges Problem, aber solange sie durch Wirtschaftsleistung gedeckt sind, das Problembewusstsein und damit zumindest der Wille zum Abbau grundsätzlich vorhanden ist und sie durch Notenpressen und Inflation verwässert werden können, lässt es sich damit offenbar umgehen. Schauen Sie die Japaner an. Wie den USA und uns geben die Ratingagenturen (Ich weiß, die sind ein Kapitel für sich…) ihnen die Bestnoten.
Brichta:
Hier würde ich gerne einhaken: Grundsätzlich, und das geht ja auch aus der Kolumne hervor, kann das exponentielle Geldmengenwachstum noch eine Weile weitergehen. Aus Milliarden werden Billionen, aus Billionen Billiarden usw. Da aber die Wirtschaft nicht gleichzeitig exponentiell wachsen kann, entstehen hier schon einmal Spannungen zwischen Geld- und Realwirtschaft. In den letzten Jahrzehnten wurden diese Spannungen durch die Liberalisierung der Finanzmärkte aufgefangen. Diese Liberalisierung machte es nämlich möglich, dass das überschüssige Geld dort Verwendung fand und nicht in der Realwirtschaft für stark steigende Preise sorgte. Allerdings kam es dann durch Blasenbildung an den Finanzmärkten immer wieder zu Entladungen, die sich auch auf die Realwirtschaft auswirkten (siehe letzte Krise).
Nun können die Finanzmärkte natürlich noch weiter wachsen, so dass der “Geldpfropf”, der über der Realwirtschaft liegt, im Verhältnis zu dieser immer größer wird. Allerdings dürfte auch dieser Prozess nicht unendlich sein, so dass es irgendwann zu immensen Preissteigerungen in der Realwirtschaft kommen wird, die im Volksmund “Inflation” genannt werden. (Was ich unter Inflation verstehe, habe ich in einem Kommentar weiter unter deutlich gemacht.)
Auch dies kann noch eine Zeitlang gut gehen, aber irgendwann muss das System wieder “auf null” gesetzt werden. Dies nennt man dann “Währungsreform”. Und diese Währungsreform ist das Mindeste, was wir als “Beben” erwarten können. Welche Begleitumstände sie haben wird, z.B. in der Realwirtschaft und der Politik, lässt sich natürlich nicht vorhersagen.
Und noch etwas gilt es zu beachten: Da Geld hauptsächlich durch Kredit entsteht, MÜSSEN die steigenden Geldmengen von ebenso steigenden Schuldenmengen begleitet werden. Auch daraus ergeben sich Spannungen, deren Entladung für Beben sorgen wird.
Viehweger:
Diese Finanzkrise war zweifelsohne der letzte Warnschuss aber ich glaube auch, dass er gehört wurde und die Konsequenzen sowie das Handlungsbewusstsein dahingehend ausfallen, dass der Drogensüchtige zwar weiter gespritzt wird, aber eben mit nur so viel, dass er keine Überdosis bekommt. Das System wird nicht in Frage gestellt. Es wird nur mit größeren Zahlen operiert. In 20 Jahren könnten dann eventuell in einer konstatierten Aktion sämtlicher relevater Wirtschaftsnationen ein paar Nullen gestrichen werden, so dass sich das Handling wieder vereinfacht. Bei der Euroumstellung wurden unsere Beträge ja auch nominell kleiner ohne das der Wert des Geldes abnahm. Übrigens finde ich diese sog. Einheitswährung etwas Großartiges. Ja sie hat ein paar Mankos, aber wenn nicht damals einführen, wann dann? Wirtschaft ist wichtig aber nicht alles.
Brichta:
Wenn es wirklich so einfach wäre, ein paar Nullen zu streichen und dann weiterzumachen wie bisher, warum regen wir uns dann überhaupt auf? Nein, durch ein paar Nullen weniger wird kein Inflationsproblem der Welt gelöst. Dies kann nur dadurch geschehen, dass Geld und Schuld VERNICHTET werden, und zwar im Verhältnis zur Realwirtschaft.
Viehweger:
Und noch ein Letztes: Der Kanzlerin machen Sie überspitzt den Vorwurf Sie zögert das
vermeintlich Unvermeidliche hinaus um ihr politisches Überleben zu sichern bzw. ihren Platz in den Geschichtsbüchern nicht zu beschmutzen. Ist es denn nicht aber so, dass wir unser Handeln an Jenen orientieren, die dieses Geldsystem erfunden haben, den Amerikanern? Sie müssten also letztlich der Obama-Regierung den Vorwurf machen sie agiere im Eigeninteresse. Ich bin nicht naiv, aber ich finde Obama ist überhaupt einer der wenigen Politiker, die glaubwürdig sind. Natürlich möchte auch er wiedergewählt werden und hat einen Ruf zu verlieren, wenn er den nicht teilweise unberechtigt schon verloren hat oder verlieren musste, wegen der völlig unangemessenen Erwartungen an ihn, aber glauben Sie im Ernst bei einer Krise diesen Ausmaßes ist
man sich an der Spitze des Staates seiner (langfristigen) Verantwortung nicht bewusst? Manchmal ist das sicher der Fall, das zeigt die Geschichte. Aber sie zeigt auch, man kann nicht alles und jeden immer in Zweifel ziehen. Es gab sicher in der Dramatik 2008 kurzfristig keine Alternative zu Helikopter-Ben. Die US-Ökonomie jedenfalls wächst wieder, so wie scheinbar jedes Mal erneut bei diesem System
Freundliche Grüße!
Frank Viehweger
Brichta:
Da haben Sie mich missverstanden. Ich mache der lieben Angela Merkel (und auch dem lieben Barack Obama) in dieser Hinsicht überhaupt keinen Vorwurf. Den beiden bleibt gar keine andere Wahl, als so zu handeln. Was ich vermisse, ist nur, dass jemand der Bevölkerung die Wahrheit übers Geld sagt. Nur diesem Ziel diente mein Brief.
Außerdem vermute ich, dass Angela Merkel und Barack Obama diese Wahrheit selbst nicht kennen, weil sie ihnen niemand sagt. Dabei ist es wichtig, sie zu kennen, obwohl man den Zusammenbruch nicht verhindern, sondern nur hinauszögern kann. Denn nur wenn man sich der Funktionsweise unseres Geldsystems bewusst ist, wird man als Politiker alles daransetzen, dass nach einer nachhaltig funktionierenden Geldordnung geforscht wird, die ohne Zusammenbrüche auskommt.
Mittwoch, 2. Juni 2010 10:00
Hallo Herr Brichta,
nochmal zum “Beben”. Das ist ja ein ziemlich dehnbarer Begriff. Ich verstehe darunter wenn die Wirtschaft kollabiert und nochmal Millionen Menschen mehr arbeitslose werden – also wenn auch dem letzte Träumer klar wird was Wirtschaftskrise bedeutet. Natürlich kann die Politik dann noch handeln. Als erstes werden silcherlich Notstandsgesetze verabschiedet. Aber was geschieht mit dem Geldsystem? Was kommt danach?
Mit freundlichen Grüßen
Frankura
Brichta:
Genau das ist es. Man sollte nur nicht die Hoffnung wecken, das Beben ließe sich durch irgendwelche Maßnahmen noch verhindern. Das halte ich für unseriös, aber ganau das will man uns vormachen!
Mittwoch, 2. Juni 2010 9:49
Hallo Herr Brichta,
eine Staatsbank wäre genauso abhängig/unabhängig wie heute die EZB zu machen. Ich hatte eine Kontrollinstanz u.a. aus privatwirtschaftlichen Verbänden vorgeschlagen.
Brichta:
Ich bezweifele doch nur, dass sich das Problem überbordender Geldmengen dadurch lösen lässt, dass man einer Staatsbank das alleinige Recht gibt, Geld aus dem Nichts zu produzieren. Mehr nicht.
Frankura:
Zum Beben: Es macht einen Unterschied ob man das kommende Beben versucht in konstruktive Kanäle zu leiten oder alles dem Zufall überlässt. Im letzteren Fall besteht die Gefahr dass wir mehr verlieren als uns lieb ist (nicht nur die Demokratie sondern vielleicht auch alles durch einen Krieg).
Brichta:
Man überlässt es doch nicht dem Zufall. Die Politik versucht ganz einfach, den spätestmöglichen Zeitpunkt dafür zu erwischen, indem man immer wieder lebensverlängernde Maßnahmen ergreift.
Ihre “konstruktiven Kanäle” können doch nur darin bestehen, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wie es nach dem Beben weiter gehen soll: Entweder so wie vorher oder mit einer neuen Geldordnung.
Frankura:
Als die DDR kollabierte und die Mauer geöffnet wurde hätte das auch anders ausgehen können als mit Jubel, Trubel, Heiterkeit. Es hätte auch zu einem Blutbad kommen können, vielleicht sogar zum Krieg. Wir hatten nochmal Glück! Ob wir nochmal so viel Glück haben bleibt abzuwarten.
Wenn das Beben eintritt wird sich ein Vakuum bilden. Es wäre gut wenn man dann ein Konzept als Alternative zur Hand hätte. Gibt es keines wiederholt sich die Geschichte. Ich hoffe es nicht!
Gruß
Frankura
Brichta:
Also scheinen wir uns im Prinzip doch einig zu sein: Das Beben ist unvermeidbar, wie in meinen letzten Brief an Angela Merkel beschrieben, aber man sollte sich rechtzeitig Gedanken für die Zeit danach machen. Diesem Ziel diente übrigens mein erster Brief an die liebe Angela vom Oktober 2008, der dann auch Anlass für die Gründung dieser Internet-Seite war. Ich sollte es vielleicht noch einmal betonen: Liebeangelamerkel.de hat sich dem Ziel verschrieben, Experten zusammenzubringen, die sich über ein nachhaltiges Geldsystem Gedanken machen.
Mittwoch, 2. Juni 2010 9:39
Hallo Herr van Straelen,
entscheidend wäre bei dieser Bank (ich nenne sie mal Kreditvolkswirtschaftsbank) nicht die Bilanz im herkömmlichen Sinne, sondern entscheidend ist die Bilanz der Volkswirtschaft! Kreditausfälle gehen als Geld ist “verschwunden” wie zurückgezahlt durch. Einlagen sind nicht nötig.
Eine Inflation kommt nicht zustande weil alles Kapital in die Wirtschaft fließt, gleichsam als Löhne/Gewinn in die Preise kommt. Die Geldmenge könnte evtl. man mit einer Umlaufgebühr ala Freiwirtschaft kontrollieren.
Die Gefahr dass die Staatsbeamten unkontrolliert Kredite vergeben würden oder anderweitig fremde Interessen vertreten kann man (das hatte ich bereits vorgeschlagen) mit einer Kontrollinstanz lösen. An dieser Instanz könnten sich auch privatwirtschaftliche Verbände beteiligen – die da garantiert ein scharfes Auge drauf werfen.
Gruß
Frankura
Montag, 31. Mai 2010 23:21
Hallo Herr Brichta,
glauben Sie mir, Sie haben zeitlich schon viel zu viel Zeit, mit dem Freiwirtschaft-Unterseeboot, van Straelen, verloren.
Gesell hat den Begriff ” Geld” nie so eng verfasst wie es der Herr Straelen Ihnen zu verklickern versucht.
Brichta:
Mit dem “viel zu viel Zeit verloren” haben Sie einerseits recht, andererseits aber auch nicht. Denn ich unterwerfe mich durchaus bewusst der Mühsal des ständigen Widersprochen-kriegens. Nur wer solche Torturen durchmacht, kann seine eigenen Argumente wirklich nach allen Seiten abklopfen. Auch hier gilt nämlich: Man sollte sich nie zu sicher sein.
Star Wars:
Lesen Sie bitte die Artikel von Jörg Buschbecheck, da mich Ihre geschätzte Meinung dazu sehr interresiert:
“WARUM gibt es Wirtschaftskrisen?
weil es heute hortbares Bar-Geld gibt. Dadurch müssen die Einkommen nicht unbedingt die Produkte und Leistungen kaufen, aus deren Vorfinanzierung diese entstanden sind.
Dies mag auf den ersten Blick überhaupt nicht plausibel erscheinen, wer hortet heute Bares? WARUM sollte hortbares Bargeld also die Ursache der Wirtschaftskrisen sein?
Das Problem ist nicht, dass heute massiv Bargeld gehortet wird, sondern dass man Bargeld massiv horten KÖNNTE.
Die Zusammenhänge sind also etwas komplexer – also hangeln wir uns mal die Kausalkette lang:
Wir brauchen immer Inflation – weil wir die Deflation wegen dem hortbarem Bargeld wissentlich NICHT mit Geldpolitik im Griff haben.
Inflation = Übernachfrage = Verschuldungswachstum* > Nachfrageverzicht der Einkommen
Deflation = Unternachfrage = Verschuldungswachstum* < Nachfrageverzicht der Einkommen
Inflation können wir mit geldpolitischen Mitteln regeln – das Verschuldungswachstum kann mit Zinserhöhungen und Begrenzungen bei der Notenbankgeldmenge reduziert werden.
Deflation können wir heute NICHT mit geldpolitischen Mitteln regeln. Unter Null können die Guthabenzinsen mit hortbarem Bargeld nicht absinken. Und eine Ausweitung der Notenbankgeldmenge führt im Krisenfall nicht mehr zu einer Ausweitung der nachfragenden Kreditvergabe. Dies weil nicht die Notenbankgeldmenge, sondern die Verfügbarkeit freiwilliger Schuldner mit Pfand, dann das Nadelöhr der Kreditnachfrage ist.
Ohne Eingreifen des Staates ist die Deflation das Spielende des Systems, die Kredite platzen, eine immer stärkere Abwärtsspirale landet in Crash und Krieg. Deshalb greift der Staat jetzt als “Retter” ein, er verschuldet sich und startet Konjunktur- oder Kriegsprogramme, bis er mangels Kreditwürdigkeit von seine Notenbank mittels Druckerpresse “gerettet” muss.
Unser Finanzsystem ist deshalb heute vergleichbar mit einem Auto, was nur ein Gaspedal, aber keine Bremse hat.
Es kann den Schuldenberg nur aufwärts fahren und es kann auf diesem Berg auch nicht anhalten. Deshalb wird heute immer vom Wachstum gesprochen, starkes Schuldenwachstum zur Aufrechterhaltung der Inflation wird in Wahrheit gebraucht. Aber so genau will es der Bürger ja zum Glück der Wachstumsbeschwörer nicht wissen.
Heute denken viele, wir haben die Krisen, weil so viele Schulden gemacht wurden. Dass ist schon richtig, aber WARUM wurden so viel Schulden gemacht? Weil wir die Deflation nicht mit Geldpolitik regeln können! Weil wir den Nachfrageverzicht nicht über negative Guthabenzinsen in die Selbstinvestition lenken können. Weil wir deshalb immer versuchen müssen, das System über starkes Verschuldungswachstum im “Inflationsmodus” zu halten.
Hortbares Bargeld – steht also am Anfang der Kausalkette von Verschuldungszwang und Krisen
Nachzulesen auch bei Ex-Bundesbank-Vorstand Prof. Ottmar Issing
Nichthortbares Bargeld würde die Regelung der Deflation ermöglichen. Wir könnten auf dem Schuldenberg anhalten und wir könnten vom Schuldenberg in unwirtlicher Höhe sogar langsam wieder bis in den grünen Bereich herunter fahren. Ohne Bremse droht unserem Wirtschaftswagen dagegen die ungebremste Fahrt über die eisige Klippe.
Krise hin und Verschuldung her? Ihnen dreht es schon bei dem Gedanken an befristetes Bargeld und potentielle Minuszinsen den Magen um? Hier steht, warum der Hortungsschutz Ihrem Bauch genauso gut tut wie Ihrem Vermögen.
ansonsten siehe bitte auch die Handlungsoptionen hier
*mit Verschuldungswachstum meinen wir den Kreditsaldo freiwilliger solventer Schuldner – Lustschulden – keine Frustschulden”
http://www.global-change-2009.com/blog/wirtschaftskrise/2010/05/#comments
Brichta:
Ich kann hier nicht auf jeden Aspekt dieses Artikels eingehen. Die Grundaussage des durchgetretenen Gaspedals teile ich allerdings voll und ganz. Genau sie liegt ja auch meinem letzten Brief an die “Liebe Angela Merkel” zugrunde (siehe weiter unten)
Montag, 31. Mai 2010 12:38
“… diese Bank würde das Geld selbst “schöpfen” und wieder “verschwinden” lassen, wenn Kredite getilgt würden. …”
Sehr geehrter Herr Frankura,
wenn Ihre gedachte “Gesamtbank für Alles” keine Kundeneinlagen mehr hereinzuholen braucht stellt sich die Frage, wie dann noch Inflation vermieden werden könnte. (?)
“… Eine Bankmarge brauchte diese Bank nicht, denn die bescheidenen Aufwandskosten träge der Steuerzahler. …”
Aber diese “Gesamtbank” hätte doch auch Kreditausfälle zu “stemmen”, die aus den “bescheidenen” Aufwandskosten zu tragen wären. (?)
“… Diese Bank erwirtschaftet ja keine Gewinne und hätte daher nur den laufenden Betrieb zu finanzieren. …”
Darüberhinaus besteht die Gefahr dass sich die für den laufenden Bankbetrieb dann zuständigen Beamten es mit der Kreditallokation nicht so genau nehmen. (?)
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Samstag, 29. Mai 2010 10:58
Sehr geehrter Herr van Straelen,
diese Bank würde das Geld selbst “schöpfen” und wieder “verschwinden” lassen, wenn Kredite getilgt würden. Eine Bankmarge brauchte diese Bank nicht, denn die bescheidenen Aufwandskosten träge der Steuerzahler. Evtl. könnte sie aber auch eine bescheidene Gebühr beim Kreditnehmer verlangen. Diese Bank erwirtschaftet ja keine Gewinne und hätte daher nur den laufenden Betrieb zu finanzieren. Eine Aufwandsgebühr würde beim Umfang an Krediten kaum ins Gewicht fallen.
Freundliche Grüße
Herr Frankura
Freitag, 28. Mai 2010 16:32
Hallo Herr Brichta,
Hallo AM – Beratungsteam,
Ehrliche Berater gesucht?
Ich bewerbe mich auch schon ständig bei Angie, nie ruft Sie zurück. Hier meine 2 letzten Bewerbungsschreiben.
Habe 2 neue Beiträge zum Ökonomenversagen und zum Ausweg aus der Guthabenkrise geschrieben. Mich würde Ihre geschätzte Meinung interessieren?
Warum verstehen so viele Ökonomen so wenig von der Wirtschaft? http://tiny.cc/yrafl
Warum wir mit “Wertewachstum” aus der Krise kommen? http://tiny.cc/we7ql
Grüße Jörg Buschbeck
Vorstand GlobalChange2009 e.V.
Brichta:
Lieber Jörg Buschbeck, leider ist mein Zeitbudget begrenzt. Schreiben Sie doch einfach hier, was die zentralen Aussagen Ihrer Bewerbungsschreiben waren. Dann kriegen Sie auch garantiert meine Meinung dazu.
Herzl. Gruß
Raimund Brichta
Freitag, 28. Mai 2010 16:30
“… Brichta:
Oh, Sie scheinen diese Sendungen verpasst zu haben. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
dann seien Sie doch so nett und senden mir sowie den hier Lesenden bitte ggf. einen entsprechenden Link.
Vielen Dank!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Das ist typisch Internet-Generation. Für alles muss es einen “Link” geben. Aber, sehr verehrter Herr van Straelen, einen Link gibt es eben noch nicht für alles. Sondern es gibt immer noch ganz normale Fernsehsendungen, die im TV laufen, ohne Link. Da muss man halt zukucken oder man hat’s verpasst. Schade
Aber auch Ihnen kann geholfen werden, zumindest was das Schriftliche anbelangt: Googeln Sie einfach mal nach “Raimund Brichta Kolumne”. Da werden Sie schon fündig werden.
Freitag, 28. Mai 2010 16:25
“… Das mit der staatlichen Bank muss ich genauer erklären.
Diese Bank arbeitet wie jede Bank heute, nur dass sie keine Zinsen nimmt. Damit wäre das Geschäft der Privatbanken erledigt und solche Leute wie Ackermann können 20%+ Rendite verlangen und werden dafür ausgelacht. …”
Sehr geehrte(r) Frau/Herr Frankura,
wenn die von Ihnen gedachte Bank keine Zinsen von den Kreditnehmern mehr nimmt stellt sich die Frage, woher diese Bank dann ihrerseits das Geld zinslos erhält?
“… Es muss m.E. eine staatliche (oder gemeinnützige) Bank sein, weil private Geschäftsbaken Geldgeschäfte mit Gewinn machen wollen (was normal ist) und daher Zinsen verlangen. …”
Könnte es sein dass Sie Zinsen mit Bankmarge ver- bzw. gleichsetzen?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Freitag, 28. Mai 2010 12:16
Den Ansatz der Wirtschaft mittels einer unabhängigen aber staatlichen Zentralbank (Vierte Staatsgewalt) zinsfreies Geld zur Verfügung zu stellen verfolgt und erklärt die Monetative.
http://www.monetative.de
Brichta:
Demnach scheint die Monetative zu glauben, mit einer staatlichen Zentralbank würde alles besser. Sie müsste halt “unabhängig” sein, heißt es dazu. Nun ja, daran kann man glauben oder nicht, ich persönlich glaube nicht daran. Eine solche Zentralbank könnte sich auf Dauer nie und nimmer den Wünschen des Staates widersetzen, immer mehr Geld zu produzieren, um all die schönen Annehmlichkeiten fürs Wahlvolk zu finanziern. Im übrigen gibt es “unabhängige” Zentralbanken schon.
WEIK:
Glauben heisst nicht wissen. Das bringt uns nicht weiter. Ihr Argument, die Politiker würden eine staatliche Zentralbank missbrauchen, um exzessiv Geld zu drucken, war eines der Hauptargumente der Befürworter bei der Gründung der privaten Federal Reserve Bank. Im Übrigen sind die “unabhängigen” Zentralbanken” dieser Welt m. E. Vehikel der Privatbanken, um das Volk glauben zu machen, die Geldschöpfung würde von den “Politikern” kontrolliert.
Brichta:
Genau daran erkennen Sie doch, dass private und staatliche Institutionen gleichermaßen Geld im Überfluss produzieren, sofern sie dazu in der Lage sind. Unter diesem Aspekt ist es also völlig egal, WEM man die Geldproduktion überlässt. Im übrigen mag die Fed zwar im Eigentum der privaten Banken sein, in der Praxis füllt sie aber eine Rolle aus, die anderere Zentralbanken auch ausfüllen. Auch in der Finanzkrise haben alle Zentralbanken im Prinzip das Gleiche gemacht. Sie unterschieden sich nur in Nuancen.
Weik:
Die “Wohltaten” für das Wahlvolk werden von den Politikern sowieso finanziert. Dazu benötigen sie keine staatliche Zentralbank. Allerdings leihen sich diese Politiker das Geld bei privaten Geldeignern oder Banken und damit verbunden haften die Steuerzahler für Zinszahlungen und Schuldentilgung.
Wo das hingeführt hat, sehen wir heute zu genau.
Brichta:
Klar lassen sich die Politiker das Geld machen, das sie für ihre Wohltaten haben wollen – egal von wem. Aber können Sie sich, lieber Herr Weik, denn nicht vorstellen, dass die Politik davon noch viel mehr Gebrauch machen würde, wenn sie die Knete auch noch zinslos bekäme? Die Versuchung wäre ungleich größer.
Das Beispiel Griechenland zeigt das im Übrigen deutlich: Der immense Zinsaufschlag, den Griechenland in Vor-Euro-Zeiten gegenüber z.B. Deutschland zahlen musste, hatte damals wenigstens noch eine mäßigende Wirkung aufs griechische Schuldengebaren. Danach kamen die niedrigen Euro-Zinsen, die die Griechen noch nie zuvor gehabt hatten, und die sie geradezu in Versuchung führten, noch mehr Schulden zu machen (= noch mehr Geld zu produzieren). Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn Athen GAR KEINE Zinsen mehr zahlen müsste! Dann gäb’s Frei-Ouzo für alle!
Weik:
Insbesondere die Geldproduktion von ungedecktem Giralgeld aus dem Nichts als Monopol der Privatbanken sollte dringend unterbunden werden.
Seien sie bitte nicht so pessimistisch und nehmen einmal an, eine unabhängige staatliche Monetative, vergleichbar mit dem Status eines Verfassungsgerichts, würde “Vollgeld” schöpfen und dieses zinsfrei den Banken für die Kreditvergabe zur Verfügung stellen.
Brichta:
Was fürn “Vollgeld” sollte das denn sein? Und wie genau würde es hergestellt?
Weik:
Wären damit nicht folgende Vorteile verbunden:
- Die Verquickung zwischen Geldschöpfung und Kreditvergabe wäre aufgehoben.
Brichta:
Das käme darauf an, wie genau das Geld entstehen soll – siehe meine Frage oben.
Weik:
- Nach einer Vollgeldreform erfolgt die Geldschöpfung nicht mehr per
Kredit, sondern durch genuine Seigniorage. Das Geld wäre damit nicht mehr Teil der Zinswirtschaft.
Brichta:
Oups, was bitteschön ist denn eine “genuine Seignorage”????
Weik:
- Die mit der Geldschöpfung verbundenen Extraeinnahmen, die Seigniorage, würde den Bürgern und nicht den Banken zufliessen.
Brichta:
Was gibt es denn da für “Extraeinnahmen”? Ich denke, Ihre neues Geld sollte zinslos entstehen. Sind diese Extraeinnahmen also ein Zins, der nur nicht so genannt wird????
Weik:
- Banken könnten der Wirtschaft und den Verbrauchern zinsgünstige Kredite zur Verfügung stellen. Der Zinskostenanteil in den Warenpreisen würde fallen. Damit auch die Warenpreise.
Brichta:
Warum sollten wir denn überhaupt noch Zinsen für Kredite bezahlen? Ich denke das neue Geld kostet gar nix?
Außerdem: Die Zinsen sind in den letzten zehn Jahren so tief wie seit Kaiserszeiten nicht mehr. Die absolute Zinshöhe – und ihr Anteil an den Warenpreisen – ist im Moment also nicht das große Problem.
Weik:
- Der Zinseszinsmechanismus besitzt einen inhärenten Wachstumszwang, ein Vollgeldregime nicht. Es wäre auch mit Nullwachstum reibungslos vereinbar.
Brichta:
Mit dem ersten Halbsatz des ersten Satzes bin ich voll einverstanden. Aber bitte erklären Sie mir – und zwar NACHVOLLZIEHBAR -, wieso Ihr System diesen Zwang nicht haben würde.
Weik:
Die Umstellung wäre nicht mit einem “Beben” verbunden.
- Was die alltägliche Benutzung von Geld durch Privathaushalte, Firmen und öffentlichen Haushalte angeht, so hat eine Vollgeldreform darauf praktisch keine Auswirkungen.
Wäre man über die Umstellung nicht informiert, würde man nichts davon bemerken. Denn die Reform bedeutet weder eine Währungsreform noch einen ‘Kapitalschnitt’.
Niemandes Guthaben und Schulden, Forderungen und Verbindlichkeiten würden verändert werden.
Brichta:
Das sind nun wieder Behauptungen, die Sie ebenfalls erklären sollten: Wie genau würde denn die Umstellung vonstatten gehen?
Weik:
Die Monetative könnte ein richtiger Schritt für den Übergang einer wachstumsorientierten zu einer reifen und gesättigten Wirtschaft in einer modernen Gesellschaft sein.
Vielleicht wird dieses Konzept einmal durch umlaufsichernde Elemente nach Gesell ergänzt werden, um den Umverteilungseffekt des Zinseszinses von Arm zu Reich gänzlich zu verhindern.
Brichta:
Mein Eindruck bis hierher: Sie haben mit dieser Initiative dasselbe Problem, das alle Lösungsvorschläge bisher hatten. Sie müssen sich in endlose Diskussionen darüber einlassen, welchen Sinn und welche Folgen die Maßnahmen hätten, die Sie vorschlagen. Und das, wo der größte Teil der Bevölkerung noch nicht einmal einsieht, WARUM überhaupt etwas verändert werden sollte.
Freitag, 28. Mai 2010 10:15
nach einen Zusatz:
Es muss m.E. eine staatliche (oder gemeinnützige) Bank sein, weil private Geschäftsbaken Geldgeschäfte mit Gewinn machen wollen (was normal ist) und daher Zinsen verlangen.
Viele Grüße
Frankura
Brichta:
Und Sie glauben tatsächlich, ein solcher Systemwechsel, könnte ohne Beben vonstatten gehen?
Freitag, 28. Mai 2010 10:08
Sehr geehrter Herr Brichta,
das Problem mit dem Zinseszins ist mir wohl bekannt. Zinsen sind jedoch kein Naturereignis und daher könnte man sehrwohl das Finanzbeben verhindern, zumindeswt abmildern, wenn es auch mittlerweile aufgrund der großen Schieflagen durch den Zinseszinseffekt kaum mehr möglich ist.
Brichta:
Zinsen sind insofern ein Naturereignis, als dass sie ja vertraglich garantiert sind. Sie könnten natürlich kurzerhand all diese Verträge annulieren, aber dann würden Sie eben damit für das Beben sorgen. Sie können es also drehen und wenden wie Sie wollen, das Beben ist unvermeidlich. Und Sie selbst scheinen das ja auch einzusehen, wenn ich Ihre obigen Zeilen richtig interpretiere. Dort reden Sie nur noch von “abmildern”.
Das mit der staatlichen Bank muss ich genauer erklären.
Diese Bank arbeitet wie jede Bank heute, nur dass sie keine Zinsen nimmt. Damit wäre das Geschäft der Privatbanken erledigt und solche Leute wie Ackermann können 20%+ Rendite verlangen und werden dafür ausgelacht. Ansonsten mischt sich diese Bank nicht in die PrivatWIRTSCHAFT ein. Also es wird keine Planwirtschaft wie in der DDR eingerichtet. Es geht nur um die KREDITVERGABE! an die WIRTSCHAFT! Diese verläuft nach genauer Prüfung wie heute auch. Man könnte noch ein Gremium installieren das diese Bank kontrolliert. Da können Orgenisationen wie z.B. der BDI mitmachen.
Kredite ohne Zinsen hätten viele Vorteile so z.B. dass wir das mittlerweile unsinnige Wirtschaftwachstum nicht mehr erzwingen müssen. Geld wäre “billig” und würde einen Investitionsschub in D auslösen. Der Verschuldungszwang der Volkswirtschaft wäre unterbunden. Große Kapitalgeber könnten keine hohen Renditen mehr “erpressen”. Fällt Ihnen noch mehr ein? Letzteres wird wohl ein hauptgrund sein, dass wir sowas nicht bekommen werden.
Natürlich brauchen wir vorher einen Reset sonst ginge das nicht – das noch zum Schluss.
Viele Grüße
Frankura
Brichta:
Auf Ihre Vorschläge möchte ich im Einzelnen nicht eingehen, weil ich mich mit Lösungsvorschlägen noch nicht beschäftige. Diese Seiten dienen ja dazu, eine solche Diskussion erst in Gang zu setzen. Unser Diskurs entsponn sich ja auch lediglich an Ihrer Bemerkung, mit Ihren Vorschlägen ließe sich das Beben noch verhindern. Aber nun schreiben Sie ja selbst, dass wir vorher einen “Reset” bräuchten. Genau das ist es doch, was ich meine: Dieser Reset wird das Beben sein, denn wie immer Sie ihn ausgestalten, es wird turbulent werden.
Donnerstag, 27. Mai 2010 20:43
Zitat Brichta:
“zu 2. Was heißt “Schulden verhandeln”? Sie meinen doch im Klartext, dass Schulden erlassen werden müssen. Das wird natürlich geschehen. Aber letztendlich ändert auch das nichts daran, dass die Geldmengen weiter steigen. Zumal ein Schuldenerlass nicht gleichzeitig eine Geldvernichtung bedeutet. Die Schulden sind zwar weg, aber das mit der Schuld erzeugte Geld ist nach wie vor vorhanden. Inwieweit sind Ihnen diese Zusammenhänge klar? Sie sind wahrlich nicht einfach zu verstehen, aber sie sind elementar für das Verständnis des Problems. Mit anderen Worten: Auch mit einem Schuldenerlass steuern wir auf den “Tag X” zu. Denn irgendwann werden auch Deutschland und die USA einen Schuldenerlass brauchen.”
Das verstehe ich nicht ganz. Die Geldschöpfung ist ja ein bilanzieller Vorgang.
Aktiv die Schuld passiv das Geld. Wie wollen die Banken eine Schulderlass auf der Aktivseite bilanzieren ohne gleichzeitig auf der Passivseite Geld zu vernichten. Es wird natürlich nicht das Geld aus dem schaffenden Kreditkontrakt vernichtet.
Wenn keine Kundengelder abgeschrieben werden sollen, dann muss Eigenkapital(Passiv) vernichtet werden.
Sonst hängt doch die Bilanz schief.
Gruß
Brichta:
Hallo Thorsten, eine sehr gute Frage, die mir die Gelegenheit gibt, das Ganze genauer zu erläutert. Sie haben sich die Antwort nämlich schon selbst gegeben: Die Abschreibungen werden gegen das EIGENKAPITAL verrechnet. Das Eigenkapital ist aber kein Geld. Folglich werden zwar Buchwerte vernichtet, aber das mit dem Kredit geschaffene Geld bleibt weiter bestehen.
Geld würde nur dann vernichtet, wenn die Bank aufgrund der Abschreibungen pleiteginge und somit auch ihre Gläubiger, zu denen die Geldbesitzer gehören, bluten müssten. Dann müssten nämlich auch die Einlagen zusammengestrichen werden. Und nur diese Einlagen sind ja Geld.
Aber sellbst im Falle einer Bankpleite würde kein Geld vernichtet, sofern die Einlagen gesichert sind. Bei uns zum Beispiel hat ja die Liebeangelamerkel alle Einlagen garantiert, also würde hier in D selbst in diesem Falle kein Cent vernichtet. Es würde quasi nur ein neuer Schuldner für das Geld eingetragen, nämlich der Staat.
Sind Ihnen die Zusammenhänge insoweit klar?
Donnerstag, 27. Mai 2010 18:01
Sehr geehrter Herr Brichta,
Sie hatten in Ihrer neuen Kolumne “Liebe Angela Merkel” das kommende Finanzbeben mit einem Erdbeben verglichen. Dieser Vergleicht hinkt meiner Meinung nach, weil unser Finanzsystem von Menschen gemacht ist, dagegen die Erde nicht.
Brichta:
Der Vergleich hinkt deshalb nicht, weil unser Geldsystem so konstruiert ist, dass es mathematischen, ja sogar physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgt. Der wesentliche Faktor dabei ist der Zinseszinseffekt, der dafür sorgt, dass Geldmengen exponentiell wachsen MÜSSEN. Und da ein solches Wachstum wiederum früher oder später zum Zusammenbruch führen MUSS, ergibt sich eine Zwangsläufigkeit, die der Unvermeidbarkeit von Erdbeben ähnelt. Und dies OBWOHL das eine von Menschen gemacht ist und das andere nicht.
Der Unterschied ist nur, dass der Mensch den Zeitpunkt des Finanzcrashs hinausschieben kann (z.B. durch solche Maßnahmen wie in meinem neuen Brief beschrieben), während der Zeitpunkt eines Erdbebens – nach allem was ich weiß – vom Menschen nicht beeinflussbar ist. Da wir aber annehmen können, dass jeder Regierende auch in Zukunft alles daran setzen wird, das Ende hinauszuzögern, lässt sich nicht von vornherein sagen, WANN der Finanzcrash kommt. Auch hier sind wir also wieder bei der Vergleichbarkeit von Geld- und Erdbeben: Man kann nahezu mit Sicherheit sagen, dass es kommen wird, aber eben nicht wann.
Man könnte das Finanzbeben also verhindern indem z.B.:
1. Deutschland Souveränität über die eigene Währung zurück erhält.
2. Die Schulden verhandelt werden (ggf. mit Verlusst für reiche Gläubiger, also die sich das leisten könnten.
3. Eine staatliche Bank gegründet wird, die sich ausschließlich um die Volkswirtschaft kümmert und an die Wirtschaft zinslose Kredite vergibt (nach wirtschaftlichen Kriterien wie heute auch versteht sich)
Es kann ja nicht sein dass Privatbanken also Privatpersonen über das Wohl und Wehe unserer Volkswirtschaft entscheiden, bzw. Zocken und Spekulieren und die Realwirtschaft am Boden liegt.
Wenn eine staatliche Bank zinslose Kredite an die Wirtschaft vergeben würde, wäre die Volkswirtschaft unabhängig vom Geld der Großgläubiger und Kapital aus dem Ausland.
Wenn es auch aufgrund verschiedener politischer Konstellationen sehr unwahrscheinlich ist dass solche Maßnahmen durchgesetzt werden können, muss man m.E. dennoch einen Weg zeigen, wie man die Situation verbessern könnte. Damit ist sicherlich nicht alles geregelt.
Allerdings muss ich als ehemaliger DDR-Bürger aus Erfahrung der Wende sagen, dass sich in Krisenzeiten plötzlich Möglichkeiten auftun, die man noch einige Jahre, wenn nicht sogar Monate zuvor für völlig unmöglich gehalten hätte. Es ist also noch vieles möglich! Machen Sie bitte weiter so!
Mit freundlichen Grüßen
Frankura
Brichta:
zu 1. Wenn Deutschland die Souveränität über die eigene Währung zurückerhält, wird dies überhaupt nichts daran ändern, dass auch bei uns irgendwann ein Währungsschnitt gemacht werden muss. Die Gründe dafür habe ich oben beschrieben. Im Klartext: Dies hat nichts mit dem Euro zu tun.
zu 2. Was heißt “Schulden verhandeln”? Sie meinen doch im Klartext, dass Schulden erlassen werden müssen. Das wird natürlich geschehen. Aber letztendlich ändert auch das nichts daran, dass die Geldmengen weiter steigen. Zumal ein Schuldenerlass nicht gleichzeitig eine Geldvernichtung bedeutet. Die Schulden sind zwar weg, aber das mit der Schuld erzeugte Geld ist nach wie vor vorhanden. Inwieweit sind Ihnen diese Zusammenhänge klar? Sie sind wahrlich nicht einfach zu verstehen, aber sie sind elementar für das Verständnis des Problems. Mit anderen Worten: Auch mit einem Schuldenerlass steuern wir auf den “Tag X” zu. Denn irgendwann werden auch Deutschland und die USA einen Schuldenerlass brauchen.
zu 3. Dieser Vorschlag wirft mehr Fragen auf, als er Antworten gibt. Hier nur einige davon: Was kann eine staatliche Bank besser machen als viele private Geschäftsbanken? Bei Ihnen in der DDR gab es sowas ähnliches doch schon mal. Funktioniert hat es aber nicht. Und: Soll diese staatliche Bank per Kredit dann auch weiter Geld schöpfen können, wie das heutzutage geschieht? Wer soll in Ihren Vorstellungen denn dafür verantwortlich sein, Geld zu machen? Wenn es der Staat alleine wird, sehe ich auch keine Besserung, denn er wird dann selbstverständlich ebenfalls Geld im Überfluss produzieren. Die Geschichte hat viele Beispiele dafür.
Im Prinzip geht die aktuelle Entwicklung sogar in diese Richtung: Denn der Staat wird zunehmend den Bankensektor übernehmen (müssen). Damit ist aber die Geldschwemme nicht weg, sondern sie ist quasi nur verstaatlicht.
Herzl. Gruß
R. Brichta
Donnerstag, 27. Mai 2010 10:31
Hallo Herr Brichta,
ich habe gerade Ihr Schreiben auf MMnews gelesen und bin von Ihrer Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit begeistert.
Schön, dass immer mehr “Aufwachen” und sich trauen ihre ehrliche Meinung an die Offentlichkeit zu bringen.
Deutschland ist ein tolles Land und hat unglaubliches Potential. Das ist der globalen Elite bewusst.
Ich hoffe, dass es keine Folgen in Ihrer Karriere bei RTL haben wird.
Freundliche Grüße aus Weißensee
Cherif Yamashita
Brichta:
Vielen Dank! Ihre Meinung zu Deutschland teile ich uneingeschränkt. Und bei RTL habe ich keine Ambitionen. Für das, was ich mache, ist n-tv der geeignetere Sender
Mittwoch, 26. Mai 2010 19:14
“… Und ich wiederhole es hier gerne noch einmal: 99 Prozent der Bevölkerung verstehen gar nicht, warum man sich überhaupt Gedanken über ein nachhaltiges Geldsystem machen sollte. DAS ist das Hauptproblem, das angegangen werden muss. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
ja wenn das so ist verstehe ich gar nicht, warum Sie dieses “Hauptproblem” bisher nicht angegangen sind?
Jedenfalls nicht, wenn Sie “auf Sendung” waren.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Oh, Sie scheinen diese Sendungen verpasst zu haben.
Dienstag, 25. Mai 2010 22:30
Arme Frau Merkel, sie tut mir ja schon fast wieder leid.
http://image.baidu.com/i?ct=503316480&z=0&tn=baiduimagedetail&word=%C6%E0%B2%D2&in=24752&cl=2&cm=1&sc=0&lm=-1&pn=20&rn=1&di=2407461993&ln=2000&fr=&ic=0&s=0&se=1
Brichta:
Putziges Bild
Montag, 24. Mai 2010 20:20
Liebe Angela Merkel!
Dieser Tage habe ich einen Hilferuf von Ihnen gehört, der mich nachdenklich gemacht hat: Sie suchten nach wirklich “ehrlichen Beratern” aus der Finanzbranche, haben sie gesagt. Solchen, von denen Sie nicht “über den Tisch gezogen” würden. Das klingt nach Enttäuschung über unehrliche oder inkompetente Berater. Und es klingt auch ein wenig hilflos. Beides, verehrte Bundeskanzlerin, kann ich gut nachempfinden. Denn wie sollen Sie als Physikerin und Politikerin all das verstehen? Wie sollen Sie verstehen, warum Sie von den Finanzmärkten in immer kürzeren Abständen zu Entscheidungen getrieben werden, deren Auswirkungen Sie gar nicht abschätzen können? Selbst Ihre Berater scheinen die Konsequenzen ja nicht zu überschauen, und diejenigen, die sie überschauen, sind vielleicht nicht ehrlich? Eine vertrackte Situation, in der Sie da stecken.
Da Ihnen also offenbar niemand reinen Wein einschenkt, möchte ich das mit diesem Brief tun. Obwohl ich ja immer noch auf Ihre Antwort warte auf meinen Brief vom Oktober 2008, den ich Ihnen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise geschrieben hatte (http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Liebe-Angela-Merkel-article423929.html). Aber wahrscheinlich konnten Sie ihn gar nicht lesen, weil er von Ihren Beratern nicht zu Ihnen durchgelassen wurde – wie vermutlich auch dieser Brief nicht durchgelassen wird. Dabei enthalten beide genau die Ehrlichkeit, nach der Sie sich so sehnen. Deshalb mein Vorschlag: Gehen Sie in einer ruhigen Minute – wenn Ihnen gerade kein Berater über die Schulter schaut – doch einfach mal ins Internet und clicken auf diese Seite.
Aber nur, wenn Sie Ehrlichkeit auch vertragen! Versprochen? Ich muss nämlich gleich mit einer Wahrheit herauskommen: Es gibt kein Rezept, mit dem Sie den Patienten Finanzmarkt auf schmerzlose Weise heilen können. Wobei es hier weniger um die Schmerzen für den Finanzmarkt selbst geht, die wären vermutlich zu verkraften. Es geht vielmehr um Schmerzen für uns alle, weil wir auf irgendeine Art und Weise alle vom Finanzmarkt abhängen.
Im Prinzip geht es dem Patienten wie einem Süchtigen, der dauernd eine Droge spritzen muss. Diese Droge heißt Geld. Und seitdem er sie sich nicht mehr selbst in ausreichender Menge spritzen kann, hängt er am Tropf der Regierungen und Notenbanken dieser Welt, also auch an Ihrem. Seitdem wird er mit Staatsknete ruhig gestellt. Geheilt werden kann er damit aber nicht.
Theoretisch gäbe es einen Ausweg, nämlich eine Rosskur, die Sie dem Suchtpatienten verordnen könnten, indem Sie ihn vom Tropf nehmen. Dies wäre allerdings so schmerzhaft, und zwar für uns alle, dass Sie es als Kanzlerin nicht überleben würden. Man würde Ihnen die Schuld geben an einer daraus folgenden Abwärtsspirale aus Pleiten von Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen bis hin zu Massenarbeitslosigkeit und Unruhen in der Bevölkerung. Am Ende würden Sie vermutlich aus dem Amt gejagt. Ganz ehrlich, liebe Angela Merkel, an Ihrer Stelle würde ich das auch nicht riskieren.
Deshalb bleibt Ihnen keine andere Wahl, als den anderen Weg zu gehen, den einzigen, der Ihnen noch bleibt. Sie müssen dem Süchtigen geben, was er braucht – koste es, was es wolle. Und Letzteres ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Dosen, mit denen Sie den Patienten ruhig stellen können, müssen immer größer werden – zig Milliarden, hunderte Milliarden, Billionen… . Ganz nebenbei werden Sie merken, dass auch der Staat längst süchtig geworden ist und ohne immer größere Geldspritzen nicht mehr auskommt.
Aber irgendwann – das muss Ihre Hoffnung sein – werden Sie in den wohl verdienten Ruhestand gehen, ohne aus dem Amt gejagt worden zu sein. Wenn Sie sich dann wieder im Netz informieren, werden Sie verfolgen, wie auch Ihre Nachfolger weiter aufs Gaspedal treten, das direkt neben Ihrer imaginären Schuldenbremse liegt. Wie Ihre Nachfolger Billiarden, Trillionen oder Trilliarden irgendwohin pumpen, um irgendjemanden zu „retten“. Sie werden dann auch verfolgen, was passiert, wenn der Staat plötzlich keine neuen Spritzen mehr bekommt, weil diejenigen, die sie ihm geben könnten, kein Vertrauen mehr in den Suchtpatienten haben. Sie werden verfolgen, wie es dann zu einer Abwärtsspirale aus Pleiten von Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen kommt – bis hin zu Massenarbeitslosigkeit und Unruhen in der Bevölkerung. Allerdings können Sie dann sagen: „Gut, dass das nicht mir passiert ist.“
Ganz ehrlich, liebe Angela Merkel, Sie haben Glück, wenn es noch so lange dauert,
meint Ihr
Raimund Brichta
Samstag, 22. Mai 2010 17:01
“… Brichta: Ganz einfach: Einem nachhaltigen Geldsystem würde nicht der Drang zum exponentiellen Wachstum innewohnen. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
da Sie schon zum Besten gaben, eine konstruktive Geldumlaufsicherung abzulehnen, frage ich Sie, wie denn Ihr “nachhaltiges Geldsystem”, dem nicht der Drang zum exponentiellen Wachstum innewohnt, konkret aussieht?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Verehrtester Herr van Straelen, ich weiß gar nicht wie Sie darauf kommen, dass ich eine “konstruktive Geldumlaufsicherung” ablehne. Ich habe hier lediglich schon mehrfach erwähnt, dass die Zeit für “Lösungsvorschläge” m. E. noch lange nicht reif ist. Und ich wiederhole es hier gerne noch einmal: 99 Prozent der Bevölkerung verstehen gar nicht, warum man sich überhaupt Gedanken über ein nachhaltiges Geldsystem machen sollte. DAS ist das Hauptproblem, das angegangen werden muss.
Donnerstag, 20. Mai 2010 11:24
Sehr geehrter Herr van Straelen,
die gleiche Diskussion über die Geldschöpfung von Geschäftsbsnken habe ich mit Herrn Brichta vor längerer Zeit an anderer Stelle schon einmal geführt. Herr Brichta ist nicht der Mann, der sich von Ansichten oder Definitionen überzeugen läßt.
Letztendlich ist die Frage, ob Geschäftsbanken Geld schöpfen oder nicht, eine Frage der Definition des Begriffes Geld. Wenn man Kredite und Zahlen aus manipulierbaren Bilanzen als Geld betrachtet hat Herr Brichta recht.
Brichta:
Bravo Herr Vogel, damit treffen Sie den Nagel auf den Kopf! Im Unterschied zu Herrn van Straelen sind Sie offenbar in der Lage, solche Dinge intellektuell zu erfassen. Es ist eine reine Frage der Definition, wie ich unten geschrieben habe.
Ins rechte Licht rücken muss ich allerdings Ihre abwertend klingende Formuliereung: “Wenn man Kredite und Zahlen aus manipulierbaren Bilanzen als Geld betrachtet, ….” Ja, so ist es! Geld besteht heutzutage sogar aus überhaupt nichts anderem mehr als aus Zahlen in Bilanzen. Selbst das Bargeld, das erst dadurch zu Geld wird, indem es die Notenbank vom Betrag her in ihre Bilanz nimmt und per Kredit in Umlauf bringt.
Dass Bilanzen auch “manipulierbar” sind, wie sie anmerken, widerspricht dem überhaupt nicht. Selbstverständlich sind sie das. Manipulierbar ist aber auch das, was Sie unter Geld verstehen. Denken Sie nur daran, wie der Gold- oder Silbergehalt der Münzen früherer Jahrhunderte reduziert wurde, während die eingeprägten Werte dieselben blieben. War das etwa keine Manipulation?
Ich stimme mit Ihnen überein, daß Geld das ist, wofür man etwas kaufen kann und von der Notenbank emitiert wird. Alles andere vom Sparbuch über Kredite, Anleihen, Aktien etc. sind Wertpapiere, die auf dem Finanzmarkt zu bestimmten Konditionen gehandelt werden. Diese Wertpapiere sind Zeiger wo Geld sein sollte und wem es zuzuordnenist.
Bilanzen sind etwas, was mathematisch nicht zulässig ist, da dort Äpfel, Birnen und Pflaumen (also Geld, Sachwerte und Wertpapiere) addiert werden. Die Bilanzgläubigkeit ist eine Ursache der Fehleinschätzung von Ratingagenturen.
Mit freundlichen Grüßen
B. Vogel
Brichta:
Man kann an Bilanzen ja durchaus Kritik üben, da stimme ich Ihnen zu. Aber dass Bilanzen “mathematisch nicht zulässig” sein sollen, ist ein Witz. Unsere gesamte moderne Geschäftswelt – und nicht nur die Finanzwelt – basiert auf Bilanzen. Der Clou ist ja gerade, dass man dort Äpfel, Birnen und Bananen mit einer einheitlichen Geldeinheit bewertet. So, wie sie das im Supermarkt übrigens genauso tun. Sie bezahlen alle drei Obstsorten mit demselben Geld, nämlich mit Euro, und wenn Sie mit EC-Karte bezahlen, sogar mit Geld, das NUR in Bilanzen existiert.
Wieso ist das für Sie eigentlich so schwer zu kapieren?
Donnerstag, 20. Mai 2010 1:09
“… Genauso denkbar wäre aber auch ein einstufiges Bankensystem ohne Zentralbank (das es im übrigen auch schon gegeben hat, z.B in den USA vor 1913). Wir “brauchen” sie also tatsächlich nicht…. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
vor dem Zentralbanken-Zeitalter war die Geldmenge in erster Linie bestimmten Edelmetallmengen “geschuldet”, die sich in diversen Banktresoren befanden.
Da die für Gelddeckungen “erforderlichen” Metallmengen (Gold oder/und Silber) rein zufällig waren ereigeneten sich extreme Konjunkturverläufe. Deshalb war und ist die Idee auch grundsätzlich richtig, das Geldwesen zentral zu verwalten, insbesondere um die Geldmengen keinesfalls dem Zufall zu überlassen.
Aber nur ein konstruktiv umlaufgesichertes (nämlich kontinuierlich nachfragewirksames) Geld mit einer direkten Geldmengensteuerung (im Gegensatz zur heutigen indirekten “Steuerung” mittels Transmissionsmechanismus) ist in der Lage eine langfristige absolute Geldwertstabilität (langfristig gleichbleibender Konsumgüterpreisindex) zu gewährleisten.
Brichta
Sie verstehen es einfach nicht: Wenn wir darüber reden, was Geld ist, dann reden wir nicht darüber, welches Geldsystem besser oder schlechter ist, sondern wir reden darüber, was Geld ist. Punkt. Sie behaupten ständig, nur Zentralbanken könnten Geld machen, und ich beweise Ihnen ständig das Gegenteil. Ich zeige Ihnen sogar, dass es im Prinzip auch ohne Zentralbanken Geld geben kann. Und Sie antworten dann, “aber das ist schlecht, weil …..” Noch einmal: darum ging es mir gar nicht!
Sie müssten vor allen Dingen einmal lernen, den Kern von Aussagen anderer zu erfassen. Sie tragen dagegen nur Ihre Denkschablonen vor sich her, die Ihr Gesichtsfeld stark einengen.
“… Tatsächlich ist so ein einstufiges Bankensystem denkbar. Ob es besser oder schlechter wäre, als das gegenwärtige, lassen wir mal außen vor. …”
Ich lasse das keinesfalls außen vor!
Geld als gesetzliches Zahlungsmittel gehört in die Hand des Staates, allerdings mit einer vernünftigen Gesetzgebung, die eben das Geld als reines Zwischentauschmittel begreift und keinesfalls als Wertaufbewahrungsmittel, was uns letztlich nämlich auch die heutigen Wirtschafts- und Finanzkrisen beschert hat!
Was den Geldkreislauf zwischen Privaten (Sparen und Kreditallokation) betrifft sollten sich auch private Firmen (Geschäftsbanken, Versicherungen etc.) damit beschäftigen.
Das eine (Geld) hat mit dem anderen (Kreditwesen) nicht wirklich etwas zu tun und sollte nicht vermengt werden bzw. entflechtet werden!
Brichta:
Wissen Sie eigentlich noch, was unser Ausgangspunkt war? Hier ging es um Ihre Frage, wozu Notenbanken überhaupt nötig seien, wenn Geschäftsbanken doch selbst Geld machen könnten. Darauf meine Antwort: Sie sind tatsächlich nicht unverichtbar, UM GELD ZU MACHEN. Das geht auch ohne sie.
“… Aha, ich entnehme Ihrer Aussage, dass Geschäftsbanken im Grunde entbehrlich sind. Denn nur um etwas “weiter zu vermitteln”, sind sie nicht unbedingt nötig. Das Geld verteilen oder vermitteln könnten die Zentralbanken schließlich auch. Sie müssten nur entsprechend viele Filialen haben. …”
Auf gar keinen Fall sind Geschäftsbanken entbehrlich, es sei denn, Sie wollen Kommunismus.- Aber bitte ganz ohne mich!
Die Kreditallokation ist wesensgemäß eine ganz private Angelegenheit.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Sie sind schon wieder bei gut und böse. Natürlich haben Geschäftsbanken ihren Sinn. Aber Geld kann es auch ohne sie geben. Nichts anderes habe ich gesagt.
Dienstag, 18. Mai 2010 13:49
Zitat Dietmar Danapel:
Wenn es so etwas gibt, wie das Gesetz der abnehmenden Wachstumsraten (was Sie ja schon in den Bereich eines Naturgesetzes rücken), dann haben die entwickelten Volkswirtschaften in den letzten 20 Jahren bewusst mit der Deregulierung der Finanzmärkte reagiert, um diesen Prozess der Degression aufzuhalten, um in meiner Sprache: virtuelles Wachstum zu erzeugen. Auch die massive Verschuldung der nationalen Haushalte mit alle Krisensymptomen ist nur eine konsequentes Spiegelbild dieser Entwicklung.
——————————————
So ist es.
Je weiter sich eine Volkswirtschaft entwickelt, umso geringer sind die relativen Wachstumsraten. Deutschlands Volkswirtschaft wächst um recht konstante absolute Beträge von etwa 300 Mrd. Euro pro Jahrzehnt.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Reales-Bruttoinlandsprodukt-Deutschland-1950-2000.png&filetimestamp=20060429153828
Relativ betrachtet wächst es aber so:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BIPBRD5004.PNG&filetimestamp=20051123162333
Das ist auch völlig normal. Wachstum um 50 Einheiten von der Basis 100 im ersten Jahr sind 50%, aber Wachstum 50 Einheiten von der Basis 150 im zweiten Jahr sind nur noch 33%
Ich empfehle auch:
http://www.wachstumsstudien.de/
Montag, 17. Mai 2010 20:47
Lieber Herr Brichta,
schade, dass Sie meinen vorgeschlagenen Weg nicht mitgehen wollen, oder vielleicht doch?
Ihr nachhaltiges Geldsystem kann doch nur entwickelt werden, wenn Sie akzeptieren, dass es in jeder Volkswirtschaft eine Wertbildungssphäre (menschliche Arbeit), eine Wertrealisierungssphäre (Märkte) und eine darauf synchronisierte Geldsphäre gibt.
Sie können das Geldsystem nicht unabhängig von der Entwicklung der realen Wertschöpfung abstrakt definieren. Und da müssen sie einige Variablen zusätzlich einbauen.
Brichta:
Wieso? Die Geldsphäre ist doch inzwischen so stark geworden, dass sie die anderes Sphären dominiert. Folglich konzentriere ich mich nur auf diese und konzentriere mich damit aufs Wesentliche.
Wenn es so etwas gibt, wie das Gesetz der abnehmenden Wachstumsraten (was Sie ja schon in den Bereich eines Naturgesetzes rücken), dann haben die entwickelten Volkswirtschaften in den letzten 20 Jahren bewusst mit der Deregulierung der Finanzmärkte reagiert, um diesen Prozess der Degression aufzuhalten, um in meiner Sprache: virtuelles Wachstum zu erzeugen. Auch die massive Verschuldung der nationalen Haushalte mit alle Krisensymptomen ist nur eine konsequentes Spiegelbild dieser Entwicklung.
Brichta:
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wenn dem Geldwesen ein Mechanismuss zu exponentiellem Wachstum innewohnt, die Realwirtschaft aber gleichzeitig allenfalls degressiv wächst, erkennen Sie schon das Problem. Es entsteht ein immer größer werdender Geldüberschuss, der in der Realwirtschaft keine sinnvolle Verwendung mehr findet.
Gäbe es NUR die Realwirtschaft, würde dies früher oder später zu steigenden Güterpreisen führen. Aber jetzt kommt der Finanzbereich ins Spiel: Er hat immer mehr des überschüssigen Geldes aufnehmen können. Das hat wiederum einen Druck zur Liberalisierung der Finanzmärkte zur Folge gehabt, so dass diese immer größere Geldmengen absorbieren konnten. Die Liberalisierung war also eine FOLGE der steigenden Geldmengen und nicht umgekehrt.
Inwieweit das Ganze von Politikerseite “bewusst” geschah, lassen wir mal dahingestellt. Ich glaube, es hatte einen gewisse Zwanghaftigkeit, der man sich schlecht entziehen konnte. Zumindest wäre es anderenfalls zu großen Verwerfungen gekommen.
Die Folge des Ganzen ist, dass der Finanzsektor eine immer dominantere Rolle einnimmt (siehe oben).
Die zunehmende Staatsverschuldung ist wiederum ein Spiegelbild der exponentiell steigenden Geldmengen. Denn da Geld in der Regel durch Schuld entsteht, müssen die Schuldenmengen ungefähr genauso stark wachsen wie die Geldmengen. Und der Staat ist nun mal ein wichtiger Schuldner. Er kann gar nicht anders, als sich immer weiter zu verschulden.
Wie hätte dann Ihr nachhaltiges Geldsystem reagieren müssen, um den obigen Widerspruch aufzulösen, also auch nachhaltiges Wachstum gegen den Trend zu erzeugen.
Brichta:
Ganz einfach: Einem nachhaltigen Geldsystem würde nicht der Drang zum exponentiellen Wachstum innewohnen.
Wozu sollte ein Geldsystem sonst überhaupt gut sein in der jetzigen Entwicklungshase kapitalistischer Systeme ?
Wenn es ein immer weiter sich verringerndes quantitatives Wachstum gibt, vielleicht sollte man dann ein Modell des qualitativen Wachstums einer Volkswirtschaft mit dem entsprechenden nachhaltigen Geldsystem entwickeln. Dies müssten dann nach meinem theoretischen Ansatz ganz anders aussehen.
Herzliche Grüße
D. Danapel
Brichta:
Mit dem Realsektor beschäftige ich mich – wie gesagt – in diesem Zusammenhang nicht. Er ist ohnehin nur der reagierende Sektor. Wenn Sie so wollen, wackelt da der Schwanz mit dem Hund.
Montag, 17. Mai 2010 12:40
Sehr geehrter Herr Brichta,
in Ihrem Beitrag hier vom 11. Mai 2010 um 21:22 Uhr haben Sie meine Aussagen leider teilweise entstellt. Insofern wurden folgende Korrekturen/Kommentierungen meinerseits notwendig:
Zitat: „… Ihr zentraler Irrtum ist die Unterstellung, Geld würde ausschließlich von Zentralbanken gemacht und nicht von Geschäftsbanken. Dabei scheint es mir, als führten Sie streckenweise nur ein Scheingefecht um die semantische Auslegung des Begriffes “Geld”. Sie bezeichnen nämlich das, was sich an Einlagen der Banken und Nichtbanken in der Bilanz einer Notenbank befindet, als Geld. …“
Mich interessiert primär nicht, wer wo was wie in seine Bilanz schreibt. Ich mache keine Scheingefechte und es geht mir auch keineswegs um eine wie auch immer geartete mir genehme semantische Auslegung des Begriffes „Geld“. Es geht darum die Besonderheiten von Geld zu erkennen, nämlich dass es sich einerseits um ein materielles „Ding“ handelt, welches die juristische Festlegung des gesetzlichen Zahlungsmittels innehat und meinen Gläubiger zwingt, dieses „Ding“ als Entschuldigung anzunehmen. Dazu kommt andererseits noch das staatliche Geld-in Verkehr-bringen-Monopol sowie die Eigenschaft eines Inhaber-Instrumentes.
Brichta:
Genau das ist ja das zentrale Missverständnis der Freiwirtschaftler. Geld hat sich längst von der Gegenständlichkeit früherer Jahrhunderte entfernt und ist zu einem gegenstandslosen Phänomen geworden.
Im Unterschied zu Ihnen zitiere ich ungern fremde Quelllen, weil ich das Denken und Beobachten nicht anderen überlasse. Aber weil es gerade passt, hier der Auszug einer Mail, die ich gestern von einem Schweizer “Mitdenker” bekommen habe: “Narayana Kocherlakta,
(http://en.wikipedia.org/wiki/Narayana_Kocherlakota vom FED, Minnapolis hat vor einigen Jahren ein Paper mit dem Titel “Money is Memory” publiziert. Geld ist demnach “nur” Information, der Informationsträger daher zweitrangig. Wenn ich mich richtig entsinne, bezeichnet er Bargeld doch glatt als “primitive memory”; die hardcore Freiwirtschaftler würden aufheulen, wüssten sie’s;-)”
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Zitat: „… Das Gleiche aber in der Bilanz einer Geschäftsbank, nämlich die dortigen Einlagen der Banken und Nichtbanken, ist für Sie kein Geld. Diese Einlagen bezeichnen Sie nur als “Ansprüche auf Geld”. …“
Geschäftsbanken sowie Nichtbanken ist das In–Verkehr-bringen des Inhaber-Instrumentes namens Geld untersagt.
Brichta.
Wieder einer Ihrer schön auswendig gelernten Sätze. Erstens haben Geschäftsbanken früher sehr wohl auch Bargeld ausgeben dürfen, zweitens tun sie das zum Teil auch heute noch (z.B. in Schottland, Sie waren wohl noch immer nicht da) und drittens dürfen Geschäftbanken generell Geld in Form des Namens-Instruments Buchgeld ausgeben.
Zitat: „… Dazu mag sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden, ich halte es für an den Haaren herbei gezogen. Der Wirklichkeit näher kommt man, wenn man beides als Geld ansieht, das eine herausgegeben von Notenbanken, das andere herausgegeben von Geschäftsbanken. …“
Ansichten sind hier nicht angebracht, da sie keine Tatsachen wiedergeben.
Brichta:
Das IST eine Tatsache, zu sehen in den Bilanzen der jeweiligen Institute.
Zitat: „… Aus Ihrer irrigen Ausgangsannahme ergibt sich nun eine Reihe von Folge-Irrtümern wie die Behauptung, bei einer Kreditvergabe “verleihe” eine Bank nur bestehendes (Zentralbank-)Geld weiter und schaffe damit nicht neues (Geschäftsbanken-)Geld. Sie vermögen es auch gar nicht zu erkennen, wie in der Bilanz einer Bank Geld entstehen kann, und sperren sich gegen die Einsicht, dass dies genauso vonstatten geht wie die Geldproduktion in der Bilanz einer Notenbank: ganz einfach nämlich dadurch, dass auf der Aktivseite ein Vermögenswert aufgenommen wird und gleichzeitig auf der Passivseite eine gleich hohe Verbindlichkeit dazukommt – die Kontoeinlage desjenigen nämlich, von dem der besagte Vermögenswert stammt. …“
Und wo kam dieser „besagte Vermögenswert“ her?
Jedenfalls können Bilanzen kein Geld erzeugen nach der Devise: „Die Bilanz – die kanns!“
Brichta:
Na wo kommt den der besagte Vermögenswert her, wenn das Geld in der Bilanz einer Notenbank entsteht?
Zitat: „… In der Praxis geschieht das am häufigsten im Rahmen einer Kreditvergabe: Der Kreditnehmer erhält auf der Passivseite der Bankbilanz eine Kontoeinlage eingeräumt, der auf der Aktivseite die damit neu entstandene Kreditforderung gegenübersteht. …“
Diese „Einräumung“ ist nur eine Einräumung und sonst gar nichts; da wird nichts erzeugt! – Es handelt sich um einen reinen Buchungsakt der Private betrifft und sonst nichts.
Man muss auch bedenken, dass Zahlungen nur dann mittels Geld erfolgen müssen, wenn der Gläubiger darauf besteht! – Selbstverständlich gibt es Zahlungsvorgänge zuhauf lediglich mittels Güterabgaben oder Guthabenübertragungen ohne Geld!
Brichta:
Genau das ist die Semantik. Die “Guthabenübertragung” ist das Übertragen von Giralgeld. Und für Sie ist es eben nur die Übertragung von “Forderungen auf Geld”. Ich denke, damit sollten wir es nun endlich bewendet sein lassen. Es langweilt mittlerweile, weil wir es hier schon zur Genüge durchgekaut haben.
Zitat: „… Statt ungläubig den Kopf abzuwenden, sollten sie also lieber der Realität ins Auge sehen. Warum glauben Sie, können zum Beispiel Regierungen und Notenbanken in diesen Tagen so leicht Billionen für Rettungsschirme und -Pakete aus dem Ärmel zaubern? Nur WEIL sich das Geld so einfach – per Luftbuchung – machen lässt! …“
Notenbanken können natürlich „aus dem Ärmel zaubern“; wobei es sich bei den Billionen in den „Rettungsaktionen“ um Bürgschaften handelt und nicht primär um Geld.
Brichta:
Irrtum! Erstens betrifft ein Teil keine Bürgschaften, sondern tatsächliche Kredite, zum Beispiel vom IWF. Und zweitens liegen auch dem Teil, der auf Bürgschaften entfällt, tatsächliche Kredite staatlicher Banken zugrunde, z.B. der KfW.
Zitat: „… Im übrigen haben Sie sich in all Ihren Ausführungen bisher nie dazu geäußert, WIE denn Geld tatsächlich entsteht. In Ihren „Erklärungen“ ist Geld in der Regel einfach schon da. Wie es entsteht, lassen Sie offen. …“
Ich habe hier schon durchaus erwähnt, wie Geld entsteht, aber da Sie das wohl überlesen haben, jetzt noch einmal:
Banknoten entstehen in Spezialdruckereien und Scheidemünzen in entsprechenden Prägestätten. Aber das wollen Sie wahrscheinlich nicht hören. Entscheidend ist aber das staatliche In-Verkehr-Bringen-Monopol sowie die allgemeine einzigartige Entschuldungsmacht von Geld (Banknoten und Scheidemünzen).
Brichta:
Es wundert mich, dass Sie nicht auch noch den Klapperstorch ins Spiel bringen. Durch das Bedrucken von Papierschnipseln entsteht noch lange kein Geld. Geld entsteht erst dann, wenn die Schnipsel in die Bilanz der Zentralbank als Geld aufgenommen, und anschließend ausgegeben werden. Letzteres geschieht in. der Regel auf dem Wege eines Kredits.
Ach ja: Sie sind imer noch die Erklärung dafür schuldig, wie denn BUCHGELD DER ZENTRALBANK entsteht.
Zitat: „… Da aber der Aspekt der Zahlungsfähigkeit nicht aus den Augen verloren werden darf, darf dieser Unterschied nie zu groß werden. Allerdings gibt es Institute, die es mit dieser, “Fristentransformation” genannten Bilanzpolitik übertreiben und deshalb ins Straucheln kommen. Die Hypo Real Estate ist dafür ein Beispiel. …“
Wieso darf „der Aspekt der Zahlungsfähigkeit nicht aus den Augen verloren werden“? – Nach Ihrer Geld-Definition können doch Geschäftsbanken Geld enstehen lassen? – Von der Zahlungsunfähigkeit einer Notenbank habe ich dagegen bisher noch nie gehört.
Brichta:
Geld ausgeben allein genügt eben nicht. Sondern die Geldbesitzer müssen auch das entsprechende Vertrauen in das Geld der jeweilgen Bank haben. Ist das Vertrauen weg, wird das Geld nicht mehr akzeptiert, und die Bank ist pleite. So einfach ist das.
Notenbanken genießen wegen ihrer staatlichen Unterstützung natürlich das größte Vertrauen. Aber auch das ist nicht unbegrenzt, wie sie am Beispiel Island sehen. Und selbst das Europaparlament beschäftigt sich jetzt schon mit der Frage, ob die EZB pleitegehen kann (FAZ vom 21.5.10, S. 14)
Die Hypo Real Estate Bank als Pleitebank ist eher ein Beweis für die Grenzen erfolgreicher „Bilanzpolitik“!
Zitat: „… Das zeigt Ihnen aber, lieber Herr van Straelen, dass es keineswegs unabdingbare Voraussetzung ist, zuerst eine langlaufende Einlage zu haben, um einen entsprechend lang laufenden Kredit vergeben zu können. Aktuelles Beispiel dafür ist im übrigen auch die KfW, die erst dieser Tage mitgeteilt hat, dass sie die Milliardenkredite an Griechenland im Rahmen ihrer normalen, für dieses Jahr geplanten LIQUIDITÄTS-Beschaffung refinanzieren werde. …“
Noch so eine Pleitebank soll als Beweis für private Geldschöpfung herhalten?
Brichta:
In welcher Welt leben Sie eigentlich? Die KfW ist zurzeit weit davon entfernt pleitezugehen. Sie hilft im Gegenteil anderen (IBK, Griechenland) dabei, nicht pleitezugehen.
Zitat: „… An dieser Formulierung erkennen Sie, dass es der KfW bei diesem Kredit in erster Linie auf den Liquiditätsaspekt ankommt und weniger auf den Fristigkeitsaspekt. Beides sind getrennt voneinander zu managende Aspekte. Und deshalb ist es eben nicht erforderlich, zuerst eine Einlage zu haben, die man dann “weiter verleiht”. Sondern man kann einen Kredit zunächst auch vollkommen losgelöst von einer Einlage vergeben. …“
Liquiditätsaspekt und Fristigkeitsaspekt lassen sich nicht wirklich voneinander trennen (siehe: goldene Bankregel), es sei denn, es geht um Pleitebanken.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Ich merke schon, auf diesem Gebiet sind sie nicht sehr sattelfest. Die goldene Bankregel muss ja gerade deshalb als mahnende Regel herhalten, damit es Banken mit dem Auseinanderdriften der Fristigkeiten nicht übertreiben. Und die HRE hat genau diese Regel missachtet.
Montag, 17. Mai 2010 12:36
Zitat: “… Brichta: Die Frage ist ungefähr genauso intelligent, als wenn ich Sie fragen würde, wozu überhaupt noch Geschäftsbanken gebraucht werden, da ja laut Ihrer Aussage ohnehin nur die Zentralbanken Geld bereitstellen. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
ich sagte bereits, dass nur die Zentralbanken Geld bereistellen und im Gegensatz dazu die Geschäftsbanken (neben dem Giroverkehr) die Ersparnisse als Kredite weitervermitteln und/bzw. mit den Ersparnissen außerdem Geschäfte auf eigene Rechnung machen.
Aber Sie sehen das ja ganz anders.
- Also beantworten Sie bitte meine eingangs gestellte Frage:
Da ja laut Ihrer Aussage (auch) bei den Geschäftsbanken Geld entsteht so frage ich Sie wofür dann noch Zentralbanken gebraucht werden?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Aha, ich entnehme Ihrer Aussage, dass Geschäftsbanken im Grunde entbehrlich sind. Denn nur um etwas “weiter zu vermitteln”, sind sie nicht unbedingt nötig. Das Geld verteilen oder vermitteln könnten die Zentralbanken schließlich auch. Sie müssten nur entsprechend viele Filialen haben.
Tatsächlich ist so ein einstufiges Bankensystem denkbar. Ob es besser oder schlechter wäre, als das gegenwärtige, lassen wir mal außen vor.
Genauso denkbar wäre aber auch ein einstufiges Bankensystem ohne Zentralbank (das es im übrigen auch schon gegeben hat, z.B in den USA vor 1913). Wir “brauchen” sie also tatsächlich nicht….
Sonntag, 16. Mai 2010 18:44
Lieber Herr Brichta,
Ihr Hoffnung auf ein Vereinigtes Europa könnte wohl immer ein Traum bleiben. Zum einen wird, wie Sie bereits dargelegt haben, ein horizontaler Finanzausgleich zwischen den „Teilrepubliken“ notwendig sein, indem ein großer Teil der nationalen Wertschöpfung der Bundesrepublik in „unterentwickelte Regionen“ transferiert werden müsste.
Ausgleichszahlungen die über die bereits umfangreichen Fördertöpfe der EU im Agrarbereich hinausgehen, bergen ein so hohes nationales Konfliktpotential, dass keine Regierung in der Lage wäre, die Situation zu beherrschen. Die ersten Schritte zur Transferunion sind mit dem 750 Mrd € Paket bereits getan. Ergebnis offen.
Brichta:
Ich stimme Ihnen zu, möchte aber klarstellen, dass ich nirgendwo die “Hoffnung” auf die Vereinigten Staaten von Europa geäußert habe. Diese politische Union halte ich zum jetzigen Zeitpunkt weder für erstrebenswert, noch für realistisch.
In Ihren bisherigen Analysen geht es schwerpunktmäßig um geldpolitische Fragestellungen, die gelöst werden müssten, um stabile Volkswirtschaften mit stetigem Wachstum und Wohlstand zu erreichen.
Ich bin immer noch der Auffassung, dass realwirtschaftliche Phänomene die eigentlichen Krisenursachen darstellen. Selbst eine optimal gesteuerte Geldwirtschaft kann kein stetiges Wachstum erzeugen, sie stellt nur die Voraussetzungen bereit, um ein Wachstum störungsfrei zu ermöglichen. Die entwickelten Volkswirtschaften der Welt scheinen immer größere Probleme zu bekommen, positive Wachstumsraten des BIP zu erzeugen.
Brichta:
Ich habe nirgends die Formulierung “stetiges Wachstum und Wohlstand” gewählt. Mir geht es vielmehr zunächst nur darum, herauszufinden, ob ein Geldsystem möglich wäre, das nachhaltiger ist als das bestehende. Das bestehende ist nämlich eindeutig nicht nachhaltig. Mit dem Thema Wachstum und Wohlstand beschäftige ich mich dabei ausdrücklich nicht, weil ich der Überzeugung bin, dass es keinen Sinn macht, noch mehr Variablen einzubauen. Die Suche nach einem nachhaltigen Geldsystem ist komplex genug.
Am Beispiel Deutschlands kann man z.B. feststellen, dass die Wachstumsraten des BIP gegenüber Vorjahr von 1960 – 2010 stetig gesunken sind. Berechnet man aus diesen Zahlen eine lineare Trendgerade, so schneidet diese Gerade die O-Linie eines Koordinatensystems im Jahr 2008/09. Wenn der Trend stimmt, wären die Wachstumsraten in den Folgejahren im Durchschnitt negativ. (Ich wüsste gerne von Ihnen, welche Gesetzmäßigkeit Ihrer Meinung nach dahinter steht? Sie kennen bereits die Kurve)
Brichta:
Dieses Phänomen ist m.E. sehr einfach zu erklären: Nach dem Krieg war es keine Kunst, hohe Wachtsumsraten zu erzielen, weil alles noch im Wiederaufbau war. Da sich in entwickelten Volkswirtschaften mit der Zeit aber eine Sättigung einstellt, ist es nur allzu natürlich, dass die Wachstumsraten sinken oder dass die Wirtschaft sogar stagniert. Schauen Sie nur nach Japan, wo es diese Stagnation im Prinzip schon seit Jahren gibt. Na und? Das ist doch nur selbstverständlich! Genauso wie es in der Natur kein ewiges Wachstum gibt, gibt es dieses auch nicht in der Wirtschaft. Das Problem ist nur, dass unser GELD-System auf ewiges Wachstum ausgelegt ist. Wenn die Geldmengen weiter wachsen und die Wirtschaft nicht, kommt es zu solchen Krisen, wie wir sie gerade erlebt haben. Es wird nicht die letzte gewesen sein.
Um diese Entwicklung zu vermeiden, scheinen Volkswirtschaften gezwungen zu sein, virtuelles Wachstum zu erzeugen, (das in Geldeinheiten gemessen wirklich existiert), welches Arbeitsplätze schafft und das Steueraufkommen erhöht, indem eine mehr oder minder ungebremste Geldmengenerhöhung stattfindet. Gerade die defizitären Haushalte der Bundesrepublik, der Länder und Gemeinden stellen in diesem Sinne ein gewaltiges kreditfinanziertes Konjunkturprogramm dar. Staatliche Programme sind so u.a. die Krücken für eine lahmende Wirtschaft. Machen Sie sich gedanklich mal den Spaß und schlagen eine Krücke weg!
Auch am Beispiel der Subprimekrise mit ihren Ursprüngen in den USA lässt sich dies verdeutlichen.
In einer konzertierten und bewussten Aktion haben Amerikanische Notenbank, Regierung, Privatbanken und Bauindustrie über das Instrument der Geldschöpfung Kaufkraft geschaffen, um den Konsum anzukurbeln, der wiederum zu mehr als 70 % die USA-Wachstumsraten definiert. Damit wurde temporär Wachstum und Wohlstand für einen Großteil der US-Bürger erzeugt.
Allen Akteuren war bewusst, dass Hypotheken mit Häusern besichert waren, deren realer Wert beträchtlich geringer war. Entsprechend sind die nahezu wertlosen Kredite in neue verbriefte Wertpapieren versteckt, von den Rating-Agenturen mit AAA bewertet und auf den Rest der Welt verteilt worden. Wir wissen alle, das ist vorsätzlich geschehen und damit praktisch einen Straftatbestand erfüllt.
Leider können Regierungen wie die unsere oder die amerikanische nur sehr beschränkt aus dieser Situation lernen. Sie gleichen die in der Folge der Finanz- und Wirtschaftkrise geplatzten Blasen und damit Billionen € oder $ Wertverluste gezwungenermaßen durch eigenen Geldschöpfungsprozesse aus (u.a. Konjunkturpaket I und II) stabilisieren Arbeitmarkt, Sozialsystem und natürlich auch das Bankensystem.
Wenn die Deregulierung der Finanzmärkte rückgängig gemacht werden würde, und der Staat zur Haushaltsdisziplin verurteilt würde, bewegten wir uns auf der Wachstumskurve stetig nach unten, wie es uns Griechenland, Portugal und Spanien vermutlich vormachen werden. Die sozialen Konflikte sind damit vorprogrammiert.
Das soll erst einmal reichen als Impuls für Ihr neues Buch.
Herzliche Grüße
D. Danapel
Brichta:
Nach meiner Erkenntnis war auch die letzte Finanzkrise eine logische Folge des Wachstumszwangs der Geldmengen. Jedwedes “Fehlverhalten” der Marktakteure, das Sie ansprechen, ergab sich zwangsläufig daraus. Im Klartext: Es musste ein Ventil für den Druck der wachsenden Geldmengen geben. Und dieses Ventil waren eben u.a. die leichtfertigen Kredite an eigentlich nicht kreditwürdige Schuldner. Mittlerweile beginnt sich ja schon wieder neuer Druck aufzubauen, und wir werden sehen, wo er sein Ventil finden wird.
Samstag, 15. Mai 2010 22:03
“… wie kommen Sie denn auf die Idee, aus meinen Zeilen wäre herauszulesen, Zentralbanken seien absolut entbehrlich? …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
offensichtlich verwechseln Sie jetzt “meine Ideen” mit Ihren Ausführungen!
Da ja laut Ihrer Aussage bei den Geschäftsbanken Geld entsteht so frage ich Sie wofür dann noch Zentralbanken gebraucht werden?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Die Frage ist ungefähr genauso intelligent, als wenn ich Sie fragen würde, wozu überhaupt noch Geschäftsbanken gebraucht werden, da ja laut Ihrer Aussage ohnehin nur die Zentralbanken Geld bereitstellen.
Samstag, 15. Mai 2010 14:15
“… Sie bezeichnen nämlich das, was sich an Einlagen der Banken und Nichtbanken in der Bilanz einer Notenbank befindet, als Geld. Das
Gleiche aber in der Bilanz einer Geschäftsbank, nämlich die dortigen Einlagen der Banken und Nichtbanken, ist für Sie kein Geld. Diese Einlagen bezeichnen Sie nur als “Ansprüche auf Geld”.
… , …
Sie vermögen es auch gar nicht zu erkennen, wie in der Bilanz einer Bank Geld entstehen kann, und sperren sich gegen die Einsicht, dass dies genauso vonstatten geht wie die Geldproduktion in der Bilanz einer Notenbank:
ganz einfach nämlich dadurch, dass auf der Aktivseite ein Vermögenswert aufgenommen wird und gleichzeitig auf der Passivseite eine gleich hohe Verbindlichkeit dazukommt – die Kontoeinlage desjenigen nämlich, von dem der
besagte Vermögenswert stammt. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
nach Ihren obigen Ausführungen jedenfalls sind Zentralbanken absolut entbehrlich.
Warum gibt es sie aber dennoch?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Verehrter Herr van Straelen, wie kommen Sie denn auf die Idee, aus meinen Zeilen wäre herauszulesen, Zentralbanken seien absolut entbehrlich?
Donnerstag, 13. Mai 2010 20:34
Hallo Herr Brichta,
mein Beitrag bezieht sich nicht unmittelbar auf die ausführliche Diskussion des Prozesses der Geldschöpfung. Dennoch könnte er ein Impuls sein, aktuellen geldpolitische Aktivitäten näher zu beleuchten.
Nach unserem E-Mail-Wechsel zur Wirtschafts- und Finanzkrise vom Okt. 2008 haben sich die Widersprüche des kapitalistischen System u.a. auf die Ebene des staatlichen Haushalte von Ländern der Europäischen Währungsunion verlagert. In Ihrem Griechenlandartikel vom April 2010 beschreiben Sie präzise die Ursachen des Konflikts und dessen Zwangsläufigkeit im Fehlen des Wechselkurs- und Zinsmechanismus einer nationalen Währung.
Bei der Bewältigung der weltweiten Finanzkrise, verursacht durch einen ungezügelten Geldschöpfungsprozesses (der die Widersprüche auf der realen Wertschöpfungsebene verdecken konnte), benutzen die Regierungen und Notenbanken das gleiche Instrumentarium der Geldschöpfung als Instrument, um internationale Disproportionalitäten zu überdecken. Insofern ist das EU-Paket von 750 Mrd. € – obwohl für mich im Umfang überraschend – eine absolut schlüssige Maßnahme.
Wenn man sich die Wertpapiermärkte anschaut, dann scheint die Krise schon überwunden zu sein. Man darf auch nicht die
„Selbstheilungskräfte“ der marktwirtschaftlichen Ordnung im Zusammenspiel mit dem Reparaturbetrieb Staat und Notenbank unterschätzen. Dennoch bin ich überzeugt, dass es sich nur um Problemverschiebungen handelt, die am Ende in weitere Krisenphänomene münden.
Am rasanten Steigen des Goldpreises scheinen die Märkte wohl die Inflation oder/und eine Währungsreform als Lösungsansatz im Augen zu haben.
Sie haben gewiss auch schon weiter gedacht. Vielleicht ist ein zukünftiges Szenario das Thema für einen folgenden Artikel in Ihrer Rubrik.
Herzliche Grüße
Lieber Herr Danapel,
Sie haben uneingeschränkt recht! Auch für mich ist das 750-Mrd-Paket nur die logische Folge der Entwicklung, die in ihren Grundzügen schon längst vorgezeichnet ist. Deshalb habe ich ja bereits in der Kolumne einige Wochen VOR dem Paket geschrieben: “Die Politiker werden sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass ihr Euro auseinander genommen wird. Also werden sie die PIGS mit Geld füttern – zuerst nur Griechenland, aber später auch die anderen.”
Wenn es nötig wird, werden sie auch noch mit weiterem Geld um sich spritzen. Mit Geld wohlgemerkt, das sie gar nicht haben, das sie dafür per Kredit erst produzieren lassen. Und hier haben wir – auch wenn Sie es zunächst anders gesehen haben, lieber Herr Danapel – doch eine Verbindung zur Geldschöpfungsdiskussion in diesem Forum. (Wobei ich noch einmal darauf hinweisen möchte, dass es nicht mein Ziel ist, hier nur über Geldschöpfungsfragen zu diskutuieren. Die Themen hängen vielmehr ganz von Ihren Beiträgen ab, verehrte Leserinnen und Leser!)
Aber auch mit dem neuen Geld werden die Politiker das Auseinanderbrechen des Euro nicht verhindern, sondern nur hinauszögern können. Sofern – und das wäre die einzige Möglichkeit – sie sich nicht doch noch für die Vereinigten Staaten von Europa entscheiden.
Der Euro und sein bevorstehendes Auseinanderfallen ist gewissermaßen aber nur ein Randaspekt einer Entwicklung, die Sie am Ende Ihres Kommentares beschreiben. Auch diese Entwicklung ist vorgezeichnet und kaum umkehrbar. Die Frage ist nicht OB, Staatsbankrott und Währungsreform kommen, sondern lediglich WANN. Unser Geldsystem ist von seiner Struktur her darauf angelegt, früher oder später zusammenbrechen zu müssen.
Deshalb dient die Seite “Liebeangelamerkel” ja vor allem dem Zweck, dafür Bewusstsein zu schaffen, um danach eine breite Diskussion darüber in Gang zu bringen, ob sich nicht ein nachhaltigeres Geldsystem schaffen ließe, das man nach dem Zusammenbruch installieren könnte. Die Alternative wäre nur, danach so weiter zu machen wie bisher, bis in irgendeiner künftigen Generation ein neuerlicher Zusammenbruch ansteht.
Aber die Hintergründe und Erklärungen zu diesem Thema sind, sehr verehrter Herr Danapel, so komplex, dass ich sie nicht in einer einfachen Kolumne aufgreifen kann. Dazu habe ich ein ganzes Buch in Vorbereitung.
Herzl. Gruß
Raimund Brichta
Dienstag, 11. Mai 2010 21:22
Lieber Herr van Straelen,
Sie haben die hier unterbrochene Diskussion zwischen uns in
der Zwischenzeit via E-Mail fortgesetzt. Da ich es aber vorziehe, an dieser
Stelle zu diskutieren, an der möglichst viele Leute folgen können, setze ich den
Diskurs hier fort und fasse die wesentlichen Argumente noch einmal zusammen:
Ihr zentraler Irrtum ist die Unterstellung, Geld würde ausschließlich
von Zentralbanken gemacht und nicht von Geschäftsbanken. Dabei scheint es mir,
als führten Sie streckenweise nur ein Scheingefecht um die semantische Auslegung
des Begriffes “Geld”. Sie bezeichnen nämlich das, was sich an Einlagen der
Banken und Nichtbanken in der Bilanz einer Notenbank befindet, als Geld. Das
Gleiche aber in der Bilanz einer Geschäftsbank, nämlich die dortigen Einlagen
der Banken und Nichtbanken, ist für Sie kein Geld. Diese Einlagen bezeichnen Sie
nur als “Ansprüche auf Geld”.
Dazu mag sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden, ich halte es für an den
Haaren herbei gezogen. Der Wirklichkeit näher kommt man, wenn man beides als
Geld ansieht, das eine herausgegeben von Notenbanken, das andere herausgegeben
von Geschäftsbanken.
Aus Ihrer irrigen Ausgangsannahme ergibt sich nun eine Reihe von Folge-Irrtümern wie die Behauptung, bei einer Kreditvergabe “verleihe” eine Bank nur bestehendes (Zentralbank-)Geld weiter und schaffe damit nicht neues
(Geschäftsbanken-)Geld. Sie vermögen es auch gar nicht zu erkennen, wie in der Bilanz
einer Bank Geld entstehen kann, und sperren sich gegen die Einsicht, dass dies
genauso vonstatten geht wie die Geldproduktion in der Bilanz einer Notenbank:
ganz einfach nämlich dadurch, dass auf der Aktivseite ein Vermögenswert
aufgenommen wird und gleichzeitig auf der Passivseite eine gleich hohe
Verbindlichkeit dazukommt – die Kontoeinlage desjenigen nämlich, von dem der
besagte Vermögenswert stammt.
In der Praxis geschieht das am häufigsten im Rahmen einer Kreditvergabe: Der
Kreditnehmer erhält auf der Passivseite der Bankbilanz eine Kontoeinlage
eingeräumt, der auf der Aktivseite die damit neu entstandene Kreditforderung gegenübersteht.
Sie, lieber Herr van Straelen, räumen zwar ein, dass dies rein buchungstechnisch möglich ist, bezeichnen diese Art der Bilanzverlängerung aber als “Luftbuchungen” und bezweifeln, dass dies in der Praxis überhaupt vorkommt.
Genau hier irren Sie sich, während Sie mit Ihrer ersten Annahme sogar durchaus recht haben: Die Geldproduktion hat tatsächlich etwas mit Luftbuchungen zu tun. Geld entsteht wirklich aus Luft, wenn man eventuelle
Kreditsicherheiten mal außer Acht lässt (die aber ihrerseits oft aus Luft bestehen).
Statt ungläubig den Kopf abzuwenden, sollten sie also lieber der Realität ins
Auge sehen. Warum glauben Sie, können zum Beispiel Regierungen und Notenbanken in diesen
Tagen so leicht Billionen für Rettungsschirme und -Pakete aus dem Ärmel zaubern? Nur WEIL sich das Geld so einfach – per Luftbuchung – machen lässt!
Im übrigen haben Sie sich in all Ihren Ausführungen bisher nie dazu geäußert,
WIE denn Geld tatsächlich entsteht. In Ihren „Erklärungen“ ist Geld in der Regel
einfach schon da. Wie es entsteht, lassen Sie offen.
Bei einem Kredit gehen Sie z.B. immer davon aus, dass Geschäftsbanken nur
Einlagen “weiter verleihen”, die sie schon haben. Als ein Argument führen Sie
dabei die sog. Fristenkongruenz in den Bankbilanzen an. Sie argumentieren, nur
eine langfristige Einlage auf der Passivseite könne als Grundlage dienen für
eine ebenso langfristige Kreditforderung auf der Aktivseite. Folglich müsse
zuerst die Einlage da sein, und erst danach könne diese in Form eines Kredites
weiter verliehen werden. Dabei verkennen Sie vollkommen, dass Banken
unterscheiden zwischen der kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung und dem Bemühen,
die Fristigkeiten auf der Aktiv- und Passivseite ihrer Bilanz einigermaßen in
Einklang zu bringen. Wenn ich schreibe “einigermaßen”, dann meine ich das auch so. Denn im Prinzip verdienen die Banken besser, wenn sie auf der Passivseite
möglichst viel an kurzfristigen Positionen stehen haben, für die sie in der
Regel niedrigere Zinsen zahlen, und auf der Aktivseite möglichst viel an
langfristigen Forderungen und Wertpapieren, die in der Regel höhere Zinsen
einbringen. Da aber der Aspekt der Zahlungsfähigkeit nicht aus den Augen verloren
werden darf, darf dieser Unterschied nie zu groß werden. Allerdings gibt es
Institute, die es mit dieser, “Fristentransformation” genannten Bilanzpolitik übertreiben und deshalb ins Straucheln kommen. Die Hypo Real Estate ist dafür ein Beispiel.
Das zeigt Ihnen aber, lieber Herr van Straelen, dass es keineswegs unabdingbare
Voraussetzung ist, zuerst eine langlaufende Einlage zu haben, um einen
entsprechend lang laufenden Kredit vergeben zu können. Aktuelles Beispiel dafür ist im übrigen auch die KfW, die erst dieser Tage mitgeteilt hat, dass sie die Milliardenkredite an Griechenland im Rahmen ihrer normalen, für dieses Jahr geplanten LIQUIDITÄTS-Beschaffung refinanzieren werde. An dieser Formulierung erkennen Sie, dass es der KfW bei diesem Kredit in erster Linie auf den Liquiditätsaspekt ankommt und weniger auf den Fristigkeitsaspekt. Beides sind getrennt voneinander zu managende Aspekte. Und deshalb ist es eben nicht erforderlich, zuerst eine
Einlage zu haben, die man dann “weiter verleiht”. Sondern man kann einen Kredit
zunächst auch vollkommen losgelöst von einer Einlage vergeben.
Donnerstag, 6. Mai 2010 10:54
Hallo Herr Brichta
habe Ihre Kolumne Kalinikta Euro! (http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Kalinikta-Euro-article842867.html) gelesen und möchte Ihnen nicht widersprechen. Aber sie sind wieder einmal zu kurz gesprungen, die Ursachen und Auswirkungen liegen tiefer:
Brichta:
Dieser Darstellung widerspreche ich natürlich entschieden. Stimmen Sie mir denn zu, dass man in einer Kolumne nicht die ganze Welt in all ihren Facetten beschreiben kann, ja gar nicht beschreiben sollte? In einer Kolumne sollte man sich vielmehr auf einen Sachverhalt konzentrieren und diesen möglichst pointiert beschreiben. Nichts anderes habe ich getan, indem ich darauf hinwies, dass der Euro so, wie er im Moment konstruiert ist, nicht überlebensfähig ist. Dass es darüber hinaus unzählige weitere Sachverhalte gibt, die in Kolumnen aufgespießt werden könnten, ist unbestritten. Gestatten Sie mir aber, dass ich mir die Themen meiner Kolumnen selbst aussuche und – da meine Zeit begrenzt ist – mich auch nicht zu allem äußere. Sonst wäre ich nämlich Tag und Nacht nur noch am Schreiben.
Auswirkungen:
Die Regierung rettet wieder einmal Deutsche Banken und Versicherungen mit Steuergeldern. Denn die sind mit 45 Mrd. in griechischen Staatsanleihen investiert. Die Summe vervielfacht sich noch wenn man die vermeintlich
sicheren Staatsanleihen in Portugal, Spanien, Italien und Irland dazu zählt.
Falls die Buchwerte und Zinszahlungen dieser Anlagen ausfallen gehen die deutschen Banken pleite und die privaten deutschen Lebensversicherungen und Altersvorsorgen fallen aus.
Brichta:
Na und? Ich habe in der Kolumne schließlich eindeutig darauf hingewisen, dass ich damit rechne, dass sich die Politiker so lange es geht dagegen wehren werden, dass der Euro auseinander bricht. Die Milliardenhilfe für Griechenland ist EIN Schritt des Sich-dagegen-Wehrens. Dass die Hilfe auch den deutschen Banken hilft – noch mehr aber im Übrigen den französischen -, ist ein weiterer Sachverhalt, den ich in der Kolumne nicht extra erwähnt habe. Aber das gilt – wie oben erwähnt – für zahlreiche weitere Sachverhaltre auch. Es ist nicht Aufgabe einer Kolumne, alle Sachverhalte der Welt aufzuzeigen. Zumal ich mich hier darauf konzentriert habe aufzuzeigen, warum das Projekt Euro von Anfang an zum Fehlschlag verurteilt war. In dieser Hinsicht ist der von Ihnen genannte Adspekt nicht mehr als ein Randaspekt.
Ursachen:
Deutschland rühmte sich bis 2009 als Exportweltmeister. 2/3 der Exporte gehen
in die EU. Alle Länder kaufen deutsche Waren. Die Euros fließen nach Deutschland und der Überschuß auf deutsche Banken. Der ausgleichende Rückfluß wird zum Teil durch die Kredite deutscher Banken gewährleistet. Irgend wann erdrücken die Schulden diese Länder. Dieser Zeitpunkt ist für Griechenland erreicht.
Bisher hat keiner die Frage gestellt , wer denn die Kreditgeber für die vielen
Schulden in dieser Welt sind. für die USA ist das klar – China und Arabien.
Aber wer sind die Gläubiger in Deutschland? Wieso hat der deutsche Staat so viele Schulden, wenn deutsche Banken und Versicherungen ausländische Staaten finanzieren können? Gibt es da nicht ein Verteilungsproblem für den Reichtum?
Durch Die Rettung Griechenlands wird also indirekt das Steuergeld wieder zur Vermögensrettung der Reichen in Deutschland eingesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
B. Vogel
Brichta:
Jetzt wollen Sie also auch noch den Verteilungsaspekt zwischen Armen und Reichen in meine Kolumne hineinzwängen…. sorry, Sie übertreiben maßlos. Zumal dies nicht die URSACHE des kommenden Auseinanderbrechens des Euro ist, wie von Ihnen behauptet. Nein, die Ursache liegt in den Baufehlern, die ich in der Kolumne beschrieben habe. Diese sind einzig und allein dafür verantwortlich, dass der Euro keinen Bestand haben wird.
Dass die Griechen sich mit dem Euro endlich unsere Waren leisten konnten und dann auf Pump gekauft haben, ist eher eine FOLGE davon! Denn niemals zuvor waren die Zinsen in Griechenland so niedrig wie nach der Euroeinführung. Dadurch wurden die Griechen also geradezu ermuntert, Kredite aufzunehmen und “made in germany” einzukaufen (steht übrigens auch in der Kolumne).
Freitag, 30. April 2010 23:07
@tipaweni
>Wissen Sie Herr Brichta, wieviel der >herausgegebenen 500-Euro-Scheine (über 35 >Prozent(!) der gesamten Bargeldausgabe >eigentlich “umlaufen”? Sie laufen fast >garnicht um, sondern liegen m. E. irgendwo – >teilweise noch in Originalbanderole – gut >versteckt.
Sie laufen sehr wohl um, in welchem Sektor dürfte wohl klar sein, aber wir wollen ja nicht moralisieren. Die Rüstungsindustrie trägt ja schließlich auch zum BIP bei.
Brichta:
Im Übrigen entfällt der größere Teil des “umlaufenden” Geldes auf Buchgeld, das es physisch gar nicht gibt. Und dies findet sehr starke Verwendung an den Finanz- und Vermögensmärkten. Dort trägt es zum Großteil NICHT zum BIP bei, aber es “läuft um”.
>Brichta:
>Die Freiwirtschaftler wollen ja auch, dass >Geld automatisch an Wert verliert, damit die >Leute es nicht horten, sondern immer wieder >rasch ausgeben. Also: Auch in diesem Modell >gibt es keine “Entschädigung” für den >entstehenden Wertverlust.
Na ja, auch wenn die Freiwirtschaftler nicht gerade mit Diskussionskultur glänzen, der Umlaufsicherungsgebühr kann man ja entgehen indem man sein Geld dem Kapitalmarkt zur Verfügung stell, notfalls eben auch zu 0%.
So einfach kann man die Argumente nun auch nicht vom Tisch wischen.
Das würde schon die Spekulationen eindämmen.
>Brichta:
>Da bin ich sehr wohl anderer Ansicht. Die >Konjunktur kommt ja langsam wieder in Gang, >wie alle Statistiken belegen. Freilich nicht >so rasant wie z.B. in China. Das hat >verschiedene Gründe, vor allem aber liegt es >daran, dass die Wirtschaft bei uns auf einem >Niveau angelangt ist, wo sich Sättigung >bemerkbar macht. Mit anderen Worten: Das >dritte Auto hat einen geringeren Grenznutzen >als das erste.
Ja schon, aber das ist doch alles nur Staatskreditgetrieben. Ist sowas nachhaltig? Ich habe da so meine Zweifel.
Brichta:
Von “nachhaltig” (richtiges Modewort) habe ich in diesem Zusammenhang nicht gesprochen. Unser Geldsystem ist nicht “nachhaltig”, wie soll es da ein Wirtschaftswachstum sein, das auf diesem Geldsystem basiert? Nein “nachhaltig” ist das nicht. Aber darum geht es doch auch gar nicht.
>Der EZB (Prof. Dr. Gerdesmeier) habe ich “per >Einschreiben” die Frage gestellt: Wie will >die EZB eine “Rückmutation” – von der >Wertaufbewahrung wieder zurück zum Tausch- >und Zahlungsmittel – INFLATIONSFREI >bewerkstelligen?
Das sollen ja normalerweise die Gewerkschaften über Lohnsteigerungen durchsetzen. Klappt nur nicht so ganz, die kalte Progression tut ihr übriges, ich halte Inflation auch für Beschiss am kleinen Mann.
Auf die Antwort bin ich allerdings auch gespannt.
Brichta:
“Inflation = Aufblähen der Geldmengen” ist eine unabdingbare Folge des Geldwesens, wie es derzeit funktioniert. Das liegt zum einen an der Leichtigkeit, mit der Geld aus Luft erzeugt werden kann, und zum anderen am eingebauten Inflationsmotor, dem Zins.
Samstag, 24. April 2010 10:49
Lieber Herr Brichta,
die Euro-Bargeldmenge der EZB wird offiziell als “im Umlauf befindliches Bargeld” bezeichnet, was auch unsere Deutsche Bundesbank so handhabt. Mehr hierzu ist unter http://www.ecb.int/stats/euro/circulation/html/index.en.html einsehbar. Diese offizielle Euro-Sprachweise von EZB und BuBa ist jedoch unpräzise und irreführend, da es sich nicht um “umlaufendes”, sondern lediglich um “herausgegebenes Bargeld” handelt.
Wissen Sie Herr Brichta, wieviel der herausgegebenen 500-Euro-Scheine (über 35 Prozent(!) der gesamten Bargeldausgabe eigentlich “umlaufen”? Sie laufen fast garnicht um, sondern liegen m. E. irgendwo – teilweise noch in Originalbanderole – gut versteckt.
Fazit: Wenn die meisten 500- und 200-Euro-Scheine – das sind mehr als 40 Prozent(!) der “herausgegebenen Total-Bargeldmenge” – gehortet sind, können sie volkswirtschaftlich wohl nicht “arbeiten”. Und EZB und BuBa wissen das!
Offensichtlich hat hier eine Mutation vom Tausch- und Zahlungsmittel zum WERTAUFBEWAHRUNGSMITTEL stattgefunden!
Bargeldbesitzer können also eine Art “Stau verursachen” und so das Wirtschaften zu einer hochviskosen Angelegenheit machen! Geld stellt sich bekanntlich immer nur dann ein, wenn es sich für den Geldkapitalbesitzer “lohnt/rentiert”, sonst fliesst kein Geld.
Brichta:
Sie machen ein Problem aus etwas, das gar keines ist. Ich meine konkret Ihre Unterscheidung zwischen “herausgegeben” und “umlaufen”. Herausgegebenes Geld läuft niemals ununterbrochen um in dem Sinne, dass es andauernd den Besitzer wechselt. Sondern irgendwo bleibt es immer mal liegen – im Portmonee, im Tresor oder auch unter der Matratze. Trotzdem kann man – wie die Bundesbank und die EZB – von “umlaufendem” Geld sprechen. Das, was Sie meinen, erfasst man dann einfach in der Umlaufgeschwindigkeit. Wenn nämlich besonders viele Geldscheine in Tresoren oder unter Matratzen gebunkert werden, dann sinkt diese Umlaufgeschwindigkeit im Durchschnitt. Und wenn die Leute es hervorholen und damit bezahlen, dann steigt sie wieder. Also: Bitte machen Sie die Sache nicht unnötig kompliziert.
Ihre Bemerkung zum Wertaufbewahrungsmittel geht in die gleiche Richtung: Geld KANN eben auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden und nicht nur als Zahlungsmittel. Sie unterstellen quasi, geld MÜSSE immer nur als Zahlungsmittel dienen. Das ist aber nicht so. Dabei mache ich hier ausdrücklich keine Bewertung dieser Tatsache. Ich äußere mich hier also nicht dazu, ob es “gut” oder “schlecht” ist, dass Geld beide Funktionen erfüllt. Ich beschreibe zunächst nur, wie es IST.
In einem zweiten Schritt kann man das natürlich auch bewerten. Und hier ist es ohne Frage, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile hat, dass Geld auch zur Wertaufbewahrung und nicht nur zum Bezahlen verwendet werden kann. Im Übrigen wissen Sie, dass es noch eine dritte Geldfunktion gibt, nämlich die Funktion als Wertmaßstab.
Vor zwei Jahren rechnete ich bei einer öffentlichen Veranstaltung der Deutschen Bundesbank in Frankfurt den dort Anwesenden vor, dass die Vorgabe – zwei Prozent Inflation ist “die angestrebte Stabilität” – jeden Bürger unseres Landes monatlich etwa € 50 kostet (BSP: € 2400 Mrd bei ca. 80 Mio Einwohnern). Meine Frage, wo ich und und damit auch jeder Bewohner Deutschlands hierfür einen Wiedergutmachungsantrag in Höhe von € 600 jährlich bei der Deutschen Bundesbank stellen kann und welche BuBa-Abteilung hierfür zuständig ist, führte bei einigen Anwesenden zwar zu anerkennendem Beifallklatschen, löste jedoch bei den Podiumsteilehmern großes Erstaunen aus. Um es kurz zu machen: Bei der Bundesbank gibt es keine Stelle, die für ein derart “abstruses Ansinnen” zuständig ist. Herr Korz verwies mich deswegen an die EZB.
Brichta:
Die Freiwirtschaftler wollen ja auch, dass Geld automatisch an Wert verliert, damit die Leute es nicht horten, sondern immer wieder rasch ausgeben. Also: Auch in diesem Modell gibt es keine “Entschädigung” für den entstehenden Wertverlust.
Themawechsel: Warum kommt die Konjunktur in Deutschland nicht so richtig in Gang? Wollen Sie eine einfache Erklärung hierfür?
Weil ein großer Teil des herausgegebenen Bargeldes einfach “streikt” und das als Ersatz von den Banken angebotene Digital- Giral- Kreditgeld wegen seiner Abgabenpflichtigkeit von den Wirtschaftenden als zu teuer angesehen wird, obwohl letzteres unübertrefflich in seiner Praktikabilität ist. Ja, das System funktioniert weltweit (noch!) so, aber zu welchem Preis?
Oder sind Sie anderer Ansicht?
Hellas lässt grüssen!
Brichta:
Da bin ich sehr wohl anderer Ansicht. Die Konjunktur kommt ja langsam wieder in Gang, wie alle Statistiken belegen. Freilich nicht so rasant wie z.B. in China. Das hat verschiedene Gründe, vor allem aber liegt es daran, dass die Wirtschaft bei uns auf einem Niveau angelangt ist, wo sich Sättigung bemerkbar macht. Mit anderen Worten: Das dritte Auto hat einen geringeren Grenznutzen als das erste.
Der EZB (Prof. Dr. Gerdesmeier) habe ich “per Einschreiben” die Frage gestellt: Wie will die EZB eine “Rückmutation” – von der Wertaufbewahrung wieder zurück zum Tausch- und Zahlungsmittel – INFLATIONSFREI bewerkstelligen?
Außerdem konfrontierte ich die EZB mit der Frage, bei welcher Abteilung ein Antrag auf “Inflationsausgleich” gestellt werden kann.
Wollen Sie von der EZB-Antwort – falls es eine geben sollte – benachrichtigt werden?
Freundliche Grüße
Tilman Patt
Brichta:
Hahaha, köstlich! Ja, diese Antwort, sofern Sie sie bekommen, würde mich sehr interessieren!
Samstag, 10. April 2010 13:33
Sehr geehrter Herr Brichta,
ich wurde gestern auf folgenden Artikel von Jürgen Kremer, Professor für Wirtschaftsmathematik, aufmerksam, der vielleicht von Interesse für Sie sein könnte:
http://www.cashkurs.com/fileadmin/user_upload/PDF/masterunsichtbarehand.pdf
Viele Grüsse, MGR
Dienstag, 6. April 2010 0:56
“… Daraus errechnet dann der Durchschnitts-Ökonom, dass die Umlaufgeschwindigkeit drastisch gesunken, das Geld also “gehortet” worden sein muss. Das ist aber Quatsch, denn das Geld kann sehr wohl an den Finanzmärkten recht flott umgelaufen sein. Die Transaktionen dort werden aber nicht in der Gleichung erfasst. Von “Hortung” würde ich in diesem Falle nicht sprechen. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
habe ich Sie im Lichte des obigen Zitats richtig verstanden, nämlich dahingehend, dass auch „Transaktionen“ von der (Quantitäts-) Gleichung erfasst werden müssten, da diese laut Ihrer Aussage zum Geldumlauf zählen?
Brichta:
Zumindest, wenn man erkennen will, WO eine Geldmenge zum Einsatz kommt, sollte man beide Bereiche berücksichtigen und sowohl Transaktionen erfassen, die das BIP beeinflussen, als auch solche, die das BIP nicht verändern.
Würden Sie dementsprechend eine Aufnahme sogenannter Finanzprodukte in den für die Preismessung erforderlichen Warenkorb (HVPI) befürworten?
Brichta:
Solange dieser Warenkorb nur die Kosten der Lebenshaltung messen soll, natürlich nicht. Denn wenn sich etwa eine Aktie verteuert, steigen dadurch noch nicht die Kosten der Lebenshaltung. In einigen Ländern sind allerdings z.B. Immobilienpreise und Hypothekenzinsen schon in solchen Messungen enthalten.
Die Folge der Nichtberücksichtgung ist allerdings, dass man eine Inflation lange Zeit verschleiern kann. Denn “Inflation” bedeutet von der Herkunft des Wortes her nicht “steigende Preise”. Inflation stammt vom lateinischen “inflare” ab, was soviel wie aufblähen und aufblasen bedeutet. Aufblähen können Sie aber nur eine Menge und nicht einen Preis. Deshalb besteht eine Inflation, wie ich sie verstehe, immer aus dem Aufblähen von Geldmengen. Preissteigerung sind nur eine mögliche Folge davon.
Wenn Sie “Inflation” mit “Preissteigerungen” gleichsetzen, ist das ungefähr so, als wenn Sie sagen würden: Eine Grippe ist hohes Fieber. Nein, das Fieber ist nur ein SYMPTOM der Grippe. Genauso sind steigende Preise ein mögliches (und wahrscheinliches) Symptom der Inflation.
Die Geldmengen können also über lange Zeit exorbitant steigen, so wie sie das in den vergangenen Jahrzehnten getan haben, ohne dass man in der herkömmlichen Preismessung etwas bemerkt. Das kommt natürlich jenen Leuten sehr gelegen, die die Inflation gerne so lange wie möglich verschleiern wollen. Wir HABEN tatsächlich Inflation, aber man “sieht” ihre Symptome noch nicht. Das ist etwa so, als ob Sie mit dem Grippevirus schon infiziert wären, aber noch kein Fieber hätten.
Hätten wir einen “Preisindex” der neben den Preisen für Güter und Dienstleistungen des BIP zum Beispiel auch Preise von Vermögenswerten erfasst (z.B. Immobilien, Aktien, Rohstoffe, Gold, Kunstobjekte etc.) wären die Symptome der Inflation vielleicht schon früher für eine breitere Bevölkerungsschicht erkennbar. Ein solcher Preisindex sollte aber eine Ergänzung und kein Ersatz für die herkömmlichen Preisindizes sein. Schließlich kann man aus beiden Indizes unterschiedliche Informationen ablesen.
Würden Sie dementsprechend eine Aufnahme sogenannter Finanzprodukte in das sogenannte Bruttoinlandsprodukt (BIP) befürworten?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta
Natürlich nicht! Die Begründung dafür ergibt sich aus meinen obigen Ausführungen.
Donnerstag, 25. März 2010 0:22
Sie tun mir echt leid, keiner nimmt sie ernst.
>Dann bringen Sie doch mal so etwas wie eine >Kritik, so dass ich zumindest (aus Ihrer >Sichtweise) allen Grund hätte, mich >persönlich >angegriffen zu fühlen. – Sonst >wird das nie >etwas mit Ihrem Erwachsenwerden!
Das habe ich, bei ihren abstrusen Vorstellungen von Geld sind sie aber völlig erkenntnisresistent.
Jede weitere Diskussion mit ihnen ist wohl überflüssig.
Ich kann ihnen nur raten ihren “Beißreflex” unter Kontrolle zu bringen.
Gruß
Brichta:
Auch hier kann ich Thorsten Schmidt nur zustimmen. Nach den Erfahrungen, die ich in diesem Blog mit van Straelen machen durfte, komme ich zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Ich vermute sogar, JEDER kommt dazu, sofern er sich die Mühe macht, hier unten etwas intensiver nachzulesen.
Mittwoch, 24. März 2010 19:50
“… Andere sehen es anders, die sind ganz verrückt auf die Wertaufbewahrungsfunktion. …”
Sehr geehrter Herr Schmidt,
und weil manche Autofahrer “ganz verrückt darauf sind” beispielsweise mit 200 Sachen durch die geschlossene Ortschaft zu rasen könnten Sie sich durchaus vorstellen, das gesetzlich zu legitimieren?
“… Also ich bin ganz froh das ich noch ein wenig Zeit habe mich entsprechend zu positionieren. …”
Wen interessiert das?
Sind Sie tatsächlich nicht in der Lage sachbezogen auf meine Ausführungen zu reagieren oder vielleicht einmal eine intelligente Frage zu stellen, von deren Beantwortung andere auch etwas hätten?
“… Kann sein, ebenso könnten wir auch beide falsch liegen. Vielleicht will er nur sein Buch bewerben, vielleicht ist er ein Renegat
vielleicht……?
Ich weiß es nicht, ich bilde mir nur nicht vorschnell ein Urteil, wie sie es anscheinend tun. …”
Wenn Sie wirklich noch so naiv sind; das 18. Lebensjahr haben Sie aber schon vollendet?
“… Ich bin Realist und da sie glauben meinen Charakter, anhand von ein paar Zeilen im Internet, zu kennen wage ich auch mal eine Analyse. …”
Ich glaube gar nichts. – Nur sind bestimmte Rückschlüsse aufgrund Ihrer (oder muss ich sagen “Deiner”?) Äußerungen nicht gerade sehr schwierig.
“… Sie scheinen ziemlich verbittert zu sein, weil sie und ihre Thesen nicht ernst genommen werden. …”
Der Schein trügt; Sie merken offenbar überhaupt nicht dass es sich bei meinen Ausführungen keinesfalls um “meine Thesen” handelt.
“… Sie werten jede Kritik sofort als einen persönlichen Angriff. So wird das nichts. …”
Dann bringen Sie doch mal so etwas wie eine Kritik, so dass ich zumindest (aus Ihrer Sichtweise) allen Grund hätte, mich persönlich angegriffen zu fühlen. – Sonst wird das nie etwas mit Ihrem Erwachsenwerden!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Diese Zeile sprechen wieder einmal für sich und zeigen, wes Geistes Kind van Straelen ist.
Dienstag, 23. März 2010 19:35
Sehr geehrter H.van Straelen.
>bei der Geldbenutzung geht es nur ums >Tauschen
>und sonst um gar nichts! Aber das muss man >schon selbst erkennen. – Ebenfalls die >faktische Abhängigkeit vom Geldwesen. Silvio >Gesell drückte es z.B. so aus:
Andere sehen es anders, die sind ganz verrückt auf die Wertaufbewahrungsfunktion.
>>“… Klar können wir froh sein dass das >>spekulative Geld an den Finanzmärkten >>zirkuliert, sonst (Hyper)Inflation. …”
>Das ist eine völlig irrige Ansicht!
Also ich bin ganz froh das ich noch ein wenig Zeit habe mich entsprechend zu positionieren.
>Sie haben ein völlig falsches Bild von Herrn >Brichta und seinen Interessen!
Kann sein, ebenso könnten wir auch beide falsch liegen. Vielleicht will er nur sein Buch bewerben, vielleicht ist er ein Renegat
vielleicht……?
Ich weiß es nicht, ich bilde mir nur nicht vorschnell ein Urteil, wie sie es anscheinend tun.
Brichta:
hmm… ein Renegat ist ein Abtrünniger eines Glaubens- oder Wertesystems (Kunst, Religion, Weltanschauung). Laut Wikipedia ist er “eine Art Widerstandskämpfer, der die herrschende Macht und die damit vorgegebenen Überzeugungen ablehnt. Im Gegensatz zum Konvertiten wechselt der Renegat nicht zu einem neuen System über. Zum Teil leistet er in der Folge passiven oder gar aktiven Widerstand.” Das trifft es zwar nicht hundertprozentig, aber die Richtung ist schon gar nicht schlecht. Auch die Abgrenzung zum Konvertiten gefällt mir recht gut. Denn ich wechsle ausdrücklich nicht zu einem neuen System wie dem “konstruktiv umlaufgesicherten” über. Also Herr Schmidt, Sie sind zumindest auf der richtigen Spur…
,
>Hier kommt Ihr Untertanenbewußtsein zum >Ausdruck.
Ich bin Realist und da sie glauben meinen Charakter, anhand von ein paar Zeilen im Internet, zu kennen wage ich auch mal eine Analyse.
Sie scheinen ziemlich verbittert zu sein, weil sie und ihre Thesen nicht ernst genommen werden.
Sie werten jede Kritik sofort als einen persönlichen Angriff. So wird das nichts.
Gruß
Brichta:
Dies entspricht auch meinem Eindruck, den ich hier von Herrn van Straelen gewinnen konnte.
Montag, 22. März 2010 20:37
“… Das wäre nur in einer Tauschwirtschaft der Fall. Hier liegt, glaube ich, auch der grundlegende Dissens zwischen ihnen beiden. Der eine redet davon wie es seiner Meinung nach sein sollte, der andere wie es im Moment noch ist;-) …”
Sehr geehrter Herr Schmidt,
bei der Geldbenutzung geht es nur ums Tauschen und sonst um gar nichts! Aber das muss man schon selbst erkennen. – Ebenfalls die faktische Abhängigkeit vom Geldwesen. Silvio Gesell drückte es z.B. so aus:
“… Stets wird der Tausch durch den Handel bewerkstelligt,
niemals durch den Gebrauch irgendeines Maßes. Auch der Gebrauch des Geldes ent-
hebt uns nicht der Notwendigkeit, den Tausch durch den Handel zu vollziehen. Der
Ausdruck “Wertmesser”, den man noch manchmal in rückständigen volkswirtschaft-
lichen Schriften auf das Geld anwendet, ist irreführend. Keine einzige Eigenschaft eines
Kanarienvogels, einer Pille, eines Apfels läßt sich mit einem Geldstück messen. …”
( http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/1_2.htm )
“… H.Brichta und auch ich reden davon was Geld grundsätzlich ist. …”
Dann sind Sie beide hier ganz falsch! Es geht um laut Aussage der hiesigen Homepage-Betreiber um “Nachhaltiges Geldsystem”! – Also geht es keinesfalls um Geldsystem – Missbräuche, die ich auch keinesfalls leugne, sondern um das Gegenteil, wobei es ganz falsch ist, Geldsystemmissbräuche als “grundsätzlich” im Sinne von unvermeidbar misszuverstehen!
“… Ich finde seine Ideen auch wirklich sehr bemerkenswert. Ich habe mir nur nicht kein abschließendes Urteil gebildet. …”
Silvio Gesell hat nicht irgendwelche Ideen verbreitet, sondern sämtliche von der akademischen Volkswirtschaftlehre als unlösbar angesehenen Probleme komplett gelöst. Soviel zu den Fakten. – Das zu Erkennen kann ich Ihnen natürlich nicht abnehmen; das können nur Sie selbst!
“… Klar können wir froh sein dass das spekulative Geld an den Finanzmärkten zirkuliert, sonst (Hyper)Inflation. …”
Das ist eine völlig irrige Ansicht!
Die kontinuierliche Zunahme der Geldspekulation besonders in den letzten 15 Jahren ist ein Krankheitssymptom des Geldwesens und wird dessen Zusammenbruch keinesfalls verhindern.
Brichta:
Mit dem obigen Satz hat Herr van Straelen sogar ausnahmsweise mal recht. Den Zusammenbruch kann man damit nicht verhindern, man kann ihn nur hinauszögern. Hätte das überschüssige Geld nicht in der Spekulation seine Verwendung gefunden, hätte es vermutlich schon längst die Preisrelationen an den Gütermärkten so nachhaltig durcheinandergebracht, dass viel mehr Bürgern klar geworden wäre, dass hier etwas nicht stimmt.
Geldzirkulation (Geldkreislauf) hat mit Finanzmarktgeschäften nicht das Geringste zu tun, Sie werfen da etwas durcheinander, lesen Sie die von mit mitgeteilten Passagen (”Strikte” Unterscheidnung von “Nachfrage nach Geld” vom “Bedarf an Geld”!) aus der Natürlichen Wirtschaftsordnung (NWO) bitte noch einmal genau nach.
Brichta:
Hier irrt er allerdings schon wieder. Geld zirkuliert sowohl in der Güter- als auch in der Finanzwirtschaft. Aber es ist sinnlos, ihm das zu erklären. Da ist er einfach verbohrt.
“… Richtig ist aber auch das dieses Geld der Realwirtschaft fehlt. …”
Richtig! Darüberhinaus verhindert das heutige hortbare Geld erwünschte Sachkapitalsättigungen un damit ein sinkendes Zinsniveau.
“… Wie schon gesagt, finde ich schade das hier so aufeinander eingedroschen wird.
Mit H.Brichta ist doch endlich mal ein Ökonom da der die gängigen Theorien hinterfragt und der dazu auch noch die Möglichkeiten hat etwas durch seine Medienbekanntschaft zu bewegen. …”
Sie haben ein völlig falsches Bild von Herrn Brichta und seinen Interessen!
- Als fernseh”schaffender” Volkswirt ist er an der Erhaltung des heutigen “Zinsgeldsystems” persönlich interessiert, da er bei einem nachhaltigen bzw. konstruktiv umlaufgesicherten Geldsystem mitsamt seinem Sender überflüssig wird – und das weiß er auch!
Brichta:
Wenn ich an der Erhaltung des heutigen Geldsystems “persönlich interessiert” wäre, würde ich nicht versuchen, seine Schwachstellen offenzulegen. Mir liegt zunächst daran, diese Schwachstellen einem möglichst großen Kreis an Leuten verständlich zu machen. Denn je mehr Leute darüber Bescheid wissen, desto stärker dürfte der Druck werden, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Ob daraus dann allerdings ein “konstruktiv umlaufgesichertes” Geldsystem werden sollte, lasse ich zum jetzigen Zeitpunkt bewusst offen. Schaun mer mal…
“… Was hier ein kleiner H.Schmidt oder auch ein H.van Straelen zum Besten gibt, interessiert doch im Grunde keine Sau….”
Hier kommt Ihr Untertanenbewußtsein zum Ausdruck.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Sonntag, 21. März 2010 22:40
Sehr geehrter H.Brichta und H. van Straelen
ich bedanke mich für die Antworten. Aus ihren Beiträgen ziehe ich mal den Schluss für mich, dass ich prinzipiell mit meinen Annahmen richtig lag.
Ein paar Anmerkungen.
@van Straelen
>die Güter, die man gegen Geld tauschen kann >geben dem Geld seinen Wert.
>Gäbe es keine Güter gäbe es auch kein Geld; >bei einem Ungleichgewicht zwischen >angebotener Geldmenge und angebotener >Gütermenge entstehen entsprechend entweder >Inflation oder Deflation.
Das wäre nur in einer Tauschwirtschaft der Fall. Hier liegt, glaube ich, auch der grundlegende Dissens zwischen ihnen beiden. Der eine redet davon wie es seiner Meinung nach sein sollte, der andere wie es im Moment noch ist;-)
H.Brichta und auch ich reden davon was Geld grundsätzlich ist. Fernab von irgendwelchen konkreten Umsetzungen, wie die Freiwirtschaft. Ist das so schwer zu differenzieren?
Ich glaube ich hab im Forum schonmal den Buchtipp gegeben, wirklich lesenswert.
Philosophie des Geldes.
http://www.textlog.de/simmel_geld.html
>Brichta:
>Ich glaube, zu dieser Abhandlung erübrigt >sich jeder Kommentar. Oder finden Sie, lieber >Thorsten Schmidt, dass dies noch etwas mit >Ihrer ursprünglichen Frage zu tun hat?
Der Text stammt zu großen Teilen aus Gesells “Natürlicher Wirtschaftsordnung.”
Ist ja nicht so daß ich ihn nicht gelesen habe.
Ich finde seine Ideen auch wirklich sehr bemerkenswert. Ich habe mir nur nicht kein abschließendes Urteil gebildet.
Brichta:
>Richtig, in diesem Zusammenhang sollte man >auch daran denken, dass ein großer Teil aller >Kredite sogar vollkommen ohne jegliche >Sicherheit vergeben wird. Ich meine die >Staatskredite! …”
Hier muss ich H. van Straelen recht geben. Eine bessere Sicherheit als den Zugriff auf die Vermögen der Staats(Bürger) gibt es nicht.
Brichta:
Das ist leider falsch. Denn wie unten bereits erwähnt, ist dies überhaupt keine Sicherheit im Sinne eines verwertbaren Pfandes, z.B. einer Immobilie. Die Steuern können in keiner Weise zur Tilgung von Staatskrediten herangezogen werden, weil die Steuern nicht einmal ausreichen, um die anderen Staatsausgaben zu bezahlen. Würde man versuchen, Steuereinnahmen zur Tilgung heranzuziehen, müsste man die Steuersätze so stark anheben, dass sofort die ganze Wirtschaft zusammenbräche. Nein, Staatskredite können nur durch neue Staatskredite getilgt werden. Und da die Summe der Staatsschulden sogar stetig zunimmt, wird auch dies irgendwann einmal nicht mehr möglich sein. Dann ist der Staat bankrott, und spätestens dann werden Sie sehen, was Sie mit der “Sicherheit” der Steuereinnahmen noch anfangen können.
>Brichta:
>“… Richtig ist, dass das Geld in diesem Fall >der Realwirtschaft entzogen wird, was aber >auch Vorteile haben kann. Denn wenn es nicht >so wäre, würde es u.U. in der Realwirtschaft >zu steigenden Preisen führen. So sorgt es >aber nur an den Finanzmärkten für steigende >Preise. …”
Klar können wir froh sein dass das spekulative Geld an den Finanzmärkten zirkuliert, sonst (Hyper)Inflation.
Richtig ist aber auch das dieses Geld der Realwirtschaft fehlt. Es darf in der jetzigen Situation nur nicht panikartig in die Märkte strömen. Ich denke das dürfte ihnen ja auch klar sein.
Brichta:
Das Geld fehlt der Realwirtschaft doch gar nicht! Im Gegenteil: Es ist viel zuviel Geld in Umlauf. Würde es nicht in der Finanzwirtschaft zirkulieren, müsste es früher oder später in die Realwirtschaft fließen und würde dort zu immensen Preissteigerungen führen, wie Sie richtig schreiben. Dies würde im übrigen auch passieren, wenn die Politiker mit ihrem Wunsch erfolgreich wären, die Spekulation an den Finanzmärkten einzudämmen. Nur dadurch, dass die Möglichkeiten der Geldzirkulation an den Finanzmärkten so stark ausgeweitet wurden in den letzten Jahrzehnten, kam es nämlich trotz der immensen Geldmengensteigerungen nicht zu starken Preissteigerungen in der Realwirtschaft. Diesen Zusammenhang muss man erkennen, um zu verstehen, was vor sich geht. Die Politiker haben ihn jedenfalls nicht erkannt. Sie glauben, sie müssten nur die Spekulation eindämmen, und alles wäre gut. Das ist naiv. Sie müssten vielmehr gleichzeitig auch die riesigen überschüssigen Geldmengen vernichten. Aber dies ließe sich nur erreichen mit dem großen Finanzcrash. Und den wollen wiederum alle verhindern. Blöde Sache, aber so ist die Realität nun mal.
Wie schon gesagt, finde ich schade das hier so aufeinander eingedroschen wird.
Mit H.Brichta ist doch endlich mal ein Ökonom da der die gängigen Theorien hinterfragt und der dazu auch noch die Möglichkeiten hat etwas durch seine Medienbekanntschaft zu bewegen.
Was hier ein kleiner H.Schmidt oder auch ein H.van Straelen zum Besten gibt, interessiert doch im Grunde keine Sau.
Gruß
Brichta:
Na ja, ob ich durch meine Medienbekanntschaft etwas bewegen werde, muss sich erst noch zeigen. Ich weiß jedenfalls, dass dies eine ganz langfristige Aufgabe sein wird. Ein Herr van Straelen ist ja nun auch schon Jahrzehnte unterwegs, ohne dass er was bewegt hat. Also schaun mer mal…
Samstag, 20. März 2010 17:53
“… Brichta:
Ob es so kommt oder nicht, das ist doch gar nicht der Punkt. Es geht vielmehr darum, dass Geld tatsächlich auch von privaten Banken ausgegeben werden kann. Unter Umständen sogar ausschließlich von privaten Banken, wenn es keine staatliche Zentralbank gibt.
Und dass es bei uns in Europa sogar BARGELD von privaten Banken gibt, habe ich Ihnen am Beispiel Schottlands ja gezeigt. Sie wollen aber offenbar weiter in Ihrer eigenen Welt leben, die Sie sich zurechtgezimmert haben. Träumen Sie noch schön. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
ich habe den Missbrauch mit dem Geldwesen nie bestritten im Gegensatz zu Ihrer Berufskaste, die unser jetziges Geldsystem ja völlig in Ordnung findet!
Da die Schotten offenbar laut Ihrer Beiträge gerade kein Vorbild sind wie ein korrektes Geldsystem zu gestalten sei muss man sich doch damit gar nicht beschäftigen; bringen Sie doch besser mal was Sinnvolles!
Brichta:
So geht Hein Straelen durch die Welt. Was es nicht geben darf, gibt es einfach nicht. Die Erde ist eben doch eine Scheibe. Basta! Wann kapieren Sie denn endlich, dass sie auf dem Holzweg sind, wenn Sie versuchen, die existierende Geldwelt mit einem Phantasiegebäude zu erklären?
“… Brichta:
Richtig, in diesem Zusammenhang sollte man auch daran denken, dass ein großer Teil aller Kredite sogar vollkommen ohne jegliche Sicherheit vergeben wird. Ich meine die Staatskredite! …”
Die Kredite an Staaten sind meistens doch die sichersten, was man an den relativ niedrigen Risikoaufschlägen sehen kann; eine größere Sicherheit als der direkte (Steuer-)Griff in die Taschen der Bürger gibt es gar nicht.
Brichta:
Hein Straelen verwechselt eine echte Kreditsicherheit, also ein Pfand, mit der Hoffnung darauf, dass der Schuldner schon wird zahlen können. In welcher Märchenwelt Hein Straelen lebt, sieht man daran, dass er offenbar glaubt, Staatskredite würden mit Steuergeldern zurückgezahlt. Hahahaha, das ist köstlich! Kein Cent an Staatskredit kann mit Steuereinnahmen zurückgezahlt werden. Die Tilgung ist vielmehr nur mit neuen Krediten möglich, die der Staat aufnimmt. Und wenn er keine Möglichkeit mehr haben sollte, neue Kredite aufzunehmen, ist er pleite.Da nützen ihm alle Steuereinnahmen nichts.
“… Brichta:
Geld kann sowohl in der Realwirtschaft umlaufen als auch in der spekulativen Finanzwirtschaft. Die gängigen Kennzahlen messen aber nur die Umlaufgeschwindigkeit in der Realwirtschaft. …”
Das ist auch völlig richtig so! Finanzspekulationen zeigen ja gerade die Unterbrechungen des Geldkreislaufes an, denn Geld zu spekulativen Zwecken eingesetzt spekuliert statt zu Güter kaufen.
Brichta:
Wieder so ein Hein Straelen’scher Trugschluss. Wofür Geld verwendet wird, bestimmt sich nicht danach, was eine “gute” oder “schlechte” Verwendung wäre, sondern danach, was in der Realität geschieht. Wenn Wirtschaftssubjekte sich dafür entscheiden, Geld zum spekulieren statt zum Güterkauf zu verwenden, dann ist das ihre Entscheidung. Die kann man zwar “gut” oder “schlecht” finden, aber das ist eine ganz andere Frage. Die Geldwelt kannn man nur verstehen, wenn man weiß, was in der Realität passiert. Zumal der “Geldkreislauf” damit auch nicht “unterbrochen” ist, wie Hein Straelen fälschlicherweise annimmt. Vielmehr zirkuliert das Geld einfach in einem anderen Kreislauf, den Hein Straelen nicht wahrnimmt, weil es ja ein “schlechter” Kreislauf ist.
“… Daraus errechnet dann der Durchschnitts-Ökonom, dass die Umlaufgeschwindigkeit drastisch gesunken, das Geld also “gehortet” worden sein muss. Das ist aber Quatsch, denn das Geld kann sehr wohl an den Finanzmärkten recht flott umgelaufen sein. Die Transaktionen dort werden aber nicht in der Gleichung erfasst. Von “Hortung” würde ich in diesem Falle nicht sprechen. …”
Jetzt wird dieser Schwachsinn auch noch “vertieft”, so als ob Finanz”produkte” etwas mit der volkswirtschaftlichen Produktion zu tun hätten. – Demnach gäbe es natürlich auch niemals eine Geldhortung! – Irgendeinen Blödsinn werden die Leute mit ihrem Geld schon machen. – Nur nicht sich gegenseitig ihre nutzbringenden Produkte abkaufen (nämlich den allgemeinen Güterabsatz garantieren, der auch gleichzeitig Vollbeschäftigung bzw. Vollauslastung bedeutet!).
Brichta:
Hein Straelen als dogmatischer Religionslehrer. Was nicht “gut” ist, darf man nicht beschreiben, weil es ja nicht so sein sollte. Ein unvoreingenommener Beobachter beschreibt dagegen zunächst die Realität, so wie sie ist, und zieht danach seine Schlüsse. Dieser Beobachter wird zunächst einmal wertfrei feststellen, dass Geld sowohl für das eine als auch für das andere verwendet werden kann. Vielleicht entdeckt ja auch Hein Straelen noch die Welt.
“… Richtig ist, dass das Geld in diesem Fall der Realwirtschaft entzogen wird, was aber auch Vorteile haben kann. Denn wenn es nicht so wäre, würde es u.U. in der Realwirtschaft zu steigenden Preisen führen. So sorgt es aber nur an den Finanzmärkten für steigende Preise. …”
Auch mit diesen Aussagen zeigen Sie wiederum nur auf dass Sie Ihren embryonalen Bewußtseinszutand hinsichtlich Geldordnungsfragen noch nicht hinter sich gelassen haben.
Tatsache ist, dass die heute übliche indirekte Geldmengensteuerung, bei der das Geld staatlicherseits nicht als Tauschmittel, sondern über den kurzfristigen Geldmarkt quasi als Kapital in die Wirtschaft geschleust wird, wodurch es für die Notenbank unmöglich ist, die Geldmenge (ZBG) stabilitätsgerecht zu steuern.
Folglich bestimmen private Geldbesitzer und Geldanspruchsberechtigte in Wirklichkeit über die Konjunktur und eben gerade nicht die Notenbank.
Deshalb sieht der ansonsten blinde Herr Brichta in der Geldhortung auch noch einen Vorteil, nämlich den einer vermeintlichen Inflationsbekämpfung, die allerdings nicht dauerhaft funktionieren kann.
Denn wenn die heute schon viele zu hohe Liquidität (Geld + Sichtguthaben) einmal so richtig in Bewegung kommt wird die Notenbank keinesfalls mehr in der Lage sein (durch höhere “Leit”zinsen), dieses Treiben zu stoppen! Aber was geht uns das schon an?
Brichta:
Im Unterschied zu Ihnen haben ich das Geldsystem voll erfasst. Und wenn ich von “Vorteil” spreche, meine ich natürlich den – wenn auch nur vorübergehenden – Vorteil aus Sicht der (Geld-)Politiker, dass sich die vorhandene Inflation (nämlich die Aufblähung der Geldmengen) noch nicht in steigenden Verbraucherpreisen niederschlägt. Eine Inflation bleibt es aber trotzdem.
“… Brichta:
Ich glaube, zu dieser Abhandlung erübrigt sich jeder Kommentar. Oder finden Sie, lieber Thorsten Schmidt, dass dies noch etwas mit Ihrer ursprünglichen Frage zu tun hat? …”
Haben Sie diese Abhandlung überhaupt verstanden?
Übrigens betrifft diese Abhandlung auch keine Frage des lieben Herrn Schmidt, sondern sie bezieht sich direkt auf Ihre unsinnige Antwort, die Sie dem lieben Herrn Schmidt antaten. Hier geht es wiederum um Grundlegendes, nämlich den Unterschied zwischen den Begriffen “Nachfrage nach Geld” und “Bedarf an Geld”.
Brichta:
Wir sind ja von Ihnen gewohnt, dass Sie nicht auf Fragen antworten, sondern nur Gelegenheiten suchen, ihren verquirlten Humbug an die Leser zu bringen.
Denn der liebe Herr Schmidt hatte in seinen ursprünglichen Fragen durchaus richtige Antwortsoptionen integriert, die Sie dann bedauerlicherweise zu Unrecht zerstreut haben! Er fragte nämlich wie folgt:
“… Ist in Aktien investiertes Geld nicht sogar quasi gehortet?
Klar, erstmal hat der Verkäufer der Aktie das Geld, aber wenn der nun auch wieder andere Aktien kauft….
Dreht sich so nicht eine Spirale die die Aktienmärkte aufbläht ohne direkten realwirtschaftlichen Bezug? …”
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Geld ist nicht allein dadurch gehortet, indem es einer Verwendung zugeführt wird, die aus Ihrer Sicht “schlecht” ist. Geld läuft eben sowohl in der Realwirtschaft um als auch in der Finanzwirtschaft. Entscheidend ist, dass man dies erkennen kann, wozu Sie eben nicht in der Lage sind.
Freitag, 19. März 2010 23:30
“… Brichta:
Ich habe ja bereits festgestellt, dass Sie in Sachen Geld nicht gerade auf der Höhe der Zeit sind. Vermutlich glauben Sie, unser Geldsystem funktioniert noch so, wie es zu Lebzeiten Gesells funktioniert hat. Nun werde ich hier aber nicht länger versuchen, Sie in die Gegenwart zu führen, sondern dies meinem Buch überlassen, das demnächst erscheinen wird. Sie beschreiben oben nämlich nur eine Möglichkeit, die es gibt. Daneben gibt es aber weitere. Um ein Zitat von Ihnen weiter unten zu nehmen: ”Offensichtlich ist das alles nicht ganz so einfach wie Sie es sich vorstellen.” …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
in der Falschzuordnung von Zitaten sind Sie nicht schlecht. Wenn es allerdings um Geldordnungsfragen geht hängen Sie an Ihren falschen “Denk”gewohnheiten fest, die Ihnen per Schule und Studium zu”teil” wurden und über diese kritisch zu reflektieren Sie offensichtlich gar nicht in der Lage sind. In meinen Ausführungen beschrieb ich systemisch Grundlegendes und nicht “eine Möglichkeit unter vielen”.
Brichta:
Genau das Gegenteil ist der Fall. Während Sie von einer eingenommenen Denkweise nicht mehr abrücken (Zahlungen unter Banken werden nur mit Zentralbankgeld geleistet, basta!) untersuche ich weitere Möglichkeiten. Nur so kann man fündig werden. Sie bleiben dagegen in Ihren alten Denkschemata hängen.
“… Brichta:
In diesem Fall machen Sie die Sache offensichtlich komplizierter, als sie ist. Selbstverständlich basiert unser Geldsystem auf dem Zins. Das geht sogar so weit, dass Banken und Notenbanken für Geld, das sie aus nichts als dünner Luft produzierten, auch noch Zinsen kassieren können. …”
Ich mache überhaupt nichts unnötig kompliziert, wenn ich hier Basiswissen wiedergebe, welches weder Sie noch Ihre “Fans” hier im Blog bzw. dessen Professoren wie ich immer wieder feststelle haben. Wenn die dann folgende Aussage von Ihnen richtig wäre könnte man sogar für das was Sie im Kopf haben Zinsen kassieren! Da möchte ich Ihnen nicht folgen, zumal Notenbanken prinzipiell staatliche Einrichtungen sind und nicht von Zinsen “leben” und auch Banken (private Geschäftsbanken die Einlagen hereinnehmen) “leben” nicht von Zinsen, sondern müssen diese an ihre Gläubiger-Kunden weitergeben; Banken leben von einer sogenannten Zinsmarge, vergleichbar mit einem Unternehmensgewinn abzüglich der Eigenkapitalrendite.
Brichta:
Selbstverständlich müssen Banken für Einlagen und Schuldverschreibungen auch Zinsen zahlen. Das ist ja wohl klar. Und ob Notenbanken staatliche Einrichtungen sind, spielt in der Zinsfrage überhaupt keine Rolle. Sie kassieren für aus dem Nichts produziertes Geld Zinsen. Das ist einfach so. Der Gewinn daraus kommt eben dem Staat zugute.
“… Brichta:
Das ist nun wieder eine für Sie typische Wortklauberei. Der Zins und Zinsenszins bläht die Geldmengen über die Jahre auf. Das ist Fakt. Dass es dabei um das ”verlustfrei hortbare” Geld heutiger Prägung geht, ist selbstverständlich. Denn über nichts anderes rede ich hier als über das Geld, DAS TATSÄCHLICH EXISTIERT. Sie reden dagegen über ein Geld, das nur in Ihren Wunschvorstellungen existiert. …”
Was ich oben beschrieben habe sind Tatbestände, die “sogar” ein 12-jähriger Jugendlicher verstehen kann, vorausgesetzt, er hatte noch kein VWL an der Schule und wurde verblödet. Der Zins- und Zinseszins bläht auch direkt keine Geldmengen auf, ganz im Gegenteil sind die Geldmengen bei relativ hohem Zinsniveau (z.B. BRD in den 1960er Jahren) eher gering. Umgekehrt nimmt bei sinkendem Kapitalmarktzinsen die Liquidität (primär zu Hortungszwecken) zu und zum Teil davon die Geldmenge. Was Geld wirklich ist, werden Sie wahrscheinlich niemals begreifen (vielleicht weil es so einfach ist!), dafür haben Sie offenbar zu viel (das Falsche) studiert! Sie sagten “Geld heutiger Prägung”; dabei handelt es sich nicht um den Prägestempel des “Giral”-geldes?
Brichta:
Wieder einer Ihrer typischen Denkfehler: Natürlich waren die Geldmengen in den 60er Jahren “eher gering” – zumindest im Vergleich zu heute. Der Zinseszins sorgt auch nur langfristig für stetig steigende Geldmengen, und damals war die D-Mark gerade mal 15-20 Jahre alt. Heute, 40-50 Jahre später, können Sie erste Ergebnisse sehen. Das Geldvolumen hat sich vervielfacht. Aber das ist noch nicht das Ende. Ihnen entgehen leider die einfachsten Zusammenhänge. Und genau deshalb ist es gut, dass Ihnen niemand folgt. So wie in diesem Blog geht es Ihnen vermutlich auch sonst im Leben
“… Brichta:
Sie haben gar nichts ”erläutert”. Sie haben nur behauptet, dass bei Zahlungen der Banken untereinander immer Zentralbankgeld fließt. Dies entspricht aber offenbar nicht mehr der heutigen Praxis. …”
Ihre “Kenntnisse” betreffen weder einer frühere noch eine heutige Praxis. Der Geldmarkt einerseits und der Saldenausgleich für Nichtbankenguthabentransfer andererseits sind “zwei paar Schuhe”, ein bischen Lernbereitschaft müssen Sie schon mitbringen. So wie es auch keinesfalls dasselbe ist, ob Sie bei einer Bank über ein Sichtguthaben verfügen oder z.B. über ein Sparbuch.
Brichta:
Wichtige Entwicklungen haben Sie schlichtweg verschlafen. Worum es hier geht, ist der Zahlungsverkehr über sog. Nostrokonten der Banken. Die gab es zwar schon immer, aber die Volumina, die darüber fließen, haben sich im Vergleich zu früher vervielfacht. Das ist der springenden Punkt, warum Zentralbankgeld im Interbankenverkehr eine immer geringere Rolle spielt. Guten Morgen
“… Brichta:
Sie winden sich ja ganz schön. Ob die Profs nun blöde oder eigennützig sind, spielt doch überhaupt keine Rolle. Sie haben in ihnen auf jeden Fall jemanden gefunden, dem Sie die Schuld fürs eigene Versagen in die Schuhe schieben können. Das ist der Kernpunkt meines obigen Kommentars. …”
Sie unterstellen mir Versagen obwohl doch Ihre Berufskaste der wirkliche Versager ist, es sei denn, wir lebten in der besten aller Geldordnungen. – Da wir das nicht tun ist Ihr Versagensvorwurf mir gegenüber absolut lächerlich.
Brichta:
Klar haben Sie versagt: Sie haben angeblich das Grundübel unsrese Geldsystems schon vor Jahrzehnten entdeckt, aber Sie haben sich kein Gehör verschaffen können. Und wenn ich mir Ihre abstrusen Texte hier anschaue, verstehe ich auch warum. Es ist gut, dass Ihnen niemand zuhört.
“… Brichta:
Erklären Sie doch bitte einmal, wie Geld Ihrer Meinung nach entsteht. …”
Geld entsteht in Münzprägestätten und auf speziellen Druckmachinen; aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Brichta
hahaha, das ist köstlich. Fehlt nur noch die Geschichte mit dem Klapperstorch.
“… Brichta:
Doch, es hat sich fortbewegt. Aber diese Entwicklung ist an Ihnen vorbeigegangen. …”
Die Ihnen angediehene universitär induzierte Verblödung hinsichtlich geldordnungswissenschaftlicher Fragen ist an meiner Entwicklung glücklicherweise vorbeigegangen bzw. “wurde mir erspart”.
Brichta:
Glücklicherweise beschränkt sich mein Kenntnisstand nicht nur auf das, was an der Uni gelehrt wird. Es schadet allerdings nicht, möglichst viele Sichtweisen kennengelernt zu haben. So kann man sich besser ein Gesamtbild machen. Allerdings nur, sofern man nicht – so wie Sie – den Überblick verliert.
“… Brichta:
Natürlich spielt sie eine Rolle. Weil man die Sichtguthaben selbst als Geld verwenden kann, indem man per Überweisung mit ihnen bezahlt! So finden eben zum selben Zeitpunkt Zahlungen statt über ein Vielfaches der Menge, die an Bargeld überhaupt vorhanden ist. …”
Sie verwechseln bzw. setzen die Übertragung von Sichtguthaben gleich mit der Verwendung bzw. der Benutzung von Geld; für “Hein Doof” ist das natürlich dasselbe. Darüberhinaus sollten Sie lernen “Mengen” von “Vorgängen” sowie “Anzahl von Vorgängen” zu unterscheiden! Für “Hein Doof” ist das natürlich dasselbe.
Brichta:
Für Hein Straelen ist Geld nur das, was er anfassen kann. Anndere Geldformen übersteigen sein intelektuelles Fassungsvermögen.
“… Brichta:
Sie verstehen es einfach nicht. Auch hier bedeutet es wieder, dass zu einem Zeitpunkt Zahlungen stattfinden, die die vorhandene Menge an Zentralbankgeld übersteigen. Und dies bedeutet nichts anderes, als dass hier ANDERES Geld verwendet wird: Mit einem Bündel Bargeld von 1.000 Euro wäre das gar nicht möglich. Der könnte zu diesem Zeitpunkt nur für EINE Zahlung verwendet werden. …”
Schon wieder werden Mengen (hier Geldmenge) nicht von Vorgängen (hier Zahlungsvorgänge) unterschieden!
Brichta:
ts, ts…. Sie verstehen offenbar nicht, dass ein Zahlungsvorgang etwas ist, das mit einer vorhandenen Menge an Geld geleistet wird. Wie wär’s mit einem Besuch der Grundschule?
“… Brichta:
Ja ja, der Herr van Straelen. Wenn er nicht mehr weiter kommt, dann wird bei ihm einfach ohne Geld bezahlt. Dann ist das, mit dem da bezahlt wird, eben kein Geld. So kann man es natürlich auch machen. …”
Das kann man nicht etwa, sondern das ist so! Die Akzeptanz des Geldanspruches ist normalerweise hinreichend, aber letztlich nicht juristisch zwingend. – Wir reden doch hier über Geldordnungsfragen und nicht mit “Hein Doof”, oder?
Brichta:
“Die Akzeptanz des Geldanspruches ist normalerweise hinreichend, aber letztlich nicht juristisch zwingend.” Dieser verquirlte Quark spricht für sich.
“… Brichta:
Von Kreditzeitraum war überhaupt keine Rede. Das Geld muss vielmehr immer dann vorhanden sein, wenn damit Zahlungen geleistet werden. Ach pardon … ich vergaß …. es kann ja auch ohne Geld bezahlt werden 1 …”
Jetzt werfen Sie schon wieder alles durcheinander. Zum Bezahlen benötigen Sie entweder Geld oder einen (hochliquiden) Anspruch auf Geld (in der Regel weils praktisch und relativ sicher geht), eben ein Sichtguthaben; ohne dem gehts nicht.
Brichta:
Die Sache ist ganz einfach: Ihr “Anspruch auf Geld” ist selbst zu Geld geworden. Aber diesen Vorgang haben Sie verpennt. Guten Morgen!
“… Brichta:
Fragen Sie doch mal bei den Lesern dieses Blogs, wer es ist, der hier ünnötige Verwirrungen schafft. …”
Eine bessere “Zielgruppe” ist Ihnen nicht eingefallen?
Brichta:
Sie passt Ihnen natürlich nicht, weil das Votum gegen Sie ausfallen würde.
”… Brichta: ”… Ihre Unterscheidung, dieses Sichtguthaben gehöre lediglich zu einem ”privaten Kreditbereich” (angeblich kein Geld), der von einem ”Geldbereich” (angeblich das richtige Geld) zu unterscheiden sei, macht keinen Sinn. …”
Das macht Sinn, unabhängig von Ihrer ökonomisch stark eingeschränkten Wahrnehmung.
Brichta:
Und dann kommt auch noch der Klapperstorch…
“… Brichta:
Und dementsprechend ist das Sichtguthaben, das eine Geschäftsbank bei einer Notenbank hat, ein Kredit, den die Geschäftsbank der Notenbank gibt. Da gibt es überhaupt keinen Unterschied. …”
Die Geschäftsbank gibt der Notenbank einen Kredit, damit sich die Notenbank “was zum Anziehen kaufen kann”? Ist das die Realität, von der Sie immer sprechen wollen? Wo studiert man eigentlich so einen Käse?
Brichta:
Wenn Sie nichts zum Anziehen braucht, darfs vielleicht etwas Käse sein?
Also zum Zweiten:
”Zentralbankguthaben” sind von den Banken nicht abgehobenes Bargeld, welches sie zur Verrechnung benötigen (abgesehen von der sogenannten verordeneten Mindestreserve), nur insofern verhalten sie sich wie die Nichtbanken mit ihren Sichtguthaben.
Während die Sichtguthaben der Nichtbanken aber für die Banken ein kurzfristiges Kreditpotential darstellen, sind die Zentralbankguthaben bankpleitenunabhängig keine Guthaben, welche die Zentralbank wiederum an irgendjemanden ausgeliehen hat oder ausleihen könnte und deshalb ggf nicht auszahlen könnte!
Ist das eigentlich so schwer?
Brichta:
Hein Straelen muss die Welt noch entdecken. Banken verleihen keine Guthaben weiter, sondern sie schaffen mit einem Kredit ein neues Guthaben. Das kann Hein Straelen daran erkennen, dass nach der Kreditvergabe sowohl das neue Guthaben vorhanden ist als auch das alte unverändert weiterbesteht. Sofern es “weiter verliehen” worden wäre, wäre es auf dem Ursprungskonto nicht mehr vorhanden. Oder um es auch für Hein Straelen erfassbar zu machen: Wenn ich Ihnen 1000 Euro leihen würde (was ich natürlich niemals tun werde), dann würde ich die 1000 Euro von meinem Konto auf Ihres überweisen. Auf meinem Konto wären sie verschwunden, dafür wären sie jetzt auf Ihrem. Das ist auch klar, denn etwas Verliehenes vermehrt sich durch den Leihvorgang nicht. Meine sechsjährige Nichte versteht das. Aber versteht es auch Hein Straelen?
“… Brichta:
Was der Herr nicht erklären kann, das schaut er sich einfach nicht an. Nochmal: Es GIBT Bargeld, das von privaten Geschäftsbanken ausgegeben wird, zum Beispiel in Schottland. Aber Sie sind wahrscheinlich noch nie aus Düsseldorf herausgekommen. …”
Prinzipbedingt ist das Geldwesen eine staatliche Veranstaltung unabhängig davon was die Schotten machen!
Aber vielleicht sind die ja wie Sie zumindest suggerieren beim Geldwesen noch in einer Monarchie?
Brichta:
Es ist doch ganz egal, in welcher Form des Geldwesens die Schotten leben. Tatsache ist, dass es dort etwas gibt, was es in Ihrer Welt nicht gibt, ja gar nicht geben kann. Damit ist bewiesen, dass es sich bei Ihrem Gedankengebäude um eine Traumwelt handelt, die die Realität nicht abbdeckt.
“… Brichta:
Das Gegenteil ist der Fall: erst wenn man nämlich die tatsächlichen Zusammenhänge durschaut, lässt man sich nicht von solch unsinnigen Behauptungen wie den Ihrigen in die Irre führen. Behauptungen wie: Das eine sei ”Geldbereich” und das andere ”Kreditbereich”. …”
Das Problem ist nur das Sie die Geldordnung aufgrund Ihrer totalen Unfähigkeit, systemisch relevante Unterschiede überhaupt zu erkennen, nämlich die zwischen “Geld” und “Guthaben”, gar nichts durchschauen!
Brichta:
Hein Straelen versteht nicht, dass jede Geldform nur ein Anspruch auf etwas ist, seitdem es die Edelmetallmünzen nicht mehr gibt, die selbst den Wert hatten, der auf ihnen stand.
“… Brichta:
Genauso gut ist Bargeld auch ein ”nicht in Anspruch genommenes Zentralbankguthaben”. …”
Aus der Perspektive des “Hein Doof” von der Geschäftsbank ist das natürlich auch so. – Er könnte ja noch ein bischen mehr Bargeld in Anspruch nehmen. – Er hat da nur gerade keine Lust drauf. ! Diese Ihre Kindergarten-Aussage ist für Vertreter Ihres Berufskaste typisch, weil man nicht die richtige Perspektive findet, das gilt übrigens auch für die von Ihnen so hochgeschätzten Issings & Co., den Vertretern der “besten aller Geldsysteme” einschließlich ihres “genialen” Transmissionsmechanismus. Die grundlegende bzw. System-Perspektive muss von der Notenbank als Mittelpunkt ausgehen, deshalb zum Dritten:
”Zentralbankguthaben” sind von den Banken nicht abgehobenes Bargeld, welches sie zur Verrechnung benötigen (abgesehen von der sogenannten verordeneten Mindestreserve), nur insofern verhalten sie sich wie die Nichtbanken mit ihren Sichtguthaben.
Während die Sichtguthaben der Nichtbanken aber für die Banken ein kurzfristiges Kreditpotential darstellen, sind die Zentralbankguthaben bankpleitenunabhängig keine Guthaben, welche die Zentralbank wiederum an irgendjemanden ausgeliehen hat oder ausleihen könnte und deshalb ggf nicht auszahlen könnte!
Haben Sie es jetzt verstanden oder immer noch nicht?
Brichta:
Hein Straelen ist es, der noch etwas lernen muss. Zum Beispiel den von mir oben beschriebenen Unterschied zwischen “Ausleihen” und “etwas erst produzieren”.
“… Brichta: Sie können damit nicht von der Tatsache ablenken, dass Sie ”Zentralbankgeld”, ”Zentralbankguthaben”, ”Banknoten” und ”Münzen” als gleichberechtigte Begriffe nebeneinander gestellt haben, die sie definitiv nicht sind. …”
Systemisch ist diese wie Sie es nennen Nebeneinanderstellung auch völlig richtig, die richtige Perspektive allerdings auch unbedingt vorausgesetzt, die Sie aber vermutlich nicht so schnell hinbekommen!
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Gerade “systemisch”, um in Ihrem Jargon zu bleiben, ist diese Nebeneinanderstellung Mumpitz. Zentralbankgeld ist der Oberbegriff, Guthaben und Bargeld sind die möglichen Formen, die Zentralbangeld haben kann. Oder um es auch für Hein Straelen erfassbar zu machen: Vogel, Amsel, Fink und Star. Schaffen Sie es, diese Begriffe zu sortieren?
Freitag, 19. März 2010 22:27
Liebe Geldinteressierte,
ich muss mich jetzt mal vorübergehend aus der Diskussion hier ausklinken, weil ich nach China reise. Im April melde ich mich wieder.
Eine schöne Zeit bis dahin wünscht Ihnen
Ihr
Raimund Brichta
Donnerstag, 18. März 2010 10:28
“… Wenn es so käme (was m.E. nicht der Fall sein wird), dann würde der Herr van Straelen, der auf dieser Seite ja recht aktiv ist, allerdings vollends ausflippen. Denn er behauptet ja, die Geschäftsbanken könnten gar kein Geld machen. Dann stünden wir nach seiner Definition vollkommen ohne Geld da. Nicht auszudenken …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
ich werde nicht “ausflippen” da es so nicht kommen wird.
Da die Tatsache, dass die Geschäftsbanken kein Geld machen können, nichts mit einer Behauptung meinerseits zu tun hat, werden wir auch nicht ohne Geld “darstehen”.
Hinsichtlich der “Meinung” des Herrn Schäffler könnte man es bedauerlich finden, dass Dummheit nicht strafbar ist.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Ob es so kommt oder nicht, das ist doch gar nicht der Punkt. Es geht vielmehr darum, dass Geld tatsächlich auch von privaten Banken ausgegeben werden kann. Unter Umständen sogar ausschließlich von privaten Banken, wenn es keine staatliche Zentralbank gibt.
Und dass es bei uns in Europa sogar BARGELD von privaten Banken gibt, habe ich Ihnen am Beispiel Schottlands ja gezeigt. Sie wollen aber offenbar weiter in Ihrer eigenen Welt leben, die Sie sich zurechtgezimmert haben. Träumen Sie noch schön.
Mittwoch, 17. März 2010 21:38
“… Daraus errechnet dann der Durchschnitts-Ökonom, dass die Umlaufgeschwindigkeit drastisch gesunken, das Geld also “gehortet” worden sein muss. Das ist aber Quatsch, denn das Geld kann sehr wohl an den Finanzmärkten recht flott umgelaufen sein. Die Transaktionen dort werden aber nicht in der Gleichung erfasst. Von “Hortung” würde ich dann jedoch nicht sprechen. …”
Die Kräfte, die den Preis bestimmen, faßt man zusammen in die Worte: Nachfrage
und Angebot. Wollen wir also die oben gestellte Frage erschöpfend beantworten, so
müssen wir uns volle Klarheit über den Inhalt dieser beiden Worte verschaffen.
Fragt man heute: Was ist Nachfrage nach Geld, wer hält Nachfrage nach Geld, wo
herrscht Nachfrage nach Geld, so erhält man die widerspruchsvollsten Antworten. In
der Regel wohl wird es heißen: Nachfrage nach Geld herrscht an den Banken, wo Unter-
nehmer und Kaufleute Wechsel verkaufen. Wächst die Nachfrage nach Geld, so steigt
der Zinsfuß, und mit dem Zinsfuß kann man also die Größe der Nachfrage nach Geld
messen. Auch der Staat, der mit Fehlbetrag abschließt und Anleihen aufnimmt, hält
Nachfrage nach Geld; wie auch die Bettler Nachfrage nach Geld halten.
Dies alles ist aber keine Nachfrage, die mit dem Begriff eines Tauschmittels überein-
stimmt. Und das Geld ist doch vor allem Tauschmittel. Als Tauschmittel sollen und
wollen wir das Geld betrachten und behandeln. Stellen wir nun in unserer Frage an die
Stelle des Wortes “Geld” den Ausdrück “Tauschmittel”, so tritt der Unsinn sofort zu
Tage, den obige Antworten bergen.
Der Kaufmann, der von der Bank Geld verlangt, tauscht nichts ein; er gibt nichts
als sein Versprechen, das Geld zurückzuerstatten. Er borgt, aber er tauscht nicht. Er gibt
Geld für Geld. Es findet kein Handel, kein Tausch statt; von Preisen ist hier keine
Rede. Man spricht vom Zins. Auch der Staat hält mit seiner Anleihe keine Nachfrage
nach Tauschmitteln, denn auch er bietet nichts in Tausch an. Er wechselt gegenwärtiges
gegen künftiges Geld.
Es handelt sich also hier nicht um eine “Nachfrage” nach Tauschmitteln, nicht um
eine mit dem Zwecke des Geldes übereinstimmende Nachfrage nach Geld. Um Nach-
frage nach Geld, nach Tauschmitteln zu halten, muß etwas vom Geld Verschiedenes in
Tausch angeboten werden. Das ist im Worte schon ausgedrückt.
Wo herrscht nun Nachfrage nach Geld?
Antwort: dort, wo man Tauschmittel braucht, wo die Arbeitsteilung Ware auf den Markt
wirft, die zu ihrem gegenseitigen Austausch auf das Tauschmittel, auf Geld angewiesen ist.
Und wer hält Nachfrage nach Geld? Wer anders als der Bauer, der Ware auf den
Markt bringt, als der Kaufmann, der am Ladentisch seine Waren feilhält, als der Ar-
beiter, der sich zu irgendeiner Arbeit anbietet und für sein Arbeitserzeugnis Geld ver-
langt. Wo das Warenangebot groß ist – dort herrscht große Nachfrage nach Tausch-
mitteln; wo das Warenangebot wächst, dort wächst die Nachfrage nach Geld, nach Tausch-
mitteln. Nimmt man die Waren fort, so verschwindet auch die Nachfrage nach Geld. Dort,
wo Urwirtschaft und Tauschhandel betrieben werden, gibt es auch keine Nachfrage
nach Geld.
Es ist also klar: wir unterscheiden scharf zwischen dem Kaufmann, der am Laden-
tisch dem Bauer Kattun anbietet, und demselben Kaufmann, der eine Stunde später bei
seiner Bank vorspricht, um dort einen Wechsel zu verkaufen. Mit dem Kattun in der
Hand hielt der Kaufmann “Nachfrage” nach dem Tauschmittel, nach Geld. Mit dem
Wechsel in der Hand hält dagegen der Kaufmann bei seiner Bank keine Nachfrage nach
Geld, denn der Wechsel ist keine Ware. Hier ist vom Zinsfuß die Rede. Hier herrscht
gemeiner Geldbedarf, keine Nachfrage.
Die Nachfrage nach Geld hat mit diesem Bedarf an Geld nichts gemein. Bedarf an
Geld hat der Bettler, der Staat, der umwucherte Bauer, auch der Kaufmann, der Unter-
nehmer, der einen Wechsel zu Gelde machen will; Nachfrage nach Geld dagegen hält
nur der, der Ware feilhält. Bedarf an Geld ist eine vieldeutige, Nachfrage nach Geld
eine eindeutige Sache. Bedarf an Geld geht von einer Person, Nachfrage nach Geld von
einer Sache, von der Ware aus. Der Bettler will ein Almosen, der Kaufmann will sein
Geschäft vergrößern, der Spekulant will seinen Mitbewerbern das Geld der Banken
entziehen, um allein auf dem Markte als Käufer auftreten zu können, der Bauer ist in
die Falle gegangen, die der Wucherer ihm stellte. Sie haben alle schrecklichen Bedarf
an Geld, ohne Nachfrage nach Geld halten zu können, denn diese kommt nicht von den
Sorgen der Menschen, sondern von dem Vorrat und Angebot von Waren. In diesem
Sinne ist es darum auch falsch, wenn man sagt: Bedarf und Angebot bestimmen die
Preise. Es herrscht zwischen dem mit dem Zinsfuß gemessenen Geldbedarf und der mit
den Preisen gemessenen Geldnachfrage der denkbar größte Wesensunterschied. Beide
Dinge haben durchaus nichts Gemeinsames.
Wer beim Worte “Nachfrage nach Geld” nicht sofort an Ware denkt, wer beim Worte
“große Nachfrage nach Geld” nicht sofort einen Berg von Waren, einen Markt, einen
Güterzug, ein überladenes Schiff vor Augen hat, vielleicht auch an Zuvielerzeugung
und darausfolgende Arbeiterentlassungen denkt, der versteht den Sinn des Wortes “Nach-
frage nach Tauschmitteln, nach Geld” nicht, der hat noch nicht erfaßt, daß die Arbeits-
teilung Ware erzeugt, die zu ihrem Austausch auf das Geld ebenso angewiesen ist, wie
die Steinkohle auf die Güterwagen.
Und wer jemand von steigender Nachfrage nach Geld sprechen hört, weil der Zinsfuß
gestiegen ist, der weiß, daß dieser keine bestimmten Ausdrücke für seine Begriffe hat.
Wenn aber jemand einem volkswirtschaftlich Geschulten in die Hände fällt, der Geld-
bedarf und Geldnachfrage verwechselt, so hat er die Pflicht, ihn darauf aufmerksam zu
machen, daß man wissenschaftliche Fragen nicht in Kauderwelsch behandeln soll.
Also die Nachfage nach Geld scheiden wir vollständig von allen menschlichen Be-
dürfnissen, Unternehmungen, Handlungen, Marktverhältnissen usw., wir entziehen sie
dem Wertnebel, der sie bisher umhüllte, und setzen sie thronend auf den Berg von Waren,
womit die Arbeitsteilung den Markt ununterbrochen beschickt – weithin für alle sicht-
bar, greifbar und meßbar.
Wir scheiden diese Nachfrage nach Geld von dem Bedarf an Geld. Wir bilden einen
anderen Berg, aber nicht aus Waren, sondern aus Wechseln, Pfandbriefen, Anleihe-
scheinen, Schuldverschreibungen, Staatspapieren, Versicherungsurkunden usw. und
setzen darauf ebenso weithin sichtbar: Bedarf an Geld. Auf den ersten Berg schreiben
wir “Preise”, und auf den letzteren “Zinsfuß”, und wer dann noch im Flusse dieser
Untersuchung an Geldbedarf denkt, wenn ich von Nachfrage spreche, der soll dieses
urgesunde Buch zuklappen. Es ist nicht für ihn geschrieben.
Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis, d. h. das Verhältnis, in dem Geld und
Waren ausgetauscht werden; und was Nachfrage nach Geld ist, wissen wir jetzt. Sie ist
Stoff, der fortwährend fließende, aus der Arbeitsteilung quellende Warenstrom.
Und das Angebot von Geld? Auch diesem Begriff müssen wir Inhalt und Gestalt
geben und ihn aus dem Dunstkreis ziehen, in den auch er gehüllt ist.
Der Bauer, der Kartoffeln erntet, der Schneider, der einen Rock nähte, sie müssen
das Erzeugnis ihrer Arbeit gegen Geld anbieten, aber was machen sie mit dem Geld?
Was haben die 100 000 Bauern und Handwerker mit dem Taler gemacht, der seit
100 Jahren von Hand zu Hand gegangen ist? Jeder von ihnen bot den Taler an – gegen
Ware, die, einmal in ihrem Besitz, zum Gebrauchsgut wurde und vom Markte ver-
schwand. Der Taler aber blieb auf dem Markte, er kehrte immer wieder zurück -1 Jahr,
10 Jahre, 100 Jahre und, mit anderer Prägung, vielleicht auch 1000-2000-3000 Jahre.
Er war eben allen, durch deren Hände er ging, nur als Ware dienlich, von den 100 000
Mann war keiner da, der den Taler anders gebrauchen konnte. Die Nutzlosigkeit des
Talers zwang alle, ihn wieder loszuschlagen, zu verkaufen, d. h., ihn in Tausch gegen
Waren anzubieten.
Wer viel Geld hatte, mußte auch viel Geld anbieten, wer wenig Geld hatte, mußte
auch das Wenige anbieten. Und dieses Angebot von Geld nannte man und nennt man
noch heute ganz richtig die Nachfrage nach Waren. Wo viel Ware liegt, ist die Nach-
frage nach Geld groß; ebenso muß man sagen können: wo viel Geld ist, muß notwen-
digerweise die Nachfrage nach Waren größer sein als dort, wo nur wenig Geld ist. (Die
Einschränkungen hierzu werde ich früh genug machen.)
Gibt es etwa noch eine andere Nachfrage nach Waren als die, die durch das Angebot
von Geld vertreten wird?
Auch hier müssen wir, wie bei der Nachfrage nach Geld, unterscheiden zwischen
Nachfrage und Bedarf an Waren. Bedarf an Waren haben viele “Bedürftige”, Nachfrage
nach Waren hält nur der, der Geld für die Waren anbietet. Den Bedarf an Waren drückt
man mit Bitten, Betteln und Bittschriften aus, die Nachfrage nach Waren durch Auf-
schlagen der harten Taler auf den Ladentisch. Vor dem Bedarf an ihren Waren, für deren
Ankauf aber das Geld fehlt, verkriechen sich die Kaufleute; die Nachfrage nach ihren
Waren aber lockt sie herbei. Kurz, Nachfrage nach Waren besteht im Angebot von Geld;
wer kein Geld hat, hält keine Nachfrage, und wer es hat, muß damit Nachfrage nach
Waren halten. (Wann er das tun muß, werden wir später sehen.)
Die Nachfrage nach Waren, schlechtweg Nachfrage genannt, ist also immer und aus-
schließlich durch das Geld vertreten. Ein Berg von Geld bedeutet eine große Nachfrage
nach Waren. Freilich nicht jederzeit, wie der Kriegsschatz von 180 Millionen in Spandau
schlagend bewies, denn in 40 Jahren hatte dieser Geldberg nicht für eine Mark Waren
gekauft. Auf diese Ausnahmen werden wir noch zurückkommen. Die Entdeckung einer
neuen Goldmine bedeutet eine wachsende Nachfrage nach Waren, und wenn der Staat
in den Papierwährungsländern neue Notenpressen in Betrieb setzt, so weiß es schon
jeder, daß die Nachfrage und die Preise steigen werden. Gäbe man jedem das Recht,
Banknoten, Schatzscheine und goldene Münzen in der Mitte durchzuschneiden und
jede Hälfte für ein Ganzes auszugeben, so würden die Nachfrage und auch die Preise
sich sogleich verdoppeln.
Soweit ist alles richtig. Aber sind wir dann schon berechtigt, das Angebot von Geld,
wie wir das mit dem Angebot von Waren tun, so auf sich selbst zu stellen und zu sagen:
Wer den Geldbestand mißt, der mißt auch die Nachfrage nach Ware? Mit anderen
Worten: Können wir das Angebot von Geld derart mit dem Geldbestand für eins erklären,
daß wir dieses Angebot, also die Nachfrage nach Waren, von dem Seelenzustand der
Geldbesitzer völlig scheiden können? Unterliegt das Angebot des Geldes nicht, wenig-
stens zum Teil, den Launen des Marktes, der unternehmungslustigen Gewinnsucht;
mit einem Wort, ist das Angebot von Geld nur reiner Geldstoff – liegt keinerlei Hand-
lung darin?
Die Wichtigkeit, die diese Frage für die Lösung unserer Aufgabe hat, liegt auf der Hand.
Wir sagen: die Arbeitsteilung liefert einen fortwährend fließenden Strom von Waren:
“das Angebot”. Der Geldbestand liefert das Geldangebot, also “die Nachfrage”. Wäre
dieses Geldangebot nun auch so ununterbrochen, wie der Geldbestand eine feste Größe
ist, so wäre der Preis, das Tauschverhältnis zwischen Geld und Waren, unabhängig von
jeder menschlichen Handlung. Geld wäre die verkörperte, scharfgeschnittene Gestalt
der Nachfrage, wie die Ware das verkörperte, wägbare, berechenbare Angebot ist. Man
brauchte dann nur zu wissen, in welchem Verhältnis Geld- und Warenvorrat stehen,
um auch zu wissen, ob die Preise steigen oder fallen werden. Bei dem im folgenden
IV. Teil d. B. beschriebenen Freigeld, da ist es so. Da können wir sagen: das Freigeld
verkörpert die Nachfrage: es scheidet aus der Nachfrage alle Wünsche des Geldbesitzers
in bezug auf Zeit und Größe der Nachfrage aus. Das Freigeld diktiert seinem Besitzer
die Kaufaufträge in die Feder und macht diese Kaufaufträge zur gebieterischen Not-
wendigkeit. Darum kann man auch beim Freigeld die Größe der Nachfrage unmittelbar
mit der Menge Freigeld, das der Staat im Umlauf erhält, messen, wie man das Angebot
von Kartoffeln und von Morgenzeitungen mit der Größe der Ernte und der Auflage
der Zeitung messen kann.
Brichta:
Ich glaube, zu dieser Abhandlung erübrigt sich jeder Kommentar. Oder finden Sie, lieber Thorsten Schmidt, dass dies noch etwas mit Ihrer ursprünglichen Frage zu tun hat?
Freitag, 5. März 2010 19:24
Link – Nachträge zu (van Straelen, Freitag, 5. März 2010 19:18):
http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,29,-konstruktiv-umlaufgesicherter-euro.html
http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,31,-keine-geldreform-ohne-bodenreform.html
Freitag, 5. März 2010 19:18
Sehr geehrte(r) Herr/Frau MGR,
sicherlich ist es erfreulich wenn jetzt Politiker erkennen, dass die Ursachen von Wirtschafts- und Finanz- sowie Überschuldungskrisen nicht im Fehlverhalten bestimmter oder auch unbestimmter Wirtschaftssubjekte zu finden sind, sondern im Geldsystem selber verortet sind. Offensichtlich lässt Herr Schäfflers Wissen hinsichtlich der Funktion des Geldwesens aber noch zu wünschen übrig.
Denn die “Rettungspakete” bzw. “dieser, unsere freiheitliche Wirtschaftsverfassung gefährdende Schneeball” bestehen nur in der Phantasie einiger Volkswirte etwa “aus purer Geld- und Kreditschöpfung” oder “ungedecktem staatlichen und schlechten Geld” und Herr Schäffler hat lediglich deren Meinung unreflektiert übernommen.
In Wirklichkeit bedeutet das “Schnüren von Rettungspaketen” einen Versuch der Politik, durch Kreditaufnahme überschüssiger Liquidität den Geldkreislauf einigermaßen geschlossen zu halten. Ein völlig geschlossener Geldkreislauf würde eine ständige Güter-Markträumung ohne Inflation und Arbeitslosigkeit bedeuten, die aber ohne eine Konstruktive Geldumlaufsicherung nicht möglich ist (siehe: XXX).
Ein geschlossener Geldkreislauf bedingt die komplette Kreditaufnahme sämtlicher Geldvermögen bis auf einen “Liquiditätsrest” (Bargeld + Sichtguthaben), der für den Güteraustausch benötigt wird. Heute aber ist der Geldkreislauf immer poröser und gefährderter, weil sich inzwischen aufgrund des dauerhaften Positivkapitalmarktzinsniveaus, welches kapitalistischen Geldsystemen innewohnt, die Kaufkraft zunehmend bei wenigen reichen Wirtschaftssubjekten ansammelt und noch weiter konzentriert (Zinseszinseffekt; Zins auf Zins zahlen).
Diese Reichen suchen für ihre Geldvermögen primär lukrative Geldanlagen und fragen relativ weniger Güter nach. Diese Tendenz verstärkt sich mit dem Reicherwerden der Reichen noch von selbst, sodass nur noch der Staat als vermeintlich “neutrale Instanz” in der Lage erscheint, den Geldkreislauf (= Güterabsatz!) mittels entsprechender Kreditaufnahmen zu schließen!
Kapitalistische Wirtschaftssysteme funktionieren nur am Anfang (Nachkriegszeiten), da sich die anfänglich geringen Geldvermögen aufgrund eines möglichen hohen Wirtschaftswachstums problemlos über Unternehmenskredite in den Geldkreislauf “zurückführen” lassen auf einem relativ hohen Kapitalmarktzinsniveau. Solange sind alle zufrieden; die Wirtschaft boomt.
Heute aber sind die Zinsangebote (konservative Geldanlagemöglichkeiten) aus der Sicht der Geldbesitzer so niedrig, dass die Liquiditätsvorhaltung zunehmend vorgezogen wird, was sich in den Währungsräumen aller großen Währungen widerspiegelt in der rasch zunehmenden Liquidität, die zwar von den Zentralbanken bereitgestellt wird (werden muss!), aber letztlich von den vermögenden Geldbesitzern initiiert wird. Anders gezeigt: Die Geldbesitzer “verzichten” immer mehr auf konservatives Wiederanlegen ihrer Geldvermögen und lassen “ihr Geld lieber auf dem Girokonto” zur ständigen Verfügung.
Als (verantwortlicher?) Politiker sollte Herr Schäffler aber nicht zu lange beim “Nachdenken über eine neue Geldordnung” verweilen, sondern sich über diesbezüglich notwendige Schritte schnellstens im Klaren werden.
Dazu gehört auch die Korrektur eines zweiten erheblichen Fehlers unseres jetzigen Wirtschaftsystems, nämlich des von den alten Römern unbesehen übernommenen Bodenrechtes, welches durch ein generelles Erbpachtrecht zur allgemeinen privaten Bodennutzung zu ersetzen ist (siehe: XXX).
“Eine rein nationale Lösung” hinsichtlich notwendiger Fehlerkorrekturen unseres Wirtschaftssystems ist besser als deren Verzicht; entscheidend ist vielmehr die gleichzeitige Fehlerkorrektur im Geldwesen sowie im Bodenrecht.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Donnerstag, 4. März 2010 22:24
“Frank Schäffler (FDP) hat sich in einem Gastkommentar in der Süddeutschen Zeitung geäussert:”
Siehe hierzu:
http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,61,-schaeffler-100302.html#700
Mittwoch, 3. März 2010 8:43
Sehr geehrter Herr Brichta,
offenbar erfährt das Thema ENDLICH mehr Aufmerksamkeit. Frank Schäffler (FDP) hat sich in einem Gastkommentar in der Süddeutschen Zeitung geäussert:
http://www.frank-schaeffler.de/presse/medienspiegel/1187
Dort heisst es u.a.:
“Die Ursachen der Überschuldungskrise liegen im Geldsystem, doch dies wird von den verantwortlichen Staats- und Regierungschefs bislang nicht einmal diskutiert. Die Rettungspakete bestehen bisher aus purer Geld- und Kreditschöpfung. Dieser, unsere freiheitliche Wirtschaftsverfassung gefährdende Schneeball aus ungedecktem staatlichen und schlechten Geld durch die vermeintlichen Rettungspakete wird immer größer. Das Schneeballsystem wird früher oder später zusammenbrechen. Wir müssen deshalb über eine neue Geldordnung nachdenken.”
Wenn schon Frau Merkel nicht auf Ihr Schreiben reagiert, vielleicht finden Sie bei anderen Politikern Gehör?
Brichta:
Mit Herrn Schäffler habe ich schon telefoniert. Ich bin froh, dass mit ihm endlich mal auch ein Politiker gegen den Mainstream bürstet. Zum Hintergrund sollten Sie aber wissen, dass er weitgehend die Ideen des Barclays-Capital-Volkswirten Thorsten Polleit vertritt. Jener wiederum setzt sich dafür ein, dass nur noch private Geschäftsbanken Geld in Umlauf bringen dürfen und nicht mehr die Notenbanken. Dieses private Geld sollte untereinander im Wettbewerb stehen, so dass sich letztendlich das beste durchsetzt.
Wenn es so käme (was m.E. nicht der Fall sein wird), dann würde der Herr van Straelen, der auf dieser Seite ja recht aktiv ist, allerdings vollends ausflippen. Denn er behauptet ja, die Geschäftsbanken könnten gar kein Geld machen. Dann stünden wir nach seiner Definition vollkommen ohne Geld da. Nicht auszudenken
Ich frage mich, inwieweit es überhaupt sinnvoll ist, eine Diskussion zu führen, die nicht international ist. Eine rein nationale Lösung ist doch eher utopisch. Es gibt ja genügend Kritiker des herrschenden Systems, bspw. Herrn Lietaer (http://www.lietaer.com/). Müsste man nicht versuchen, alle diese Leute zusammen zu bringen?
Nur ein Gedanke.
Viele Grüsse,
MGR
Brichta:
Ja, aber je mehr sie zusammenbringen müssen, desto komplizierter wird es. Deshalb macht es auch durchaus Sinn, dass sich erst mal auf nationaler Ebene Leute zusammentun. Danach kann man die dann auf internationaler Ebene koordinieren.
Samstag, 27. Februar 2010 21:00
“… Viel wichtiger ist es doch was Geld überhaupt einen Wert gibt. …”
Sehr geehrter Herr Schmidt,
die Güter, die man gegen Geld tauschen kann geben dem Geld seinen Wert.
Gäbe es keine Güter gäbe es auch kein Geld; bei einem Ungleichgewicht zwischen angebotener Geldmenge und angebotener Gütermenge entstehen entsprechend entweder Inflation oder Deflation.
“… Ist in Aktien investiertes Geld nicht sogar quasi gehortet? …”
Wer Aktien besitzt hat ja das Geld dafür vorher in Tausch gegeben und besitzt dann logischerweise kein Geld mehr, sondern Realkapital.
“… Klar, erstmal hat der Verkäufer der Aktie das Geld, aber wenn der nun auch wieder andere Aktien kauft…. …”
Dito.
“… Dreht sich so nicht eine Spirale die die Aktienmärkte aufbläht ohne direkten realwirtschaftlichen Bezug? …”
Zunehmende Aktienspekulationen sind immer ein Zeichen für eine zu geringe Attraktivität des Kapitalmarktzinsniveaus aus Anlegersicht.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Samstag, 27. Februar 2010 12:37
>Brichta:
>Vielen Dank! Aber wieso schreiben Sie >“Engelsgeduld”? Schließlich ist es doch Sinn >und Zweck eines solchen Blogs, dass ich auf >Kommentare eingehe. Sie können sich übrigens >gerne daran beteiligen, indem Sie meine oder >Herrn van Straelens Argumente kommentieren.
Das werde ich auch tun, nur das Thema ZB/GB-Geld ist für mich durch. Ich sehe das so wie sie, es gibt keinen grundlegenden Unterschied. Auch im Forum ausführlich dargelegt.
Die Banken brauchen auch keine Einlagen um Kredite zu vergeben.
Wie sollte sonst die Geldmenge erhöht werden wenn am Anfang immer eine Einlage stehen muß?
Viel wichtiger ist es doch was Geld überhaupt einen Wert gibt.
Da kommt es auf die(richtige) Bewertung der Sicherheiten bzw. die Solvents der Schuldner an.
Brichta:
Richtig, in diesem Zusammenhang sollte man auch daran denken, dass ein großer Teil aller Kredite sogar vollkommen ohne jegliche Sicherheit vergeben wird. Ich meine die Staatskredite!.
Eine andere Frage.
In wie weit kann man Aktien als eine Investion in die Realwirtschaft betrachten?
Eine Kapitalerhöhung der Firmen erfolgt doch nur bei der Erst.-Neuemission der Aktie.
Wenn die AG nicht ihre eigenen Aktien kauft hat sie ja erstmal nicht direkt etwas von einem steigenden Kurs.
Indirekt profitiert sie natürlich davon, weil ihre Sicherheiten nun höher bewertet sind und sie höhere Kredite aufnehmen kann, aber nicht muss.
Brichta:
Das direkt investierte Kapital wird aber nur dann in die Realwirtschaft investiert, sofern es sich bei der betreffenden AG auch um eine realwirtschaftliche Unternehmung handelt und nicht etwa um eine Finanzbude.
Kauft man Aktien am Sekundärmarkt, nimmt man als Investor zwar an der Entwicklung der betreffenden AG teil, man hat aber nicht direkt in die Realwirtschaft investiert. Das sehen Sie ganz richtig. Auch dass eine Firma nur indirekt von einem hohem Aktienkurs profitiert, haben Sie treffend beschrieben.
Ist in Aktien investiertes Geld nicht sogar quasi gehortet?
Klar, erstmal hat der Verkäufer der Aktie das Geld, aber wenn der nun auch wieder andere Aktien kauft….
Dreht sich so nicht eine Spirale die die Aktienmärkte aufbläht ohne direkten realwirtschaftlichen Bezug?
Gruß
Brichta:
Geld kann sowohl in der Realwirtschaft umlaufen als auch in der spekulativen Finanzwirtschaft. Die gängigen Kennzahlen messen aber nur die Umlaufgeschwindigkeit in der Realwirtschaft.
Nehmen Sie z.B. die Quantitätsgleichung:
M x V = P x Y
(Geldmenge mal Umlaufgeschwindfigkeit = Preisniveau mal Output)
In der Praxis messen Sie dabei die Geldmenge, den Output und die Preise, und daraus ergibt sich dann die Umlaufgeschwindigkeit als eine Art Restgröße. Sie lösen die Gleichung quasi nach V auf. Nehmen wir an, die Geldmenge wird deutlich erhöht, Preise und Output bleiben aber konstant. Daraus errechnet dann der Durchschnitts-Ökonom, dass die Umlaufgeschwindigkeit drastisch gesunken, das Geld also “gehortet” worden sein muss. Das ist aber Quatsch, denn das Geld kann sehr wohl an den Finanzmärkten recht flott umgelaufen sein. Die Transaktionen dort werden aber nicht in der Gleichung erfasst. Von “Hortung” würde ich in diesem Falle nicht sprechen.
Richtig ist, dass das Geld in diesem Fall der Realwirtschaft entzogen wird, was aber auch Vorteile haben kann. Denn wenn es nicht so wäre, würde es u.U. in der Realwirtschaft zu steigenden Preisen führen. So sorgt es aber nur an den Finanzmärkten für steigende Preise.
Freitag, 26. Februar 2010 20:52
“… Das habe ich früher auch gedacht, weil man es so in den Lehrbüchern liest. Allerdings schreiben Banken untereinander auch gerne an. Die angeschriebenen Summen wachsen stetig. Inzwischen sind es schon – wie erwähnt – zwei Billionen Euro, alleine in Deutschland. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
der tägliche Saldenausgleich mittels Zentralbankgeld- bzw. ZBGuthaben ist zwingend und hat nichts mit der Frage zu tun, wie kreditwürdig eine Bank bei anderen Banken ist hinsichtlich des Verleihens von Zentralbankguthaben. Das müssen Sie schon fein säuberlich auseinander halten. Auch hier geht es wieder um Fristen bzw. den Faktor Zeit.
Wenn Ihnen jemand für heute eine Zahlung versprochen hat und sie heute eine Zahlung jemanden Dritten gegenüber schuldig sind und wenn die Ihnen versprochene Zahlung heute nicht eingeht haben Sie prinzipiell das gleiche Problem wie die Banken, nämlich das Problem der Illiquidität.
Brichta:
Ich habe ja bereits festgestellt, dass Sie in Sachen Geld nicht gerade auf der Höhe der Zeit sind. Vermutlich glauben Sie, unser Geldsystem funktioniert noch so, wie es zu Lebzeiten Gesells funktioniert hat. Nun werde ich hier aber nicht länger versuchen, Sie in die Gegenwart zu führen, sondern dies meinem Buch überlassen, das demnächst erscheinen wird. Sie beschreiben oben nämlich nur eine Möglichkeit, die es gibt. Daneben gibt es aber weitere. Um ein Zitat von Ihnen weiter unten zu nehmen: “Offensichtlich ist das alles nicht ganz so einfach wie Sie es sich vorstellen.”
“… Unser Geldsystem basiert auf dem Zins. Und daraus ergibt sich die Problematik, die Sie an dem Phänomen exponentiell wachsender Geldmengen erkennen können. Gäbe es den Zins nicht, gäbe es auch dieses Problem nicht. So einfach ist das. …”
Unser Geldsystem basiert keinesfalls auf dem Zins. Wir hätten überhaupt kein Geldsystem bzw. keine Geldbenutzung wenn das Volk nicht aufgrund einer vorgefundenen hochgradigen volkswirtschaftlichen Arbeitsteilung faktisch gezwungen wäre, Geld als Zwischentauschmittel zu benutzen.
Während der Zinsmechanismus (investive Allokation) eine völlig natürliche Erscheinung ist ist es aber andererseits gar nicht natürlich, das der Kapitalmarktzins (… dessen Höhe mit der Knappheit des wirtschaftlich eingesetzten Realkapitals korreliert) immer positiv ist. Der Zinseszins (einschließlich der daraus resultierenden manigfachen weiteren Folgen!) ist wiederum lediglich eine Folge diese ewigen Positivzinsniveaus.
Die dauernde Aufrechterhaltung der Realkapitalknappheit (z.B. enthalten Mieten bis zu 90% Zinsanteil!) resultiert aus dem Umstand, dass ohne Zinsversprechen kein Geld für Investitonen ausgegeben wird.
Nur mittels einer Konstruktiven Geldumlaufsicherung sowie einer direkten Geldmengensteuerung ist Vollinvestition (Ersparnis = Investition) erreichbar. Bei der direkten Geldmengensteuerung gibt es keine wie auch immer gearteten “Leitzinsen” mehr, obwohl diese allerdings nicht das oben erwähnte ewige Positivzinsniveau verursachen!
Offensichtlich ist das alles nicht ganz so einfach wie Sie es sich vorstellen.
Brichta:
In diesem Fall machen Sie die Sache offensichtlich komplizierter, als sie ist. Selbstverständlich basiert unser Geldsystem auf dem Zins. Das geht sogar so weit, dass Banken und Notenbanken für Geld, das sie aus nichts als dünner Luft produzierten, auch noch Zinsen kassieren können.
“… Sorry, dass ich Ihnen hier widerspreche: Sofern Geld nur “verlustfrei” hortbar wäre, aber keinen Zins einbrächte, wäre das Phänomen exponentiell wachsender Geldvermögen so nicht zu beobachten. “Verlustfrei” heißt eben noch nicht “wachsend”. Das Wachstum kommt erst mit dem Zins und Zinseszins ins Spiel. Können Sie mir soweit folgen und dies erkennen? …”
Weil das heute vorhandene weltweit übliche kapitalistische Geld nominell verlustfrei hortbar ist haben die jeweiligen Geldbesitzer (Sparer) die Macht, es nur gegen positive Zinsen zu verleihen und sonst eben zu horten, was zu Nachfrageausfällen führt sowie zunehmend Inflationpotential aufbaut, da die Zentralbanken gezwungen sind, entsprechende Liquidität zur Verfügung zu stellen.
Brichta:
Das ist nun wieder eine für Sie typische Wortklauberei. Der Zins und Zinsenszins bläht die Geldmengen über die Jahre auf. Das ist Fakt. Dass es dabei um das “verlustfrei hortbare” Geld heutiger Prägung geht, ist selbstverständlich. Denn über nichts anderes rede ich hier als über das Geld, DAS TATSÄCHLICH EXISTIERT. Sie reden dagegen über ein Geld, das nur in Ihren Wunschvorstellungen existiert.
“… Auf jeden Fall haben diese Interbanken-Forderungen und -Verbindlichkeiten eine so große Dimension (inzwischen ca. 2 Billionen Euro alleine in Deutschland), dass die Vermutung nahe liegt, sie dienen inzwischen als ein Teil-Ersatz für Zentralbankgeld im Zahlungsverkehr der Banken untereinander. …”
Das diese Ihre Vermutung keinesfalls zutrifft habe ich oben erläutert.
Brichta:
Sie haben gar nichts “erläutert”. Sie haben nur behauptet, dass bei Zahlungen der Banken untereinander immer Zentralbankgeld fließt. Dies entspricht aber offenbar nicht mehr der heutigen Praxis.
“… Na bitte, das sage ich doch! Die Forderungen an Zentralbankgeld übersteigen das tatsächlich vorhandene Zentralbankgeld um das Zwanzig- bis Dreißigfache! Die Banken schreiben einfach untereinander an und brauchen für das Angeschriebene kein Zentralbankgeld vorhalten. Wenn etwas fällig wird, lässt man es einfach neu anschreiben. So funktioniert modern banking! …”
Das “modern banking” nicht ganz Ihrem Glauben gemäß funktioniert habe ich bereits oben erläutert.
Brichta:
Was Sie nicht verstehen, darf es für Sie offenbar nicht geben. Bleiben Sie also getrost bei Ihren Geldvorstellungen von vor hundert Jahren. Die Zeit läuft auch ohne Sie weiter.
Wenn Sie der Größte sind, dann war Ihr Guru Gesell aber der Allergrößte. Richtig? …”
Richtig!
“… Ja aber wenn das Volk doch schon erkannt hat, wie schlimm das herrschende Geldsystem ist, dann müsste es doch danach lechzen, von Leuten wie Ihnen erlöst zu werden? Tut es aber nicht. …”
Weil es religiös verblendet ist; lesen Sie von Gustav Le Bon “Psychologie der Massen” statt nur dumm herumzuspekulieren!
Brichta:
Warum öffnen Sie den verblendeten Massen dann nicht die Augen? Hier im Blog große Sprüche klopfen und ansonsten alles auf die anderen schieben. Sie machen es sich aber einfach!
“… Punkt. Damit haben Sie versagt. Punkt. Die blöden VWL-Profs als Entschuldigung akzeptiere ich nicht. Das ist zu kurz gesprungen. …”
Was Sie akzeptieren oder nicht akzeptieren geht der Wirklichkeit “am Arsch vorbei”! Natürlich möchten Sie sich nicht eingestehen, an der Uni “gehirngewaschen” zu sein, denn dann müssten Sie schon Charakter aufweisen, den Sie aber vermutlich nicht haben. – Die VWL-Profs sind nicht blöde, wie Sie mir implizit unterstellen, sie sind lediglich eigennützig; zum Schaden der Allgemeinheit!
Brichta:
Sie winden sich ja ganz schön. Ob die Profs nun blöde oder eigennützig sind, spielt doch überhaupt keine Rolle. Sie haben in ihnen auf jeden Fall jemanden gefunden, dem Sie die Schuld fürs eigene versagen in die Schuhe schieben können. Das ist der Kernpunkt meines obigen Kommentars.
“… Wenn Sie es richtig anstellen würden, könnten Sie deren Argumente schließlich aushebeln. Darauf sollten Sie sich zuerst konzentrieren, bevor Sie die Medizin verabreichen. …”
Welche Relevanz Argumente bei der Massenbeeinflussung haben könnten Sie Gustav Le Bons “Psychologie der Massen” entnehmen, statt mir eine solchen Unsinn vorzuhalten.
Brichta:
Sie drehen sich im Kreise. Es bleibt dabei, dass Sie die Massen nicht hinter sich kriegen, ja dass die Massen Sie sogar ignorieren. Damit sind Sie gescheitert. So einfach ist das.
“… Wir kommen einfach nicht auf einen Nenner. Wenn Banken ausschließlich vorhandenes Geld “weiterleihen”, wie Sie unterstellen, dann kann zu keinem Zeitpunkt mehr als das ursprünglich vorhandene Geld in Umlauf sein. …”
Natürlich kann niemals mehr als ursprünglich vorhandenes Geld im Umlauf sein. Aber da von den Nichtbanken im großen Umfang auch Bankgutschriften zur Bezahlung akzeptiert werden (die selbstverständlich selber kein Geld sind!) ist im entsprechenden Umfang auch der volkswirtschaftliche Geldbedarf geringer.
Brichta:
Erklären Sie doch bitte einmal, wie Geld Ihrer Meinung nach entsteht.
“… Auch dann nicht, wenn es mehrmals verliehen wird, denn es wird bei jedem Kredit ja immer nur weitergereicht. Das heißt: Zu einem bestimmten Zeitpunkt, nennen wir ihn X, kann immer nur EINER mit diesem Geld bezahlen, nämlich derjenige, der in diesem Moment gerade dieses Geld physisch in Händen hat. Richtig? …”
Richtig.
“… Unser heutiges Geldsystem hat sich von von diesen rudimentären Anfängen aber fortbewegt, und genau dies scheint Ihnen entgangen zu sein. …”
Das ist falsch und entspricht nur Ihren Vorstellungen; da hat sich nichts fortbewegt; das Prinzipielle blieb immer gleich.
Brichta:
Doch, es hat sich fortbewegt. Aber diese Entwicklung ist an Ihnen vorbeigegangen.
“… Laut Ihrer Definition stellt das Geld der Notenbank dieses einzige, “wahre” Geld dar. Das heißt, auch nur diejenigen Wirtschaftssubjekte, die zum Zeitpunkt X diese Geld besitzen, könnten damit bezahlen. Richtig? …”
Richtig.
“… Beim Bargeld ist das sogar so: Zu keinem Zeitpunkt kann der Umsatz mit Bargeld höher sein als der Bargeldbestand. Das ist auch klar, weil derselbe Geldschein zum selben Zeitpunkt niemals an zwei verschiedenen Orten insgesamt vier verschiedene Besitzer wechseln kann. Ich denke soweit dürfte es klar sein. …”
O.K.
“… Mit dem Buchgeld verhält es sich im Prinzip genauso: Ein Guthaben von 1.000 Euro bei der Bundesbank kann nur derjenige zur Bezahlung einsetzen, der es gerade hat. Eine Bank, die es nicht hat, aber gerade braucht, kann es sich allenfalls leihen. Leiht sie es von demjenigen, der es gerade hat, dann hat sie es und kann damit eine Zahlung leisten. Allerdings hat in diesem Moment der ursprüngliche Besitzer das Guthaben nicht mehr. Er kann deshalb in diesem Moment nicht mehr damit bezahlen. …”
Abgesehen von dem Unwort “Buchgeld”: O.k. , danach wird’s richtig.
“… So, und jetzt kommen wir zum wesentlichen Punkt: Das Buchgeld der Geschäftsbanken – nehmen wir der Einfachheit halber nur einmal die Sichteinlagen – kann von seinem jeweiligen Besitzer ebenfalls jederzeit für Zahlungen verwendet werden. …”
Im Prinzip ja; bei hohen und sehr hohen Bargeldabhebungen haben die Banken einen Tag Zeit zur Beschaffung.
Brichta:
Ich meine doch nicht nur die Bezahlung in Bargeld, sondern auch per Überweisung. Indem also einfach Zahlen von einem aufs andere Konto umgeschrieben werden.
“… Und es WIRD auch verwendet, obwohl es das vorhandene Zentralbankgeld um ein Vielfaches übersteigt. …”
Da durch die Einzahlungen desselben Geldes die Sichtguthaben der Nichtbanken immer weiter steigen können (im Prinzip unbegrenzt!) spielt diese Übersteigung als solche auch gar keine Rolle.
Brichta:
Natürlich spielt sie eine Rolle. Weil man die Sichtguthaben selbst als Geld verwenden kann, indem man per Überweisung mit ihnen bezahlt! So finden eben zum selben Zeitpunkt Zahlungen statt über ein Vielfaches der Menge, die an Bargeld überhaupt vorhanden ist.
“… Dazu ein Beispiel: Sie überweisen von Ihrem Konto bei Bank A 1.000 Euro auf mein Konto bei Bank B. Herr Müller überweist gleichzeitig 1.000 Euro von seinem Konto bei Bank B aufs Konto von Herrn Meier bei Bank A. In diesem Moment wurden definitiv zwei getrennte Zahlungen von jeweils 1.000 Euro getätigt, ohne dass nur ein einziger Cent an Zentralbankgeld nötig war. Nach Ihrer Definition hätten sie aber gar nicht stattfinden können. …”
In Ihrem Beispiel ist der Saldo Null und damit findet natürlich auch kein Zentralbankguthaben-Ausgleich statt, wozu auch? – Unabhängig davon müssen die Banken aber immer damit rechnen, dass die Sichtguthaben (“Täglich fällige Guthaben” heißen die nicht rein zufällig, max. mit einem Tag Verzögerung!) fällig werden, die Banken müssen immer in der Lage sein, die entsprechenden Schritte im Vorfeld zu unternehmen, z.B. neues Zentralbankguthaben leihen, Überziehungskredite zurückfordern usw.
Brichta:
Sie verstehen es einfach nicht. Auch hier bedeutet es wieder, das zu einem Zeitpunkt Zahlungen stattfinden, die die vorhandene Menge an Zentralbankgeld übersteigen. Und dies bedeutet nichts anderes, als dass hier ANDERES Geld verwendet wird: Mit einem Bündel Bargeld von 1.000 Euro wäre das gar nicht möglich. Der könnte zu diesem Zeitpunkt nur für EINE Zahlung verwendet werden.
“… Nun werden Sie vermutlich mit dem Argument kommen, dabei handele sich ja nur um Verrechnungen, in denen kein richtiges Geld eingesetzt wurde. Ich sage: Dann definieren Sie den Geldbegriff eben so eng, dass er einen Großteil der heutigen Zahlungsvorgänge nicht mehr abbilden kann. …”
Sie müssen zwischen Zahlungsvorgängen und Geld strikt unterscheiden. Das Geld ist die Basis für monetäre Beziehungen; für den Zahlungsausgleich unter Nichtbanken reichen in der Regel (krisenfreien Zeiten, ohne Bankenpleitenbefürchtungen) Guthabenüberweisungen, die praktisch sind und prinzipiell die (… im Zahlungsverkehr manchmal schwerfälligeren) Geldmengen gering halten. – Die von Ihnen geforderte Abbildung ist unnötig.
Brichta:
Ja ja, der Herr van Straelen. Wenn er nicht mehr weiter kommt, dann wird bei ihm einfach ohne Geld bezahlt. Dann ist das, mit dem da bezahlt wird, eben kein Geld. So kann man es natürlich auch machen….
“… Denn wenn mit Krediten tatsächlich nur vorhandenes (Zentralbank-)Geld weiterverliehen würde, würden sich solche Zahlungen im geldleeren Raum abspielen. …”
Diese Ihre Schlussfolgerung ist falsch; das Geld (Zentralbankgeld) mus nur zum Beginn des Kredits (Kreditvergabe an Nichtbanken) vorhanden sein und nicht über die gesamte Kreditlaufzeit. – Im geldleeren Raum spielt sich also gar nichts ab!
Brichta:
Von Kreditzeitraum war überhaupt keine Rede. Das Geld muss vielmehr immer dann vorhanden sein, wenn damit Zahlungen geleistet werden. Ach pardon … ich vergaß …. es kann ja auch ohne Geld bezahlt werden
“… Wenn man geschaffene Geschäftsbankeneinlagen dagegen selbst als (neues) Geld definiert, kommt man der Realität dagegen viel näher. …”
Damit schafft man nur unnötige Verwirrungen, die manchem Zinsgewinnler aber vielleicht gar nicht so ungelegen sind.
Brichta:
Fragen Sie doch mal bei den Lesern dieses Blogs, wer es ist, der hier ünnötige Verwirrungen schafft.
“… “… Ihre Unterscheidung, dieses Sichtguthaben gehöre lediglich zu einem “privaten Kreditbereich” (angeblich kein Geld), der von einem “Geldbereich” (angeblich das richtige Geld) zu unterscheiden sei, macht keinen Sinn. …”
“Dieses Sichtguthaben” ist faktisch ein privater Kredit (nämlich der einer “privaten” Nichtbank einer “privaten” Geschäftsbank gegenüber!) und zwar ganz unabhängig davon ob Sie in dieser Tatsache Unsinniges zu entdecken glauben.
Brichta:
Und dementsprechend ist das Sichtguthaben, das eine Geschäftsbank bei einer Notenbank hat, ein Kredit, den die Geschäftsbank der Notenbank gibt. Da gibt es überhaupt keinen Unterschied.
“… Wo um Himmelswillen nehmen Sie denn den Irrglauben her, Geld könne nur “staatlich” sein? Wenn Sie nach Schottland fahren, können Sie dort zum Beispiel mit Pfund-Banknoten der “Privatfirma” Bank of Scotland bezahlen. Und ob man zum Beispiel die amerikanische Notenbank als staatliche Institution oder als Privatfirma bezeichnen kann, ist ja auch umstritten. …”
Ich fahre weder nach Schottland um Ihre Geldwelt zu bestaunen noch ist es geldwesensmäßig relevant, ob die Gebäude sowie technische Einrichtungen der FED privat sind oder die EZB sowie die Deutsche Bundesbank Körperschaften öffentlichen Rechtes sind (wie z.B. ARD oder IHK´s): wer die amerikanische Notenbank (resp. die Schweizerische Nationalbank) als private Firma ansieht ist selber Schuld!
Brichta:
Was der Herr nicht erklären kann, das schaut er sich einfach nicht an. Nochmal: Es GIBT Bargeld, das von privaten Geschäftsbanken ausgegeben wird, zum Beispiel in Schottland. Aber Sie sind wahrscheinlich noch nie aus Düsseldorf herausgekommen.
“… Ja, weil JEDEM Geld ein Kredit gegenübersteht. Man kann also jeweils zwischen Geldbereich und Kreditbereich unterscheiden, aber dann in BEIDEN Kreisläufen. Bei der Notenbank gibt es einen Geld- und Kreditbereich, wenn Sie so wollen, aber bei den Geschäftsbanken gibt es diese genauso. Es macht definitiv keinen Sinn, einen Geldbereich nur der Notenbank zuzuordnen und einen Kreditbereich nur den Geschäftsbanken. …”
Die Zu”ordnung”en, die Sie gutheißen haben jedenfalls nicht dazu beigetragen, das Geldwesen tranparent zu machen. – Dass die Notenbanken heutzutage Geld über den kurzfristigen Anlagemarkt “in die Märkte schleusen” hat jedenfalls mit einem geordneten Geldwesen genau so wenig gemein wie Ihre Vorstellungen davon.
Brichta:
Das Gegenteil ist der Fall: erst wenn man nämlich die tatsächlichen Zusammenhänge durschaut, lässt man sich nicht von solch unsinnigen Behauptungen wie den Ihrigen in die Irre führen. Behauptungen wie: Das eine sei “Geldbereich” und das andere “Kreditbereich”.
“… Im übrigen rede ich hier nicht darüber, was sinnvoll ist und was nicht, sondern ausschließlich darüber, was in der Praxis vorkommt. …”
Reden Sie doch zur Abwechslung mal über “was sinnvoll ist”! Oder wollen Sie Ihrer “lieben Angela Merkel” etwa mit Nichtsinnvollem langweilen?
Brichta:
Sie kennen offenbar nicht den Unterschied zwischen Realitätsbeschreibung und Wunschtraumdeutung.
“… Das ist doch schon wieder keine saubere Definition! “Zentralbankgeld” ist doch der Oberbegriff! Darunter fallen dann “Zentralbankguthaben”, das ist das Buchgeld der Zentralbank, sowie “Banknoten” und “Münzen”, das ist das Bargeld. …”
“Zentralbankguthaben” sind von den Banken nicht abgehobenes Bargeld, welches sie zur Verrechnung benötigen (abgesehen von der sogenannten verordeneten Mindestreserve), insofern verhalten sie sich wie die Nichtbanken mit ihren Sichtguthaben.
Während die Sichtguthaben der Nichtbanken aber für die Banken ein kurzfristiges Kreditpotential darstellen, sind die Zentralbankguthaben bankpleitenunabhängig keine Guthaben, welche die Zentralbank wiederum an irgendjemanden ausgeliehen hat oder ausleihen könnte und deshalb ggf nicht auszahlen könnte!
– Oder wollen Sie es noch sauberer definiert haben?
mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta:
Genauso gut ist Bargeld auch ein “nicht in Anspruch genommenes Zentralbankguthaben”. Sie können damit nicht von der Tatsache ablenken, dass Sie “Zentralbankgeld”, “Zentralbankguthaben”, “Banknoten” und “Münzen” als gleichberechtigte Begriffe nebeneinander gestellt haben, die sie definitiv nicht sind.
Dienstag, 23. Februar 2010 20:27
Sehr geehrter H.Brichta ich bedanke mich für ihre Antworten und bewundere ihre Engelsgeduld
Liebe Grüße
Brichta:
Vielen Dank! Aber wieso schreiben Sie “Engelsgeduld”? Schließlich ist es doch Sinn und Zweck eines solchen Blogs, dass ich auf Kommentare eingehe. Sie können sich übrigens gerne daran beteiligen, indem Sie meine oder Herrn van Straelens Argumente kommentieren.
Montag, 22. Februar 2010 15:12
“… Meine Formulierung der “Herkulesaufgabe” bezog sich auf das Vorhaben, die Bevölkerung über die Schwächen unseres Geldsystems aufzuklären. Und zwar so, dass die Bevölkerung es auch versteht! Sie und Ihre “Humanwirtschaftspartei” haben dies jedenfalls nicht geschafft. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
warum tun Sie das denn nicht; Sie sitzen doch “an der Quelle”?
Brichta:
Ich tue es doch, indem ich darüber ein Buch schreibe. Da wird alles fein säuberlich aufgedröselt – und vor allem so, dass es jedermann verstehen kann.
“… Tatsache ist aber, dass ein Studium – egal welcher Fachrichtung – der Entwicklung eines Menschen sehr förderlich ist. …”
Sie haben mich da schon eines Besseren belehrt!
Brichta:
Merken Sie was? Ihre Kommentare werden immer flacher.
“… Man darf nur nicht den Fehler begehen zu glauben, damit schon alles erfahren zu haben. …”
Dieser Fehler ist aber obligatorisch und wohl kaum vermeidbar. – Silvio Gesell hatte schon vor 100 Jahren erkannt, dass es sich bei Universitäten (nämlich Staatsschulen) um Verdummungsanstalten handelt.
Brichta:
Aha, daher weht also der Wind. Sie schreiben über etwas, das Sie gar nicht beurteilen können, weil sie Unis bisher nur von außen gesehen haben. Es ist natürlich viel einfacher, wenn man einfach seinen großen Guru zitiert.
“… Haben Sie denn studiert, und wenn ja, was? …”
Meinen Sie jetzt studieren oder verdummen lassen?
Brichta:
Merken Sie, wie Sie meiner Frage ausweichen?
“… gälte es nur dann, wenn Forderung und Verbindlichkeit einen finalen Ausgleich ausschließlich in Zentralbankgeld vorsähen. Dies ist jedoch noch keineswegs ausgemacht, und selbst wenn es so wäre, müssen diese Positionen gar nicht ausgeglichen werden, sondern sie lassen sich im Prinzip ewig in die Zukunft fortschreiben. …”
Die Positionen (Salden) müssen täglich mittels Zentralbankgeld ausgeglichen werden.
Brichta:
Das habe ich früher auch gedacht, weil man es so in den Lehrbüchern liest. Allerdings schreiben Banken untereinander auch gerne an. Die angeschriebenen Summen wachsen stetig. Inzwischen sind es schon – wie erwähnt – zwei Billionen Euro, alleine in Deutschland.
“… Ihre lediglich aufs Bargeld abgestellte Betrachtungsweise – oder auch aufs Zentralbank-Buchgeld? So genau weiß man das bei Ihnen ja nicht – stellt jedenfalls keinen solchen Anlass dar. …”
Sie bräuchten nur richtig zu lesen! – Meine Darstellungen weisen keine Inkonsistenten auf.
Brichta:
Leider doch. Das sieht man ja schon an ihrem Satz: “Systemisch funktional identisch sind Zentralbankgeld, Zentralbankguthaben sowie Banknoten und Scheidemünzen.” Zentralbankgeld ist der Oberbegriff. Bankguthaben, Noten und Münzen sind dann lediglich drei unterschiedliche Erscheinungsformen dieses Zentralbankgeldes. Aber scharfe, logische Abgrenzungen scheinen nicht Ihre Stärke zu sein. Im übrigen sind Münzen – bei uns zumindest – streng genommen kein Zentralbankgeld, weil nicht die Notenbank sie ausgibt, sondern die Bundesregierung. Aber “systemisch” hat das keine Relevanz.
“… Die Zinsezinsformel ist eine mathematische URSACHE, die unserem Geldwesen innewohnt. Erkennbar wird sie an dem SYMPTOM (= folgende Erscheinung) exponentiell wachsender Geldvermögen. …”
Sie sind offensichtlich unfähig Ursache und Wirkung strikt zu unterscheiden:
Es gibt keine mathematischen Ursachen.
Die Zinseszinsformel (Zins auf Zins zahlen) ist lediglich eine mathematische Beschreibung eines Phänomens.
Brichta:
Der Zins und Zinseszins ist die Ursache. So hatte ich es auch ursprünglich geschrieben, wie Sie unten nachlesen können. UND DIES HATTEN SIE VERNEINT UND GEANTWORTET, ER SEI DAS PHÄNOMEN, ABER NICHT DIE URSACHE. Unser Geldsystem basiert auf dem Zins. Und daraus ergibt sich die Problematik, die Sie an dem Phänomen exponentiell wachsender Geldmengen erkennen können. Gäbe es den Zins nicht, gäbe es auch dieses Problem nicht. So einfach ist das.
Die “Formel” an sich ist natürlich nicht die Ursache, da haben Sie vollkommen Recht. Sondern sie dient der Beschreibung. Insofern war mein oben stehender Satz unscharf formuliert. Aber ich habe kein Problem, dies auch einzuräumen. Dies unterscheidet uns vielleicht ein wenig …
Das Phänomen ist die Tatsache, den Besitz an Kaufkraft (bzw. Liquidität) dauerhaft nicht zum Kaufen zu benutzen und damit die schon erhaltenen Zinserträge immer wieder neu anzulegen. Dieses Phänomen wiederum ist von einem ständig positivem Kapitalmarktzinsniveau abhängig, welches den Kapitalismus auszeichnet. Dieses ständige positive Kapitalmarktzinsniveau ist eine Folge andauernden Sachkapitalmangels, welcher durch die Benutzung von Zinsgeld (nominell verlustfrei hortbares Geld) aufrechterhalten wird.
Das “nominell verlustfrei hortbare Geld” ist also letztlich auf makroökonomischer Ebene die Ursache für das Zinseszins-Phänomen.
Auf einer soziologischen Ebene ist es natürlich die Dummheit, dies nicht zu erkennen!
Brichta:
Sorry, dass ich Ihnen hier widerspreche: Sofern Geld nur “verlustfrei” hortbar wäre, aber keinen Zins einbrächte, wäre das Phänomen exponentiell wachsender Geldvermögen so nicht zu beobachten. “Verlustfrei” heißt eben noch nicht “wachsend”. Das Wachstum kommt erst mit dem Zins und Zinseszins ins Spiel. Können Sie mir soweit folgen und dies erkennen?
“… Das Gegenteil ist der Fall, wie Sie an meinen Recherchen in Bezug auf die Interbanken-Beziehungen erkennen können. …”
Einen Popanz aufzubauen hat nichts mit Recherche zu tun:
Brichta:
Der geneigte Leser mag selbst entscheiden, was er als Popanz ansieht und was nicht. Ein Unterschied zwischen uns ist aber unübersehbar: Während Sie lediglich die Lehren Ihres großen Gurus Gesell nachplappern (der sie übrigens vor hundert Jahren in einem ganz anderen Geldumfeld als dem heutigen aufstellte), gehe ich den Funktionsweisen unseres heutigen Geldwesens auf den Grund.
“… Auf jeden Fall haben diese Interbanken-Forderungen und -Verbindlichkeiten eine so große Dimension (inzwischen ca. 2 Billionen Euro alleine in Deutschland), dass die Vermutung nahe liegt, sie dienen inzwischen als ein Teil-Ersatz für Zentralbankgeld im Zahlungsverkehr der Banken untereinander. …”
Diese Vermutung trifft aber nicht zu, denn die von Ihnen erwähnten “Interbanken-Forderungen und -Verbindlichkeiten” sind natürlich eben kein “Teil-Ersatz für Zentralbankgeld im Zahlungsverkehr der Banken untereinander” sondern ganz im Gegenteil genau das was Sie nicht wissen wollen, nämlich die Summe aller Forderungen und -Verbindlichkeiten an Zentralbankgeld aller Banken.
Brichta:
Na bitte, das sage ich doch! Die Forderungen an Zentralbankgeld übersteigen das tatsächlich vorhandene Zentralbankgeld um das Zwanzig- bis Dreißigfache! Die Banken schreiben einfach untereinander an und brauchen für das Angeschriebene kein Zentralbankgeld vorhalten. Wenn etwas fällig wird, lässt man es einfach neu anschreiben. So funktioniert modern banking!
“… Die anderen sind Schuld. Wer sonst? Eigentlich ist man ja selbst der Größte …”
Hier könnte ich glatt versucht werden Ihnen eine gewisse Lernfähigkeit zu attestieren.
Brichta:
Wenn Sie der Größte sind, dann war Ihr Guru Gesell aber der Allergrößte. Richtig?
“… Wenn das Problembewusstsein da ist in der Bevölkerung und Ihre Vorschläge so umwerfend überzeugend sind, dann müssten Sie doch schon längst an der Umsetzung sein? …”
Das Problembewusstsein ist in der Bevölkerung durchaus vorhanden, aber nicht die Lösungkompetenz, da die Medien eine ähnliche Funktion wie die Universitäten ausüben (siehe meine Ausführungen zu Universitäten oben).
Hierbei spielen sicherlich religiöse Verblendungen (unabhängig vom persönlichen “Glauben”) eine ursächliche Rolle
(Archetyp: “Lebe auf Kosten von anderen damit diese nicht auf Deine Kosten leben”; näheres siehe http://www.deweles.de)
sowie Besitzstands- resp. Berufsstandswahrungsinteressen eine entscheidende Rolle:
“Da ich als VWL-Prof. ein finanziell gutes und sorgenfreies Leben habe und mich dafür als “Gegenleistung” nur mit Schwachsinn beschäftigen brauche
(nämlich wie ich die Realisierung der idealen Makroökonomie “erfolgreich” verhindere!)
habe ich selbstverständlich nicht das geringste Interesse daran das sich daran etwas ändert.
Brichta:
Ja aber wenn das Volk doch schon erkannt hat, wie schlimm das herrschende Geldsystem ist, dann müsste es doch danach lechzen, von Leuten wie Ihnen erlöst zu werden? Tut es aber nicht. Punkt. Damit haben Sie versagt. Punkt. Die blöden VWL-Profs als Entschuldigung akzeptiere ich nicht. Das ist zu kurz gesprungen. Wenn Sie es richtig anstellen würden, könnten Sie deren Argumente schließlich aushebeln. Darauf sollten Sie sich zuerst konzentrieren, bevor Sie die Medizin verabreichen.
“… Und sein Namensvetter Karl Valentin schrieb einige Jahre vorher: “Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.” …”
Wie interessant.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Montag, 22. Februar 2010 12:33
“… schrieben Sie wörtlich, dass “die Sichtguthaben der Nichtbanken auf der Aktivseite der Geschäftsbanken prinzipiell eindeutig ihrem potentiellen (wenn auch kurzfristigen) Kreditbereich zuzuordnen sind.” Da verstehe man drunter, was man will. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
man verstehe richtig.
Es ging darum zu zeigen dass sämtliche Interaktionen zwischen Banken und Nichtbanken prinzipiell beide Bilanzseiten betreffen sowie dass eine Bank zuerst einmal Geld haben muss bevor sie es verleihen kann, da hilft auch kein noch so ausgeklügeltes Liquiditätsmanagement, wie das aus den volkswirtschaftlich relevanten Gesamtbilanzen (siehe Deutsche Bundesbank) hervorgeht.
Denn der Unterschied zwischen den Ersparnissen der Nichtbanken und den an sie vergebenen Krediten entspricht der Liquiditätsvorhaltung der Nichtbanken.
brichta:
Wir kommen einfach nicht auf einen Nenner. Wenn Banken ausschließlich vorhandenes Geld “weiterleihen”, wie Sie unterstellen, dann kann zu keinem Zeitpunkt mehr als das ursprünglich vorhandene Geld in Umlauf sein. Auch dann nicht, wenn es mehrmals verliehen wird, denn es wird bei jedem Kredit ja immer nur weitergereicht. Das heißt: Zu einem bestimmten Zeitpunkt, nennen wir ihn X, kann immer nur EINER mit diesem Geld bezahlen, nämlich derjenige, der in diesem Moment gerade dieses Geld physisch in Händen hat. Richtig?
Unser heutiges Geldsystem hat sich von von diesen rudimentären Anfängen aber fortbewegt, und genau dies scheint Ihnen entgangen zu sein. Laut Ihrer Definition stellt das Geld der Notenbank dieses einzige, “wahre” Geld dar. Das heißt, auch nur diejenigen Wirtschaftssubjekte, die zum Zeitpunkt X diese Geld besitzen, könnten damit bezahlen. Richtig? Beim Bargeld ist das sogar so: Zu keinem Zeitpunkt kann der Umsatz mit Bargeld höher sein als der Bargeldbestand. Das ist auch klar, weil derselbe Geldschein zum selben Zeitpunkt niemals an zwei verschiedenen Orten insgesamt vier verschiedene Besitzer wechseln kann. Ich denke soweit dürfte es klar sein.
Mit dem Buchgeld verhält es sich im Prinzip genauso: Ein Guthaben von 1.000 Euro bei der Bundesbank kann nur derjenige zur Bezahlung einsetzen, der es gerade hat. Eine Bank, die es nicht hat, aber gerade braucht, kann es sich allenfalls leihen. Leiht sie es von demjenigen, der es gerade hat, dann hat sie es und kann damit eine Zahlung leisten. Allerdings hat in diesem Moment der ursprüngliche Besitzer das Guthaben nicht mehr. Er kann deshalb in diesem Moment nicht mehr damit bezahlen.
So, und jetzt kommen wir zum wesentlichen Punkt: Das Buchgeld der Geschäftsbanken – nehmen wir der Einfachheit halber nur einmal die Sichteinlagen – kann von seinem jeweiligen Besitzer ebenfalls jederzeit für Zahlungen verwendet werden. Und es WIRD auch verwendet, obwohl es das vorhandene Zentralbankgeld um ein Vielfaches übersteigt. Dazu ein Beispiel: Sie überweisen von Ihrem Konto bei Bank A 1.000 Euro auf mein Konto bei Bank B. Herr Müller überweist gleichzeitig 1.000 Euro von seinem Konto bei Bank B aufs Konto von Herrn Meier bei Bank A. In diesem Moment wurden definitiv zwei getrennte Zahlungen von jeweils 1.000 Euro getätigt, ohne dass nur ein einziger Cent an Zentralbankgeld nötig war. Nach Ihrer Definition hätten sie aber gar nicht stattfinden können.
Nun werden Sie vermutlich mit dem Argument kommen, dabei handele sich ja nur um Verrechnungen, in denen kein richtiges Geld eingesetzt wurde. Ich sage: Dann definieren Sie den Geldbegriff eben so eng, dass er einen Großteil der heutigen Zahlungsvorgänge nicht mehr abbilden kann. Denn wenn mit Krediten tatsächlich nur vorhandenes (Zentralbank-)Geld weiterverliehen würde, würden sich solche Zahlungen im geldleeren Raum abspielen. Wenn man geschaffene Geschäftsbankeneinlagen dagegen selbst als (neues) Geld definiert, kommt man der Realität dagegen viel näher.
“… Ihre Unterscheidung, dieses Sichtguthaben gehöre lediglich zu einem “privaten Kreditbereich” (angeblich kein Geld), der von einem “Geldbereich” (angeblich das richtige Geld) zu unterscheiden sei, macht keinen Sinn. …”
“… Da gibt es überhaupt keinen Unterschied, bis auf den, dass es sich um zwei unterschiedliche Banken handelt. …”
Wobei es sich bei der einen “Bank” um eine staatliche Institution und bei der anderen Bank um eine private Firma handelt. – Wissen Sie eigentlich wie man im alten Griechenland die Leute nannte, die nicht in der Lage waren, Öffentliches von Privatem zu unterscheiden?
Brichta:
Wo um Himmelswillen nehmen Sie denn den Irrglauben her, Geld könne nur “staatlich” sein? Wenn Sie nach Schottland fahren, können Sie dort zum Beispiel mit Pfund-Banknoten der “Privatfirma” Bank of Scotland bezahlen. Und ob man zum Beispiel die amerikanische Notenbank als staatliche Institution oder als Privatfirma bezeichnen kann, ist ja auch umstritten.
“… Schwachsinnig ist da schon eher Ihre Vermutung, das eine sei nur ein “Kreditbereich”, während das andere “richtiges Geld” sei. …”
Und da sind Sie sich auch ganz sicher?
Brichta:
Ja, weil JEDEM Geld ein Kredit gegenübersteht. Man kann also jeweils zwischen Geldbereich und Kreditbereich unterscheiden, aber dann in BEIDEN Kreisläufen. Bei der Notenbank gibt es einen Geld- und Kreditbereich, wenn Sie so wollen, aber bei den Geschäftsbanken gibt es diese genauso. Es macht definitiv keinen Sinn, einen Geldbereich nur der Notenbank zuzuordnen und einen Kreditbereich nur den Geschäftsbanken.
“… Die Bank müsste sich dann erst im Laufe der Zeit Gedanken darüber machen, wie sie ihre Bilanzstruktur anpasst. …”
So machen das die Pleitebanken; welch ein Glück das n-tv keine Bank ist.
Brichta:
Sie scheinen tatsächlich noch im Mittelalter zu leben. So machen es inzwischen viele Banken. Anders könnte man auch gar nicht auf Renditeziele von 25% kommen. Die HRE hat sogar über Jahre keine Frsitenkongruenz hergestellt. Dies ging im Aufschwung auch jahrelang gut. Erst als ihr dann in der Krise niemand mehr kurzfristig Kredit geben wollte, um die langfristigen Vermögenswerte zu finanzieren, brach sie zusamen. Im übrigen rede ich hier nicht darüber, was sinnvoll ist und was nicht, sondern ausschließlich darüber, was in der Praxis vorkommt. In der Krise kamen viele Banken ja auch deshalb in Schwierigkeiten, weil sie ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht refinanzieren konnten, zumindest nicht zu akzeptablen Konditionen. Da mussten dann die Notenbanken einspringen.
“… ohne dass sie jemals zwischendurrch in Bargeld eingetauscht worden wäre. …”
Das habe ich auch nirgens behauptet; aber damit der Prozeß überhaupt beginnen kann muss am Anfang eine Bargeldeinzahlung stehen!
Brichta:
Eben nicht! Ich habe Ihnen doch schon erklärt, wie er auch ohne Bargeldeinzahlung beginnen kann.
“… Und zweitens bezweifle ich, dass eine überweisungsempfangende Bank tatsächlich “nur” Zentralbankgeld akzeptiert, wie Sie schreiben. …”
Wenn das nicht so wäre bedürfe es keiner Zentralbank!
Brichta:
Doch, als “lender of last resort”. Es bedeutet ja nicht, dass ALLE Transferns ohne Zentralbankgeld abgewickelt werden. Aber dadurch, dass man für einen Teil darauf verzichten kann, macht sich der Bakensektor insgesamt unabhängiger vom Zwang zur Zentralbankgeldhaltung. Früher, zu Bundesbankzeiten, lagen die Mindestreservesätze teilweise über 10%. Die Banken haben damals diese hohe Zentralbankgeldhaltung aber sowieso gebraucht, um ihre Geschäftstätigkeit aufrecht zu erhalten – nicht nur um die Mindestreserveverpflichtung zu erfüllen. Heute liegen die Mindestsätze nur bei 2% , und viel mehr brauchen die Banken auch nicht mehr.
“… Oder meinen Sie generell Zentralbankgeld, wenn Sie von “Bargeld” reden? Also auch Buchgeld der Notenbank? Falls dem so ist, dann sollten Sie konkret benennen, was Sie meinen, und nicht dauernd von “Bargeld” reden. …”
Systemisch funktional identisch sind Zentralbankgeld, Zentralbankguthaben sowie Banknoten und Scheidemünzen.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
brichta:
Das ist doch schon wieder keine saubere Definition! “Zentralbankgeld” ist doch der Oberbegriff! Darunter fallen dann “Zentralbankguthaben”, das ist das Buchgeld der Zentralbank, sowie “Banknoten” und “Münzen”, das ist das Bargeld.
Montag, 15. Februar 2010 16:08
“… Und nur darum ging es, als Sie behaupteten, die Einlagen stünden auf der
Aktivseite. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
das (oben) ist definitiv falsch, denn:
“… Was tatsächlich in diesem Fall auf die Aktivseite kommt, ist der Posten Bargeldbestand. …”
…beschreibt ergänzend denselben Vorgang; Sie wollten mich demnach also nicht richtig verstehen, denn ganau das hatte ich geschrieben!
Brichta schreibt:
Sorry, Sie mögen es gemeint haben, aber Sie haben es eben NICHT geschrieben, wie Sie behaupten. In dem Satz, auf den ich mich bezog, schrieben Sie wörtlich, dass “die Sichtguthaben der Nichtbanken auf der Aktivseite der Geschäftsbanken prinzipiell eindeutig ihrem potentiellen (wenn auch kurzfristigen) Kreditbereich zuzuordnen sind.” Da verstehe man drunter, was man will. Ich überlasse es anderen Lesern selbst zu entscheiden, was sie darunter verstehen. Ich habe
darunter eben verstanden, dass Sie die Einlagen auf die Aktivseite verpflanzen wollten. Und dies wollte ich korrigieren, sonst nichts.
Angesichts Ihrer – mit Verlaub gesagt – verqueren Formulierung können Sie auf jeden Fall eines nicht behaupten: dass ich Sie nicht verstehen WOLLE. Das Gegenteil ist der Fall. Sie machen es mir (und anderen) mit Sätzen wie diesem aber wahrlich nicht leicht
Übrigens ist das generell eines der Probleme, die ich mit Ihnen habe: Ihre Ausdrucksweise ist über weite Strecken äußerst unscharf,
was einen sinnvollen Dialog sehr erschwert.
“… Dieser ist aber von diesem Moment an in seiner Entwicklung eigenständig und
nicht mehr an die damit geschaffene Einlage gekoppelt. …”
Aber erst “von diesem Moment an” und nicht wie Sie gerne suggerieren möchten
etwa schon vorher!
Brichta erklärt:
Wie bitte? Was möchte ich angeblich suggerieren? Vorher, also vor der
Einzahlung, gab es überhaupt keine Koppelung, weil es die Einlage vorher noch gar nicht gegeben hat! Wenn es etwas nicht gibt, dann gibt es auch nichts, woran man etwas anderes koppeln könnte. So einfach ist das. Mir scheint, dass wir jetzt auch noch ein “Einmaleins der Logik” einschieben müssen
“… Sie kann sich zum Beispiel entschließen, das Bargeld an die Zentralbank
zurückzugeben und damit einen Kredit bei ihr zu tilgen. …”
Dieser Vorgang als solcher bedeutet auch wiederum jeweils den entsprechenden Zug
auf der Passiv- sowie auf der Aktivseite ihrer Bilanz.
Brichta schreibt:
Na und? Selbstverständlich bedeutet es das. Und ich sage Ihnen noch etwas: Es bedeutet auch, dass das eine Geld (das der Zentralbank nämlich) vernichtet wird, während das andere Geld (das der Geschäftsbank = das Sichtguthaben des Bankkunden) ERHALTEN bleibt.
“… In diesem Falle wäre dieses Geld vollkommen aus der Bilanz verschwunden,
), denn in dem von Ihnen genannten Vorgang zeigen Sie
während das Sichtguthaben des Einzahlers nach wie vor besteht. …”
Dieser Satz von Ihnen gibt mir eine gewisse Hoffnung hinsichtlich Ihrer
Lernfähigkeit, (brichta korrigiert: hahaha, dieser Satz gehört schon seit Langem zum Einmaleins des Geldes, das ich gerade versuche, Ihnen beizubringen
wenn auch vielleicht nicht ganz freiwillig den Unterschied von Geldbereich und
privaten Kreditbereich auf, zu dem die Sichtguthaben der Nichtbanken nun einmal
gehören.
Brichta korrigiert:
Das ist Quatsch: Hier geht es allenfalls um den Unterschied zwischen dem Geld der Zentralbank und dem Geld einer Geschäftsbank. Das Sichtguthaben, über das wir hier reden, ist schlicht und einfach Geld einer Geschäftsbank. Ihre Unterscheidung, dieses Sichtguthaben gehöre lediglich zu einem “privaten Kreditbereich” (angeblich kein Geld), der von einem “Geldbereich” (angeblich das richtige Geld) zu
unterscheiden sei, macht keinen Sinn. Sinnvoll wäre allenfalls, zwischen einem “privaten Geldbereich”, und einem „Geldbereich der Zentralbank” zu unterscheiden. Wie unsinnig Ihre Unterscheidung zwischen “Geldbereich” auf der einen und “Kreditbereich” auf der anderen Seite ist, mag der Leser auch daran erkennen, dass fast jedes Geld aus Kredit entsteht. Das heißt, auch dem Geld der
Zentralbank steht fast immer ein Kredit gegenüber, und zwar ein Kredit der Zentralbank. Und dem Geld der Geschäftsbank steht immer ein Kredit einer Geschäftsbank gegenüber. Schließlich sind Geld und Kredit immer zwei Seiten einer Medaille. Wenn die Zentralbank Kredite
vergibt, entsteht Zentralbankgeld. Und wenn eine Geschäftsbank Kredite vergibt, entsteht Geschäftsbankengeld. Da gibt es überhaupt keinen Unterschied, bis auf den, dass es sich um zwei unterschiedliche Banken handelt.
Bilanziell sähe die Sache so aus:
Auf der Aktivseite wird der an die Zentralbank zurückgegebene Bargeldbetrag
abgezogen (Vermögensvernichtung hier sogar in Form einer echten
Geldvernichtung!) und auf der Passivseite verschwindet die vormalige Geldschuld
gegenüber der Zentralbank.
Brichta schreibt:
Hiergegen gibt es ausnahmsweise mal nichts einzuwenden.
“… Alllein daran erkennen Sie schon, wie unüberlegt Ihre Ausgangsaussage war.
…”
Dass genaue Gegenteil erkenne ich daraus, wie Sie meinen obigen Ausführungen
unschwer entnehmen könnten.
Brichta stellt klar:
Dieser Satz bezog sich auf Ihre vermeintliche Aussage, dass Einlagen auf der Aktivseite stünden. Aber das haben Sie ja gar nicht so gemeint, wie Sie oben schreiben
“… Der Einzahler hat das Bargeld eingetauscht gegen Buchgeld (= das
Sichtguthaben). …”
Dieser von Ihnen wiederholt vorgetragene Schwachsinn wird auch nicht dadurch
“richtiger”, weil er von Prominenten (Deutsche Bundesbank etc.) teilweise
behauptet wird!
Brichta erwidert:
Schwachsinnig ist da schon eher Ihre Vermutung, das eine sei nur ein
“Kreditbereich”, während das andere “richtiges Geld” sei. Ich überlasse es einfach dem geneigten Leser, selbst herauszufinden, welche dieser beiden Versionen die schwachsinnige ist
By the way: Die Bundesbank hat zwar nicht immer Recht, in diesem Falle aber schon.
“… Sollter er sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu entschließen, das Geld
wieder abzuheben, müsste sich die Bank zwar wieder neues Bargeld beschaffen,
…”
Das haben Sie richtig erkannt!
Brichta schreibt:
na super
“… um diesem Wunsch zu entsprechen, aber dies wäre dann ein völlig neuer Vorgang, ein Tausch “Buchgeld gegen Bargeld”, der von der usrprünglichen Einzahlung strikt zu trennen ist. …”
Um Ihrer umfänglichen banktechnischen Umnachtung bevor Sie völlig durchdrehen
hier und jetzt Einhalt zu gebieten:
Das gesamte Bankensystem hinsichtlich der grundsätzlichen bzw. grundlegenden
Subjekte Zentralbank, Geschäftsbanken und Nichtbanken ist darauf ausgelegt, dass
die Nichtbanken mit möglichst wenig Geld (Bargeld: “richtiges” Geld, also
Banknoten und Scheidemünzen!) auskommen mögen, um ihren Bezahlungsverpflichtungen
nachzukommen. Dafür, dass die Geschäftsbanken eben selber kein Geld produzieren
können (auch wenn ein paar Beamte von der Deutschen Bundesbank etwas anderes
behaupten mögen!)genügt nämlich die juristische Gelddefinition insofern, als
dass die Sichtguthaben von den Banken jederzeit bargeldtechnisch zu liquidieren
sein müssen auf der einen Seite; andererseits sind die Banken untereinander für
sämtliche nichtbankeninduzierten Überweisungssalden auf die Benutzung von
Zentralbankgeld angewiesen; die dafür eingesetzten Zentralbankguthaben haben aus
der Nichtbanken”perspektive” absoluten Bargeldcharakter bzw. Qualität und haben
bis auf Äußerlichkeiten insbesondere in systemischer Hinsicht mit den privaten
Sichtguthaben der Nichtbanken nichts gemein! Die Zentralbank (EZB) versteigert
in zeitlich relativ eng gefassten Korridoren Zentralbankguthaben, die sich die
Geschäftsbanken nur in der Menge in Bargeld auszahlen lassen, wie von den Kunden
tatsächlich verlangt. Jede Bank ist bestrebt so wenig wie möglich an Bargeld zu
besitzen und auch so wenig wie möglich Zentalbankguthaben zu besitzen (wenn man
hier einmal von der Sicherheitenfrage, die selber nicht systemisch ist, einmal
absieht), da diese Besitze in der Regel möglichst zu vermeidende Kosten
bedeuten.
Brichta meint:
Das ist nun wieder ein Sammelsurium aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Märchen, auf das ich nicht im einzelnen eingehen werde.
“… Ich weiß, dass es manch einem schwerfällt, diese Unterscheidungen zu
treffen, sie sind aber nötig, um die Funktionsweise unseres Geldsystems zu
verstehen. …”
Ich bin sehr gespannt darauf wie lange Sie “dazu” brauchen werden, bei Ihrem
Leseeifer!
Brichta schreibt:
Da kann ich Sie beruhigen. Im Unterschied zu Ihnen habe ich das Geldsystem bereits soweit verstanden, dass ich es erklären kann. Und ich muss vor allem keine gedanklichen Verrenkungen á la „Geldbereich“ und „privater Kreditbereich“ machen, die keinem Praxistest standhalten.
“… Nun zum zweiten Punkt: Der größte Teil der Einlagen entsteht aber nicht
durch Bargeldeinzahlung, sondern durch Kreditaufnahme von Nichtbanken. …”
Die “Kreditaufnahme der Nichtbanken” bedeutet zum ganz großen Teil langfristige
Kredite für Unternehmensinvestitionen sowie Immobilienkäufe.
Um diese Kredite überhaupt vergeben zu können brauchen die Banken möglichst
langfristige Geldeinlagen, die keinesfalls mit Zentralbankkrediten zu
bewerkstelligen sind (was Sie gerne suggerieren), wie das auch aus den
Bankbilanzen klar hervorgeht.
Der Fristigkeitsproblematik können die Banken nur zu einem sehr geringen Teil
durch sogenannte Fristentransformation entkommen; so dürfen nur etwa 10% der
Sichtguthabenbestände langfrisig ausgeliehen werden (Großbanken).
Brichta meint:
Selbstverständlich müssen Banken auf eine gewisse Fristenkongruenz zwischen Aktiva und Passiva achten. Denn wenn Sie es nicht tun, gehen sie früher oder später baden, wie das Beispiel HRE zeigt. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Ursprung fast aller Einlagen in der Kreditgewährung liegt. Denn auch diejenigen Einlagen, die eine Bank jetzt längerfristig hereinholen mag, sind zu irgendeinem
früheren Zeitpunkt per Kreditgewährung entstanden.
Diese langfristigen Kredite sind also entgegen Ihrer Vermutung voll davon
abhängig, dass Nichtbanken entsprechende Ersparnisse bildeten!
Brichta schreibt:
Ich glaube, jetzt weiß ich, wo bei Ihnen der Denkfehler liegt, der zur Blockade führt. Sie sehen nur auf die bilanziellen Erfordernisse
einer Bank, langfristigen Aktiva möglichst ebenso langfristige Passiva gegenüberzustellen, und ignorieren dabei, dass es unterschiedliche Vorgänge in einer Bilanz gibt. Ich werde das deshalb jetzt einmal Schritt für Schritt mit Ihnen durchgehen:
Nehmen wir an, eine Bank vergibt einen langfristigen Kredit von – sagen wir – 10.000 Euro. Was passiert dabei in ihrer Bilanz? (Ich meine in diesem Moment nur den reinen Akt der Kreditvergabe, zu den drumherum erforderlichen Schritten komme ich gleich noch.) Also: In diesem Fall entsteht auf der Aktivseite eine (langfristige) Kreditforderung von 10.000 Euro. Korrekt? Da aber nicht nur auf einer Bilanzseite etwas entstehen kann, muss gleichzeitig auch auf der Passivseite ein Posten von ebenfalls 10.000 Euro entstehen. Korrekt? Und was könnte das wohl sein? Klar, es entsteht dort das Kontoguthaben des Kreditnehmers von 10.000 Euro. Damit ist die Bilanz wieder ausgeglichen (links + 10.000 und rechts + 10.000).
Soweit so gut. Allerdings haben wir jetzt einen eklatanten Unterschied in der Fristigkeit der beiden neu enstandenen Positionen! Während der neue Aktivposten (die Kreditforderung) langfristiger Natur ist, ist der neue Passivposten (die Sichteinlage) extrem kurzfristiger Natur. Daraus ergibt sich folgende wichtige Erkenntnis: Eine Kreditvergabe führt automatisch zu einer in bezug auf die Fristigkeit asymmetrischen Bilanzverlängerung!!! (Zumindest gilt dies für einen langfristigen Kredit.) Dieser Asymmetrie muss die Bank nun mit weiteren bilanziellen Schritten entgegenwirken.
Schritt 1: Sie muss auf ihrer Aktivseite Vorsorge dafür treffen, dass die neu geschaffene (kurzfristige) Einlage abgerufen (also überwiesen oder abgehoben) wird. Dies geschieht im Rahmen des kurzfristigen Liquiditätsmanagements. Und in diesem Punkt wissen Sie hoffentlich genauso gut wie ich, welchen Anteil ihrer Sichteinlagen Banken in Form von Zentralbankgeld tatsächlich vorhalten müssen, um ihren Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Es sind in normalen Zeiten deutlich weniger als 10%. Das heißt, deutlich weniger als 10% der Sichteinlagen auf der Passivseite sind auf der Aktivseite mit Zentralbankgeld zu unterlegen. Mehr nicht. Aus Sicherheitsgründen sollte eine Bank zwar über weitere Vermögenswerte verfügen, die im Notfall kurzfristig zu (Zentralbank-)Geld gemacht werden können, aber mehr als 25-30% schafft keine Bank auf die Schnelle. Sofern einmal mehr gebraucht würde, wäre sie zahlungsunfähig (so wie das z.B. bei Washington Mutual oder Norhern Rock in der Finanzkrise der Fall war).
Schritt 2: Von diesem kurzfristigen Liquiditätsmanagement zu unterscheiden sind die bilanziellen Vorkehrungen auf der Passivseite, mit der die Fristenkongruenz zur langfristigen Forderung, die auf der Aktivseite entstanden ist, hergestellt werden soll. Vereinfacht heißt das: Es muss für einen Passivposten von 10.000 Euro gesorgt werden, der ungefähr so lange läuft wie der herausgelegte Kredit. Dies kann eine Einlage sein, muss es aber nicht. Es kann z.B auch eine Schuldverschreibung sein oder ein Kredit, den die Bank aufnimmt.
Wichtig ist also folgende Erkenntnis: Die Kreditvergabe mit gleichzeitiger Schaffung der Sichteinlage (Schritt 0) hat zwei prinzipiell voneinander unabhängige Operationen zur Folge. Der geschaffenen Sichteinlage ist mit einer entsprechenden Liquiditätsvorsorge auf der Aktivseite Rechnung zu tragen (Schritt 1), während der neuen langfristigen Forderung eine entsprechend lang laufende Verbindlichkeit auf der Passivseite gegenüberzustellen ist (Schritt 2). Beides KANN zwar auch mit einer einzigen Operation geschehen, es MUSS es aber nicht.
So, ich hoffe, Sie konnten mir bis hierhin folgen. Es handelt sich um das Grundprinzip, nach dem Kreditvergaben funktionieren. Sie sollten es sich verinnerlichen, denn nur so können Sie verstehen, wie Einlagen (die ich als Buchgeld bezeichne) tatsächlich per Bilanzverlängerung entstehen. Wenn Sie dieses Prinzip nämlich verstanden haben, dürfte es Ihnen auch möglich sein, den von Ihnen immer wieder zitierten Fall mit anderen Augen zu betrachten, in dem eine Bank ZUERST eine Einlage hereinnimmt und erst DANACH einen Kredit vergibt. Auch wenn ich fürchte, dass Sie in dieser Hinsicht erkenntnisresistent sind, werde Ihnen jetzt also erläutern, warum sich dieser Fall im Prinzip nicht von dem von mir oben beschriebenen unterscheidet.
Nehmen wir an, eine Bank bekommt per Überweisung eine langfristige Einlage von 10.000 Euro. Dann erhöhen sich auf der Passivseite die Einlagen um diesen Betrag, während gleichzeitig auf der Aktivseite der Posten Zentralbankguthaben um 10.000 Euro zunimmt. (Letzteres MUSS zwar nicht der Fall sein, wie ich weiter unten noch erkläre, aber wir nehmen es der Einfachheit halber einmal an.) Bei dieser Bank hat sich damit die Bilanz um 10.000 Euro verlängert. Aber – und darauf weise ich jetzt schon hin, weil es für die Gesamtbetrachtung wichtig ist – die zusammengefasste Bilanz des Banksystems ist dabei unverändert geblieben, da sich die Bilanz der anderen Bank (von der die Überweisung kommt) entsprechend verkürzt.
Nehmen wir nun weiter an, dass die Bank, die die neue langfristige Einlage bekommen hat, jetzt einen genauso langfristigen Kredit von 10.000 Euro an einen anderen Kunden vergibt (Fristenkongruenz sofort erfüllt). Im Unterschied zum oben genannten ersten Beispiel räumt die Bank ihrem Kreditkunden aber kein Sichtguthaben ein, sondern überweist das Geld sofort an eine weitere Bank, weil der Kreditnehmer damit – sagen wir – ein Auto bezahlen will. In diesem Fall kommt es bei der kreditgebenden Bank nicht zu einer Bilanzverlängerung, sondern nur zu einem Aktivtausch: Ihr Zentralbankguthaben nimmt ab, während gleichzeitig der Posten Kreditforderungen um denselben Betrag zunimmt. Die Passivseite bleibt unverändert.
Allerdings findet nun eine Bilanzverlängerung bei der Bank des Autoverkäufers statt: Ihr Zentralbankguthaben auf der Aktivseite steigt durch die Überweisung um 10.000 Euro, während gleichzeitig der Posten Sichteinlagen auf der Passivseite um denselben Betrag zunimmt. Und jetzt kommt das entscheidende: Die Gesamtbilanz des Bankensystems ist damit um besagte 10.000 Euro verlängert worden, eben um den Kreditbetrag. Außerdem haben sich die Einlagen des Gesamtsystems um 10.000 Euro erhöht, während das umlaufende Zentralbankgeld unverändert geblieben ist. Das Endergebnis ist das gleiche wie im oben genannten Beispiel. Die 10.000 Euro an Einlagen sind ZUSÄTZLICH zu den bestehenden Einlagen entstanden.
Und noch ein Wort zu den unterschiedlichen Fristigkeiten der neu entstandenen Sichteinlage und der bestehenden – langfristigen – Einlage. Die Langfristigkeit der neuen Einlage war – wie gesagt – eine Annahme, um Ihrem Fristigkeitsargument gerecht zu werden. Von Seiten des Liquiditätsmanagements würde das Beispiel aber genauso funktionieren, wenn die hereingenommene Einlage eine kurzfristige Einlage, ja sogar eine Sichteinlage wäre. Die Bank müsste sich dann erst im Laufe der Zeit Gedanken darüber machen, wie sie ihre Bilanzstruktur anpasst. Aber genau dies sind eben zwei voneinander getrennte Vorgänge, die man deshalb auch getrennt betrachten muss.
Im Übrigen wissen Sie vermutlich auch, dass Banken gerade daran sehr gut verdienen, sich auf der Passivseite zu – in der Regel – niedrigeren kurzfristigen Zinsen zu verschulden, um auf der Aktivseite von höheren langfristigen Zinsen zu profitieren. In Boomzeiten wird dies sogar sehr weit ausgereizt. Selbstverständlich darf man es nicht übertreiben, um die Existenz nicht zu gefährden (siehe HRE).
Und der Beginn einer jeden Ersparnis ist definitiv die Bargeldeinzahlung; daran
ändert auch der Umstand nichts, dass dieses Bargeld möglicherweise bei einer
anderen Bank eingezahlt wurde und der Betrag dann überwiesen wurde, denn die
überweisungsempfangene Bank akzeptiert nur Zentralbankgeld bzw.
Zentalbankguthaben (was systemisch identisch ist).
Brichta schreibt:
Da muss ich Sie gleich in zweierlei Hinsicht korrigieren. Erstens kann eine Ersparnis natürlich auch ohne Bargeldeinzahlung entstehen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine Sichteinlage per Kreditvergabe – so wie oben beschrieben – entstanden ist. Dann kann diese Sichteinlage bei einem Empfänger des Geldes durchaus als Grundlage einer Ersparnis dienen, ohne dass sie jemals zwischendurrch in Bargeld eingetauscht worden wäre.
Und zweitens bezweifle ich, dass eine überweisungsempfangende Bank tatsächlich “nur” Zentralbankgeld akzeptiert, wie Sie schreiben. Ich weiß, dass dies von Banken und der Bundesbank so behauptet wird, einige Indizien sprechen aber dagegen. Vielleicht sind es in diesem Fall also Sie, der von den Bundesbänkern auf eine falsche Fährte gelockt wird?
Wer weiß.
Momentan bin ich darüber jedenfalls in einem intensiven Diskurs mit dem ehemaligen Buba-Chefvolkswirt Prof. Remsperger. Zu einem Ergebnis hat diese Diskussion noch nicht geführt, aber hier ein Zwischenstand: Banken können im Geschäftsverkehr untereinander statt Zentralbangeld sehr wohl auch eigene Forderungen und Verbindlichkeiten austauschen. Ein Beispiel: Sie überweisen an mich 1.000 Euro. Statt Zentralbankgeld erhält meine Bank aber nur eine Forderung an Ihre Bank (Bilanzverlängerung), und Ihre Bank tauscht Ihre Einlage gegen eine Verbindlichkeit gegenüber meiner Bank aus (Passivtausch). Ein zwischenzeitlich in die Diskussion eingeschalteter Bundesbänker hat dies so umschrieben, dass dabei ja zumindest “gedankliches Zentralbankgeld” involviert wäre (hahaha, köstliche Formulierung). Aber selbst wenn man sich dieser gedanklichen Verrenkung anschließt, gälte es nur dann, wenn Forderung und Verbindlichkeit einen finalen Ausgleich ausschließlich in Zentralbankgeld vorsähen. Dies ist jedoch noch keineswegs ausgemacht, und selbst wenn es so wäre, müssen diese Positionen gar nicht ausgeglichen werden, sondern sie lassen sich im Prinzip ewig in die Zukunft fortschreiben.
Auf jeden Fall haben diese Interbanken-Forderungen und -Verbindlichkeiten eine so große Dimension (inzwischen ca. 2 Billionen Euro alleine in Deutschland), dass die Vermutung nahe liegt, sie dienen inzwischen als ein Teil-Ersatz für Zentralbankgeld im Zahlungsverkehr der Banken untereinander. Der Doktorvater Josef Ackermanns, Prof. Hans Christoph Binswanger, unterstützt im übrigen meine Sichtweise, wie er mir schrieb. Allerdings fehlt auch ihm der Beleg dafür. Auf jeden Fall ist dies ein interessanter Aspekt, der dazu führen könnte, dass die Lehrbücher in diesem Punkt umgeschrieben bzw. erweitert werden müssten. Ich bleibe an der Sache jedenfalls dran.
Verwirrend für Sie ist dabei vermutlich die Tatsache, dass z.B. eine
50€-Banknote zigmal im Jahr eingezahlt werden kann; letztlich bestimmen die
Nichtbanken bzw. deren vermeintlichen praktischen Erfordernisse das
Zahlenverhältnis von Bargeld zu Sichtguthaben, deren Summe der
Liquiditätsvorhaltung der Nichtbanken entspricht.
Brichta meint:
Wieso sollte es für mich verwirrend sein, dass eine 50-€-Banknote zigmal im Jahr eingezahlt werden kann? Bei einer 20-€-Note ist das übrigens ebenfalls möglich
“… Dabei – und bei der weiteren Verwendung dieser Einlagen – spielt Bargeld in
der Regel überhaupt keine Rolle. …”
Dass braucht es eben auch gar nicht, wie ich hoffe oben auch für Sie
verständlich dargestellt habe.
Brichta schreibt:
Nö, das haben Sie leider nicht verständlich darstellen können. Oder meinen Sie generell Zentralbankgeld, wenn Sie von “Bargeld” reden? Also auch Buchgeld der Notenbank? Falls dem so ist, dann sollten Sie konkret benennen, was Sie meinen, und nicht dauernd von “Bargeld” reden. (Dass beides “systemisch gleich” ist, haben Sie ja bereits eingeräumt
“… Diese Formulierung ist wirklich entwaffnend: Ihr “geldsystemischer
Kontext”, der sich “am besten modellhaft darstellen lässt”, ist nichts als ein
Gedankengebäude, das mit der Realität nicht zu tun hat. Ich bin für Klartext,
der die Wirklichkeit beschreibt. …”
Sie verwechseln Ihre Oberflächlichkeit bei der Betrachtung der Dinge mit der
Realität, da Ihre sogenannte Wirklichkeitsbeschreibung zwar nicht im Detail
immer falsch ist, aber Sie den hierbei obwaltenden “unsichtbaren” Marktkräften
keinesfalls gerecht werden, wie ich diese oben bereits wenn auch sehr grob
beschrieben habe. – Es geht hierbei immer um einen ganzheitliche Sichtweise!
Brichta stellt klar:
“Ganzheitlich” bedeutet aber nicht unkonkret! Sie schweifen jedoch gerne ins Ungenaue ab, wenn Sie etwas nicht anschaulich darstellen können. Ich wähle dagegen immer die konkrete Darstellung. Denn schließlich ist die Wirklichkeit auch sehr konkret und nicht irgendein “geldsystemisch-kontextuelles Modell”.
“… Zunächst geht es darum, die Fehler des Geldsystems offenzulegen und
jedermann verständlich zu machen. …”
Was Sie (wahrscheinlich aus Zeitgründen) unterlassen, denn direkt zur
Geldordnung (im Gegenteil zum “Finanzsystem”, dem eher vermutlich auch Ihr
privates Interesse gilt als Medien – Börsenberichterstatter?) weigerten Sie sich
bislang hartnäckig überhaupt etwas zu sagen.
Brichta schreibt:
Die drei unten genannten Phänomene sind sehr konkrete Schwachpunkte des Geldwesens, die ich immer wieder benenne. Und sie sind keineswegs “Symptome”, wie Sie behaupten. Aber dazu unten mehr …
“… Dies allein ist schon eine Herkulesaufgabe, weil das bis jetzt noch niemand
geschafft hat. …”
Wenn Sie das ernsthaft glauben haben fehlen ihnen absolut die entsprechenden
Kenntnisse, deren Aneignung Sie ebenfalls bislang hartnäckig verweigerten!
Was Sie vielleicht noch nicht einmal ahnen ist das kaum vorstellbare enorme
Verdummungspotential eines akademischen Volkswirtschaftsstudiums; wäre es
anderes gäbe es keine Finanz- und Wirtschaftskrisen usw. und wir würden in
makroökonomisch geordneten Verhältnissen leben.
Natürlich wäre der “Beruf” des Volkswirts damit obsolet!
Brichta meint:
Ihr Kommentar hat absolut nichts mit meinem darüber stehenden Zitat zu tun, auf das er sich angeblich bezieht. Meine Formulierung der “Herkulesaufgabe” bezog sich auf das Vorhaben, die Bevölkerung über die Schwächen unseres Geldsystems aufzuklären. Und zwar so, dass die Bevölkerung es auch versteht! Sie und Ihre “Humanwirtschaftspartei” haben dies jedenfalls nicht geschafft.
Und zum Studium: Ich weiß ja nicht, welchen zweiten, dritten oder vierten Bildungsweg Sie beschritten haben, Tatsache ist aber, dass ein Studium – egal welcher Fachrichtung – der Entwicklung eines Menschen sehr förderlich ist. Man darf nur nicht den Fehler begehen zu glauben, damit schon alles erfahren zu haben. Haben Sie denn studiert, und wenn ja, was?
“… Über eine “Korrektur” kann erst in einem nächsten Schritt diskutiert
werden. …”
Dito, siehe oben.
“… Sie zitieren wieder einmal aus dem Zusammenhang gerissen: Der zweite Satz
steht ganz woanders und bezieht sich nicht auf Ihren speziellen Artikel, sondern
allgemein auf alle “diese Lösungsvorschläge”, die in den vergangenen Jahrzehnten
aufgeworfen wurden. …”
Die Logik ist wohl so gar nicht “Ihr Ding”:
Da Sie ja auf “alle “diese Lösungsvorschläge”" abheben muss ich
selbstverständlich davon ausgehen dass mein Vorschlag in Ihre abfällige
Gesamt-Bewertung einbezogen ist.
Brichta meint:
Die “abfällige Gesamtbemerkung” war gar nicht so abfällig gemeint, wie Sie unterstellen. Sondern eher als freundschaftlicher Hinweis, es einfach mal mit einer anderen Strategie zu probieren. Statt Leuten, die es gar nicht hören wollen, zu predigen, wie unser Geldsystem geändert werden muss, ihnen erst einmal klar zu machen, welchen Grund es überhaupt gibt, etwas zu verändern. Ihr “Lösungsvorschlag” im Speziellen interessiert mich dabei noch weniger als die anderen, zumal ich davon ausgehe, dass er sich im Wesentlichen auf die bekannten Umlaufsicherungsvorschläge stützt. Aber selbst wenn nicht, ist die Zeit dafür einfach noch nicht reif, auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederholen muss.
“… Im Übrigen sehe ich es nicht ein, einen Lösungsvorschlag von Ihnen
eklatant irrige Annahmen treffen.
überhaupt zu lesen, wo Sie doch schon bei der Ausgangslage in Ihrem “modellhaft
dargestellten geldsystemischen Kontext”
…”
Wenn Sie bis hierher meine obigen Ausführungen vorurteilsfrei zur Kenntnis
genommen hätten würden Sie spätestens jetzt damit beginnen, vermeintlich
volkswirtschaftsrelevante Autoritäten in Frage zu stellen!
Brichta antwortet:
Ich bemühe mich doch schon seit Wochen, mit Ihnen vorurteilsfrei zu diskutieren. Aber Ihr “modellhaft
dargestellter geldsystemischer Kontext” weist einfach zu viele Mängel auf, als dass ich deswegen “vermeintlich volkswirtschaftsrelevante Autoritäten” in Frage stellen könnte. Wie Sie meinen obigen Ausführungen zur Diskussion mit Prof. Remsperger entnehmen können, stelle ich bereits jetzt gerne solche Autoritäten in Frage, allerdings nur, sofern sich ein triftiger Anlass dafür bietet. Ihre lediglich aufs Bargeld abgestellte Betrachtungsweise – oder auch aufs Zentralbank-Buchgeld? So genau weiß man das bei Ihnen ja nicht – stellt jedenfalls keinen solchen Anlass dar.
- Ansonsten schwindet leider meine oben angesprochene Hoffnung der
Ihrereseitigen Lernfähigkeit.
“… 1. Die unendliche Leichtigkeit der Geldherstellung (Fiat-Money)
2. Das praktizierte Bruchteil-Bankgeschäft (fractional reserve banking)
3. Die Zins- und Zinseszinsproblematik …”
Das ist eine reine Symptome-Aufzählung und keine Ursache!
Kennen Sie nicht den Unterschied zwischen Ursache und Symptom (folgende
Erscheinung)?
Brichta schreibt:
Da muss ich Ihnen auch hier wohl etwas Nachhilfe geben:
1. Die Leichtigkeit der Geldherstellung ist die URSACHE, die in der Konstruktion unseres Geldwesens begründet liegt. Erkennbar wird sie an dem SYMPTOM (= folgende Erscheinung) überbordender Geldmengen.
2. Die Ausgestaltung unseres Geldwesens als Bruchteil-Bankgeschäft ist die URSACHE. Ein mögliches SYMPTOM (= folgende Erscheinung) sind Bank Runs, wie wir sie z.B. bei Northern Rock oder Washington Mutual in den vergangenen Jahren erlebt haben.
3. Die Zinsezinsformel ist eine mathematische URSACHE, die unserem Geldwesen innewohnt. Erkennbar wird sie an dem SYMPTOM (= folgende Erscheinung) exponentiell wachsender Geldvermögen.
Hoffentlich leiden Sie nicht schon an Symptomen nachlassender Auffassungsfähigkeit
“… Daran habe ich doch gar kein Interesse, weil ich Ihre Vorschläge gar nicht
lesen werde (Gründe siehe oben). …”
Also kann Ihr Wissensinteresse nicht allzu groß sein.
Brichta erwidert:
Das Gegenteil ist der Fall, wie Sie an meinen Recherchen in Bezug auf die Interbanken-Beziehungen erkennen können. Es muss nur ein Ziel geben, dessen Erreichen sich lohnt.
“… Leute wie Sie doktorn schon seit Jahrzehnten an Lösungsvorschlägen herum,
OHNE jegliche relevante Resonanz. Haben Sie etwa kein “ernsthaftes Interesse an
einer Lösung”? Seien Sie einfach vorsichtiger mit Ihren Unterstellungen. …”
Demnach unterstelle nicht ich, sondern ausgerechnet Sie sich selbst “kein
“ernsthaftes Interesse an einer Lösung”"; demnach soll womöglich Ihre Rubrik
hier in diesem Forum wohl weniger fachlichen Klärungen dienen als der
Selbstdarstellung eines Semiprominenten?
Brichta meint:
)
Hahaha, wirklich eine köstliche Bemerkung, nachdem ich hier seit Wochen geduldig auf Ihre abstrusen “geldsystemischen Modell-Darstellungen” eingehe. Aber nochmal nachgefragt: Wie sieht es denn aus mit der Resonanz auf Ihre “Lösungsvorschläge”? Wenn das Problembewusstsein da ist in der Bevölkerung und Ihre Vorschläge so umwerfend überzeugend sind, dann müssten Sie doch schon längst an der Umsetzung sein? Wann geht es denn endlich los mit Ihrem umlaufgesicherten Geld? Ich bin schon ganz gespannt und möchte zu den ersten gehören, die es in der Tasche haben. Natürlich nur, um es gleich wieder auszugeben, weil es ja an Wert verliert, wenn ich es zu lange behalte…. (daran sehen Sie, wie lernfähig ich bin
“… Wenn sich eine “Lösung” seit über 90 Jahren nicht durchsetzen konnte, muss
wohl irgendetwas falsch gelaufen sein. Vielleicht sollten Sie sich einfach mal
darüber Gedanken machen. …”
Darüber brauche ich nicht nachzudenken weil ich es weiß:
Dass was falsch gelaufen ist ist hauptsächlich Ihrem Berufsstand zu ver”danken”,
der an nur auf der Basis von Wirtschaftkrisen; Arbeitslosigkeit usw. zu
“gedeihen” vermag.
Brichta schreibt:
Na klar, das höre ich täglich von allen möglichen Leuten. Die anderen sind Schuld. Wer sonst? Eigentlich ist man ja selbst der Größte, hahaha…
Im 2. Weltkrieg schrieb der Freiwirtschaftler Otto Valentin:
“Eine mehr als 50-jährige Kritik hat nicht vermocht, Gesell zu widerlegen. Aber
alles, was in dieser Zeit auf wirtschaftspolitischem Gebiet geschah, bestätigt
Satz für Satz die Richtigkeit seiner Lehre. Gesell war der einzige, der nicht
“umlernen” musste. Die Natürliche Wirtschaftsordnung ist der Schlüssel zu dem
bisher ungeöffneten Tor einer wirklichen Zukunft.”
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta schreibt:
Und sein Namensvetter Karl Valentin schrieb einige Jahre vorher: “Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.”
Samstag, 13. Februar 2010 15:45
“… Die “Sichtguthaben der Nichtbanken” stehen selbstverständlich auf der PASSIVSEITE der Geschäftsbanken(-Bilanzen) und nicht auf der Aktivseite, wie Sie schreiben. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
wenn eine Nichtbank Geld bei einer Geschäftsbank einzahlt, und darum geht es, entsteht ein Sichtguthaben. Der Vorgang dieser Einzahlung verändert den Zahlenwert auf der Passiv- sowie auf der Aktivseite dieser Geschäftsbank, denn in einem Zug sind dabei für diese Bank gleichzeitig und gleichgroße Schulden (passiv) sowie Vermögen (aktiv) entstanden; nämlich Schulden gegenüber der einzahlenden Nichtbank und Vermögen mittels des erhaltenen Geldes. – Also verzichten Sie besser vorerst darauf Ihr Vorhaben “Einmaleins des Geldes” in Angriff zu nehmen, da es ähnliche vorurteilsbeladene Broschüren schon zuhauf gibt.
Brichta antwortet:
Vorurteilsbeladen sind offensichtlich nur Sie. Denn Sie beschränken Ihre Sichtweise darauf, dass eine Einlage nur dann entsteht, wenn jemand Bargeld bei einer Bank einzahlt. Auf diese Weise entsteht aber nur der geringste Teil aller Sichtguthaben. Bleiben wir trotzdem erst mal dabei: Auch in diesem Fall steht die Einlage ausschließlich auf der Passivseite der Bankbilanz. Und nur darum ging es, als Sie behaupteten, die Einlagen stünden auf der Aktivseite. Was tatsächlich in diesem Fall auf die Aktivseite kommt, ist der Posten Bargeldbestand. Dieser ist aber von diesem Moment an in seiner Entwicklung eigenständig und nicht mehr an die damit geschaffene Einlage gekoppelt. Was mit diesem Bargeld von nun an passiert, entscheidet die Bank. Sie kann sich zum Beispiel entschließen, das Bargeld an die Zentralbank zurückzugeben und damit einen Kredit bei ihr zu tilgen. In diesem Falle wäre dieses Geld vollkommen aus der Bilanz verschwunden, während das Sichtguthaben des Einzehlers nach wie vor besteht. Alllein daran erkennen Sie schon, wie unüberlegt Ihre Ausgangsaussage war.
Der Einzahler hat das Bargeld eingetauscht gegen Buchgeld (= das Sichtguthaben). Sollter er sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu entschließen, das Geld wieder abzuheben, müsste sich die Bank zwar wieder neues Bargeld beschaffen, um diesem Wunsch zu entsprechen, aber dies wäre dann ein völlig neuer Vorgang, ein Tausch “Buchgeld gegen Bargeld”, der von der usrprünglichen Einzahlung strikt zu trennen ist. Ich weiß, dass es manch einem schwerfällt, diese Unterscheidungen zu treffen, sie sind aber nötig, um die Funktionsweise unseres Geldsystems zu verstehen.
Nun zum zweiten Punkt: Der größte Teil der Einlagen entsteht aber nicht durch Bargeldeinzahlung, sondern durch Kreditaufnahme von Nichtbanken. Dabei – und bei der weiteren Verwendung dieser Einlagen – spielt Bargeld in der Regel überhaupt keine Rolle.
“… dass Buchgeld zum Bezahlen von Gütern und Dienstleistungen verwendet wird. Es ist dem Bargeld in der Praxis also gleichgestellt, in vielen Fällen sogar überlegen. …”
Das ist aber für das Verständnis der obwaltenden Marktkräfte völlig irrelevant. In der Tat beschreiben Sie die Realität der Vorurteile und eben keinen geldsystemischen Kontext, der sich am besten modellhaft darstellen lässt.
Brichta meint:
Diese Formulierung ist wirklich entwaffnend: Ihr “geldsystemischer Kontext”, der sich “am besten modellhaft darstellen lässt”, ist nichts als ein Gedankengebäude, das mit der Realität nicht zu tun hat. Ich bin für Klartext, der die Wirklichkeit beschreibt.
“… selbstverständlich sind viele andere Geldsysteme möglich und denkbar. …”
Dabei ging ich immer davon aus, dass es bei “liebeangelamerkel.de” grundsätzlich um eine Fehlerkorrektur des heutigen, nämlich fehlerbehafteten Geldsystems ginge; habe ich das falsch verstanden?
Brichta antwortet:
Zunächst geht es darum, die Fehler des Geldsystems offenzulegen und jedermann verständlich zu machen. Dies allein ist schon eine Herkulesaufgabe, weil das bis jetzt noch niemand geschafft hat. Über eine “Korrektur” kann erst in einem nächsten Schritt diskutiert werden.
“… http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,29,-konstruktiv-umlaufgesicherter-euro.html
Brichta antwortet:Sorry, aber dafür fehlt mir leider die Zeit. …,… Denn auch diese Lösungsvorschläge haben natürlich ihre Haken. …”
Wie können Sie das behaupten ohne den Vorschlag überhaupt gelesen zu haben?
Brichta antwortet:
eklatant irrige Annahmen treffen.
Sie zitieren wieder einmal aus dem Zusammenhang gerissen: Der zweite Satz steht ganz woanders und bezieht sich nicht auf Ihren speziellen Artikel, sondern allgemein auf alle “diese Lösungsvorschläge”, die in den vergangenen Jahrzehnten aufgeworfen wurden. Im Übrigen sehe ich es nicht ein, einen Lösungsvorschlag von Ihnen überhaupt zu lesen, wo Sie doch schon bei der Ausgangslage in Ihrem “modellhaft dargestellten geldsystemischen Kontext”
“… Damit wird der Fokus gleich weg gelenkt von den Ursachen, über die man eigentlich diskutieren sollte. …”
Dann nennen Sie sie bitte; wenigstens eine.
Brichta antwortet:
Ich habe hier schon mehrfach die drei wesentlichen genannt:
1. Die unendliche Leichtigkeit der Geldherstellung (Fiat-Money)
2. Das praktizierte Bruchteil-Bankgeschäft (fractional reserve banking)
3. Die Zins- und Zinseszinsproblematik
“… dass sich Kritiker wie Sie mit ihren “Lösungsvorschlägen” selbst Blößen geben, die gnadenlos ausgenutzt werden. …”
Auf Ihr “gnadenloses” Ausnutzen meiner Vorschläge bin ich sehr gespannt!
Brichta meint:
Daran habe ich doch gar kein Interesse, weil ich Ihre Vorschläge gar nicht lesen werde (Gründe siehe oben).
“… Es wird auf jeden Fall eine langfristige Angelegenheit werden, darüber mache ich mir keine Illusionen. …”
Diese Aussage verrät mir dass Ihrerseits kein ernsthaftes Interesse an einer Lösung besteht!
Brichta meint:
Hahaha, das ist wieder köstlich! Leute wie Sie doktorn schon seit Jahrzehnten an Lösungsvorschlägen herum, OHNE jegliche relevante Resonanz. Haben Sie etwa kein “ernsthaftes Interesse an einer Lösung”? Seien Sie einfach vorsichtiger mit Ihren Unterstellungen.
“… Ganz offen, darüber habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Genau dies soll ja erst ein Wettbewerb der Ideen zeigen. …”
Was soll ein Wettbewerb für die Erarbeitung einer Lösung, die es schon seit über 90 Jahren gibt?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta meint:
Wenn sich eine “Lösung” seit über 90 Jahren nicht durchsetzen konnte, muss wohl irgendetwas falsch gelaufen sein. Vielleicht sollten Sie sich einfach mal darüber Gedanken machen.
Samstag, 13. Februar 2010 13:35
Sehr geehrter Herr Brichta,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ihre Aussage hat, entgegen Ihrer Einschätzung, bei mir eine Art Bestätigung der These bewirkt. Natürlich nehmen auch Vermögende Schulden auf. Aber wie Sie richtig bemerken, um einen weiteren “Vorteil” dadurch zu erzielen, der weniger Vermögenden gar nicht zur Verfügung steht. Insofern bestünde die “Umverteilung von Vermögen” eher in einer dem System eigenen “Dynamik des Geldes hin zum Geld”. Während gleichzeitig die Geldmenge wachsen muss (hin zum Geld, und je grösser die Menge, desto grösser diese Dynamik oder Geschwindigkeit) als auch die entsprechenden Schulden, würde ich es auch eher als “indirekte”, oder “nicht sofort erkennbare Umverteilung” bezeichnen.
Ich meine ein nach einem bestimmten Zeitpunkt instabiles System darin zu erkennen. Aber die Beweisführung ist sehr kompliziert.
Wie ich heute gesehen habe, beschäftigt sich der Artikel “Die exponentielle Selbstvermehrung des Geldes ruiniert jede Volkswirtschaft !” bereits mit diesem Thema. Und daher möchte ich Sie auch nicht länger damit behelligen.
Brichta meint:
Der Begriff “Umverteilung”, den Sie in Ihrer Ausgangsfrage verwendet haben, beinhaltet für mich, dass etwas Vorhandenes – nämlich Vermögen – von A nach B wandert, also “umverteilt” wird. Meine Zweifel an Ihrer These, dass allein schon die stetig wachsenden Geld- und Schuldenmengen zu dieser “Umverteilung” führen, bezogen sich also nur auf diesen Gesichtspunkt. Wenn Sie nun darunter auch verstehen, dass Reiche per Schuldenaufnahme noch reicher werden (können), ist das per se keine “Umverteilung”. Es könnte allenfalls dazu führen, dass sich der Abstand zwischen arm und reich weiter vergrößert, aber eher in dem Sinne, dass die Armen gleich arm bleiben und die Reichen noch reicher werden. “Umverteilung” verstehe ich darunter aber nicht. Im übrigen setzt das voraus, dass die mit der Schuldenaufnahme angestrebten Ziele in der Masse auch erreicht werden. Das heißt z.B., dass diejenigen, die per Schulden ihre Rendite hebeln wollen, damit nicht auf die Nase fallen. Letzteres ist aber oft genug der Fall.
Außerdem gibt es verschiedene gesellschaftliche Einrichtungen, die der Tendenz “Reiche noch reicher” entgegenwirken und sogar eine Umverteilung von “reich” zu “arm” zum Inhalt haben, zum Beispiel die Steuer, mit der Sozialleistungen finanziert werden. Oder die gesetzlichen Sozialversicherungen, die gar keine Versicherungen im eigentlichen Sinne sind, sondern gigantische Umverteilungsmaschinen. Und auch die Schuldenaufnahme des Staates dient inswoweit dieser entgegengerichteten Umverteilung, als damit zu einem großen Teil Sozialleistungen finanziert werden. Die Leichtigkeit der heutigen Geldherstellung begünstigt also auch die ärmeren Schichten, weil der Staat einen großen Teil seiner Sozialleistungen gar nicht erbringen könnte, wenn er nicht ständig mehr ausgäbe, als er einnimt. Sie sehen, die Sache ist gar nicht so einfach.
Ihr zweiter Punkt, der des des instabilen Systems, ist davon gedanklich zu trennen. Natürlich führt das System aus sich heraus früher oder später zum Zusammennbruch (mit anschließendem Neuaufbau), dies ist per se aber wiederum keine Umverteilung. Es gibt vielmehr Gewinner und Verlierer auf beiden Seiten.
Denn ich habe die eine oder andere Frage, die ich leider nirgends beantwortet bekomme. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir irgendwann Ihre Gedanken dazu mitteilten.
Offenbar gehöre ich zu den (noch) vielen Unwissenden, was das Thema Geld betrifft. Egal aber, mit wem ich spreche, die Reaktion auf die Tatsache, dass die Geldmenge beständig wachsen muss (und entsprechend Schulden) löst fast immer eine Art ungläubiges Staunen aus. Die häufigste Aussage ist in etwa: “Wie soll das denn funktionieren?”
Was ich mir nun nicht erklären kann, ist, wie es sein kann, dass offenbar kaum jemand darüber Bescheid weiss. Es wird täglich zigmal über Börsen und Export und Handelsdefizit und Staatsquote etc. gesprochen, aber ausgerechnet etwas so wichtiges, wie diese Tatsache, bleibt verborgen?
Wie kann es sein, dass niemand weiss, dass der Staat seine Schulden gar nicht zurückzahlen kann? Was glauben Sie, wie die Menschen darauf reagieren? Dass dieses System nicht funktionieren kann, wird spätestens dann jedem klar.
Brichta antwortet:
Zum einen ist das Geldwesen in allen seinen Facetten recht komliziert und deshalb nur für denjenigen einigermaßen erfassbar, der sich intensiv damit beschäftigt. Zum anderen hängen bestimmte Komponenten dieses Systems auch davon ab, dass die Mehrheit sich nicht allzu viele Gedanken darüber macht (siehe zum Beispiel mein Artikel “Beim Geld geht es um die Wurst” http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Beim-Geld-geht-es-um-die-Wurst-article430326.html). Das heißt, je mehr Leute aufgeklärt sind, desto instabiler droht das System zu werden. Deshalb SOLL vielleicht auch nicht jeder Bescheid darüber wissen. Ich lasse mich aber trotzdem nicht daran hindern, ein Buch über das Geldwesen zu schreiben, das die Zusammenhänge für jeden verständlich erklärt. Es dauert nur noch ein bisschen, bis es fertig ist
Was glauben Ökonomen, wie Sie das dem Bürger klarmachen können? Was wissen Politiker, und wenn sie es nicht wissen, wie muss ich mir das erklären, und wenn sie es wissen, wie muss ich mir diesen Betrug am Bürger erklären? Sind nicht alle Diskussionen dann nur noch Scheindebatten? Egal ob Hartz IV, Rente, Steuern etc., könnte man sich das nicht einfach sparen? Wäre es nicht höchste Zeit, dass nicht nur Sie darüber aufklären, sondern all Ihre Kollegen auch?
Brichta meint:
Ohne meinen Kollegen jetzt zu nahe treten zu wollen: Die meisten von ihnen KÖNNEN es gar nicht, weil sie das System selbst nicht verstehen. In diesem Zusammenhang bin ich übrigens im Rahmen meiner Buchrecherchen auf einen interessanten Sachverhalt gestoßen: Selbst die meisten Ökonomen in führenden Positionen verstehen nicht alles, und die meisten Praktiker in den Banken haben sowieso nur von dem speziellen Teilbereich eine Ahnung, in dem sie gerade arbeiten. Aufklärung tut also sogar in diesen Gruppen Not!
Und schliesslich noch eine letzte Frage. Da wir, unabhängig davon, ob das System demnächst kollabiert, eine Lösung für die Probleme benötigen; wie beurteilen Sie die Einschätzungen von Herrn Senf. Was halten sie von einer “Monetative”. Wohlgemerkt, nicht unter den jetzigen Bedingungen…
Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich hier weniger an der Diskussion teilnehme, als vielmehr Fragen stelle (es steckt eine gewisse Verzweiflung dahinter…).
Vielen Dank schon mal im voraus,
MfG, M.G.R.
Brichta antwortet:
Herrn Senfs Analysen teile ich im Großen und Ganzen. Was die Monetative betrifft, ist es meiner Meinung nach für eine solche Petition viel zu früh, weil die Mehrheit der Bevölkerung überhaupt nicht versteht, worum es hier geht (siehe oben). Oder haben Sie schon einmal jemanden, der wirklich etwas zu sagen hat, darüber diskutieren gehört? Das geschieht nicht, und genau daran muss erst einmal etwas geändert werden, bevor man über Lösungsvorschläge redet. Das Problem des Totschweigens ist in diesem Fall das erste, das beseitigt werden muss. Genau darauf zielt ja die Initiative “Liebeangelamerkel.de” ab. Denn bis jetzt leben diejenigen, die über Alternativen zu unserem Geldsystem nachdenken, in einer anderen Welt. Sie werden schlichtweg nicht beachtet.
Also kann die Reihenfolge des Vorgehens sinnvoll nur so lauten:
1. Bewusstsein schaffen für die Problematik.
2. Dieses Bewusstsein, wenn es denn geschaffen ist, dazu nutzen, die Widerstände zu beseitigen, die eine breite Diskussion über das Thema verhindern.
3. Erst danach kann in die inhaltliche Diskussion über Alternativen eingestiegen werden.
4. Und danach wäre die Zeit vielleicht reif dafür, um einer – wie auch immer gearteten – Petition Erfolgschancen zu geben.
Ob nun die Monetative die richtige Lösung bieten könnte, wage ich derzeit nicht zu beurteilen. Ich habe aber zumindest meine Zweifel daran, dass alles besser würde, wenn der Staat die alleinige Geldschöpfungshoheit hätte. Im Gegenteil: Dann würde er möglicherweise noch ungenierter Geld produzieren, als dies Staaten, Notenbanken und Geschäftsbanken jetzt schon tun.
Dienstag, 9. Februar 2010 12:33
Sehr geehrter Herr Brichta,
mit grossem Interesse habe ich Ihre Kolumne “Volksverdummungskommission” gelesen. Die Kernaussage, dass Geld- und Schuldenmengen stetig wachsen müssen, hat mich sehr erstaunt. Würde das nicht bedeuten, dass eine logische Folge die stetige Umverteilung von Vermögen ist? Wenn ich die Menge an Schulden erweitern muss, kommen in der Regel ja nur diejenigen in Frage, die eben über kein (oder nur wenig) Geld verfügen. Vermögende, Reiche werden kaum einen Grund haben, Kredite aufzunehemen. Oder ist das zu einfach gedacht? Ich hoffe, meine Frage ist nicht allzu dilettantisch.
Brichta antwortet:
Mit der Umverteilungsproblematik habe ich mich zwar noch nicht näher beschäftigt, aber auf den ersten Blick habe ich einige Einwände gegen Ihre These: Schließlich nehmen auch Leute Schulden auf, die eigentlich genügend Vermögen haben, etwa um Renditen zu hebeln oder weil Schulden steuerlich begünstigt werden. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass die vollkommen Vermögenslosen oft gar keine Kredite bekommen, schließlich wollen Banken auch Sicherheiten haben. Und soweit der Staat der Schuldner ist, stehen dahinter ja wiederum alle Bürger. Dies sind nur ein paar Gedanken, die mir spontan zu Ihren Zeilen einfallen.
Desweiteren habe ich auf diesen Seiten zum ersten Mal von Dr. Harald Wozniewski gehört. Kennen Sie sein Buch bzw. seine Thesen und was ist davon zu halten? Vielen Dank schon mal im voraus,
mfG, M.G.R.
Brichta antwortet:
Viel gehört habe ich von “Dr. Wo” noch nicht. Vor einem Jahr hatte ich allerdings mal einen intensiveren Mailaustausch mit ihm. Er versteht einfach nicht, warum der Zins und Zinseszins durchaus ein Problem unseres Geldsystems darstellt. Er hat da irgendwo eine Denkblockade, was daran liegen mag, dass er die wirtschaftlichen und bilanziellen Zusammenhänge als Nicht-Ökonom nicht vollständig durchschaut.
Montag, 8. Februar 2010 9:58
“… Im übrigen wäre nach Ihrer Definition auch Buchgeld der Zentralbank kein Geld! Aber ich habe schon gemerkt, wie Sie in diesem Punkt ins Schwimmen gekommen sind. …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
mein vermeintliches “Schwimmen” ist dem Umstand geschuldet, dass die aktuelle Geldordnung (EZB & Co.) noch zu gar keiner vernunftgemäßigen bzw. systemgerechten Geldmengensteuerung gefunden hat; dieses diletantische Mitmischen im kurzfristigen Anlagemarkt kann denn auch durchaus den Eindruck einer Wesensverwandtschaft der Zentralbankguthaben mit den Sichtguthaben der Nichtbanken vermuten.
Tatsächlich aber ist es auch schon heute so, dass diese Geschäfte mit der Notenbank, wie das übrigens auch schon lange von Helmut Creutz völlig zu Recht geschrieben wurde, ausschließlich der Liquiditätsversorgung dienen, während die Sichtguthaben der Nichtbanken auf der Aktivseite der Geschäftsbanken prinzipiell eindeutig ihrem potentiellen (wenn auch kurzfristigen) Kreditbereich zuzuordnen sind.
Brichta meint:
Uiuiui, Sie scheinen ja auch ganz woanders noch zu schwimmen: Die “Sichtguthaben der Nichtbanken” stehen selbstverständlich auf der PASSIVSEITE der Geschäftsbanken(-Bilanzen) und nicht auf der Aktivseite, wie Sie schreiben. Das produzierte Geld steht IMMER auf der Passivseite der ausgebenden Bank oder Notenbank, egal ob es sich um Buchgeld oder Bargeld handelt. Und das ist auch logisch, denn Geld ist immer eine Verbindlichkeit des Emittenten. Vielleicht sollte ich das “Einmaleins des Geldes” tatsächlich mal in Angriff nehmen?
“… Viele Zahlungsempfänger verweigern sogar die Annahme von Scheinen und Münzen, sondern VERLANGEN regelrecht die Bezahlung nur mit Buchgeld. Ich möchte Sie zum Beispiel sehen, wenn Sie eine Immobilie kaufen und diese mit einem Sack Scheine bezahlen wollen, hahaha ein köstlicher Anblick. …”
Die gewaltigen praktischen Vorteile (oder Notwendigkeiten) des sogenannten bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden auch von mir keinesfalls bestritten. Aber diese Vorteile bzw. Praktiken erklären die Systemzusammenhänge keineswegs.
Brichta meint:
Natürlich erklärt dies einen Systemzusammenhang, nämlich den, dass Buchgeld zum Bezahlen von Gütern und Dienstleistungen verwendet wird. Es ist dem Bargeld in der Praxis also gleichgestellt, in vielen Fällen sogar überlegen. Vielleicht unterscheiden wir beide uns ja auch darin, dass für mich immer die Maxime gilt, die REALITÄT zu beschreiben, während Sie offenbar versuchen, uns lediglich theoretische Denkmodelle näher zu bringen?
Dass die Liquiditätsversorgung der Nichtbanken durch die Geschäftsbanken erfolgt hat auch mit einer möglichst reibungslosen Alltagspraxis zu tun und ist nicht systemisch logisch, denn dann müsste die Geldversorgung direkt an die Nichtbanken erfolgen, wogegen aber die Praxis spricht.
Brichta meint:
Lieber Herr van Straelen, selbstverständlich sind viele andere Geldsysteme möglich und denkbar. Aber noch einmal: Ich kläre hier über das auf, was sich tatsächlich abspielt und nicht über das, was alles möglich wäre. Man könnte z.B. auch auf Geschäftsbanken vollständig verzichten und die Geldherstellung einer einzigen Zentralbank überlassen. So läuft es zurzeit aber nicht.
Lesen Sie dazu bitte meinen Beitrag, in dem auch die Option einer “direkten” Geldmengensteuerung angesprochen wird, hier im Forum:
http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,29,-konstruktiv-umlaufgesicherter-euro.html
Brichta antwortet:
Sorry, aber dafür fehlt mir leider die Zeit.
“… Diese Vorschläge sollten aus meiner Sicht erst dann einer breiteren Diskussion zugeführt werden, wenn ein Konsens darüber hergestellt ist, dass der Zins überhaupt ein Problem im Geldwesen darstellt. …”
Dann wird diese “breitere” Dikussion eben niemals stattfinden, so wie sie in den letzten 90 Jahren auch nicht stattfand, da der Normalbürger dieses Problem aufgrund tiefenpsychologischer Phänomene “erfolgreich” verdrängt; hier spielen der Religionsfirlefanz und ähnliches wohl eine wesentliche Rolle, sehr schön erklärt nachzulesen auf den Seiten:
http://www.deweles.de
Brichta meint:
Es kann aber auch sein, dass diese Diskussion deshalb nicht in Gang kam, weil Leute wie Sie und Ihre Vorfahren es falsch angepackt haben: Indem sie nämlich immer sofort irgendwelche “Lösungsvorschläge” präsentieren, die man von Seiten der Bewahrer sehr schön auseinandernehmen kann. Denn auch diese Lösungsvorschläge haben natürlich ihre Haken. Wenn überhaupt, wird also lediglich über die Sinnhaftigkeit der Lösungsvorschläge diskutiert. Damit wird der Fokus gleich weg gelenkt von den Ursachen, über die man eigentlich diskutieren sollte. Die Mängel des gegenwärtigen Systems können nämlich auch dessen Befürworter nicht wegdiskutieren. Es gelingt ihnen aber leider immer wieder dadurch, dass sich Kritiker wie Sie mit ihren “Lösungsvorschlägen” selbst Blößen geben, die gnadenlos ausgenutzt werden. Meine Strategie ist eine andere, und wir werden sehen, ob sie erfolgreicher ist. Es wird auf jeden Fall eine langfristige Angelegenheit werden, darüber mache ich mir keine Illusionen.
“… Da Sie unten nun lediglich die bekannten Lösungsvorschläge der Freiwirtschaftler in Bezug auf die Zinsproblematik aufführen, …”
Angenommen der breiten Öffentlichkeit wäre das “Zinsphänomen” klar; welchem Lösungsvorschlag gelte Ihre Zustimmung?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta sagt:
Ganz offen, darüber habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Genau dies soll ja erst ein Wettbewerb der Ideen zeigen. Vielleicht kommen dabei sogar Konzepte heraus, an die momentan noch niemand denkt.
Freitag, 5. Februar 2010 23:49
“… Vielleicht sollten wir hier ein “Einmaleins des Geldes” draus machen. Was meinen andere Leser dazu? …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
vielen Dank für diesen ausgezeichneten Vorschlag, den ich hiermit umgehend aufgreife, denn man sollte sich wirklich einmal klar machen, was Geld ist und was nicht, bevor man ständig Äpfel mit Birnen vermischt und dann lospalavert.
Gesetzliches Zahlungsmittel und damit Geld sind in der BRD nur Banknoten und Scheidemünzen, und in allen anderen Ländern dieser Welt ist auch nur cash gesetzliches Zahlungsmittel. Geld ist dazu da, um es als Zahlungsmittel einzusetzen (Schulden zu bezahlen, Waren zu kaufen), und damit ein Nutzungstitel, rechtlich Besitz.
Brichta meint:
Sie werfen die Begriffe “Geld” und “gesetzliches Zahlungsmittel” durcheinander. Letzteres ist ein vom Gesetzgeber eingeführter Begriff, der besagt, dass z.B. jeder Kaufmann die Bezahlung in Banknoten (unbeschränkt) und in Münzen (beschränkt) akzeptieren muss. Geld ist aber mehr als nur gesetzliches Zahlungsmittel. Dazu gehört eben auch das Buchgeld. Dieses Buchgeld wird nämlich ebenfalls vom Gesetzgeber als Zahlungsmittel anerkannt, auch wenn es nicht die Bezeichnung “gesetzliches” Zahlungsmittel hat. Denken Sie zum Beispiel daran, wenn Sie eine Rechnung per Überweisung (also nur mit Buchgeld) bezahlen. Dann wird Ihnen jedes Gericht in Deutschland bestätigen, dass Sie die Zahlung geleistet haben, und der Empfänger kann nicht plötzlich verlangen, dass Sie mit Banknoten und Münzen bezahlen müssen. Der Gesetzgeber und die Rechtssprechung erkennenen also Buchgeld ausdrücklich an!
Viele Zahlungsempfänger verweigern sogar die Annahme von Scheinen und Münzen, sondern VERLANGEN regelrecht die Bezahlung nur mit Buchgeld. Ich möchte Sie zum Beispiel sehen, wenn Sie eine Immobilie kaufen und diese mit einem Sack Scheine bezahlen wollen, hahaha ein köstlicher Anblick. Oder wenn die Firma Scheffler die Firma Conti kauft (hat immerhin 11 Mrd € gekostet) – wie soll man das mit Scheinen bezahlen? Machen Sie sich nicht lächerlich! Im übrigen benachteiligt der Staat sogar regelrecht in einigen Bereichen die Bargeldbezahlung. Denken Sie zum Beispiel daran, dass die Finanzämter Handwerkerrechnungen nur anerkennen, wenn Sie diese per Banküberweisung bezahlt haben!!! Eine Bezahlung mit Geldscheinen – selbst mit Quittung – wird vom Fiskus schlichtweg ignoriert. Also: Bargeld und Buchgeld wird von staatswegen weitgehend gleich behandelt, auch wenn nur das eine “gesetzliches” Zahlungsmittel heißt.
Im übrigen wäre nach Ihrer Definition auch Buchgeld der Zentralbank kein Geld! Aber ich habe schon gemerkt, wie Sie in diesem Punkt ins Schwimmen gekommen sind. Teilweise haben Sie in Ihren Argumenten dieses spezielle Buchgeld nämlich sehr wohl als Geld bezeichnet. Damit haben Sie aber Ihre eigene Dedfinition ad absurdum geführt.
Und noch etwas: Geld kann eben nicht NUR Zahlungsfunktion haben, sondern auch Wertaufbewahrungsfunktion. Dies wird von Ihnen ebenfalls ignoriert.
van Straelen weiter:
Besitz führt
niemals zu einer Zinsforderung. Deshalb hat sich in der Geschichte der Menschheit Geld auch noch niemals verzinst!
Dies hört sich ja ganz komisch an. Aber es ist eine Tatsache:
Alle Kontoguthaben, Staatsanleihen und jegliche zinsziehenden Titel sind Forderungen auf Geld, also rechtliche Forderungen auf die Lieferung von Geld. Schulden sind dementsprechend Geldlieferungsversprechen. Weil diese Titel aber Forderungen auf Geld sind, können sie nicht gleichzeitig auch Geld sein. Sie sind definitiv kein Geld, auch wenn uns ja die heutigen Wirtschaftstheorien allesamt das vorgaukeln wollen und von e-cash und sonst noch dummem Zeug daherreden.
Diese Titel beinhalten nicht die Nutzung irgendeines Gegenstandes oder Mittels, sondern bestehen allein in der Rechtssphäre. Sie sind rechtlich als Eigentumstitel definiert. Allein diese Titel sind zinsziehend!
Brichta meint:
Die Zinsen brauchen wir hier gar nicht ins Spiel bringen. Das ist überflüssig. Denn auch Buchgeld muss nicht zinstragend sein, Sichteinlagen zum Beispiel sind es in der Regel nicht. Und bevor Sie mir jetzt damit kommen, Buchgeld könne aber zinstragend sein, dann schränken wir die Gelddefinition einfach soweit ein, dass nur nicht zinstragendes (und damit jederzeit sofort verfügbares) Buchgeld Geld darstellt. Die Abgrenzung des Geldbegriffs ist ohnehin sehr schwierig. Aber unbestreitbar ist, dass nicht zinstragende Sichteinlagen und Bargeld jederzeit austauschbar sind und dieselbe Funktion erfüllen. Beides ist Geld. Punkt.
van Straelen weiter:
Wie man erkennen kann, ist es eben manchmal doch kein Fehler, wenn man zuerst die Begriffe definiert und dann anfängt, sie je zu verwenden. Sonst nimmt nämlich jeder die Begriffe in den Mund, ohne sie richtig verstanden zu haben bzw. benutzt sie für völlig voneinander verschiedene Dinge bzw. jeder benutzt sie auf seine Weise und anders
als jeder andere.
Brichta meint:
Genau so ist es. Sie haben den Zins als Unterscheidungsmerkmal eingeführt, und ich habe Ihnen bewiesen, das Buchgeld auch zinslos sein kann. Damit ist doch alles paletti!
van Straelen weiter:
Das hat schon der alte Immanuel Kant gewusst, weshalb seine philosophischen Betrachtungen auch zuallererst mit der Wahrnehmung der Welt durch die Sinne, der Kategorisierung der Wahrnehmungen und der Beschreibung der
Wahrnehmungen (nicht der Dinge, denn von deren Beschaffenheit wissen wir ja nur so viel, wie uns unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten (Sinne) davon mitteilen, was nur eineverzerrte
Wiedergabe der Wirklichkeit sein kann) beginnt.
Für die Kategorisierung der Wahrnehmungen haben wir das sprachliche Mittel der Begriffsbildung zur Hand, die es uns erst erlaubt, Wahrnehmungen einigermaßen zu kommunizieren. Bevor aber eine eindeutige Begriffsklärung nicht erfolgt ist, kann die Kommunikation nur fehlerhaft sein und jede weitere Beschäftigung mit einem Sachthema ist
von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Lösungen für Probleme sind völlig ausgeschlossen. Nachzulesen in der „Kritik der reinen Vernunft“, die Pflichtlektüre vor jeder wissenschaftlichen Ausbildung sein müsste! Hier kann man schon erkennen, auf welchem Stand die heutigen Wirtschafts“wissenschaften“ sind.
Brichta meint:
Genau deshalb habe ich ja den Begriff von Geld definiert, den ich meine, nämlich Bargeld UND Buchgeld. Ansonsten schweifen Sie jetzt vom Geldthema ab, weshalb ich die obigen Zeilen nicht weiter kommentiere.
van Straelen weiter:
Und nun für alle Goldwährungsfanatiker, die immer noch glauben, man könne das „Geldmengenwachstum“ nur durch die Wiedereinführung einer an Gold geknebelten Bargeldausgabe in den Griff bekommen, mal ganz deutlich:
Es gibt nur eine Geldmenge, die diese Bezeichnung verdient: „Geldmenge M0 – Zentralbankguthaben“. Alle anderen, auch von der Bundesbank so bezeichneten Geldmengen M0, M1, M2, M3,….,M8, sind nur Vermischungen (Addition) von Geldmenge und auf Geld lautender rechtlicher Forderungen (Eigentumstitel).
Brichta schreibt:
Aha! Zentralbankguthaben in Form von Buchgeld sind also auch Geld, obwohl Sie kein “gesetzliches” Zahlungsmittel sind? (grins)
van Straelen weiter:
Das so oft als die Ursache der Fehlentwicklungen des Weltfinanzsystems erkannte und bekannte exponentielle Wachstum der „Geldmenge“ findet (vom US-Dollar einmal abgesehen) doch gar nicht statt! Das liegt daran, dass die Leute Geld und Nicht-Geld nicht voneinander unterscheiden können. Denn das exponentielle Wachstum findet auf der Seite der Geldforderungen statt und nicht beim Bargeld.
Demzufolge ist die Lösung des Problems auch nicht dadurch zu erreichen, daß man die Bargeldmenge künstlich durch Goldanbindung niedrig hält, und damit übrigens unmittelbar eine chronische Deflationskrise mit satten Realzinsen heraufbeschwört. Denn das exponentielle Wachstum findet ja gar nicht beim Bargeld statt und wird auch nicht durch die Druckerpresse herbeigeführt, sondern sie spielt sich auf der Seite der Eigentumstitel, der Forderungen auf Geld ab, die als einzige (!) durch die exponentielle Zinsesinsfunktion exponentiell anwachsen in Sphären, für die die im Währungsraum vorhandenen Zahlungsmittel zur
Bezahlung unmöglich ausreichen können. Wird hier klar, daß eine Goldwährung in einem solchen Szenario nicht schon viel schneller zum Credit-Crunch, der nicht mehr zu verbergenden Uneinbringbarkeit der Schulden, führt?
Also ist die Lösung nicht die Wiedereinführung der Goldwährung (wenn die so toll war, warum hat man sie dann abgeschafft?), sondern die Beherrschung des Zinsproblems. Eine Goldwährung führt zwar zu niedrigen Nominalzinsen, aber das sollte man nicht mit niedrigen Realzinsen verwechseln. Denn, in einer Zeit, in der die Kaufkraft der Währung steigt, sind die dann niedrigen Nominalzinsen real eine viel höhere Belastung als nominal hohe Zinsen in Inflationszeiten. Also löst die Goldwährung das Zinsproblem keineswegs. Im Gegenteil: sie verschlimmert es sogar!
Brichta schreibt:
Ich gehöre auch nicht zu den Verfechtern eines Goldstandards. Insofern widersprechen wir uns in dieser Frage also nicht. Ein Goldstandard würde allenfalls dann Sinn ergeben, wenn er auch Buchgeld einbezöge, wobei dann natürlich die Frage auftauchen würde, in welcher Abgrenzung.
Die Zinsproblematik, die Sie ansprechen, ist aber nun ein vollkommen anderes Thema, das nichts zu tun hat mit unserer Ursprungsdiskussion darüber, was Geld ist und was nicht. Dass ich im Zinsphänomen ähnliche Gefahren sehe wie Sie, habe ich hier schon des öfteren deutlich gemacht. Nicht zuletzt in meiner Kolumne “Liebe Angela Merkel” aus dem Oktober 2008, die Anlass zur Gründung dieser Website war.
Da Sie unten nun lediglich die bekannten Lösungsvorschläge der Freiwirtschaftler in Bezug auf die Zinsproblematik aufführen, enthalte ich mich von hier an eines weiteren Kommentars zu Ihren Ausführungen. Diese Vorschläge sollten aus meiner Sicht erst dann einer breiteren Diskussion zugeführt werden, wenn ein Konsens darüber hergestellt ist, dass der Zins überhaupt ein Problem im Geldwesen darstellt. Dies ist aber leider noch nicht der Fall, sondern die Mehrheit ist nach wie vor der Meinung, dass der Zins unproblematisch wäre. Deshalb weigere ich mich, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Vergeuden wir unserer Energie also nicht damit, Leuten eine Lösung aufzuzeigen, die sie sowieso nicht verstehen, weil sie das Ausgangsproblem gar nicht erkennen.
Also: Aufklärung über das Geldwesen, wie es augenblicklich funktioniert, tut Not. Sie können einem Kranken schließlich nicht klarmachen, dass er gesund werden muss, wenn er gar nicht der Meinung ist, krank zu sein. Sie und Ihre Mitstreiter sind dafür das beste Beispiel: Sie propagieren schon seit Jahrzehnten Ihre “Heilmethoden”, ohne dass Ihnen eine größere Menge an Leuten zuhört. Und wenn ich Ihren Auftritt in diesem Blog verfolge, wird mir auch klar warum: Statt unsinnige Diskussionen über einen vermeintlichen Unterschied zwischen Bargeld und Buchgeld loszutreten, den es nicht gibt, sollten Sie lieber dazu beitragen, dass immer mehr Leute die Knackpunkte unseres Geldsystems erkennen. Der Zins gehört mit Sicherheit dazu, er ist aber nicht das einzige Problem.
van Straelen weiter:
Die Lösung des Problems liegt vielmehr bei der Verhinderung des exponentiellen Wachstums der Geldforderungen und das wird nur erreicht, indem man das Geld so konstruiert, dass es den Kapitalzins nicht mehr zu fordern in der Lage ist.
Der Kapitalzins kommt demzufolge von der gegenüber den im Kreditvertrag zur Geldschaffung eingesetzten Eigentumstitel des Schuldners (Sicherheiten in Form von Haus, Land etc.) überlegenen Wertbeständigkeit des Bargeldes, die zu einem Wertausgleich führt, die der Schuldner dem Gläubiger bereits während der Laufzeit des Kreditvertrages zu bezahlen hat (Kapitalzins). Dieser Wertausgleich muss geleistet werden, und zwar bereits während der Kreditlaufzeit, um den Gläubiger im Falle der Insolvenz des Schuldners durch das im Wert verminderte Schuldnerpfand + Wertausgleich durch Zins wieder in die Besitzsituation vor Abschluss des Kreditvertrages zu versetzen.
Also besteht die ultimative Lösung darin, das Bargeld einem ähnlichen Wertverlust wie die durchschnittlichen Schuldnerpfänder zu unterwerfen. Dann kann es den Zins nicht mehr fordern. Der Wertverlust kann durch das Gesellsche Modell der Umlaufsicherung der Währung erreicht werden. Die dabei vom Staat eingezogenen Gebühren sind eine ihm zur Disposition stehende Bargeldreserve (= Zebtralbankgeld), die er prinzipiell in den Wirtschaftskreislauf zurückführen muss mittels direkter Verausgabung. Da es sich hier jetzt
aber um Bargeldbesitz des Staates handelt und nicht um eine Umwandlung von Geld in einen Eigentumsrechtstitel, also um eine Gebühr und keinen Zins, deshalb kann dieser staatliche Besitz nicht nach Zahlung der Gebühr noch
weiter anwachsen, wie das ja alle Guthaben/Eigentumstitel/ Geldforderungen ja mmer weiter tun! (Die Eigentumstitel verzinsen sich ja auch nach der ersten Zinszahlung
weiter, weil sie ja noch anwachsen. Dadurch kommt ja erst das Zinseszinswachstum und alle daraus folgenden Probleme in die Welt.) Auf diese Weise führt die Entrichtung des Kapitalzinses (denn das ist die Gesellsche
Umlaufgebühr in Wahrheit nämlich auch) also nicht zu einer Umwandlung und damit einem noch Weiteranwachsen der Forderungen (Eigentumstitel), sondern zu einem Verhalten im Besitzstadium und damit einer Verhinderung des exponentiellen Wachstums der Geldforderungen.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Donnerstag, 4. Februar 2010 23:13
Ach ja, wollen sie es sich nicht noch mal überlegen im Forum weiterzuschreiben, läuft doch zur Zeit ganz sachlich ab.
Finde ich wesentlich komfortabler.
Gruß
Brichta antwortet:
Das ist für mich keine Frage der Sachlichkeit, sondern es hat nur technische Gründe. Im Forum ist es nämlich nicht möglich, dass ich automatisch über jeden neuen Beitrag informiert werde. Im Blog ist das anders: Sobald ein neuer Beitrag eingegeben wird, werde ich darüber per E-Mail informiert und kann zeitnah antworten. Ich stimme mit Ihnen überein, dass das Outfit und die Handhabung im Forum einen professionelleren Eindruck machen. Aber solange das o.g. Problem nicht gelöst ist, entspricht dieser Blog hier mehr meinen Bedürfnissen.
Donnerstag, 4. Februar 2010 23:07
Hallo H. Brichta
Ich bin im Netz über einen Artikel des allseits beliebten Thomas Straubhaar gestolpert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,673807,00.html
Ich frage mich WIE er Inflation erzeugen möchte?
Wie wir gesehen haben reicht Gelddrucken alleine ja wohl nicht aus.
Inflation heißt ja eigentlich allgemeine Steigerung des Preisniveaus.
Es wird zwischen Angebots und Nachfrageinflation unterschieden.
Bei der Angebotsinflation steigen die Preise, weil die Rohstoffe oder sonstige Kosten für die Produktion steigen. Die Rohstoffkosten können wohl kurzfristig durch Spekulation steigen, aber bei mangelnder Nachfrage nicht auf Dauer.
Bleibt die Nachrageinflation, diese könnte doch nur staatsgetragen sein. Es müssten weitere Konjunkurprogramme mit weitaus größeren Summen als bisher auferlegt werden.
Wie möchte man das politisch durchsetzen?
Die Druckerpresse ist meines Wissens im Euroraum ja nicht erlaubt.
Brichta antwortet:
Wie Sie unten nachlesen können, verstehe ich unter Inflation immer ein übermäßiges Aufblähen der Geldmenge. Preissteigerungen sind dann meistens nur die Folge dieser monetären Inflation. Nur WO diese Preissteigerungen auftreten, lässt sich im Vorhinein nicht bestimmen. So sind die von Ihnen genannten Rohstoffpreissteigerungen eben nicht angebots-induziert, sondern ebenfalls nachfragegetrieben. Denn was Sie als Spekulation bezeichnen, ist genau eine Folge der monetären Inflation. Das Überangebot an Geld führt hier nur nicht zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Produktionsgütern, sondern zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Geldanlagemöglichkeiten. Diesen Faktor übersehen die meisten Inflationstheoretiker: Das Geld kann eben nicht nur die Nachfrage nach Verbrauchsgütern anheizen, sondern auch nach Vermögenswerten wie Immobilien, Aktien, Anleihen, Rohstoffen etc. Die Preistreiberei bei Verbrauchsgütern scheidet in der derzeitigen Situation aus guten Gründen aus (z.B. China-Effekt, Sättigung in den westlichen Industrienationen, schrumpfende Bevölkerung etc.) Deshalb halte ich allgemeine Preissteigerungen als Folge der Geldmengenerhöhungen noch lange nicht für eine ausgemachte Sache. Die monetäre Inflation kann auch nur in Vermögenspreisen sichtbar werden. Aber es bleibt Inflation!
Dienstag, 2. Februar 2010 21:47
“… (Da gab es die Zentralbanken noch gar nicht. Das heißt, es kann auch ohne Zentralbanken Geld geben.) …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
warum gibt es die (Zentralbanken) dann überhaupt, wenn der Herr Ackermann auch Geld machen Kann; noch dazu mit 25% Rendite;
Brichta antwortet:
Auch das werde ich Ihnen gerne erklären, wobei Sie mir aber auch noch ein paar Erklärungen schuldig sind (siehe unten). Nicht vergessen, gelle?
Also: Zentralbanken gibt es, weil das Geld, das Herr Ackermann macht, das Geld der Deutschen Bank ist. Das Geld, das Herr Blessing macht, ist das Geld der Commerbank usw. Für Zahlungen untereinander haben die Banken aber gerne eine einheitliches Geld, das sie verwenden können. Und dies ist eben das Zentralbankgeld. Dazu hat jede Bank bei der Zentralbank ein Konto, auf dem sich ihr jeweilges Zentralbankgeld befindet (die Bankleitzahlen sind dazu die Kontonummern), und wenn jetzt die Deutsche Bank an die Commerzbank eine Zahlung leisten muss, dann überweist sie einfach den Betrag von ihrem Zentralbankkonto auf das Zentralbankkonto der Commerzbank.
So einfach ist das, und das ist ein wichtiger Grund dafür, dass es Zentralbanken gibt (neben anderen). Aber es geht – wie schon erwähnt – auch ohne Zentralbanken, und Banken- und Geldsysteme haben auch lange Zeit ohne diese funktioniert. Die US-Notenbank wurde z.B. erst 1913 gegründet. Glauben Sie im Ernst, vorher hätte es in den USA kein Geld gegeben? Es gibt sogar durchaus ernst zu nehmende Zeitgenossen wie den letzten Beinahe-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner Ron Paul, die sich für eine Wiederabschaffung der Notenbank einsetzen. Dann wäre das Geld der einzelnen Geschäftsbanken wieder einem viel stärkeren Wettbewerb untereinander ausgesetzt, und nur das beste würde sich durchsetzen.
Ich will das hier jetzt gar nicht bewerten, sondern damit einfach noch einmal klarmachen, wie unsinnig ihre Behauptung ist, nur das Geld der Zentralbank sei Geld und das der Geschäftsbanken sei keines.
Im übrigen schafft Herr Ackermann seine 25%ige Rendite nicht NUR durch Geldmachen. Dafür sind auch noch andere Geschäfte nötig.
weil wie Sie schreiben: “…überhaupt kein Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Geld der Zentralbanken und dem Geld der Geschäftsbanken ist….” ?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta stellt klar:
Mein vollständiger Satz im Zusammenhang steht unten und lautet “…dass die Fristigkeit – und nur um die geht es ja dabei – überhaupt kein Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Geld der Zentralbanken und dem Geld der Geschäftsbanken ist.” Offensichtlich haben Sie auch das nicht richtig verstanden. Die F R I S T I G K E I T ist kein Unterscheidungsmerkmal zwischen Zentralbank- und Geschäftsbankengeld. Beide Geldarten gibt es nämlich in unterschiedlichen Fristigkeiten, von der Sichteinlage bis zur Termineinlage. Vielleicht sollten wir hier ein “Einmaleins des Geldes” draus machen. Was meinen andere Leser dazu?
Na, na, Sie reißen aber jetzt ein Zitat aus dem Zusammenhang. Offenbar scheinen Sie es nötig zu haben
Montag, 1. Februar 2010 2:52
Sehr geehrter Herr Brichta,
haben Sie es nötig, zugesandte Kommentare zu verändern bzw. scheinbar unbequeme Sachverhalte zu löschen ?
Ich hatte kontextbezogen und nicht grundlos die Begriffe “Goldene Bankregeln” sowie “Fristentransformation” mit eingebracht, zu denen Sie sich nicht äußern wollten?
Brichta antwortet:
Hahahaha, das ist ja wirklich ein köstlicher Vorwurf! Keiner kopiert und beantwortet schließlich jeden Kommentar – und sei er auch noch so unsinnig – so vollständig wie ich. So habe ich all Ihre jüngsten Kommentare ausm Forum hier vollständig reinkopiert. (Bis auf einen, den ich nur zusammengefasst und dann kommentiert habe. Aber auch dies habe ich deutlich gemacht und dem geneigten Leser freigestellt, sich das “Original” im Forum gerne noch mal anzukucken.)
Auch Ihr Kommentar vom Samstag, 30. Januar 2010 21:53 steht nach wie vor vollkommen “unzensiert und ungekürzt” auf dieser Seite, inklusive der o.g. Begriffe. Der Kontext wurde um keinen Jota verändert. Ich habe nur – um auf Ihre Anmerkungen konkret einzugehen -, an den jeweiligen Stellen meine Antworten hineingeschrieben, und zwar immer gesondert gekennzeichnet durch fette Schrift und “Brichta meint” oder “Brichta antwortet”. Also überlegen Sie sich genau, welche Vorwürfe Sie hier machen. Ich meine es ja nur gut mit Ihnen, denn schließlich sehe ich für Sie die Gefahr, dass Sie sich noch lächerlicher und unglaubwürdiger machen…
Und nun zum Inhalt: Zur “goldenen Bankregel” und zur “Fristentransformation” habe ich mich unten sehr wohl geäußert!!!! Und zwar derart, dass die Fristigkeit – und nur um die geht es ja dabei – überhaupt kein Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Geld der Zentralbanken und dem Geld der Geschäftsbanken ist. Einen Unterschied gibt es allenfalls in der Vertrauenswürdigkeit der Emittenten des Geldes. Konkret: Geld, das die Zentralbank produziert (egal ob Buchgeld oder Bargeld) genießt i.d.R. das größte Vertrauen, weil in irgendeiner Weise der Staat hinter der Zentralbank steckt. Selbst in den USA, wo die Zentralbank ja ausschließlich private Eigentümer hat, hat sie eine Art offiziellen Charakter.
Es mag also zwar Qualitätsunerschiede geben zwischen dem Geld, das die Zentralbank produziert, und dem Geld, das die Geschäftsbanken produzieren, trotzdem ist beides Geld. Solche Qualitätsunterschiede gibt es schließlich zwischen jedem Geld, auch zwischen dem Geld verschiedener Zentralbanken. So genießt das Geld der EZB oder der Fed (noch immer) einen besseren Ruf als z.B. das Geld der isländischen Notenbank oder der Notenbank Zimbabwes. Und das Geld der norwegischen Zentralbank könnte wiederum einen noch besseren Ruf haben als das der EZB oder der Fed.
DAS sind also die Unterschiede, auf die es ankommt, nicht die, die Sie erfinden wollen mit Ihrer Unterscheidung zwischen “Geld” und “Ansprüchen auf Geld”.
Z.B. Sichtguthaben der Nichtbanken sind lediglich “ansprüche auf geld”, aber selber kein Geld!
Volkswirtschaftlich funktional ist nur Zentralbankgeld wirkliches Geld, es sei denn, man will nur unnötige Verwirrung stiften, wie z.B. die Deutsche Bundesbank oder gleichgeschaltet auch die EZB!
Diese Verwirrung war bisher durchaus erfolgreich, nämlich von der alleinigen Schuld (mittels unzulänglicher Geld”politik”) für Inflation abzulenken.
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta meint:
Ja ja, immer die gleiche Leier. Geld ist – auch das habe ich Ihnen schon gesagt, ohne dass Sie darauf eingegangen wären – IMMER nur der Anspruch auf etwas. So enthielt das frühe Papiergeld den Anspruch auf Herausgabe edlen Metalles. (Da gab es die Zentralbanken noch gar nicht. Das heißt, es kann auch ohne Zentralbanken Geld geben.) Und auch als es Zentralbanken gab, stellte deren Geld zunächst den Anspruch auf z.B. Gold dar. Dieser Anspruch wurde später nur aufgegeben und durch den Anspruch auf gleichartige Papierschnipsel (= Banknoten) ersetzt.
Beim Geschäftsbankengeld haben sie eben den Anspruch, dass dies jederzeit in Bargeld (= bei uns Zentralbankgeld) umgetauscht weden kann. Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Beim Bargeld haben sie den Anspruch, dies jederzeit in Geld einer x-beliebigen Geschäftsbank umzutauschen, indem Sie es aufs Konto “einzahlen”. Der Tauschanspruch gilt also in beide Richtungen. Und er gilt auch beim Geschäftsbankengeld untereinander. So haben Sie den Anspruch, Geld der Deutschen Bank (= Ihre Kontoeinlage dort) jederzeit in Geld der Commerzbank (= eine Kontoeinlage dort) umzutauschen.
Bitte, bitte hören Sie also endlich auf, Nebelkerzen zu werfen mit Ihrer blödsinnigen Unterscheidung zwischen “echtem” Geld der Zentralbanken (hahaha, was ist daran eigentlich “echt”?) und vermeintlichen “Geldansprüchen” der Geschäftsbanken.
Sonntag, 31. Januar 2010 20:56
mr. straelen lässt nicht locker: zum einen bleibt er beharrlich im alten forum, zum anderen wiederholt er immer wieder seine merkwürdigen theorien. erklärungen bleibt er aber wie immer schuldig. hier sein neuester “beitrag”:
“Sehr geehrter Berr Brichta,
solange die GB immer weniger ausleihen als die Kunden bei ihnen anlegen (resp. einzahlen) bleibt für Ihre Schöpfungstheorie doch gar kein Spielraum, auch wenn diese Theorie nicht von Ihnen stammt und von so vielen geglaubt wird.
Man muss sicher sehr lange und gründlich Volkswirtschaft studiert haben um mit Sicherheit nicht mehr in der Lage zu sein,
Geld von “Ansprüchen auf Geld” zu unterscheiden und vielmehr darüberhinaus nicht den Zweck dieser Unterscheidung zu erkennen.
Trotzdem sollte man dafür vielleicht ein gewisses Verständnis haben, da ohne die primär geldordnungsbedingten wirtschaftlichen Probleme sowie sämtlicher Folgen (Symptome) daraus und den daraus resultierenden akademischen Verrenkungen (bzw. Verirrungen) Ihre Berufskaste gar nicht existenzfähig wäre.
- Sie braucht die Krisen wie der Mensch die Luft zum Atmen.”
brichta antwortet:
mein gutster, nun bringen sie doch endlich mal butter bei die fische und erklären, was sie unter “geld” und unter “ansprüchen auf geld” verstehen. eine ähnliche dikussion hatten sie hier doch schon vor einem jahr angezettelt. und ich hatte schon damals bewiesen, wie unsinnig diese unterscheidung ist. aber sie können es gerne noch einmal versuchen, also was ist der unterschied? nur mut
Sonntag, 31. Januar 2010 0:19
Sehr geehrter H. Brichta
die für mich alles entscheidende Frage lautet, gibt es einen WachstumsZwang in unserem Geldsystem? Wenn ja, wie läßt sich dieser(wissenschaftlich) begründen.
Laut der Neoclassic(klassische Dichotomie usw.) existiert dieser nicht.
Wenn die Wirtschaft gesättigt ist, würde laut dieser Theorie der Zins gegen Null tendieren.
Ich beiße mir regelmäßig die Zähne an der Neoclassic aus, es scheint alles so logisch, aber trotzdem so überhaupt nicht mit der Wirklichkeit überein zu stimmen.
Gruß
Brichta antwortet:
Die Neoklassik mit ihrer Gleichgewichtstheorie ist ohnehin nicht immer das Gelbe vom Ei. Aber davon abgesehen, ist in Bezug auf das Geldsystem durchaus etwas Wahres dran: Dass der “Zins gegen null” tendiert, können Sie in den gesättigten Volkswirtschaften doch gerade beobachten, in Japan sogar schon seit zwanzig Jahren. In dieser Spätphase wirkt das ja auch durchaus dämpfend auf den Wachstumszwang der Geldmengen. Aber es hebt ihn eben nicht vollständig auf. Es verlängert nur den Zeitraum bis zum Zusammenbruch. Etwas Anderes wäre es, wenn der Zins über ganz, ganz lange Zeiträume deutlich negativ würde. Aber so etwas ist mir in der Realität bisher noch nicht untergekommen.
Begründen lässt sich dieser Wachstumszwang aus meiner Sicht vor allem mit zwei Faktoren: 1. Der unendlichen Leichtigkeit der Geldherstellung. Sie führt dazu, dass in Abschwüngen die Geldmengen mühelos aufgepumpt werden können. Im anschließenden Boom wird das Geld aber nicht wieder vernichtet. Und 2. mit dem Zins und Zinseszins. Dies mögen einige Leute zwar bestreiten, aber ich werde in meinem Buch den Beweis dafür liefern.
Samstag, 30. Januar 2010 21:53
“… Die Notenbank emittiert sowohl Buchgeld als auch Bargeld, und beide Erscheinungsformen haben denselben Wert. “… Und deshalb gibt es keinen Unterschied zwischen Buchgeld, Banknoten oder Münzen. …” Haben sie das verstanden? …”
Sehr geehrter Herr Brichta,
wenn es “da keinen Unterschied gibt”; welchen Sinn haben dann z.B. die sogenannten “Goldenen Bankregeln” oder die sogenannte “Fristentransformation”; keinen?
Brichta antwortet:
Sie scheinen da eine echte Denkblockade zu haben. Dieser Sachverhalt hat doch nichts mit der Erscheinungsform von Geld zu tun, sondern nur mit der Fristigkeit von Aktiva und Passiva in den Bilanzen. Nochmal ganz langsam für Sie zum Mitschreiben: Buchgeld in Form von Sichteinlagen und Bargeld haben die gleiche Fristigkeit. Zwischen diesen beiden Geldformen gibt es selbst in dieser Hinsicht überhaupt keinen Unterschied. Der Unterschied ist nur, dass Sie das eine anfassen können und das andere nicht.
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“… Aber es können eben nicht nur Nicht-Banken Geld haben, sondern die Banken können auch Geld haben, und oft sogar nicht zu knapp. …”
Nicht Ihre “wilden” Bilanzzahlen, sondern “richtiges Geld”, also Zentralbankgeld in den Kassen bzw. auf den ZB-Konten der Geschäftbanken sind für sie letztlich “totes Kapital”, sie lagern es gewöhnlich nicht wenn sie mittels “Geldpolitik” nicht dazu gezwungen sind; verstehen Sie das?
Brichta antwortet:
Sie verstehen offenbar nicht, dass Geld im Prinzip NUR aus Bilanzzahlen besteht, die sie als “wild” bezeichnen. Denn nur, was in den Bilanzen der Banken und Notenbanken erfasst ist, ist auch Geld. Dies ist eine sehr wichtige Erkenntnis, die sie verinnerlichen sollten.
Und dass Banken daran interessiert sind, den Bestand an Zentralbankgeld möglichst gering zu halten, ändert nichts daran, dass auch Geschäftsbanken Zentralbankgeld haben – in der momentanen Situation sogar “nicht zu knapp”. Schließlich wurden sie von den Zentralbanken damit überschüttet, damit das System nich den Bach runtergeht.
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“… Mitschuld an Inflation, weil sie die Geldmengen beeinflussen können. Andere wie der Staat, Private und Banken können aber ebenso daran beteiligt sein. …”
In einer Marktwirtschaft soll jeder mit seiner Leistung (bitte nicht mit Ersparnissen/ Kapital verwechseln!)so viel Geld verdienen können wie der Markt ihm gestattet; inwiefern sollen dann nach Ihrer Meinung sogar Private (insofern sind GB auch Private) mitschuldig an Inflation sein?
Brichta antwortet:
Vielleicht sollten wir auch hier zunächst eine Begriffsklärung machen. Ich verstehe unter Inflation folgendes: Abgeleitet vom lateinischen inflare (aufblähen, aufpumpen), bedeutet Inflation für mich immer ein Aufblähen der Geldmengen. Das ist auch der Ursprung der Wortbedeutung. Ein eventueller Preisanstieg ist dann erst die Folge dieser monetären Inflation. Ob er stattfindet und wo, lässt sich im Vorhinein oft nicht sagen.
Da für ein Aufblähen der Geldmengen nicht nur die Notenbanken allein verantwortlich sind, sondern die anderen Wirtschaftssubjekte wie Geschäftsbanken, Unternehmen und Privatleute mitspielen müssen (schließlich müssen ja auch die entsprechenden Kredite aufgenommen werden, damit die Geldmenge überhaupt steigen kann), trifft die Notenbanken nicht die alleinige “Schuld”. Was man nur sagen kann, ist, die Notenbanken müssen eine Inflation immer zulassen. Sofern sie gegensteuern, kann sich eine Inflation nur schwer entfalten. Aber bei diesem Gegensteuern sind ihr – wie schon erwähnt – unter Umständen die Hände gebunden. Hätten sie zum Beispiel in der letzten Krise nicht die Märkte mit Geld geflutet (was ein Gegensteuern gegen Inflation bedeutet hätte), wäre das System aller Voraussicht nach zusammengebrochen. Einen solchen Zusamenbruch “verursacht” zu haben, kann sich aber keine Notenbank der Welt leisten.
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“… würden Sie den Zentralbanken vermutlich die “Schuld” daran geben. Ich sage dagegen, das System ist Schuld. Es MUSSTE systembedingt so kommen, wie es gekommen ist, und jeder erfüllt in diesem System nur seine Aufgabe. Dies hier näher zu erläutern, würde allerdings den Rahmen sprengen. …”
Ihr “Rahmen” ist offensichtlich nicht der elastischste. – Was Sie in diesem Zusammenhang unter “System” verstanden wissen wollen geht doch wohl auch noch ohne ihr “Buch”?
Mit freundlichem Gruß
Bernd van Straelen
Brichta antwortet:
Nö, geht nicht. Zumindest nicht für alle verständlich, was immer mein Anspruch ist. Nur soviel: Das “System” ist die Art und Weise, wie unser Geldwesen momentan funktioniert und welchen mathematisch-physikalischen Gesetzen es unterworfen ist. Eines davon ist der Zwang zum Wachstum, der früher oder später genau zu solchen Krisen führt, wie wir gerade eine erlebt haben.
Freitag, 29. Januar 2010 23:24
Brichta schreibt:
“Und nun noch zu Hubers Vorschlag: Sofern eine hundertprozentige Mindestreservepflicht eingeführt würde (was nicht geschehen wird)”
Warum soll (wird) es nicht geschehen???
mfg
jakomo
brichta antwortet:
weil die banken das nicht zulassen werden. deshalb wird es nicht geschehen, zumindest nicht im gegenwärtigen geldsystem
Freitag, 29. Januar 2010 20:27
Schließlich hat Herr van Straelen noch einen dritten, längeren Kommentar im alten Forum abgegeben, den ich hier nicht im Einzelnen wiedergeben möchte. Wer will, kann ihn sich dort ja anschauen (unter “Was ist Interbankengeld?”). Um es zusammenzufassen: Er verquickt dort die Frage, ob Geschäftsbanken Geld produzieren können oder nicht, mit der Frage, wer “Schuld” ist an Inflation. Und er meint, da Geschäftsbanken seiner Meinung nach kein Geld machen können (was sie definitiv aber doch tun), könnten sie auch niemals “Schuld” an Inflation sein, sondern immer nur die Zentralbanken.
Nun, lieber Herr van Stralen, Zentralbanken tragen in der Regel natürlich eine Mitschuld an Inflation, weil sie die Geldmengen beeinflussen können. Andere wie der Staat, Private und Banken können aber ebenso daran beteiligt sein. Das hängt ganz vom jeweiligen Fall und Verlauf ab. Zumal den Zentralbanken oft sogar die Hände gebunden sind! Hätten sie zum Beispiel in der letzten Krise die Märkte nicht überflutet mit ihrem Geld, dann wäre das gesamte Geldsystem zusammengebrochen. Sollte aus der Flutung nun also Inflationspotential entstehen, würden Sie den Zentralbanken vermutlich die “Schuld” daran geben. Ich sage dagegen, das System ist Schuld. Es MUSSTE systembedingt so kommen, wie es gekommen ist, und jeder erfüllt in diesem System nur seine Aufgabe. Dies hier näher zu erläutern, würde allerdings den Rahmen sprengen. Ich muss Sie deshalb auf mein Buch verweisen, an dem ich gerade schreibe und das dazu plausible Erklärungen geben wird.
Freitag, 29. Januar 2010 19:55
Und wieder ein paar Fragen von Herrn van Straelen aus dem alten Forum, auf die ich hier gerne eingehe.
Herr van Straelen greift zunächst wieder ein Zitat von mir heraus, nämlich dies:
“… und dass dabei auch der ein oder andere überschüssige dollar dabei war, ist wohl klar. was aber damit tun? entweder bei der zentralbank wieder anlegen (was auch gemacht wurde) …”
Danach kommentiert er:
“Bei ‘Wiederanlegen bei der Zentralbank’ ist das im Endeffekt so (hinsichtlich der Nichtbanken!) als wenn dieses Zentralbankgeld gar nicht vorhanden wäre bzw. “es” ist es auch nicht.
Da gebe ich natürlich meinen Senf dazu, hier ist er:
Selbstverständlich ist das Geld vorhanden, nämlich in der Bilanz der Zentralbank und in den Bilanzen der Geschäftsbanken. “Es” ist also da, lieber Herr van Straelen, Sie müssen nur hingucken! Es ist nur einfach so, dass keine Nicht-Bank es hat, das haben Sie schon richtig erkannt. Aber es können eben nicht nur Nicht-Banken Geld haben, sondern die Banken können auch Geld haben, und oft sogar nicht zu knapp. Deshalb aber zu sagen, das Geld gäbe es nicht, halte ich für – gelinde gesagt – abenteuerlich.
Aber damit nicht genug. Herr van Straelen hat auch noch weitere Anmerkungen zu ausgewählten Zitaten von mir, zum Beispiel zu diesem:
“… kurz: wenn sich das in umlauf befindliche zentralbankgeld verdoppelt …”
Dazu meint er:
“Wie oben gezeigt hat eine “Verdopplung” nicht wirklich stattgefunden.
Dazu meine ich:
Die Verdoppelung hat natürlich stattgefunden. Sie ist sehr schön in der Bilanz der Notenbank zu sehen. Wie übrigens JEDES Geld, das produziert wurde, in Bankbilanzen zu sehen ist. Bilanzen sind sogar die einzigen Orte der Welt, an denen man sämtliches Geld zu sehen kriegt. Man muss nur hinschauen…. und Bilanzen lesen können …
Und last but not least ein drittes Zitat von mir:
” das natürlich ebenfalls auswirkungen auf die umlaufende Zentralbankgeldmenge hat …”
Herrn van Straelens Frage dazu lautet:
“Was verstehen Sie eigentlich unter umlaufenden Geld (im Gegensatz zu nicht umlaufenden bzw. gehortetem Geld)?”
Danke für diese Frage, sie gibt mir Gelegenheit zu erklären, wie ich den Begriff “umlaufend” definiere: Für mich ist das im Prinzip sämtliches Geld, das “in Umlauf gebracht” (d.h. ausgegeben) wurde. Klar ist, das ein Teil des “umlaufenden” Geldes “gehortet” werden kann, aber wieviel das genau ist, lässt sich ohnehin nicht messen. Dazu kommt, dass auch “gehortetes” Geld jederzeit zum Bezahlen verwendet werden kann (sofern es nicht durch bestimmte Fristen gebunden ist) und damit nach Ihrer Definition wieder “umlaufen” würde – und umgekehrt. Also: Ich unterscheide nicht zwischen “umlaufend” und “gehortet”, sondern zwischen “in Umlauf gebracht” und “nicht in Umlauf gebracht” (d.h. nicht vorhanden). Es steht Ihnen natürlich frei, andere Definitionen zu verwenden.
Freitag, 29. Januar 2010 17:39
Der gute Herr van Straelen hat im alten Forum etwas nicht verstanden und fragt dort nach der Logik bestimmter Äußerungen von mir. Da die Diskussion hier weiterläuft, werde ich es ihm gerne auch hier erläutern.
Zunächst dazu, was er nicht versteht. Er setzt folgende beiden Zitate von mir untereinander:
“… beinhaltet Hubers Vorschlag im Kern eine hundertprozentige Unterlegung der Geschäftsbankeneinlagen mit Zentralbankgeld (Mindestreserven). Damit wäre den Geschäftsbanken tatsächlich die Möglichkeit genommen, selbst Geld zu schöpfen. …”
“… Und deshalb gibt es keinen Unterschied zwischen Buchgeld, Banknoten oder Münzen. …”
Und stellt dann die Frage:
“Wo bleibt die Logik, wenn nicht “auf der Strecke”?
Damit es auch Sie verstehen, lieber Herr van Straelen: Unterschiede im heutigen Geld ergeben sich nicht aus seiner Erscheinungsform, also ob Buchgeld oder Bargeld, sondern sie ergeben sich einzig und allein daraus, wer dieses Geld emittiert. Die Notenbank emittiert sowohl Buchgeld als auch Bargeld, und beide Erscheinungsformen haben denselben Wert. “… Und deshalb gibt es keinen Unterschied zwischen Buchgeld, Banknoten oder Münzen. …” Haben sie das verstanden?
Geschäftsbanken geben bei uns in Deutschland nur Buchgeld heraus, in anderen Ländern dagegen auch Bargeld, zum Beispiel in Schottland. Sofern man einen Qualitätsunterschied unterstellt zwischen dem Geld der Geschäftsbanken und dem Geld der Notenbanken, hängt dieser aber – und ich wiederhole mich hier – NICHT von der Erscheinungsform, sondern NUR vom Emittenten ab. Ich hoffe, dass nun auch Sie diesen Punkt endlich verstehen,
Und nun noch zu Hubers Vorschlag: Sofern eine hundertprozentige Mindestreservepflicht eingeführt würde (was nicht geschehen wird), bliebe das Geld der Geschäftsbanken zwar immer noch das von den Geschäftsbanken emittierte Geld, in der Praxis hätte das aber kaum noch Bedeutung, weil es ja zu hundert Prozent durch Zentralbankgeld gedeckt wäre. Die Banken könnten daher von der Menge her nicht mehr Geld ausgeben, als es die Notenbank vorgäbe. Zurzeit können sie das.
Ich weiß, dass diese Zusammenhänge nicht so leicht zu verstehen sind, bitte Sie aber, dies in allen Facetten zu verinnerlichen. Es würde Ihnen nämlich sehr helfen, das Geldsystem tatsächlich zu verstehen und nicht nur an der Oberfläche herumzustochern, wie Sie das offenbar zurzeit tun. Ich will doch nicht, dass Sie auf der Strecke bleiben
Beste Grüße
Raimund Brichta
Donnerstag, 28. Januar 2010 16:58
Hallo Herr Brichta,
da Sie mir nicht direkt antworten, meine Frage nun hier:
Gab es eine Antwort bzw. Reaktion von Frau Merkel oder anderen Personen aus der “großen” Politik auf Ihre gelungene Kolumne vom Oktober 08 und wenn ja mit welchem Inhalt bzw. welchen Kernaussagen?
herzliche Grüße
Jürgen Lindemann aus Berlin
brichta antwortet:
lieber herr lindemann, ich habe ihnen hundertprozentig direkt per mail geantwortet. schauen sie vielleicht mal in ihrem spam-ordner nach? frau merkel hat mir natürlich nicht geantwortet, selbst nach zweimaliger erinnerung nicht. aber als ich später herrn steinbrücks pressechef den brief mal zukommen ließ, hat der zumindest geantwortet, das seien ja “interessante geldtheoretische überlegungen”, über die man mal “beim bier” sprechen könne. hahahaha….
Montag, 25. Januar 2010 20:21
Hallo Herr Brichta,
was sagen Sie zu der MONETATIVE Initiative:
“1. die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung
2. die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung
3. die schuldenfreie Inumlaufbringung neuen Geldes durch öffentliche Ausgaben.”
mfg
jakomo
brichta antwortet:
das sind ja ganz interessante vorschläge. ich weiß nur nicht, ob alles besser würde, wenn z.b. punkt 1 realisiert würde. der staat geht mit der geldschöpfung schließlich auch nicht gerade zimperlich um. das heißt, die überproduktion an geld würde weitergehen, auch wenn der staat das geldschöpfungsmonopol hätte, vielleicht sogar noch stärker. und forderung 2 ist ja schon erfüllt, zumindest wenn man den ausführungen des herrn van straelen hier folgt. nach seiner meinung können banken doch schon jetzt kein geld schöpfen, sondern nur “ansprüche auf geld”, hahahaha..
und wie es läuft, wenn geld nicht durch schulden, sondern durch staatsausgaben in umlauf gebracht würde (punkt 3), müsste man sehen. indirekt geschieht dies ja jetzt auch schon. denn warum führen zum beispiel erhöhte rüstungsausgaben zur kriegsfinanziereung zunächst zu einem wirtschaftsaufschwung? weil der staat geld macht und in umlauf bringt und dafür dann panzer kauft. das ganze geschieht nur eben über den umweg des schuldenmachens. diesen zwischenschritt hätten wir uns also erspart. naja, ist vielleicht auch schon was…
Montag, 25. Januar 2010 18:55
Der „Freiwirtschaftler“ bleibt hartnäckig im alten Forum (mal sehen, wer den längeren Atem hat) und schreibt:
„Sehr geehrter Herr Brichta, genauso gut kann ich den Vorschlag machen, die Diskussion hier weiterzuführen:
http://freiwirtschaftler.blog.de
Der Vorteil ist, dass dann jemand, der wirklich etwas von Makroökonomie versteht, darüber entscheiden kann, welche a priori überflüssigen Beiträge gelöscht werden, um den interessierten Leser, der sich informieren möchte, nicht vom Thema abzulenken.“
Brichta meint:
Vorschlagen können Sie das gerne, nur leider sind Ihre bisherigen Ausführungen keine Einladung dafür, sich diesen Blog überhaupt anzuschauen, geschweige denn mitzudiskutieren. Man sollte seine Zeit damit nicht verplempern.
Montag, 25. Januar 2010 17:44
Hier meine Antwort auf den letzten Kommentar im Brichta-Forum, weil wir die Diskussion nun in diesen Blog herüberziehen wollen.
Ein “Freiwirtschaftler” schrieb:
“Ein echtes Tauschmittel darf gar keinen “inneren Wert” haben.
Lösen Sie sich einfach von dem Gedanken, dass Sie in der bestehenden Geld- und Bodenordnung (der alberne Smilie am Ende Ihres letzten Satzes deutet an, dass Sie sich darin noch “sicher” fühlen) noch irgendetwas bewirken könnten.
Es reicht aus, das zu verstehen, was funktioniert:
http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf
Alles andere ist Zeitverschwendung.”
Brichta meint dazu:
Nun, lieber “Freiwirtschaftler”, was ein “echtes” Tauschmittel sein darf, entscheiden glücklicherweise weder Sie noch Ihre vordenkenden Gurus in den Schriften, die Sie anscheinend gelesen haben. Sondern das entscheidet sich ganz einfach am Markt. Was dort als Tauschmittel gilt, das gilt. So einfach ist das.
Und die von Leuten wie Ihnen gebetsmühlenhaft wiederholte Phrase, Buchgeld sei kein Geld, sondern nur der “Anspruch auf Geld”, wird durch dauerndes Wiederholen auch nicht inhaltsreicher.
Richtig ist, dass Buchgeld ganz einfach nur eine andere Erscheinungsform als Bargeld hat. Da dieses Buchgeld das Bargeld sogar immer weiter aus dem Zahlungsverkehr verdrängt, steuern wir damit auf ein System zu, in dem es nach Eurer Meinung fast gar kein Geld mehr gäbe, weil der Anteil des Bargelds immer geringer wird. Bezahlt wird aber trotzdem! Erneut willkommen in der Gegenwart
Sonntag, 27. Dezember 2009 17:32
Sehr lesenwert!
Sonntag, 27. Dezember 2009 16:56
Einspruch, lieber Konrad Till,
einem auf sachlichen Mängeln basierenden System kommt man m.E. nur bei, wenn man diese Mängel sachlich offen legt. Mit “Kriminalitätsbekämpfung” lässt sich hier gar nichts ausrichten. Schon allein deshalb nicht, weil es an Gesetzesparagraphen mangelt, die dieses Geldsystem zu einem “kriminellen” machen. Im Gegenteil: Die Gesetzgebung macht dieses Geldsystem sogar erst möglich!
Konrad Till schrieb:
Sonntag, 27. Dezember 2009 16:47
Lieber Thomas Weiß,
der Zinseszins ist ja keine neue Entdeckung. Er führt tatsächlich dazu, dass die Systeme immer wieder “platzen” müssen. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass das nächste Platzen auch nicht mehr zu verhindern sein dürfte – selbst wenn es noch Jahrzehnte auf sich warten lassen sollte. Mein Anliegen ist es lediglich, sich in der Zwischenzeit ernsthafte Gedanken über mögliche Alternativen zu machen. Zwar geht es nach dem Platzen immer wieder von vorne los (das Leben geht also weiter), aber vielleicht lässt sich ja ein System installieren, welches dem gegenwärtigen überlegen ist. Wer weiß?
Thomas Weiß schrieb:
Freitag, 25. Dezember 2009 21:48
In dem Zusammenhang vielleicht noch ein Beitrag von Dr. Werner Rügemer
http://womblog.de/2009/12/22/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-1/#more-12479
Falls hier noch jemand mitliest.
Gruß Thorsten Schmidt
Montag, 21. Dezember 2009 19:40
Lieber Raimund Brichta,
einige Zeit dachte ich darüber nach, warum wir so leben, wie wir es tun. In meinen Augen nicht
unbedingt sehr sozial, nachhaltig, gerecht. Menschlich?
Eine Ursache habe dann doch entdecken können, den Zinseszins und seine Folgen.
Warum machen wir nicht Augen auf, erkennen Situation und Ursache, um zu handeln?
Ist es vielleicht so, dass die Korrektur dieses Systemfehlers kaum zu bewältigen ist?
Zuviel Machtpotential würde diesem Interesse entgegen stehen, oder tut es dieses bereits?
Andererseits ist der Bug mittlerweile ausgesprochen stark geworden. Zu stark sind die globalen Vernetztungen der Volkswirtschaften, eine nahezu
unkontrollierbare Kraft, deren Ambition der Erhalt und die Stärkung des
Systemfehlers ist. Dieses System stützt und stärkt sich selbst, es wächst.
Vielleicht könnte man hoffen, dass es irgendwann zu groß wird, einfach
zerplatzt und dann alles anders, vielleicht sogar “gut” wird. Aber ich möchte mir nicht vorstellen, wie es bis dahin auf dieser Welt aussieht, was bis dahin alles geschehen ist.
Und doch zeigt uns unsere jetzige Welt ganz deutlich, vor welchen Probleme wir bereits jetzt verzagen.
Eigentlich muss dieser Fehler so schnell wie möglich beendet werden.
Aber: wie wäre dieses schnellstmöglich zu bewältigen?
Wo ist dazu der Projektplan?
Wer leitet das Projekt, das den Fehler beendet und Werte neu definiert? Wer ist das Projektteam? Wo ist der Maßnahmenplan?
Thomas
Montag, 21. Dezember 2009 14:24
Lieber Herr Brichta !
Ihr Bemühen um ein besseres Geldsystem ehrt Sie, denn es ist für den Fortbestand der Menschheit unabdingbar.
Es liegt aber nicht am mangeldem Sachverstand der regierenden, sondern an deren kriminellen Eigenenergie oder Unterornung oder beides unter die Großverbrecher von der FED.
Nicht Sachlichkeit sondern Kriminalitätsbekämpfung kann hier nur helfen.
herzliche Grüße
Konrad Till